Fahr­radbeleuchtung: Vor- und Nachteile verschiedener Systeme

Ein leichter und abnehm­barer Akku-Scheinwerfer – für sport­liche Fahr­räder die beste Wahl.

Sehen und gesehen werden – bei Dunkelheit und schlechter Sicht stellen das Fahr­radleuchten sicher. Die Vielfalt der Produkte ist groß. Wir fassen Vorteile und Nachteile der verschiedenen Beleuchtungs­systeme und Monta­gearten zusammen und helfen Ihnen bei der Wahl des richtigen Fahr­radlichts.

Grund­satz­frage: LED- oder Halogen-Fahr­radbeleuchtung?

Die Wahl des Leucht­mittels muss bei einer Beleuchtung fürs Fahr­rad als erstes getroffen werden. Die Entscheidung ist allerdings in den meisten Fällen einfach: LED haben Halogen­leuchten bei den Fahr­radlichtern abge­löst. In den vergangenen Jahren sind durch die Technologie immer hellere und effizientere Modelle entstanden.

Vorteile der LED-Leuchten. LED-Modelle punkten mit einem hohen Wirkungs­grad und Energieeffizienz – erst die Leucht­dioden haben Akku-Fahr­radlichter mit akzeptablen Leucht­dauern ermöglicht. Außerdem sind sie in der Regel deutlich heller als Halogenlichter. Je nach Bauweise des Scheinwerfers ist dadurch eine weite und breite Ausleuchtung des Wegs möglich. Unser Test von 13 Fahrrad-Scheinwerfern zeigt anhand von Leucht­bildern, wie unterschiedlich die Ausleuchtung bei Frontlichtern fürs Fahr­rad aussehen kann. LED gelten als lang­lebig und nehmen durch ständiges An- und Ausschalten keinen Schaden – anders als manche Halogen­leuchten.

Nachteile der LED-Leuchten. Sie dominieren mitt­lerweile den Markt, sind aber immer noch etwas teurer als Halogen­scheinwerfer. Außerdem erhöht diese Technologie die Gefahr, den Gegen­verkehr zu blenden.

Die beste Wahl für: Fast alle Radfahrer. Wenn man nicht gerade stil­echt mit einem alten Lieb­haber-Fahr­rad unterwegs ist, über­wiegen die Vorteile der LED-Variante klar.

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Systemfrage: Dynamo oder Akku?

Fahr­radbeleuchtung mit Dynamo

Beleuchtungs­systeme mit Dynamo waren am Fahr­rad lange die gängige Variante – und die einzig erlaubte. Die Energie wird erzeugt, wenn der Radler in die Pedale tritt. Es gibt Seiten­läufer und Felgendynamo sowie Nabendynamo. Der Nabendynamo ist heute bei neuen, höher­wertigen Fahr­rädern mit Licht­anlage die übliche Bauweise.

Vorteile. Wichtigster Vorteil eines Dynamo­system: Man hat die Stromquelle immer dabei. Solange Dynamo und Kabel­system intakt sind, leuchtet das Licht. Einen leeren Akku gibt es nicht. Das System ist außerdem fest verbaut, sodass es – anders als die abnehm­baren Akku-Leuchten – weitest­gehend diebstahlsicher ist. Ist der Dynamo einmal fest montiert und richtig ausgerichtet, muss der Radfahren kaum fürchten, den Gegen­verkehr zu blenden. Insbesondere um Dynamos, die in der Nabe verbaut sind, muss man sich kaum kümmern.

Nachteile. Gerade Systeme mit Nabendynamo sind oft um einiges schwerer als Akku-Leuchten. Insbesondere Menschen, die mit sport­lichen Rädern unterwegs sind, wollen darauf verzichten. Das gilt auch für den gering­fügig höheren Widerstand, den ein Nabendynamo permanent einfordert. Ist ein solches System doch mal kaputt, sind die Reparaturen ziemlich aufwendig und recht teuer. Das gilt auch fürs Nach­rüsten eines solchen Beleuchtungs­systems an einem spärlich ausgestatteten Fahr­rad. Anfäl­lig sind mitunter auch die Verkabelungen, die alters­bedingt verschleißen.

Die beste Wahl für: Menschen, die viel im Dunkeln fahren und nicht mit einem Sport­rad unterwegs sind. Hand­werk­liches Geschick ist von Vorteil, etwa für kleinere Kabelre­paraturen.

Fahr­radbeleuchtung mit Akku

Seit einigen Jahren sind akku­betriebene Fahr­radlichter erlaubt. Sie sind fast immer mit LED ausgestattet und werden in der Regel an der Steck­dose über ein USB-Kabel aufgetankt. Alternativ gibt es aber auch Modelle, in die Batterien einge­setzt werden.

Vorteile. Solche Systeme sind vergleichs­weise leicht und oft preis­werter als eine Fahr­radbeleuchtung mit Nabendynamo. Außerdem lässt sich damit in wenigen Hand­griffen ein Licht­system zum Beispiel an einem Mountain­bike, Renn­rad oder Urbanbike nach­rüsten, die oft ohne Licht­anlage daher­kommen. Ein Vorteil ist auch, dass sie in der Regel permanent leuchten – auch wenn das Rad steht. Selbst bei Dynamo­leuchten mit Standlicht­funk­tion ist oft nach einigen Minuten Schluss.

Nachteile. Und plötzlich ist das Licht aus – damit das nicht passiert, ist bei Akku­leuchten Disziplin erforderlich. Immer wieder aufladen und dann auch im Gepäck haben. Und wenn die Tour im Dunkeln doch mal länger wird, eine nied­rigere Helligkeits­stufe wählen. In unserem Test von Front- und Rückleuchten mit Akku leuchten einige Modelle nämlich nur wenige Stunden. Außerdem sind Akku-Leuchten meist abnehm­bar und werden vom Radfahrer immer wieder montiert. Dadurch steigt die Gefahr, dass die grellen Leuchten auch mal falsch ausgerichtet werden und den Gegen­verkehr blenden.

Die beste Wahl für: Menschen, die ein unkompliziertes und flexibles Beleuchtungs­system am Fahr­rad wollen, aber die nötige Disziplin mitbringen. Insbesondere für sport­liche, leichte Fahr­räder. Die Stiftung Warentest hat 13 Scheinwerfer und 6 Rücklichter mit Akku getestet – viele sind empfehlens­wert.

Scheinwerfer erzeugen mitunter ganz unterschiedliche Leucht­bilder. Im Test ließen wir alle Modelle diesen Feldweg ausleuchten.

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Detailfrage: Mit abnehm­barer oder fester Halterung?

Ist die Wahl auf ein akku­betriebenes System gefallen, müssen Radler weitere Entscheidungen treffen. Die Modelle unterscheiden sich zum Beispiel stark in der Beleuchtungs­stärke (mehr dazu im Glossar). Wie praktisch die Leuchten im Alltag sind, hängt stark von der Halterung ab. Denn die bleibt bei manchen am Rad, bei anderen wird sie abge­nommen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Akku-Leuchten mit abnehm­barer Halterung

Akku­betriebene Fahr­radleuchten sind in der Regel abnehm­bar. Wie genau das funk­tioniert, ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Bei eher preis­werten Modellen sind Leuchte und Halterung oft miteinander verbunden, werden also jedes Mal ganz abge­nommen.

Vorteile. Dadurch ist die Montage in der Regel einfach und ohne Werk­zeug möglich. Außerdem lässt sich die Leuchte problemlos auch an einem anderen Fahr­rad nutzen.

Nachteile. Es bedeutet aber auch, dass die Leuchte zum Beispiel nach jedem Lade­vorgang neu montiert und ausgerichtet werden muss, damit andere Verkehrs­teilnehmer nicht geblendet werden. Wenn sich hier mit der Zeit Nach­lässig­keit einschleicht, ärgert sich der Gegen­verkehr. Außerdem berichten Nutzer solcher Modelle, dass sich die Halterung tendenziell eher lockert. Im Test von Frontlichtern fürs Fahrrad haben wir das nicht fest­gestellt.

Die beste Wahl für: Eher für Menschen, die nur gelegentlich mit dem Fahr­rad unterwegs sind und die Leuchten dann aber gewissenhaft ausrichten. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Scheinwerfer richtig eingestellt werden.

Akku-Leuchten mit fester Halterung

Bei einigen Modellen bleibt die Halterung fest am Rad, während die Leuchte abmontier­bar ist. Wenn das Fahr­rad nicht gerade in Wohnung oder Garage steht, ist das absolut zu empfehlen. Eine andere Diebstahlsicherung bieten diese Modelle nämlich nicht.

Vorteile. Die feste Halterung muss nur einmal montiert werden – die Leuchte wird dann einfach nur einge­setzt und wieder abge­nommen. Oft funk­tioniert das über einfache Rast­mecha­nismen. Ist das System einmal korrekt ausgerichtet, besteht für den Gegen­verkehr kaum eine Blendgefahr.

Nachteile. Die Leuchte lässt sich unkompliziert nur an dem Fahr­rad mit der montierten Halterung nutzen. Allerdings gibt es von vielen Anbietern separate Halterungen für ein paar Euro als Zubehör

Die beste Wahl für: Menschen, für die eine Akku-Leuchte in Frage kommt (siehe oben) und die viel mit dem Rad unterwegs sind. Das ständige Neuausrichten der Leuchten würde sie sonst auf Dauer nerven. Die besten Modelle in unserem Test von Akku-Scheinwerfern haben eine feste Halterung.

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Glossar: Was hinter den Einheiten Lux und Co steckt

Auf der Suche nach der richtigen Fahr­radbeleuchtung kommt man an Licht-Einheiten wie Lux, Lumen und Candela nicht vorbei. Wir erklären, was sie im Kontext von Fahr­radlichtern aussagen – und was nicht.

Beleuchtungs­stärke (Lux)

Diese Einheit beschreibt vereinfacht, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. Bei Fahr­radbeleuchtung wird die Beleuchtungs­stärke im hellsten Punkt zehn Meter vom Scheinwerfer entfernt gemessen. Darüber, wie sich das Licht auf der Straße verteilt, sagt das wenig aus. Im Test zeigten Modelle mit ähnlichen Lux-Werten ganz unterschiedliche Leucht­bilder. Dennoch ist der Wert oft die einzige Orientierung beim Kauf.

Licht­strom (Lumen)

Selten geben Anbieter den Licht­strom an. Gemessen wird, vereinfacht gesagt, die sicht­bare Strahlung, die eine Lampe in alle Richtungen abgibt. Der Wert beschreibt nicht, was auf dem Radweg ankommt.

Licht­stärke (Candela)

Diese Größe ist bei Rück­lichtern wichtig, angegeben wird sie jedoch selten. Gemessen wird nur der Anteil des Lichts, den die Lampe in bestimmten – für andere Verkehrs­teilnehmer sicht­baren – Winkeln abstrahlt.

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