Fahr­radbeleuchtung Test

Seit August sind statt der Dynamolichter am Fahr­rad auch Batterie- und Akku­leuchten erlaubt. Stellen sie das herkömm­liche Licht in den Schatten? Die Stiftung Warentest hat 17 Fahr­radscheinwerfer und 6 Rück­lichter getestet. Ein Ergebnis: Der Preis sagt nicht zwingend etwas über die Qualität: Gute Fahr­radscheinwerfer gibt es bereits für 40 Euro. Der dreimal so teure Philips LED Saferide 80 Lux ist dagegen nur befriedigend.

Vor- und Nachteile in beiden Gruppen

Der Fahr­radbeleuchtungs-Test zeigt: Ob Akku- bzw. Batterielicht­anlage oder Dynamolicht – beide Technologien haben unbe­streit­bare Vorteile. Batterie­betriebene Beleuchtungen sind praktisch. Anders als bei Dynamos entfällt die anfäl­lige Verkabelung. Und das Licht leuchtet auch, wenn das Rad steht. Anderer­seits: Wer eine solche Anlage nutzt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Energiespeicher irgend­wann leer sind, neu geladen oder ausgetauscht werden müssen. Kontroll­lämp­chen erinnern daran.

Gutes Licht macht gute Sicht

Im Dunkeln bieten die getesteten Scheinwerfer ausreichend Licht. Alle getesteten Modelle über­treffen die Anforderungen der Straßenverkehrs­zulassungs­ordnung (StVZO) an die Helligkeit. Danach sind wenigs­tens 10 Lux Helligkeit gefordert. Das allerdings ist bei weitem keine Meister­leistung – das schaffen auch trübe Funzeln. Als richtig hell erwiesen sich drei Dynamolichter und zwei Batterielichter. Eher trübe Funzeln sind das Dynamolicht Büchel Secu Sport und das Akkulicht Trelock LS 350. Beide taugen eher für den Stadt­verkehr, wenn Gegen­stände auf der Straße bereits durch das helle Umge­bungs­licht gut erkenn­bar sind.

Hell und kurz oder trübe und lang

Nun die Kern­frage: Wie lange leuchten die Akku­scheinwerfer mit einer Ladung? Antwort: Es kommt darauf an. An vielen Akku­leuchten ist die Helligkeit einstell­bar. Je heller das Licht, desto kürzer die Betriebs­dauer. Die BM Ixon IQ leuchtet in der hellsten Stufe fünf­drei­viertel Stunden, in der dunkelsten 21,5 Stunden. Das ist recht lang. Das Trelock LS 950 schafft mit einer Akkuladung gut 11 beziehungs­weise 47 Stunden. Das ist extrem lang. Dagegen sind die eindrei­viertel Stunden der Security plus LS 200 sehr kurz. Diese Leuchte lässt sich nicht dimmen und leuchtet deshalb volle Pulle bis zum schnellen Ende. Die Zeit­angaben sind übrigens Labor­mess­werte. Die Prüfer messen die Zeit vom Start bis zum Ansprechen des Kontroll­lämp­chens.

Akku oder Batterie?

Ob Akkus oder Batterien die bessere Wahl sind, hängt vom eigenen Nutzer­verhalten ab. Wer die Lichter häufig nutzt und schon nach wenigen Tagen nach­laden muss, fährt mit einem Akku besser. Batterien sind für diejenigen sinn­voll, die das Licht immer bei sich haben, aber selten nutzen. Für Rück­leuchten sind Batterien erste Wahl. Die Lampen ziehen wenig Strom, und die Batterien regenerieren zwischen­durch. So halten sie in der Praxis oft wochen­lang, ohne zu schwächeln. Stan­dard­akkus machen den Intervall­betrieb bei geringem Entladestrom nicht lange mit. Die Anzahl der Lade­zyklen sinkt rapide bis hin zum frühen Exitus.

Zwei kippten ab, zwei brachen

Zu guter Letzt müssen die Leuchten ihre mecha­nische Belast­barkeit unter Beweis stellen. Montiert an einem Fahr­rad, das auf dem Trommel­prüf­stand über Schwellen fährt, lockerten sich die Axa Luxx70 und Trelock LS 950 und kippten ab. Die Halterungen von Profex Sydney und Philips Saferide brachen. Peinlich ist das bei Philips, denn gebrochen ist eine neu entwickelte, im Vergleich zum Vorgängermodell vielseitiger einstell­bare Halterung. Philips bietet den Kunden einen Austausch an und legt neuen Leuchten wieder die alte, stabilere Halterung bei.

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