Fahr­räder als Gepäck: So können Sie Ihr Rad trans­portieren

Fahr­radkauf, Zubehör, Reparaturen Special

Wer gerne am Urlaubs­ziel mit dem eigenen Rad durch die Gegend strampelt, muss dieses erst einmal dorthin trans­portiert bekommen. test.de sagt, was beim Radtrans­port per Auto, Zug und Flugzeug zu beachten ist.

Fahr­rad mit dem Auto trans­portieren

Fahr­radträger fürs Auto sind praktisch. Beim Wochen­end­ausflug an den See oder beim Urlaub nach Italien: Das Fahr­rad ist immer dabei. Für Auto­fahr­radträger gibt es zwei grund­legend unterschiedliche Systeme: Dach­träger oder Heck­träger, die an der Heck­klappe oder auf der Anhängerkupp­lung montiert werden.

  • Dach­träger. Das Problem ist oft die Sicherheit. Bei extremen Fahr­manövern können die Fahr­räder ins Wackeln geraten. In einem Test von Fahrradträgern haben unsere tsche­chischen Kollegen von dTest im Jahr 2017 nur einen guten Dachge­päck­träger gefunden. Sie entdeckten aber auch viele Modelle mit Schwächen, die beispiels­weise Rad oder Auto beschädigten oder sich nur mit Mühe montieren ließen. Dach­träger haben aber noch zwei weitere Nachteile: Die Räder müssen aufs Dach gewuchtet werden und sie erhöhen den Benzin­verbrauch. Außerdem verbraucht ein Auto im Schnitt zwei Liter mehr pro 100 Kilo­meter, wenn es auf dem Dach Fahr­räder trans­portiert. Das hat der Schweizer Auto­mobilclub TCS mit einem VW Golf bei einer Geschwindig­keit von 100 km/h gemessen.
  • Heck­träger für die Anhängerkupp­lung. Empfehlens­werter für den Fahr­radtrans­port mit dem Auto – gerade bei längeren Reisen – sind Heck- oder Kupp­lungs­träger. Im Fahrradträger-Test unserer Schweizer Partner waren drei Modelle gut, die auf der Anhängerkupp­lung sitzen. Mit der Montage auf dem Anhängerhaken fahren Räder komfortabel und sicher. Die getesteten Träger sind stabil und leicht zu beladen. Außerdem erhöhen sie den Luft­widerstand nicht so sehr wie die Dach­träger. Nachteil: Sie sind schwer. Bei einfachen Modellen lässt sich die Heck­klappe erst nach Demontage wieder öffnen. Gute, komfortable Träger für die Anhängerkupp­lung sind meist teuer.
  • Heck­träger für die Heck­klappe. Einfache Heck­träger werden mit Spann­bändern und Pols­terrollen an der Heck­klappe befestigt. Sie sind vergleichs­weise günstig und verursachen weniger Luft­widerstand als Dach­träger. Nachteil: Sie verbeulen manchmal die Heck­klappe und zerkratzen hin und wieder den Lack. Außerdem braucht die Montage etwas mehr Zeit.

Zulässige Beladung beachten. Dach- und Heck­träger können nicht beliebig beladen werden. Die Dachlast beträgt meist 100 Kilogramm, oft aber auch weniger. Die genaue Zahl steht in der Anleitung zum Fahr­zeug. Für die Träger auf der Hängerkupp­lung gilt die maximale Stützlast. Die steht auf einem Aufkleber im Bereich der Hänge­vorrichtung.

Pedelecs und E-Bikes. Auch Pedelecs oder E-Bikes dürfen auf den Fahr­radträger. Der Akku sollte jedoch vor dem Trans­port abge­nommen werden. Achtung: Auch ohne Akku sind Elektrofahr­räder oft deutlich schwerer als normale Räder. 25 Kilo sind keine Seltenheit. Hat die Hängerkupp­lung nur eine Stützlast von 50 Kilogramm, darf nur ein einziges Elektrofahr­rad auf den Träger.

Fahr­rad im Zug mitnehmen

Wer kein Auto hat oder grund­sätzlich lieber mit dem Zug reist, kann sein Fahr­rad in der Bahn mitnehmen. Auch E-Bikes und Pedelecs dürfen im Fahr­rad­abteil trans­portiert werden. Das ist nicht selbst­verständlich, denn der Akku gilt als Gefahr­gut. So gelten etwa für Flugzeuge entsprechende Trans­port-Einschränkungen.

  • Stell­platz­reser­vierung. Im Fern­verkehr ist eine Stell­platz­reser­vierung nötig. Es ist sinn­voll sich früh­zeitig um die Reser­vierung zu kümmern, da teil­weise nur sehr wenige Stell­plätze für Fahr­räder zur Verfügung stehen. Wichtig beim Buchen der Rad-Park­plätze: Fahr­radmitnahme-Tickets können Kunden nur am Schalter oder über die DB-Hotline (0 180 6/99 66 33) kaufen. Die Tickets kosten ohne Bahncard neun Euro. Teil­weise ist eine Reser­vierung auch in Regionalzügen erforderlich.
  • Kosten. Die Reise­preise für Fahr­räder sind gesplittet nach Nah- und Fern­verkehr. Die Stell­platz­reser­vierung im Fern­verkehr kostet 9 Euro, mit Bahncard 6 Euro. Im Nahverkehr gelten regional unterschiedliche Tarife.
  • Mitnahme im ICE. Seit Ende 2017 können Radfahrer ihr Rad im neuen Fern­verkehrs­zug ICE 4 mitnehmen. Inzwischen hat die Bahn auch ihre älteren ICE-T-Züge der Baureihe 411 (Baujahr ab 1996) mit Stell­plätzen für Fahr­räder ausgestattet. Mit drei Radplätzen pro Zug ist das Angebot gegen­über den IC-Steuerwagen mit 16 Stell­plätzen bescheiden.

Fahr­rad mit der Bahn verschi­cken

Wer es ganz bequem will, kann sein Rad vom Kurier­dienst der Bahn ans gewünschte Ziel bringen lassen. Voraus­setzung: Das Fahr­rad muss bei Abholung trans­portgerecht verpackt sein. Auf Wunsch bringt der Kurier­dienst unentgeltlich eine Verpackung mit. Das Zeit­fenster für die Abholung ist auf vier Stunden eingrenz­bar. Der Fahr­rad-Trans­port kostet im Inland pro Strecke 27,90 Euro, das gilt auch für Inseln. Auch ein Versand ins europäische Ausland ist möglich. Pedelecs und E-Bikes befördert der Kurier­dienst als Sonderge­päck und ohne Akkus. Den Akku muss der Radfahrer selbst mitnehmen. Achtung: Bei Flugreisen dürfen Akkus nicht im Gepäck mitgenommen werden.

Fahr­rad im Flugzeug mitnehmen

Fahr­räder ohne Elektro­antrieb dürfen mit ins Flugzeug. Reisende Radler geben bei vielen Fluggesell­schaften neben dem Gepäck auch ihr Fahr­rad beim Check-in auf. Die Kosten sind je nach Fluggesell­schaft unterschiedlich.

Rad für den Flug vorbereiten. Das Fahr­rad muss für den Flug möglichst klein und hand­lich gepackt sein. Radfahrer müssen einige Vorbereitungen treffen:

  • Lenker parallel zum Rahmen stellen
  • Pedale ab- oder nach innen schrauben oder hoch­klappen
  • Sattel­stütze ganz herunter­lassen
  • Luft aus den Rädern lassen
  • Schmierige und fettige Stellen verpacken

Komplett verpackt werden müssen Räder für den Flug in der Regel nicht. Der Trans­port im Flugzeug passiert aber auf eigene Gefahr. Sicherheit bieten besondere Koffer oder Kartons für Fahr­räder, die in vielen Fahr­radgeschäften erhältlich sind.

Elektrofahr­räder. Wie alle mit Lithium­batterien betriebenen Fortbewegungs­mittel (Hover­board, Segway, E-Boards) dürfen auch Pedelecs und E-Bikes nicht ins Gepäck. Sie gelten im Flug­verkehr als verbotene Gegen­stände. Einzige Trans­port­möglich­keit: Per Spedition. Die trans­portiert die Elektrofahr­räder als Gefahr­gut in Spezial-Trans­portbehältern – und muss separat beauftragt werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 6193 Nutzer finden das hilfreich.