Fahr­radkauf, Zubehör, Reparaturen

Gegen Diebstahl: Fahr­radschloss und Versicherung

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Fahr­radkauf, Zubehör, Reparaturen - Das empfiehlt die Stiftung Warentest
Anschließen, statt nur abschließen. So lässt sich das Fahr­rad nicht einfach davon tragen. © Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Will ein Dieb ein Fahr­rad haben, kriegt er es auch. Wie Sie es Dieben so schwer wie möglich machen – und was Versicherungen leisten, wenn das Fahr­rad doch weg ist.

Das richtige Fahr­radschloss

Wenn sie genügend Zeit und das richtige Werk­zeug haben, knacken Fahr­raddiebe jedes Schloss. Doch Radler können es Lang­fingern schwer machen: zum Beispiel mit guten Bügel-, Ketten- oder Falt­schlössern (Fahrradschlösser im Test). Billige Schlösser sind dagegen meist schnell geknackt. Anders­herum ist nicht jedes teure Schloss auto­matisch sicher, wie unsere Tests immer wieder zeigen.

Die wichtigsten Tipps gegen Fahr­raddiebstahl

  • An festem Gegen­stand anschließen. Ketten Sie Ihr Fahr­rad an einem unver­rück­baren und stabilen Gegen­stand an. Besonders gut eignen sich Laternenpfähle, Gartenzaunpfähle oder Fahr­radständer. Das Rad in sich oder nur mit einem Rahmenschloss zu sichern reicht nicht aus. Diebe können es einfach wegtragen.
  • Vorderrad sichern. Versuchen Sie nicht nur den Rahmen, sondern auch das Vorderrad mit anzu­ketten. Kabel- oder Bügelschlösser sind meist groß genug, um beides zusammen an einen Pfahl zu binden. Das Hinterrad können Sie mit einem Rahmenschloss sichern.
  • Rad registrieren lassen. Lassen Sie den Rahmen ihres Rades codieren – bei Händ­lern, Polizei oder Fahr­radclub. Codierte Fahr­räder sind für Hehler weniger attraktiv. Befürchtungen, dass dann Garan­tien für den Rahmen ihre Gültig­keit verlieren oder die Rahmenstabilität leidet, sind unbe­gründet: Statt einge­stanzt zu werden, kann der Code oft auch als spezieller schwer ablös­barer Aufkleber angebracht werden. Mehr zum Thema in unserem Special Gewusst wie: Fahrrad codieren.
  • Kauf und Zustand dokumentieren. Heben Sie Rechnung und Kauf­beleg für Ihr Fahr­rad gut auf. Am besten notieren Sie darauf auch die Rahmennummer, falls sie noch nicht dort einge­tragen ist. Die Daten sind wichtig für die Diebstahls­anzeige bei der Polizei. Und: Machen Sie Fotos von ihrem Rad, auch von tech­nischen Details wie Bremsen und Schaltung. Das erleichtert die Abrechnung mit der Versicherung.
Fahr­radkauf, Zubehör, Reparaturen - Das empfiehlt die Stiftung Warentest
Die Schlösser im Härtetest. © Stiftung Warentest

Hausrat- oder Fahr­radversicherung?

Wurde das Fahr­rad oder E-Bike geklaut, kann allenfalls eine gute Versicherung trösten. Radlieb­haber sollten vor Vertrags­schluss allerdings einige Fragen klären. Denn es gibt zwei Wege, das eigene Rad zu versichern: Der erste ist güns­tiger – über die Hausratversicherung. Teurer wird es mit einer speziellen Fahrradversicherung für Fahr­räder und E-Bikes.

Hausrat­versicherung. Wie Möbel und Kleidung sind auch Fahr­räder über die Hausrat­police abge­deckt, wenn sie in der Wohnung oder in einem abschließ­baren Keller stehen. Dafür ist keine ausdrück­liche Erwähnung in der Police erforderlich. Steht das Rad aber draußen im Hof, vor der Kneipe oder am Bahnhof, greift die Versicherung nur, wenn der Besitzer den Fahr­radschutz vertraglich vereinbart hat. Den kann er ab 20 Euro extra pro Jahr für ein oder mehrere Räder abschließen.

Eine sehr gute Hausrat­versicherung inklusive Fahr­radschutz ist für weniger als 100 Euro pro Jahr zu bekommen. Mit unserem Versicherungsvergleich Hausratversicherung können Sie leicht ermitteln, welcher Tarif perfekt zu Ihnen, Ihrem Hausrat und Ihrer Wohnungs­größe passt – und wenig kostet.

Fahr­radversicherung. Spezielle Fahr­radversicherungen sind in der Regel teurer als der Schutz über die Hausrat­police. Eine Fahr­radversicherung gilt jeweils nur für ein Rad. Aber mit ihr können Sie auch Räder im Wert von mehreren tausend Euro versichern. Insbesondere bei teuren Elektrorädern ist das wichtig. Außerdem greift die Versicherung auch, wenn das Rad unterwegs geklaut oder Einzel­teile gestohlen werden.

Manche Fahr­radversicherungen leisten auch bei Schäden durch Vandalismus, Unfälle oder Stürze. Die Stiftung Warentest hat zuletzt im Sommer 2021 Fahr­radversicherungen getestet. In unserem Vergleich Fahrradversicherungen finden Sie Test­ergeb­nisse für 76 Policen. Wie viel eine gute Police kostet, hängt von Wohn­ort und Wert des zu versichernden Fahr­rads ab.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 28.11.2022 um 14:42 Uhr
Kinder mit Seil abschleppen?

@Necki84: Leider können wir nicht weiterhelfen. Die von Ihnen gewünschten Informationen liegen uns nicht vor, und wir können bei der Vielzahl der Anfragen, die uns tagtäglich erreichen, auch leider keine speziellen Recherchen durchführen.
Unser Informations- und Beratungsangebot ist primär ein Service für Leserinnen und Leser, die Fragen zu den konkreten Inhalten unserer Veröffentlichungen haben.

Necki84 am 26.11.2022 um 14:11 Uhr
Kinder mit Seil abschleppen?

Hallo, wie verhält es sich mit Abschleppseilen? Hatte da letztens eine endlose Diskussion. Ich persönlich finde es zu gefährlich. Wo darf man diese benutzen? Wer darf es Benutzen (Alter usw.) ? Wie sieht es bei Unfällen aus? Danke für die Antworten

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.07.2021 um 10:59 Uhr
Pflege des Schaltwerks

@Nubalk: Vielen Dank für die Anregung, die wir an die zuständige Fachabteilung im Haus weitergeleitet haben. Auf das Thema Schaltwerk gehen wir auch in unserem Special „Fahrradtechnik“ ein unter
test.de/Fahrradtechnik-im-Ueberblick-in-die-Gaenge-kommen-1791218-5151700/
(aci, Se)

Nubalk am 18.07.2021 um 13:51 Uhr
Pflege des Schaltwerks

Sie haben bei den Hinweisen für Pflege und Wartung leider eine immens wichtige Komponente nicht erwähnt: das Schaltwerk. Nabenschaltungen benötigen eine überschaubare Zuwendung. Doch Kettenschaltungen sollten sehr regelmäßig gründlich gereinigt und geschmiert werden, damit sie lange und leichtgängig funktionieren. Anderenfalls verlieren sie nicht nur rasch an Schaltpräzision. Auch die Lebenserwartung sinkt rapide, widmet man sich diesem zentralen Element des Antriebsstrangs nicht gebührend.

Krissy22 am 08.05.2021 um 23:16 Uhr
Echt jetzt?

Schön, dass Sie im Kommentarbereich zum Thema Beleuchtung auf die vorgeschriebenen Reflektoren hingewiesen haben... Wo sind die nochmal auf dem Foto "Beifahrer Kind" zu sehen? An den Laufrädern reflektiert gar nichts! Keine Katzenaugen und auch keine Reflektorstreifen. Das Paar mit den beiden Kindern ist offensichtlich auf einer Straße unterwegs, also gilt die StVZO. Pedale kann man nicht beurteilen, aber im Straßenverkehr sieht man immer mehr ohne, gerne sind da auch Rennradfahrer mit ihren Spezialpedalen unterwegs. Dürfen sie im Straßenverkehr aber nicht. Handel und auch Stiftung Warentest sollten da mal bei den Fotos besser aufpassen!