Sicherheit: Fahr­radhelm und Beleuchtung

Sicherheit bringt ein Fahr­radhelm nur, wenn er so fest sitzt, dass er bei einem Unfall kaum verrutscht.

Viele Unfälle enden für Fahr­radfahrer mit Verletzungen. Manche davon sind schwer und einige sogar tödlich. Prallen Auto und Rad aufeinander, dann ist klar, wer den Kürzeren zieht: Das Rad hat keine Knautschzone, keinen Airbag, keinen Gurt. Im Falle eine Falles kann ein Helm Leben retten.

Mehr tödliche Unfälle

In Deutsch­land registrierte die Polizei im Jahr 2018 fast 89 000 verunglückte Radfahrer. 445 Radfahrer starben an Unfall­verletzungen – 50 mehr als im Jahr zuvor. Ein Grund dafür ist die zunehmende Zahl an Pedelecs: Sie bringen zwar viele Senio­rinnen und Senioren wieder aufs Rad, diese haben aber ein erhöhtes Risiko, die Kontrolle über das Rad zu verlieren. Doch selbst bei optimaler Ausstattung ist Fahr­radfahren gefähr­lich. Ein sicheres Fahr­rad mit guter Beleuchtung sowie ein Helm können oft Unfälle und schlimmere Verletzungen verhindern.

Fahr­radhelm: Vor allem Kinder tragen ihn

Laut Bundes­anstalt für das Straßenwesen trugen 2018 gerade einmal 18 Prozent aller Radfahrer einen Helm. Dass die Quote so nied­rig ist, liegt vor allem an erwachsenen Helm-Muffeln – von den Kindern zwischen sechs und zehn Jahren tragen immerhin 82 Prozent einen Helm. Dabei sind sich Unfall­forscher einig, dass Helme Leben retten. Drei Dinge sind in diesem Zusammen­hang besonders wichtig:

  1. Sicherheit. Helme müssen den Kopf vor hohen Belastungen schützen.
  2. Hand­habung. Manche Helme lassen sich schwer einstellen. Das nervt beim Auf- und Abziehen und führt oft dazu, dass der Kopf­schutz zu Hause liegen bleibt.
  3. Komfort. Einige Helme verursachen bei längerem Tragen Druck­stellen am Kopf. Auch das hält viele Radfahrer davon ab, einen schützenden Helm zu tragen.

Welche Helme wirk­lich gut sind, zeigt unser Vergleichstest Fahrradhelme.

Video: Fahr­radhelme richtig aufsetzen

Fahr­radbeleuchtung: LED-Technik im Vormarsch

Haupt­ursache für Unfälle: Auto- oder Lastwagenfahrer über­sehen Radfahrer. Bei schlechten Sicht­verhält­nissen ohne Beleuchtung zu fahren, ist verboten und mitunter lebens­gefähr­lich. Während die Dynamo-Beleuchtung lange das Nonplus­ultra war, setzen viele Radfahrer mitt­lerweile auf akku- oder batterie­betriebene Fahr­radbeleuchtung. Möglich sind diese Systeme erst durch die Entwick­lung der effizienten LED-Technologie geworden. Diese Lampen sind oft deutlich heller als Halogen­scheinwerfer, sodass Radfahrer besser gesehen werden, unterwegs aber auch selber bessere Sicht haben. Die Stiftung Warentest hat im Sommer 2020 13 LED-Frontscheinwerfer und 6 Rücklichter fürs Fahrrad getestet – jeweils abnehm­bar und akku­betrieben. Wir stellten große Qualitäts­unterschiede fest, können dennoch viele Modelle empfehlen.

Tipp: Ob mit Dynamo oder Akku, beide Beleuchtungs­systeme fürs Fahr­rad haben Vor- und Nachteile. Während Nabendynamos, einmal installiert, sehr wartungs­arm und ausfall­sicher sind, punkten Akku­leuchten mit ihrem geringen Gewicht und hoher Flexibilität. Wir haben die Vorteile und Nachteile verschiedener Beleuchtungssysteme zusammengefasst.

Fahr­radbeleuchtung richtig einstellen – mehr Sicherheit für andere

Fahr­radscheinwerfer müssen mindestens 10 Lux stark leuchten, moderne Modelle schaffen jedoch ein Vielfaches. Denn durch die LED-Technologie werden Fahr­radlampen immer heller. Das bringt mehr Sicht und Sicherheit für Radfahrer, hat aber auch eine Schattenseite: Insbesondere bei abnehm­baren Akku­leuchten, die Radfahrer selbst anbringen und ausrichten, ist die Gefahr groß, dass der Gegen­verkehr durch die grellen Scheinwerfer geblendet wird. Denn: Um möglichst weit zu leuchten, richten sie die Scheinwerfer oft zu weit nach oben aus. Die Stiftung Warentest zeigt Schritt für Schritt, wie es richtig geht.

Diese Regeln gelten für Fahr­radbeleuchtung

Im Herbst sollten Radfahrer ihre Fahr­radbeleuchtung fit für dunkle Tage machen. Die Möglich­keiten sind größer als noch vor einigen Jahren, weil die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) dem Stand der Technik angepasst wurde. So sind nun zum Beispiel einige Zusatz­funk­tionen erlaubt.

Nur mit K-Nummer. Dieses Prüfzeichen bestätigt, dass eine Leuchte für den Straßenverkehr zugelassen ist. Fehlt dem Licht die K-Nummer, darf es im Straßenverkehr nicht ans Rad. Das Zeichen aus Wellen­linie, das „K“ und einer Nummer sind oft in den Lampen-Kunststoff einge­prägt.

Licht an bei schlechter Sicht. Sobald Dunkelheit, Dämmerung oder schlechte Sicht herein­brechen, müssen alle Lampen am Rad an sein. Sonst drohen ab 20 Euro Bußgeld.

Gegen­verkehr nicht blenden. Fahr­radlampen dürfen den Gegen­verkehr nicht blenden, schreibt die StVZO vor. Um die Blendgefahr gering zu halten, gilt deshalb: Front­scheinwerfer müssen 40 Zenti­meter bis 1,20 Meter über dem Boden montiert sein. Stirn­lampen, die sich deutlich höher befinden, sind aus diesem Grund als Fahr­radlampen verboten. Wir zeigen, wie Scheinwerfer richtig eingestellt werden.

Erlaubte Extras. Zugelassene Zusatz­funk­tionen sind zum Beispiel Tagfahr- und Fernlicht – solange es auch ein Abblendlicht (normaler Modus) gibt. Bei Rück­lichtern ist eine Brems­licht­funk­tion erlaubt, die das Rück­licht beim Abbremsen kurz­zeitig heller aufleuchten lässt.

Verbotene Blink­lichter. Im Straßenverkehr immer wieder zu sehen, aber verboten sind blinkenden Front- und Rück­lichter an einspurigen Fahr­rädern und Pedelecs. Richtungs­anzeiger, also „Blinker“, sind mehr­spurigen Fahr­rädern und auch an Fahr­rad­anhängern hingegen erlaubt.

Reflektoren. Zusätzlich zur aktiven Beleuchtung durch die Fahr­radlichter sind einige Reflektoren Pflicht. Je ein Reflektor vorn und hinten, an Pedalen und in den Speichen als Katzen­augen oder Streifen oder an Reifen beziehungs­weise Felge als Reflektor­streifen.

Fahr­radhand­schuhe schützen

Nicht so wichtig, aber zumindest bei längeren Fahrten sinn­voll: Hand­schuhe mit Pols­terung an der Griff­fläche. Sie verhindern auf längeren Touren Schwielen und verhindern bei Stürzen schmerzhafte Haut­abschürfungen an den Hand­flächen.

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