Sicherheit: Fahr­radhelm und Beleuchtung

Viele Unfälle enden für Fahr­radfahrer mit Verletzungen. Manche davon sind schwer und einige sogar tödlich. Prallen Auto und Rad aufeinander, dann ist klar, wer den Kürzeren zieht: Das Rad hat keine Knautschzone, keinen Airbag, keinen Gurt. Im Falle eine Falles kann ein Helm Leben retten.

Ältere Menschen besonders gefährdet

In Deutsch­land registrierte die Polizei im Jahr 2017 fast 80 000 verunglückte Radfahrer. 382 Radfahrer starben an Unfall­verletzungen. Besondere Risikogruppe: Senioren. Etwa 60 Prozent der getöteten Radler waren aus der Alters­gruppe 65+. Klar: Selbst bei optimaler Ausstattung ist Fahr­radfahren gefähr­lich. Ein sicheres Fahr­rad mit guter Beleuchtung sowie ein Helm können aber oft Unfälle und schlimmere Verletzungen verhindern.

Fahr­radhelme

Laut einer Unter­suchung des Bundes­verkehrs­ministeriums trugen 2014 gerade einmal 15 Prozent aller Radfahrer Helm. Nur Kinder radeln noch deutlich häufiger mit Helm. Dabei sind sich Unfall­forscher einig, dass Helme Leben retten. Bei Helmen sind drei Dinge besonders wichtig.

  • Sicherheit. Helme müssen den Kopf vor hohen Belastungen schützen.
  • Hand­habung. Manche Helme lassen sich schwer einstellen. Das nervt beim Auf- und Abziehen und führt oft dazu, dass der Kopf­schutz zu Hause liegen bleibt.
  • Komfort. Einige Helme verursachen bei längerem Tragen Druck­stellen am Kopf.

Welche Helme wirk­lich gut sind, zeigt unser Vergleichstest Fahrradhelme. Im Test von Kinderfahrradhelmen schneiden 9 von 19 Helmen gut ab. Zwei sind gefähr­lich groß für kleine Kinder­köpfe, drei sind mit Schad­stoffen in kritischen Mengen belastet.

Video: Fahr­radhelme richtig aufsetzen

Fahr­radbeleuchtung

Haupt­ursache für Unfälle: Auto- oder Lastwagenfahrer über­sehen Radfahrer. Im Dunkeln ohne Beleuchtung zu fahren, ist verboten und vor allem lebens­gefähr­lich. Während die Dynamo-Beleuchtung lange das Nonplus­ultra war, setzen viele Radfahrer mitt­lerweile auf akku- oder batterie­betriebene Beleuchtung. Die ist seit 2013 erlaubt.

Eine weitere Entwick­lung, die den Markt völlig umge­krempelt hat, ist die LED-Technik. Diese Lampen sind oft deutlich heller als Halogen­scheinwerfer, sodass Radfahrer besser gesehen werden, unterwegs aber auch selber bessere Sicht haben. Welche Leuchten besonders viel Licht abgeben, haben unsere Kollegen von der österrei­chischen Verbraucher­zeit­schrift Konsument gemein­sam mit dem ADAC untersucht (Fahrradbeleuchtung mit Akku: Sieben von zwölf Sets im Test sind gut).

Neue Regeln: Welche Beleuchtung am Fahr­rad erlaubt ist

Im Herbst sollten Radfahrer ihre Fahr­radbeleuchtung fit für dunkle Tage machen. Die Möglich­keiten sind größer als noch vor einigen Jahren: Paragraf 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung wurde 2017 dem Stand der Technik angepasst:

Zusatz­funk­tionen. Bei Scheinwerfer und Rück­leuchte sind nun zusätzliches Fern-, Brems- und Tagfahr­licht erlaubt.

Richtungs­anzeiger. Fahr­rad­anhänger dürfen mit Blinker ausgestattet sein. Bei einspurigen Fahr­rädern bleibt das verboten. Blinkende Leuchten, die Radler am Körper tragen, sind aber legal.

Rück­leuchte. Räder ohne Schutz­bleche lassen sich nun einfacher regel­konform ausrüsten: Nur noch eine rote Schluss­leuchte muss montiert sein, der zweite Rück­strahler entfällt. Achtung: Blinken darf die Schluss­leuchte nicht.

Strom­versorgung. Neben Dynamos und wieder­aufladbaren Akkus dürfen nun auch Batterien Energie liefern.

Akku- und batterie­betriebene Fahr­radbeleuchtung lässt sich oft schnell abnehmen und wieder anbringen. Bei teuren Lampen dient das auch dem Diebstahl­schutz. Nachteil: Bei der Montage müssen Radfahrer jedes Mal aufpassen, dass andere Verkehrs­teilnehmer nicht geblendet werden.

Tipp: Stellen Sie das Licht am besten zu zweit ein. Für gemächliche Radler genügt eine Leucht­weite von 10 bis 15 Meter. Wer schnell unterwegs ist, kann bis zu 40 Meter einstellen. Die Beleuchtungs­stärke, angegeben in Lux, steht häufig auf der Verpackung. Für den Stadt­verkehr reichen 40 Lux locker.

Fahr­radhand­schuhe

Nicht so wichtig, aber zumindest bei längeren Fahrten sinn­voll: Hand­schuhe mit Pols­terung an der Griff­fläche. Sie verhindern auf längeren Touren Schwielen und verhindern bei Stürzen schmerzhafte Haut­abschürfungen an den Hand­flächen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 6195 Nutzer finden das hilfreich.