Fahr­radkauf: Welches Fahr­rad passt zu Ihnen?

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Die wichtigste Frage kann nur der Käufer selbst beant­worten: Wo und wie er fahren will. Sie entscheidet darüber, welches Fahr­rad geeignet ist, und ob der Radfahrer ausschließ­lich selbst in die Pedale tritt oder sich dabei elektromotorisch unterstützen lässt. Außerdem wichtig: Größe, Körper­proportionen und Gewicht. Mit diesen Informationen kann der Verkäufer das passende Rad finden.

Das Zusammen­spiel von Rahmen, Lenker und Sattel

Fahrrad-Tipps: Passende Rahmenhöhe ermitteln

Rahmengröße. Wichtigster Punkt und unabhängig vom Typ: Das Fahr­rad muss zum Fahrer passen. Bei der Ermitt­lung der richtigen Rahmengröße helfen Faustformeln und Erfahrungs­werte. Das Ober­rohr muss so nied­rig sein, dass der Fahrer es nicht berührt, wenn er es auf dem Boden stehend zwischen den Beinen hat. Bei Rädern ohne Ober­rohr hilft eine Holz­leiste oder ein Stück Schnur.

Lenker. Der Lenker muss mindestens so weit vom Sattel entfernt sein, dass die Beine beim Fahren auf keinen Fall an die Lenk­stange stoßen. Der Sattel muss so weit zurück, dass bei waagerecht stehenden Pedalen die Kniescheibe des Radlers exakt senkrecht über der vorderen Pedal­achse steht. Lässt sich das nicht einstellen, ist der Fahr­radrahmen zu klein.

Sitzhaltung. Wie aufrecht ein Radler sitzen möchte, ist eine Frage von Geschmack und Gewöhnung. Eine flache stark nach vorn geneigte Sitzhaltung bringt wegen des geringeren Luft­widerstands mehr Tempo und empfiehlt sich für sport­liches Radeln auf Renn­rädern, Fitness- oder Mountain­bikes. Auch wer längere Stre­cken auf einem Reise- oder Trekkingrad zurück­legt, spart so Kraft und schont den Rücken. Komfort­abler ist eine aufrechte Sitzhaltung. Bei kurzen Stre­cken mit dem Cityrad und gemütlichen Ausflügen über Land ist nichts dagegen einzuwenden. Das erfordert aber auch einen breiten, gefederten Sattel und einen hohen Lenker.

Der richtige Sattel

Apro­pos Sattel – neben einer guten Sitzhaltung ist ein passender Sitz nötig – damit der Po auch bei längeren Touren durch­hält. Die Stiftung Warentest hat letzt­mals 2013 Fahrradsättel getestet. Von den 13 Sätteln im Test sind 12 noch ohne Probleme zu bekommen, wie unsere aktuelle Markt­recherche (März 2017) ergab. Welcher Sattel für welchen Fahr­radtyp der richtige ist, erklären wir weiter unten. Für alle Sättel gilt aber: Der Po gehört auf den verbreiterten Teil der Sitz­fläche. Der Radler sitzt richtig, wenn der Sattel unter dem Po verborgen bleibt. Schaut hinten die Sattelkante hervor, sitzt der Radler zu weit vorn. Das wiederum ist ein Hinweis auf einen zu breiten Sattel.

Tipp: Selbst wer einen breiteren Po hat, sollte mal einen schmaleren Sattel ausprobieren.

So entscheiden sich die Käufer

Mehr als vier Millionen neue Fahr­räder kaufen die Deutschen pro Jahr, vor allem Trekkingräder. Viele Fahr­radtypen gibts auch mit Elektro-Unterstüt­zung.

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Fahr­radtypen: Für jeden Zweck das richtige Fahr­rad

Alle Fahr­räder haben einen Rahmen, zwei Räder, Sattel und Lenker. Das war‘s aber auch schon mit den Gemein­samkeiten. Für so ziemlich jeden Zweck gibt’s geeignete Fahr­räder.

Cityrad

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Im Fahr­radhandel laufen sie sehr gut: Knapp eine Million Cityräder verkaufen die Händler jedes Jahr – vor allen Dingen an Frauen und die „Generation 50 Plus“. City-Räder bieten eine bequeme und entspannte, eher aufrechte Sitz­position, ermöglichen mit dicken Reifen, Schutz­blechen und Gepäck­träger komfortable Fahrten durch den Alltag und gemütliche Ausflüge am Wochen­ende. City-Räder haben meist wartungs­freundliche Nabenschaltungen und fast immer eine mehr oder weniger raffinierte Federung. Das Gestühl eines Cityrades ist auf Bequemlich­keit ausgelegt – eher weich und breit. Das schließt aber längere Radtouren aus, denn die Erfahrung zeigt: Je weicher der Sattel, umso eher tut der Po weh – spätestens nach 30 Kilo­metern Strecke.

Trekkingrad

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Das Rad für alle Fälle und mit rund 1,3 Millionen Stück pro Jahr der Renner in deutschen Fahr­radläden (siehe auch unseren aktuellen Test von Trekkingrädern für Damen und Herren). Früher Tourenrad genannt, fährt sich das Trekkingrad auch in mäßigem Gelände gut, ist aber vornehmlich für die Straße gemacht. Dort ist es mit schlankem Rahmen, 28 Zoll-Rädern und mehr oder weniger schmalen Reifen erheblich flotter unterwegs als Cityräder und Mountain­bikes. Der Unter­grund sollte fest genug sein. Wer in richtig schweres Gelände fährt, kann mit Trekkingrädern leicht mal ausrutschen oder stecken bleiben. Besonders gut sind Trekkingräder für längere Touren und Reisen geeignet. Mit der passenden Schaltung sind auch steile Berge kein Problem. Der Sattel für die längeren Stre­cken ist schmaler als der fürs Cityrad, und fester. Er sollte auf jeden Fall die Sitz­knochen stützen. Ein gutes Fahr­radgeschäft hilft bei der Auswahl. Dazu muss der Sitz­knochen­abstand ermittelt werden. Wie das geht, steht in unserem Test Fahrradsättel.

All-Terrain-Bike

Eine Kreuzung aus Trekkingrad und Mountain­bike, die sich sowohl für die Straße als auch fürs Gelände eignet. Die Akku-Lichtanlage genügt den Vorschriften für den Straßenverkehr, breitere Reifen sowie der 26-Zoll-Raddurch­messer und die fein abge­stufte kurze Über­setzung sorgen für standesgemäßen Vortrieb abseits fester Wege. Steck­schutz­bleche verhindern Schmutz­streifen auf der Kleidung. Gepäck­träger sind montier­bar, gelten aber bei der Zielgruppe als uncool: Die Jugend­lichen, die solche Räder meist fahren, tragen ihre Schulsachen eher im Ruck­sack oder einer Umhängetasche. Der Sattel ist sport­lich schmal und hart. Die Räder sind eher für kurze Stre­cken gedacht – für die Fahrt zur Schule und den schnellen Sprint zum Treff­punkt am Badesee oder an der Knut­schwiese. Da spielt Komfort keine Rolle.

Mountain­bike (MTB)

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Eigentlich vor allem für Gelände- und Berg-Fahrten gebaut: Sportler heizen mit ihrem „MTB“ auf holp­rigen Wegen über waldige Hügel. Gang­schaltungen mit bis zu 30 Gängen und breitem Über­setzungs­bereich ermöglichen es, auch steile Hänge hoch zu fahren. Stock und Stein über­winden Fahrer mit grob profilierten und dicken 26-Zoll-Reifen. Seit einiger Zeit sind auch die großen 29-Zoll-Räder „in“. Die Bremsen der Wald-und-Wiesen-Räder sind meist sehr leistungs­stark. Zumindest das Vorderrad ist fast immer gefedert („Hardtail“), und bei sogenannten „Fullys“ auch das Hinterrad (siehe auch Fahrradtechnik-Special). Viele Radler mögen Mountain­bikes auch im Stadt­verkehr. Kopf­stein­pflaster, hohe Bord­steinkanten oder Straßenbahn­schienen – alles kein Problem – der Vielfahrer setzt dann aber wiederum auf schmalere Reifen. Sitzen tut der MTB-Fahrer auf einem etwas breiteren Renn­radsattel. Die größere Breite verteilt die Kräfte, die bei rauem Gelände auf den Po wirken, auf eine größere Fläche. Besonders hartgesottene Geländefahrer verzichten auf den Komfort und nutzen gleich die schmalen Renn­radsättel. Im Extremfall steht der Mountain­biker sowieso auf seinen Pedalen.

Renn­rad

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Renn­räder sind Sport­geräte: Schnell, wendig und effizient. Die Sitz­position ist flach und nach vorne gestreckt, um dem Fahrt­wind so wenig Widerstand wie möglich entgegen zu setzen. Entsprechend schmal ist der Sattel, der beim Treten mit renn­rad­üblicher hoher Tritt­frequenz nicht scheuern darf. Hart muss er sein – die Sitz­polster trägt der Renn­radfahrer in der Hose – und leicht. Was Renn­fahrer nicht vorwärts bringt, das fehlt am Rad. Dazu gehören oft auch vorgeschriebene Teile wie Klingel und Reflektoren an Rädern und Pedalen. Fürs Licht gab es lange eine Sonder­regel: Bei Renn­rädern reichte es aus, wenn der Fahrer Batterie­leuchten zum Anste­cken dabei hat. Mitt­lerweile sind statt der Dynamolichter an allen Fahr­radtypen Akku­leuchten erlaubt (Test Fahrradbeleuchtung).

Fitness­rad

Wer gern wirk­lich sport­lich unterwegs ist, ohne gleich kompromiss­los aufs Renn­rad zu setzen, ist ein Kandidat fürs Fitness­rad. Basis für Fitness­bikes ist Renn­radtechnik. Statt Renn­lenker ist jedoch eine gerade Lenk­stange montiert, die eine auch für weniger geübte Radler eine angenehme Sitz­position ermöglicht. Wer rechts und links vom Lenker noch „Hörn­chen“ montiert, hat mehrere Griff­positionen zur Auswahl. Der Sitz ist der gleiche wie beim Renn­rad. Möglichst schmal und hart. Die Sitz­polster sind in die Radelhosen einge­näht.

Faltrad

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Fahren, Falten, Verreisen. Wer häufig mit Auto, Bahn oder Flugzeug unterwegs ist und am Reiseziel nicht auf sein eigenes Rad verzichten will, ist mit einem Faltrad gut bedient. Falträder lassen sich im Hand­umdrehen auf Reisetaschenformat zusammenfalten. Möglich machen es kleine Räder und raffiniert klapp­bare Rahmen. Allerdings: Die kleine Bereifung schränkt die Vielseitig­keit ein. Außer­halb asphaltierter Straßen tun sich Fahrer und Rad schwer, und auch auf Asphalt rollen Falträder prinzipbe­dingt schlechter als Fahr­räder mit größeren Rädern. Zum Sitz: Falträder sind kompakt gebaut, entsprechend aufrecht ist die Haltung. Damit wird der Sattel breiter. Da Falträder zum einfachen Trans­port jedoch eher auf geringes Gewicht getrimmt sind und selten für längere Stre­cken genutzt werden, montieren viele Anbieter leichte Renn­radsättel. Wem das nicht gefällt, der kann sich beim Kauf ein bequemeres Gestühl anbauen lassen.

E-Bike

Fahrrad-Tipps: E-Bikes - Motor- und Akku-Typen

Alle Fahr­radtypen gibt es inzwischen auch mit Elektro-Unterstüt­zung. Energie aus dem Akku hilft dem Fahrer beim Treten. Bei zulassungs- und führer­scheinfreien E-Fahr­rädern ist bei 25 Stundenkilo­metern Geschwindig­keit Schluss mit der Motor-Unterstüt­zung. Die E-Bikes werden immer besser. Im Test 2013 fielen noch die meisten E-Bikes durch, unter anderem wegen Lenker- und Rahmenbrüchen. Ein Jahr später – 2014 – war das Ergebnis schon viel erfreulicher: Drei von zehn Modellen schafften die Note gut. Mehrere der untersuchten Modelle dieser E-Bike-Generation in der Preisklasse um 2 500 Euro haben nun dickere und stabilere Lenker. Alle sind mit gut abge­stimmten hydrau­lischen Bremsen ausgestattet. Oben­drein sind die Akkus leistungs­stärker geworden: Lag die Reich­weite im Vortest bei 25 bis 80 Kilo­meter, waren es 2014 unter gleichen Bedingungen 60 bis 100. Auch im 2016er Test schafften die Akkus der getesteten Pedelecs nicht viel mehr. Die Test­ergeb­nisse unserer beiden letzten Unter­suchungen haben wir zu einem E-Bike Test zusammengefasst. Drei von sieben guten E-Bikes aus dem 2016er Test waren im März 2017 immer noch unver­ändert erhältlich, wie unsere Markt­recherche zeigte. Geprüft haben wir Komforträder mit Tiefein­stieg. Die werden von Haus aus mit breiten, weichen Sätteln angeboten. Wer mit seinem Pedelec größere Stre­cken fahren will, sollte sich einen schmaleren, festeren Sattel gönnen. Das mindert die Gefahr eines schmerzenden Hinterteils.

Liegerad, Fatbike, Cruiser

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Das waren die wichtigsten und meist­gefragten Fahr­radtypen. Zusätzlich gibt es zahllose Varianten, Zwischen- und Misch­typen. Hier einige Beispiele.

Liegeräder. Wer die Effizienz auf die Spitze treiben will, braucht ein Liegerad. Die sind wegen des geringeren Luft­widerstands die schnellsten von Menschen­kraft angetriebenen Fahr­zeuge über­haupt. Mit strömungs­güns­tiger Voll­verkleidung schaffen gut trainierte Fahrer auf ebener Strecke 80 und mehr Stundenkilo­meter. Sogar für Sand­strand und Tief­schnee gibt’s geeignete Fahr­räder.

Fatbikes. Sogenannte Fatbikes haben Extra-dicke Reifen und kurze Über­setzungen, so dass Radler auch bei tiefem, weichem Unter­grund noch voran­kommen.

Cruiser. Wenn’s vor allem cool und stilvoll sein soll, ist vielleicht ein Cruiser richtig. Klar: Je weniger Exemplare von einem Rad produziert werden, desto teurer ist es. Spezielle Konstruktionen und edle Maßanfertigungen mit hoch­wertiger Ausstattung sind kost­spieliger als mancher Kleinwagen.

Erpro­bung

Wer noch kein Fahr­rad hatte, an dessen Abmessungen und Eigenschaften sich das neue orientieren kann, sollte unbe­dingt ausprobieren, mit welchem Rad er gut zurecht kommt. Allerdings: Eine Fünf-Minuten-Runde um den Block bringt wenig. Eine anständige Fahr­radtour sollte es schon sein. Wenn der Fahr­radhändler dafür kein Vorführ­rad zur Verfügung stellt, gibts vielleicht beim Fahr­radverleih ein hinreichend ähnliches Modell. Zu beachten: Selbst bei gründlicher Erpro­bung kann sich ein Rad mit der Zeit als unpassend erweisen. Vor allem bei flotter Fahr­weise ändern sich mit fort­schreitender Gewöhnung und Übung oft noch die Anforderungen an die Sitz­position und an den Sattel. Das Rad der Wahl sollte möglichst entwick­lungs­fähig sein und sich in jede Richtung anpassen lassen.

Technik

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Fahr­radtechnik ist im Grunde einfach, doch im Detail ausgesprochen kompliziert und heikel. Die Bezeichnungen für die wichtigsten Bauteile finden Sie in der Abbildung links. Im Special Fahrradtechnik erläutert test.de die wichtigsten Zusammenhänge und gibt einen Über­blick über Schaltungs-, Bremsen- und Federungs­typen.

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