Fahr­rad Test

Je zehn Herren- und Damen­räder waren im Test. Damen­räder flattern öfter, Herrenräder brechen früher.

Ob Radtour oder Weg zur Arbeit: Mit dem richtigen Rad macht das Fahren Spaß. Die Stiftung Warentest hat 20 Trekkingräder geprüft, und zwar jeweils die Damen- und die Herren­variante. Alle Räder sind solide mit Ketten­schaltung, LED-Licht­anlage und – bis auf zwei Ausnahmen – mit Scheibenbremsen ausgestattet (Preise: 750 bis 950 Euro). Die fahr­stabilsten Damen­räder stellen sogar einige Herrenräder in den Schatten. Nur zwei Herrenräder erzielen selbst mit Gepäck sehr gute Ergeb­nisse.

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TestFahr­rad23.05.2017
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Verkaufs­schlager Trekkingrad

5,2 Millionen Urlauber waren im vergangenen Jahr in Deutsch­land mindestens drei Tage am Stück mit dem Rad unterwegs – das sind 16 Prozent mehr als noch 2015, wie der Allgemeine Deutsche Fahr­rad Club (ADFC) in einer repräsentativen Studie ermittelt hat. Viele nutzen dafür Trekkingräder, von denen in Deutsch­land im vergangenen Jahr etwa 1,3 Millionen Stück verkauft wurden – und die damit knapp ein Drittel des Gesamt­markts ausmachten. Zielgruppe sind neben Radreisenden auch sport­lich orientierte Radfahrer, die sich nicht vor längeren Stre­cken scheuen und gern mal 30 Kilo­meter am Stück oder mehr fahren.

Fahr­rad Test

Zwanzig Herren- und Damen­räder im Test

Im Labor und auf der Straße haben erfahrene Radler und Fachleute unter anderem Anfahren, Federungs­verhalten und Schalt­verhalten in der Ebene sowie am Berg geprüft und die Fahr­stabilität der Räder mit und ohne Gepäck beur­teilt. Für unseren Test haben wir 20 Trekkingräder von zehn bedeutenden Anbietern ausge­wählt, von jedem Modell jeweils die Variante mit Trapez­rahmen (Damen­rad) beziehungs­weise Diamant­rahmen (Herrenrad). Bei den Modellen für Frauen sitzt das Ober­rohr unter dem Sattel etwa zwei bis drei Hand­breit tiefer im Rahmen im Vergleich zum Männer­rad. Damit ist es einfacher, aufs Rad zu steigen.

Probleme beim Fahren mit Gepäck

Sind Herrenräder also konstruktions­bedingt stabiler sind als Damen­varianten? Unser Test zeigt zwar, dass Herrenräder stabiler unterwegs sind als Damen­räder – vor allem mit Gepäck. Doch die steifere Rahmengeometrie führt oft zu Problemen in der Bruch­festig­keit. Und so stellen die fahr­stabilsten Damen­räder sogar einige Herrenräder in den Schatten. Nur zwei Herrenräder erzielen selbst mit Gepäck sehr gute Ergeb­nisse. Insgesamt können wir zwölf Räder empfehlen. Zwei Modelle fielen wegen Brüchen am Rahmen im Dauer­test durch.

Radeln mit Kindern

Drei Kinder und nur ein Fahr­rad? Kein Problem. Zwei kuscheln sich in den Anhänger und eins kommt in den Sitz hinter dem Fahrer. Wir haben die Kinder­sitz- und Anhängertauglich­keit für jedes Rad geprüft – jeweils mit vier verschiedenen Kupp­lungs­systemen für Anhänger sowie zwei Kinder­sitzen. Die meisten taugen gut für Sitz und Anhänger.

Fazit: Mehr Qualität für denselben Preis

In unserem letzten Test von Trekkingrädern (test 5/2009) haben wir 15 Modelle getestet und konnten nur dreimal die Note gut vergeben. Beim aktuellen Test schneiden 12 von 20 Trekkingrädern gut ab. Dabei sind die Räder mit Preisen von 750 bis 950 Euro im Schnitt sogar etwas güns­tiger als die aus dem Vorgängertest. Unser Testfazit: Der Technologie­fort­schritt vor allem bei Bremsen und Beleuchtungs­technik (Stich­wort: LED) sorgt dafür, dass Radler heute für dasselbe Geld ein besseres Fahr­rad bekommen als vor acht Jahren. Auch konstruktiv hat sich einiges getan: Schäden an Lenker oder Vorbau kamen im aktuellen Test gar nicht mehr vor. Beim Vorgängertest hatte es noch vier Lenkerbrüche und einen angerissenen Vorbau gegeben.

Nutzer­kommentare, die vor dem 23. Mai 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus test 5/2009.

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