Fahrlässige Internetanbieter Meldung

Bezahlen Sie mit Ihrem guten Namen ­ dieser Werbeslogan für Kreditkarten zeigt, wie wichtig Ihr Name ist. Im Internet werden auch Namen vergeben ­ Ihr Computer bekommt bei der Einwahl eine Zahlenkolonne, die IP-Adresse (IP: Internet Protocol) zugewiesen. Das ist der Name, unter dem Sie dann von anderen Rechnern im Netz angesprochen werden. Fatal, wenn jemand unter falschem Namen surft und womöglich Ihre IP-Adresse missbraucht. Unmöglich sagen Sie? Leider nicht.

Nur 3 von 13 geprüften Internetanbietern sind sicher: AOL, Canaletto und T-Online. Eine Quelle der Unsicherheit im Internet sind dagegen Compuserve, Cyberfun und das Microsoft Network (MSN), die nichts gegen den Missbrauch unternehmen. Unter falscher Identität im Internet zu agieren, das klappt mit einem kleinen Trick, dem so genannten IP-Spoofing (Spoof: Humbug, Schwindel). Die Folge: Der sendende Rechner ist nicht auffindbar, denn die gespoofte Adresse verweist auf einen fremden oder nicht existierenden Computer. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern die "Waffe", mit der schon 13-Jährige fremde Rechner angegriffen haben.

Beispiel: Im Namen des Opferrechners werden viele Anfragen an x-beliebige Internetadressen gesendet. Die Antworten kommen postwendend beim "Opfer" an, dessen Adresse gespooft wurde. Solche "Überflutungsangriffe" können einen Internetzugang lahm legen. Gegenwehr ist nicht möglich (Denial-of-Service-Angriff).

Ebenso heimtückisch: Durch das Spoofing mit falscher Identität versehen, startet man einen Angriff auf den Internetzugang einer Firma ­ der dem Falschen in die Schuhe geschoben wird. Es ist kein Problem, auf diese Art Geschäftskontakte zu torpedieren. Wer handelt schon mit einem Angreifer? Straflos bliebe auch die Verbreitung pornografischer oder rassistischer Inhalte, würde der Täter seine Spuren mit Spoofing verwischen.

Die "Task Force sicheres Internet" verlangt deshalb seit einem Jahr, dass Internetanbieter IP-Spoofing zu unterbinden haben. Das läge auch im Interesse der Branche selbst, sind doch vor allem feste IP-Adressen von Internet-Serviceprovidern und Onlineshops besonders gefährdet. Sie sind Ziel der Überflutungsangriffe. Getan hat sich aber herzlich wenig. Keiner kann sich selbst vor IP-Spoofing schützen. Der Gesetzgeber ist in der Pflicht und muss die Internetanbieter zum Schließen der Sicherheitslecks zwingen.

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