Neue dem "ethischen" Investment verpflichtete Aktienindizes werden seit kurzem von den Indexanbietern FTSE und Stoxx geführt. Bei FTSE ergänzen nun zwei weltweite Indizes das seit einigen Monaten bestehende FTSE-4-Good-Anbebot. Stoxx hat in Zusammenarbeit mit dem US-Anbieter Dow Jones insgesamt vier europäische "Nachhaltigkeits"-Indizes eingeführt.

Sowohl FTSE als auch Stoxx schielen auf Anleger, die beim Aktien- oder Fondskauf auf Kriterien wie Umweltschutz oder die Einhaltung sozialer Standards achten. Allerdings konzentrieren sich beide Anbieter auf große, bekannte Firmen. Ausgeschlossen werden zum Beispiel Unternehmen, die ihr Geld mit Waffen, Tabak oder Glücksspiel verdienen.

Dieses Vorgehen ist umstritten. So bezeichnete der Dachverband der Kritischen Aktionäre den FTSE4Good bei dessen Einführung als "extreme Mogelpackung". Hauptkritikpunkt: FTSE vertraue im Wesentlichen den Selbstverpflichtungen und Selbstauskünften von Unternehmen statt Daten von unabhängiger Seite heranzuziehen.

Unternehmen wie BASF, Lufthansa oder Volkswagen ­ sie sind sowohl bei FTSE als auch bei Stoxx gelistet ­ haben nach Auffassung der kritischen Aktionäre in einem ethischen Aktienindex nichts verloren. Einen weitaus strengeren Ansatz verfolgt der Naturaktienindex (NAI), in dem zum Beispiel keine Automobil- oder Chemiefirmen vertreten sind.

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