FAQ Zahn­zusatz­versicherung Special

Lohnt sich für mich eine private Zahn­zusatz­versicherung? In welchem Alter sollte ich sie abschließen? Kann ich mich noch schnell versichern, wenn mein Zahn­arzt mir eine Behand­lung nahegelegt hat? Finanztest beant­wortet die wichtigsten Fragen zum Thema Zahn­versicherung und hilft mit der Analyse Zahnzusatzversicherung, die passende Police zu finden.

Wer die Police braucht

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Für wen lohnt sich der Abschluss einer privaten Zusatz­versicherung?

Eine private Zahn­zusatz­versicherung lohnt sich für Sie vor allem dann, wenn Ihnen die von der Krankenkasse bezu­schusste Regel­versorgung nicht reicht. Wollen Sie zum Beispiel statt der vorgesehenen Metall­krone die schönere Lösung aus Keramik, kann das teuer werden. An den Zusatz­kosten beteiligt sich die Kasse nämlich nicht. Wenn Sie dagegen mit der kostengüns­tigen Stan­dard­lösung zufrieden sind, brauchen Sie nicht unbe­dingt eine Versicherung, weil Ihr Eigen­anteil dann geringer ist. Sie kann aber hilf­reich sein, falls mehrere Zähne in kurzer Zeit gemacht werden müssen.

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In welchem Alter sollte ich eine solche Versicherung abschließen. Lohnt sich das mit 59 Jahren noch?

Das kann sich für Sie lohnen, wenn Ihre Zähne noch weit­gehend in Ordnung sind. Eine solche Versicherung schließt man am besten ab, bevor größere Baustellen auftreten. Denn für Schäden, die bei Vertrags­schluss bereits da sind, zahlen die Versicherer normaler­weise nicht. Außerdem sind die Leistungen in den ersten Jahren begrenzt. Das alles spricht dafür, eine solche Versicherung am besten mit etwa Mitte 30, Anfang 40 abzu­schließen, denn statistisch gesehen wird Zahn­ersatz ab dann häufiger nötig. Ein Abschluss im frühen Jugend­alter lohnt sich dagegen eher nicht. Junge Leute zahlen sonst wahr­scheinlich zu lange Beiträge, bis sie erst­mals Leistungen brauchen. Die besten Angebote finden Sie mit unserer Analyse Zahnzusatzversicherung.

Sobald der Zahn­arzt ein Problem diagnostiziert hat, gilt die Behand­lung als begonnen. Das ist selbst dann der Fall, wenn Sie noch keinen Heil- und Kostenplan haben.

Wenn es Vorschäden gibt

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Wenn meine Zähne zwar noch in Ordnung sind, die Notwendig­keit einer Behand­lung aber absehbar ist – kann ich mich dann noch versichern?

Ich habe durch eine Krebs­erkrankung und die Strahlen­therapie bereits viele Zähne verloren. Obwohl die restlichen Zähne noch in Ordnung sind, rechne ich damit, auch diese zu verlieren. Dann kämen Kosten von 12 000 Euro für vier Implantate im Oberkiefer auf mich zu. Kann ich eine Zusatz­versicherung abschließen, um diese Kosten in einigen Jahren abzu­fangen?

Versuchen Sie es über einen Versicherungs­makler oder einen unabhängigen Versicherungs­berater, der für Sie bei mehreren Gesell­schaften anfragt. Es ist allerdings zu befürchten, dass Ihre Situation von den Versicherern als laufende Behand­lung des gesamten Kiefers angesehen wird. Dann können Sie keine Police dafür abschließen. Falls Sie bereits einen Heil- und Kostenplan haben, holen Sie noch die Meinung eines zweiten Zahn­arztes ein, um eventuell die Kosten zu senken.

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Kann man mit mehreren fehlenden Zähnen, ausgeglichen durch Implantate und Kronen noch eine Zusatz­versicherung abschließen?

Die Versicherer betrachten Brücken, Kronen oder Implantate üblicher­weise nicht als fehlende Zähne, da die Lücke ja geschlossen ist. Sie können also einen Vertrag bekommen. Wichtig ist, dass Sie im Antrag alle Fragen des Versicherers wahr­heits­gemäß beant­worten. Stellen Sie Anträge bei mehreren Versicherern gleich­zeitig, da die Gesell­schaften mit Vorschäden unterschiedlich umgehen. Von manchen erhalten Sie sogar Leistungen für die Reparatur oder den Austausch von bestehendem Zahn­ersatz.

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Die Ergo Direkt Versicherung zahlt auch bei laufenden Behand­lungen. Was ist davon zu halten?

Es gibt den Tarif ZEZ der Ergo Direkt, aus dem Sie Leistungen erhalten, wenn Sie den Vertrag inner­halb von sechs Monaten nach Behand­lungs­beginn abschließen. Das ist eine große Ausnahme, denn normaler­weise ist eine bereits laufende Behand­lung nicht mehr versicher­bar. Die Leistung ist aber begrenzt: Der Versicherer verdoppelt nur den Fest­zuschuss der Krankenkasse, beteiligt sich also an den Kosten der Regel­versorgung. Für teuren Zahn­ersatz wie Implantate nutzt das wenig. Der Beitrag ist recht hoch: Kunden ab 21 Jahren bezahlen monatlich rund 34 Euro. Außerdem gilt eine Mindest­lauf­zeit von 24 Monaten. Falls Sie also in den nächsten zwei Jahren voraus­sicht­lich nur eine oder zwei Kronen benötigen, zahlen Sie wahr­scheinlich mehr Beiträge, als Sie an Leistungen von der Versicherung bekommen.

Kosten der Zusatz-Police

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Für eine Zusatz­versicherung, die auch teure Behand­lungen über­nimmt, muss ich wohl mit 40 Euro Beitrag im Monat rechnen, oder?

Nicht unbe­dingt. Der Tarif mit den umfang­reichsten Zahn­ersatz­leistungen in unserem aktuellen Test kostete zwar für unsere 43-jährigen Modell­kunden 43 Euro im Monat. Doch das güns­tigste sehr gute Angebot lag bei 11 Euro. Vergleichen lohnt sich also, Test Zahnzusatzversicherung, Finanztest 11/2016.

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Ich bin jünger als Ihr 43-jähriger Modell­kunde. Wird die Zusatz­versicherung dann für mich güns­tiger als in Ihren Tests ausgewiesen?

In vielen Fällen ja. Wenn Sie genau wissen wollen, was für Ihr Alter die güns­tigsten Angebote sind, hilft Ihnen unsere individuelle Analyse. Analyse Zahnzusatzversicherung

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Welche Sorte Zusatz­versicherung ist für mich besser: die nach Art der Lebens­versicherung oder die nach Art der Schaden­versicherung?

Gute und güns­tige Angebote gibt es in beiden Tarif­arten. Sie sollten nach den Leistungen für Zahn­ersatz entscheiden. Der Haupt­unterschied zwischen beiden Varianten besteht in der plan­mäßigen Beitrags­entwick­lung. Während Zahn­zusatz­versicherungen nach Art der Lebens­versicherung keine alters­abhängigen Beitrags­anpassungen vorsehen, gibt es solche in der Regel bei Tarifen nach Art der Schaden­versicherung. Um die Angebote im Test Zahnzusatzversicherung besser vergleich­bar zu machen, haben wir deshalb für unseren 43-jährigen Modell­kunden einen Durch­schnitts­beitrag für den Zeitraum von 31 Jahren ermittelt, der mit dem Eintritts­beitrag der Tarife nach Art der Lebens­versicherung vergleich­bar ist.

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Beim letzten Test von Zahn­zusatz­versicherungen habe ich meinen Versicherer vermisst. Warum fehlen manche Unternehmen?

Zu Beginn eines Tests schreiben wir alle Unternehmen an, die von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht in dieser Sparte zugelassen sind, und fordern sie auf, uns detaillierte Produkt­informationen zu schi­cken. Nicht immer erhalten wir eine Rück­meldung. Das hat verschiedene Gründe: Ein Versicherer über­arbeitet zum Beispiel gerade sein Angebot, so dass es zum Veröffent­lichungs­zeit­punkt nicht mehr erhältlich, das neue zu unserem Stichtag aber noch nicht fertig ist. Andere Anbieter scheuen den Vergleich. In jedem Fall über­prüfen wir die Angaben der Versicherer und versuchen, uns fehlende Unterlagen anders zu beschaffen. Das gelingt nicht immer. Möglich ist auch, dass ein Anbieter fehlt, weil er ein Auswahl­kriterium nicht erfüllt, etwa keinen Tarif in einer Produktkategorie anbietet oder nicht für das dem Test zugrunde liegende Modell.

Wechsel in einen neuen Tarif

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Lohnt es sich für mich als 64jährigen, eine uralte Zahn­versicherung um einen zusätzlichen Tarif beim selben Versicherer zu ergänzen?

Wenn Sie bei Ihrem Versicherer in einen Tarif mit höheren Leistungen wechseln oder einen zusätzlichen Tarif­baustein abschließen, gelten nur für die neu hinzukommenden Leistungen Warte­zeiten. Für die neuen Vertrags­bestand­teile gilt Ihr heutiges Alter als Eintritts­alter, Sie müssen also dafür den Beitrag für 64-jährige Neukunden zahlen. Das kann teuer werden. Vielleicht bekommen Sie auch keinen neuen Vertrag mehr, da bei etlichen Versicherungs­gesell­schaften für Neuabschlüsse Höchst­eintritts­alter gelten. Setzen Sie sich mit Ihrem Ansprech­partner bei Ihrer Versicherung in Verbindung.

Knapp bei Kasse

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Lohnt sich eine private Zusatz­versicherung auch für Menschen, die sehr knapp bei Kasse sind?

Wahr­scheinlich eher nicht – denn die Versicherungs­beiträge müssen Sie ja auch regel­mäßig aufbringen. Stellen Sie lieber bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf einen höheren Fest­zuschuss. Wenn der Eigen­anteil an der Regel­versorgung für Sie eine unzu­mutbare Belastung ist, über­nimmt die Kasse im Rahmen der Härtefall­regelung unter Umständen die gesamten Kosten.

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Wird bei der Härtefall­regelung der Krankenkassen auch das Vermögen berück­sichtigt? Wie viel darf man haben? Muss man Konto­auszüge vorlegen?

Bei der Härtefall­regelung zählt nur das laufende Einkommen. Allerdings gehen die Kassen vom Haus­halts­brutto­einkommen aus. Wenn Sie mit jemandem zusammenleben, zählt dessen Einkommen mit. Vermögen müssen Sie hingegen nicht angeben. Den doppelten Fest­zuschuss von der Kasse erhalten Sie zum Beispiel, wenn Sie Hartz IV, Bafög oder Grund­sicherung beziehen oder wenn Ihre monatlichen Brutto­einnahmen die Grenze von 1 162 Euro für eine Einzel­person nicht über­steigen. Mit einem Angehörigen sind es 1 597,75 Euro, für jeden weiteren kommen 290,50 Euro hinzu (Zahlen für das Jahr 2016). Nehmen Sie auch Kontakt mit Ihrer Krankenkasse auf, wenn Sie gering­fügig über der Grenze liegen. Es gibt eine gleitende Härtefall­regelung, über die Sie auch dann einen höheren Zuschuss bekommen können. Die Kassen sind verpflichtet, Versicherte zu beraten und auszurechnen, auf welchen Zuschuss sie Anspruch haben.

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