FAQ Wasser­filter Antworten auf die wichtigsten Fragen

23.04.2015

Leitungs­wasser gilt als sicher und gut über­wacht. Trotzdem greifen viele Menschen zu einem kleinen Tischfilter, zum Beispiel aus Sorge um Schad­stoffe, oder um hartes Wasser weicher zu machen. Aber was leisten die Filter wirk­lich? test.de beant­wortet häufige Nutzerfragen.

Filter­funk­tion bei hartem Wasser

Machen Tischfilter hartes Wasser weich?

Alle Filter im Test enttäuschten bei der Härtereduktion. Nur ein einziges Modell bringt das 16 bis 17 Grad harte Prüf­wasser in den weichen Bereich von unter 8,4 Grad deutscher Härte, und auch das nur am Anfang der versprochenen Nutzungs­dauer. In der zweiten Hälfte der angegebenen Filter­kapazität reduziert die Kartusche die Härte kaum noch.

Welche Bedeutung hat die Härte des Wassers?

Je mehr Kalzium und Magnesium das Wasser enthält, desto höher ist der Härtegrad. Die Mineralstoffe sind lebens­notwendig und auch geschmack­lich unterscheidet sich hartes Wasser kaum von weichem. Nur im Haushalt kann ein hoher Härtegrad nerven. Er führt vor allem bei hohen Temperaturen dazu, dass Geräte wie Wasser­kocher, Kaffee- und Wasch­maschinen schnell verkalken. Enthärter, wie er in Wasch- und Spül­mitteln enthalten ist, schützen Wasch­maschinen und Geschirr­spüler vor Schäden durch hartes Wasser.

Schad­stoffe im Wasser

Können Tischfilter Schad­stoffe im Wasser beseitigen?

Ja, im Test gelingt es den meisten Filtern, den Gehalt von Schwer­metallen wie Blei und Kupfer deutlich zu senken (Wasserfilter im Test: Gut filtert keiner). Einige entfernen auch chlor­organische Stoffe, etwa Rück­stände von Pestiziden. Ein aktueller Bericht des Umwelt­bundes­amts zeigt allerdings, dass Trink­wasser in Deutsch­land fast immer einwand­frei ist und Heimfilter dementsprechend über­flüssig sind. Kommt es bei Kontrollen doch mal zu Auffälligkeiten, sind meist sogenannte coliforme Bakterien schuld. Nach dem Trink­wasser­bericht des Umwelt­bundes­amtes treten sie oft spora­disch auf und sind bei dann einge­leiteten Nach­kontrollen schon wieder verschwunden. Die meisten Tischfilter filtern Bakterien nicht verläss­lich heraus. Sowohl bei Bakterien als auch bei Metallen gilt: Das Gesund­heits­risiko für Verbraucher sinkt, wenn sie das in den Rohren stehende Wasser kurz ablaufen lassen, bis frisches kaltes Wasser nach­strömt.

Eignen sich Tischfilter gegen Nitrat?

Nicht die von uns getesteten handels­üblichen Kannenfilter (Wasserfilter im Test: Gut filtert keiner). Nitrat kann durch Über­düngung der Felder ins Grund­wasser gelangen. Wer einen Brunnen besitzt, sollte deshalb das Wasser regel­mäßig unter­suchen lassen. Im Leitungs­wasser hingegen ist Nitrat fast nie ein Problem. Wenn nötig, verdünnen Wasser­werke belastetes Wasser mit unbe­lastetem. Weniger als ein Prozent der Proben über­schreiten die Grenz­werte, so der Trink­wasser­bericht des Umwelt­bundes­amts.

Schutz vor Verkeimung

Verkeimen Filter schnell?

Das Verkeimungs­risiko ist bei den meisten Filtern gering, wenn die Kartusche regel­mäßig gewechselt und nach längerem Still­stand durch­gespült wird. Trotzdem sollten sie stets im Kühl­schrank aufbewahrt und nur mit frischem Leitungs­wasser betrieben werden.

Warum geben viele Filter Silber ab?

Silber soll verhindern, dass sich Bakterien vermehren und der Filter verkeimt. Im Test (Wasserfilter: Gut filtert keiner) landeten bis zu 15 Mikrogramm Silber pro Liter im Wasser. Ob davon beim Lang­zeit­verzehr Risiken ausgehen, ist uns nicht bekannt. Als sicher gilt: Trink­wasser ist hier­zulande so gut, dass Silber über­flüssig ist.

23.04.2015
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