FAQ Wasser­filter Special

Leitungs­wasser gilt als sicher und gut über­wacht. Trotzdem greifen viele Menschen zu einem kleinen Tischfilter, zum Beispiel aus Sorge um Schad­stoffe, oder um hartes Wasser weicher zu machen. Aber was leisten die Filter wirk­lich? test.de beant­wortet häufige Nutzerfragen.

Filter­funk­tion bei hartem Wasser

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Machen Tischfilter hartes Wasser weich?

Alle Filter im Test enttäuschten bei der Härtereduktion. Nur ein einziges Modell bringt das 16 bis 17 Grad harte Prüf­wasser in den weichen Bereich von unter 8,4 Grad deutscher Härte, und auch das nur am Anfang der versprochenen Nutzungs­dauer. In der zweiten Hälfte der angegebenen Filter­kapazität reduziert die Kartusche die Härte kaum noch.

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Welche Bedeutung hat die Härte des Wassers?

Je mehr Kalzium und Magnesium das Wasser enthält, desto höher ist der Härtegrad. Die Mineralstoffe sind lebens­notwendig und auch geschmack­lich unterscheidet sich hartes Wasser kaum von weichem. Nur im Haushalt kann ein hoher Härtegrad nerven. Er führt vor allem bei hohen Temperaturen dazu, dass Geräte wie Wasser­kocher, Kaffee- und Wasch­maschinen schnell verkalken. Enthärter, wie er in Wasch- und Spül­mitteln enthalten ist, schützen Wasch­maschinen und Geschirr­spüler vor Schäden durch hartes Wasser.

Schad­stoffe im Wasser

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Können Tischfilter Schad­stoffe im Wasser beseitigen?

Ja, im Test gelingt es den meisten Filtern, den Gehalt von Schwer­metallen wie Blei und Kupfer deutlich zu senken (Wasserfilter im Test: Gut filtert keiner). Einige entfernen auch chlor­organische Stoffe, etwa Rück­stände von Pestiziden. Ein aktueller Bericht des Umwelt­bundes­amts zeigt allerdings, dass Trink­wasser in Deutsch­land fast immer einwand­frei ist und Heimfilter dementsprechend über­flüssig sind. Kommt es bei Kontrollen doch mal zu Auffälligkeiten, sind meist sogenannte coliforme Bakterien schuld. Nach dem Trink­wasser­bericht des Umwelt­bundes­amtes treten sie oft spora­disch auf und sind bei dann einge­leiteten Nach­kontrollen schon wieder verschwunden. Die meisten Tischfilter filtern Bakterien nicht verläss­lich heraus. Sowohl bei Bakterien als auch bei Metallen gilt: Das Gesund­heits­risiko für Verbraucher sinkt, wenn sie das in den Rohren stehende Wasser kurz ablaufen lassen, bis frisches kaltes Wasser nach­strömt.

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Eignen sich Tischfilter gegen Nitrat?

Nicht die von uns getesteten handels­üblichen Kannenfilter (Wasserfilter im Test: Gut filtert keiner). Nitrat kann durch Über­düngung der Felder ins Grund­wasser gelangen. Wer einen Brunnen besitzt, sollte deshalb das Wasser regel­mäßig unter­suchen lassen. Im Leitungs­wasser hingegen ist Nitrat fast nie ein Problem. Wenn nötig, verdünnen Wasser­werke belastetes Wasser mit unbe­lastetem. Weniger als ein Prozent der Proben über­schreiten die Grenz­werte, so der Trink­wasser­bericht des Umwelt­bundes­amts.

Schutz vor Verkeimung

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Verkeimen Filter schnell?

Das Verkeimungs­risiko ist bei den meisten Filtern gering, wenn die Kartusche regel­mäßig gewechselt und nach längerem Still­stand durch­gespült wird. Trotzdem sollten sie stets im Kühl­schrank aufbewahrt und nur mit frischem Leitungs­wasser betrieben werden.

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Warum geben viele Filter Silber ab?

Silber soll verhindern, dass sich Bakterien vermehren und der Filter verkeimt. Im Test (Wasserfilter: Gut filtert keiner) landeten bis zu 15 Mikrogramm Silber pro Liter im Wasser. Ob davon beim Lang­zeit­verzehr Risiken ausgehen, ist uns nicht bekannt. Als sicher gilt: Trink­wasser ist hier­zulande so gut, dass Silber über­flüssig ist.

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