Was unterscheidet Mineral­wasser von Trink­wasser?

Natürliches Mineral­wasser

FAQ Wasser Special

Regen sickert durch verschiedenste Gesteins­schichten tief in die Erde. Sie filtern das Wasser, Mineralstoffe und Spuren­elemente lösen sich. Das Wasser sammelt sich als Mineral­wasser in einer unter­irdischen Quelle. Brunnen­betriebe fördern das Mineral­wasser zutage, aufbereiten dürfen sie es nicht – erlaubt ist lediglich, bestimmte Stoffe wie Eisen zu entfernen und Kohlensäure zuzu­setzen. Nach der Mineral- und Tafel­wasser­ver­ordnung muss Mineral­wasser aus unter­irdischen Wasser­vorkommen stammen, die vor Verunreinigungen geschützt sind. Es muss ursprüng­lich rein sein, an der Quelle abge­füllt werden, in seiner Mineral­stoff­zusammenset­zung konstant sein und eine amtliche Anerkennung haben. Mindest­gehalte an Mineralstoffen sind nicht vorgeschrieben.

Trink­wasser

FAQ Wasser Special

Trink­wasser wird zu 60 Prozent aus Grund­wasser gewonnen, zudem aus Flüssen, Seen, Talsperren und Quellen. Im Wasser­werk wird es meist aufbereitet. Je nach Stand­ort fließt es unterschiedlich zusammengesetzt aus der Leitung. Die Qualität wird so streng kontrolliert wie bei keinem anderen Lebens­mittel in Deutsch­land. Laut Umwelt­bundes­amt hält Leitungs­wasser die Vorgaben der Trink­wasser­ver­ordnung zu 99 Prozent ein. Sobald kritische Keime oder Chemikalien auffallen, müssen Wasser­werke vor dem Verzehr des Trink­wassers warnen. Nitrat aus intensiver Land­wirt­schaft belastet zwar mancher­orts das Grund­wasser, aber im Trink­wasser kommt es laut Umwelt­bundes­amt nur in Ausnahme­fällen zu Über­schreitungen – die Wasser­werke können einen Teil des Nitrats entfernen oder verschiedene Wässer miteinander mischen. Schad­stoffe wie Uran und Chrom kommen von Natur aus im Boden vor und können auch ins Trink­wasser übergehen. Die Stiftung Warentest hat 2016 exemplarisch das Leitungswasser aus 28 Städten und Gemeinden auf kritische Stoffe untersucht. Alle Wässer waren so gut, dass selbst empfindliche Menschen sie ein Leben lang bedenklos hätten trinken können. Blei, Kupfer, Nickel, Kadmium geraten in der Regel über unge­eignete Armaturen oder Rohre beim Verbraucher zu Hause hinein. Eine Recherche der Stiftung Warentest hat Ende 2013 gezeigt, dass das Trink­wasser in einigen unsanierten Altbauten in Nord- und Ostdeutsch­land noch durch Blei­rohre fließt. Bei Verdacht sollte sich der Verbraucher an das zuständige Wasser­werk oder Gesund­heits­amt wenden. Diese können in der Regel Labor­adressen für Trink­wasser­analysen nennen, die unter Umständen kostenfrei sind.

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