Interview: Keine Hormone aus PET

FAQ Wasser Special

Hormon­ähnliche Stoffe in Mineral­wasser: Ist die PET-Flasche schuld, wie Medien berichteten? Dr. Frank Welle vom Fraunhofer-Institut für Verfahrens­technik und Verpackung gibt im Interview Entwarnung.

Gehen Hormone aus PET-Flaschen ins natürliche Mineral­wasser über?

Nein, in PET sind weder Hormone noch hormon­ähnliche Substanzen, wie etwa Bisphenol A, enthalten.

Forscher der Universität Frank­furt am Main sehen das aber anders.

Ich habe Zweifel daran, dass ihre Messungen korrekt sind. Bislang haben sie keine konkrete Substanz nach­weisen können, die sich hormonell auswirkt.

Die Frank­furter belegen ihr Ergebnis auch mit Schne­cken, die sich in PET-Flaschen doppelt so schnell vermehrt hätten wie in Glasflaschen.

Mit diesem Schne­ckentest arbeitet nur die Frank­furter Gruppe. Man kann ihn nicht repro­duzieren. Weder das Bundes­institut für Risiko­bewertung noch die Über­wachungs­ämter konnten die Ergeb­nisse bestätigen.

Gehen sons­tige Substanzen aus PET ins natürliche Mineral­wasser über?

Ja, zum Beispiel Acetaldehyd – es entsteht bei der Herstellung von PET, also Poly­ethylenter­ephthalat. Acetaldehyd ist gesundheitlich unbe­denk­lich. Wandert es aber in zu großen Mengen ins Wasser, kann das chemisch-süßlich schme­cken. Große Wärme, etwa in aufgeheizten Autos, beschleunigt den Vorgang. Auch andere Stoffe wie Ethylenglykol, Terepht­halsäure oder Antimon können – in unbe­denk­lichen Mengen – ins Mineral­wasser übergehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 121 Nutzer finden das hilfreich.