FAQ Sparen für die Kinder Special

Vertrauen ist wichtig. Wer den Kindern ohne Vorbehalt größere Summen schenkt, kann seine eigene Steuerlast senken.

Kinder kosten Geld. Laut Statistischem Bundes­amt investieren Eltern bis zum 18. Geburts­tag durch­schnitt­lich 120 000 Euro in ihren Nach­wuchs. Kosten für Ausbildung oder Studium sind dabei noch nicht berück­sichtigt. Wer früh zu sparen beginnt, ist klar im Vorteil. Doch welche Strategie ist die richtige? Und wie vermeiden Familien unnötige Steuerlasten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ihre Fragen, unsere Antworten

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Zur Einschulung unserer Tochter wollen wir ein Konto auf ihren Namen einrichten, das wir selbst, aber auch andere besparen können. Geht das?

Juristisch ist das ohne weiteres möglich, solange beide Erziehungs­berechtigte der Konto­eröff­nung zustimmen und die Identität des Kindes nachgewiesen ist, etwa durch die Geburts­urkunde. Unter diesen Voraus­setzungen können Sie auch ein Depot für das Kind eröffnen, auf das Sie Ihre Wert­papiere über­tragen. Einziger Haken: Banken können selbst entscheiden, ob sie eine Konto­eröff­nung im fremden Namen zulassen – und hand­haben das sehr unterschiedlich. Während einige Institute solche Verfahren generell ablehnen, bieten andere sogar spezielle Kinder­konten an. Der Produktfinder Tagesgeld hilft Ihnen bei der Suche.

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Freunde meinen, ich könne Steuern sparen, wenn ich Geld auf den Namen meines Kindes anlege. Stimmt das?

Unter bestimmten Voraus­setzungen schon. Kinder werden steuerlich wie Erwachsene behandelt, wenn sie Einkünfte erzielen. Verdient der Nach­wuchs also weniger als den jähr­lichen Grund­frei­betrag von 9 000 Euro (ab 2018), geht der Fiskus leer aus. Da Kindern zudem der volle Sparerpausch­betrag von 801 Euro sowie der Sonder­ausgaben-Pausch­betrag von aktuell 36 Euro zustehen, bleiben insgesamt bis zu 9 837 Euro steuerfrei. So hohe Kapital­erträge werden beim aktuellen Zins­niveau erst erreicht, wenn auf einem Tages­geld­konto mehrere hundert­tausend Euro lagern. Um die Frei­beträge tatsäch­lich ausschöpfen zu können, darf nur Ihr Kind über das Geld verfügen, nicht aber Sie als Eltern. Sie sollten daher einen Schenkungs­vertrag aufsetzen, um dem Finanz­amt zu beweisen, dass Sie das Geld nicht mehr antasten und auch von den Zins­erträgen nicht profitieren. Erlaubt ist Ihnen jedoch – bis zum 18. Geburts­tag des Spröss­lings – die Verwaltung des Vermögens (siehe nächste Frage). Sie dürfen nur keinen finanziellen Nutzen ziehen.

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Konto oder Wert­papierdepot laufen auf mein Kind: Komme ich dann noch ans Ersparte heran?

Jein. Solange der Junior unter 18 ist, verwalten Sie als Erziehungs­berechtigter zwar meist sein Vermögen. Sie stehen aber teil­weise unter Aufsicht. Wollen Sie mit dem Geld zum Beispiel ein Grund­stück kaufen, muss das Familien­gericht zustimmen. Wird Ihr Spross voll­jährig und damit uneinge­schränkt geschäfts­fähig, verlieren Sie den Zugriff auf das Geld.

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Was passiert, wenn ich das Geld dennoch zurück­hole?

In diesem Fall müssen Sie die zuvor gesparten Steuern nach­zahlen, zuzüglich Zinsen. Ihren Steuer­vorteil riskieren Sie übrigens auch, wenn Sie die Schenkung an ein bestimmtes Ereignis koppeln oder verfügen, dass das Geld einem bestimmten Zweck dient. Soll das Ersparte zum Beispiel die Ausbildung finanzieren oder ein Präsent zur Voll­jährigkeit sein, gilt die Schenkung auch erst dann als voll­zogen. Sie müssen zumindest bis zum Auszahlungs­termin die Steuern selbst zahlen.

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Kann ich wenigs­tens die Kosten für Klassen­fahrten oder das Schulgeld aus dem Vermögen meines Kindes bestreiten?

Die Finanz­ämter sehen die Sache sehr eng: Wenn Eltern das Ersparte ihrer Kinder für deren Unterhalt verwenden, dann nutzen sie es aus seiner Sicht letzt­lich für sich selbst. Sie verlieren im Zweifel so auch den Steuer­vorteil.

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Drohen meinem Kind Nachteile, wenn ich auf seinen Namen spare?

Das hängt von den Summen ab. Liegen auf dem Spar­konto Ihres Spröss­lings mehr als 7 500 Euro, kann das den Anspruch auf Ausbildungs­förderung wie Bafög reduzieren oder ganz aushebeln. Zudem verhindern allzu hohe Einkünfte, dass Sie Ihr Kind kostenlos in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichern können. Es darf maximal 5 100 Euro im Jahr verdienen – sonst muss es sich selbst versichern. Erzielt der Nach­wuchs aber anstelle oder zusätzlich zum Neben­job Kapital­einkünfte, erhöht sich der Betrag um den Sparerpausch­betrag von derzeit 801 Euro. Also bis zu 5 901 Euro im Jahr, ohne die gemein­same Versicherung zu verlieren. Bei einem Minijob darf der Verdienst noch etwas höher ausfallen.

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Bekomme ich kein Kinder­geld mehr, wenn das Kind zu viel spart?

Nein, es kann Ihnen sogar helfen, wenn Ihr Kind eigenes Vermögen aufbaut. Der Grund: Kinder­geld wird höchs­tens ausgezahlt, bis der Junior 25 wird. Die Familien­kasse kann die Zahlungen schon früher einstellen, wenn das Kind Ausbildung oder Studium bereits abge­schlossen hat und mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Wenn es aber statt­dessen von den Zinsen des Ersparten leben kann und ein Zweitstudium dranhängen will, erhalten Eltern weiterhin Geld vom Staat.

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Welche Besonderheiten sind bei besonders groß­zügigen Geld­geschenken zu beachten?

Über­schreiben Angehörige ihren Kindern regel­mäßig hohe Summen, können diese Schenkungen steuer­pflichtig sein. Um unnötige Belastungen zu vermeiden, sollten Vermögende daher strategisch vorgehen und die recht groß­zügigen Frei­beträge nutzen. So dürfen Eltern ihren Kindern alle zehn Jahre bis zu 400 000 Euro steuerfrei schenken. Bei Groß­eltern beträgt das Limit im gleichen Zeitraum 200 000 Euro. Zuwendungen anderer Verwandter, etwa von einer Tante oder einem Onkel, unterfallen ab 20 000 Euro der Schenkung­steuer.

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Was gilt, wenn Eltern oder Groß­eltern zu viel verschenkt haben und ihren Lebens­unterhalt oder das Pfle­geheim nicht mehr bezahlen können?

Sobald die Rente nicht mehr reicht und kein Vermögen vorhanden ist, um die notwendigen Aufwendungen zu finanzieren, springt zunächst die Sozialkasse ein. Die holt sich das Geld aber von den Verwandten des Pflegebedürftigen zurück. Je nach Höhe des Einkommens müssen sie einen Teil der Kosten über­nehmen. Es gibt aber Frei­grenzen für den eigenen Lebens­unterhalt: Verheirateten müssen die Sozial­ämter nach aktuellem Stand ein Familien­einkommen von 3 240 Euro pro Monat lassen. Bei Ledigen bleibt ein Monats­netto von 1 800 Euro unangetastet. Inwieweit Verwandte mit ihrem Vermögen für Eltern und Groß­eltern einstehen müssen, hängt vom Einzel­fall ab. Denken Sie auch daran, dass die Sozialkasse nicht immer auto­matisch die Frei­grenzen berück­sichtigt. Sie können dann eine Neube­rechnung verlangen. Wer Fehler vermeiden will, sollte sich mit Anwalt und Steuerberater besprechen.

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