FAQ Rücken­schmerzen Special

Rücken­schmerzen zählen zu den häufigsten Gesund­heits­problemen. Ungefähr vier von fünf Deutschen kennen sie nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aus eigener Erfahrung. Besonders oft sitzt die Pein im unteren Rücken, der besonders viel Gewicht und Druck aushalten muss. Die Beschwerden sind fast immer harmlos und vorüber­gehend – können aber auch chro­nisch werden und Betroffene enorm belasten und beunruhigen. Hier beant­worten wir sieben häufige Fragen zum Thema.

Ihre Fragen, unsere Antworten

nach oben

Wodurch entstehen Rücken­schmerzen über­haupt?

Eine Verspannung, eine zu schnelle Bewegung, eine falsche Belastung: Verschiedene Reize können den Rücken strapazieren und in der Folge schmerzen lassen. Spezielle Schäden, etwa an der Wirbelsäule, finden sich dann nicht. Die Mehr­heit der Patienten leidet an solchen sogenannten nicht­spezi­fischen Rücken­schmerzen. Spezi­fische Rücken­schmerzen mit einem eindeutig nach­weisbaren Auslöser kommen hingegen nur selten vor.

Tipp: Wie Sie gesund und aufrecht durch den Tag kommen, verrät Ihnen unser Rückenbuch (192 Seiten), das Sie für 19,90 Euro im test.de-Shop erhalten.

nach oben

Welche spezi­fischen Auslöser für Rücken­schmerzen gibt es?

In vielen Fällen lässt sich das Übel auf die Band­scheiben zurück­führen. Sie sitzen wie Stoß­dämpfer zwischen den einzelnen Wirbeln und puffern sie voneinander ab, können allerdings an Elastizität verlieren. Das geschieht oft alters­abhängig. In der Folge drohen Schmerzen – vor allem, wenn innere Anteile der Band­scheiben nach außen treten und aufs Rückenmark oder daraus entspringende Nerven drücken. Auch Verletzungen, entzündliche Erkrankungen, Osteoporose oder Tumore kommen als Auslöser spezi­fischer Rücken­schmerzen infrage, wenn auch vergleichs­weise selten.

nach oben

Wann sollte man mit Rücken­schmerzen zum Arzt gehen?

Das empfiehlt sich bei sehr heftigen Beschwerden. Oder wenn sich Rücken­schmerzen trotz allgemeiner Maßnahmen nicht inner­halb weniger Tage bessern oder sogar verschlimmern. Und natürlich bei Warn­signalen für ernste Schäden. Ereignete sich zum Beispiel in jüngerer Zeit ein Unfall oder Sturz? Liegt eine bekannte Osteoporose oder eine frühere Krebs­erkrankung vor? Fühlen sich Teile des Rückens oder der Beine taub an? Gibt es plötzlich Lähmungs­erscheinungen oder Probleme mit dem Stuhlgang oder beim Wasser­lassen? Letzteres deutet sogar auf einen medizi­nischen Notfall hin.

Tipp: Wann ein Arzt­besuch nötig ist und welche Alternativen es zur Schulmedizin gibt, darauf geht unser Ratgeber Das Rückenbuch ausführ­lich ein.

nach oben

Sind aufwendige medizi­nische Unter­suchungen erforderlich?

In aller Regel nicht. Viele wichtige Informationen finden Ärzte schon allein durch gezielte Fragen zur Art der Schmerzen und zur Vorgeschichte des Patienten heraus, gefolgt von einfachen körperlichen Unter­suchungen wie dem Abtasten des Rückens. Zeigen sich dabei Warn­signale, empfehlen medizi­nische Leit­linien weitere Diagnostik wie Röntgen, Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT). Auch bei wochen­langen Beschwerden, die sich trotz Behand­lung nicht bessern, kommen die Verfahren unter Umständen infrage. Bei unspezi­fischem Rücken­schmerz ohne Warnzeichen sagen die Methoden allerdings wenig aus – und führen teil­weise sogar zu Fehl­diagnosen und -behand­lungen.

nach oben

Wie lassen sich Rücken­schmerzen behandeln?

Teils lässt sich eine konkrete Ursache der Beschwerden ausmachen und therapieren. Bei akutem unspezi­fischen Rücken­schmerz können Schmerz­mittel helfen,darunter rezept­freie Wirk­stoffe wie Ibuprofen oder Parazetamol. Ohne ärzt­lichen Rat sollten sie wegen möglicher Neben­wirkungen nur einige Tage zum Einsatz kommen. Auch Wärme tut vielen Geplagten gut. Alles, was die Not lindert, hilft. Denn es ermöglicht, trotz der Beschwerden beweglich zu bleiben – bei Rücken­schmerz die beste Medizin. Ratschläge wie „Schon dich“ oder „Leg dich ins Bett“ gelten als über­holt. Vielmehr sollten Betroffene versuchen, ihren gewohnten Aktivitäten nach­zugehen, und Bewegung einplanen – solange sie dabei nicht deutlich über die Schmerz­grenze hinaus­gehen. Möglich sind etwa Spazieren, Wandern, Radfahren, Schwimmen, Aquafitness, Pilates, Yoga oder gezieltes Rückentraining. Viel Spielraum also, um etwas Geeignetes für sich zu finden. Auch bei Band­scheiben­problemen gilt Bewegung als wichtige Maßnahme. Und viele Patienten, die bereits an chro­nischen Rücken­schmerzen leiden, bekommen als Teil der Behand­lung Übungen beim Physio­therapeuten verordnet.

nach oben

Warum ist Bewegung bei Rücken­schmerzen so hilf­reich?

Bewegung wirkt gleich auf mehreren Ebenen. Sie kräftigt die Rückenmuskeln, was Anstrengungen besser abfedert und die Wirbelsäule sowie Band­scheiben entlastet. Zudem fördert sie die Versorgung der Band­scheiben mit Nähr­stoffen, stärkt die Knochen und hilft, ein normales Körpergewicht zu behalten oder zu bekommen – befreiend für den Rücken. Nicht zuletzt verschafft Bewegung Befriedigung und Entspannung, und das wiederum macht Schmerzen oft erträglicher. Studien zufolge hilft Bewegung sogar zu verhindern, dass akute Rücken­schmerzen chro­nisch werden oder erneut auftreten. Dafür heißt es: Dranbleiben, regel­mäßig aktiv werden.

nach oben

Was kann man sonst noch gegen Rücken­schmerzen tun?

Den Alltag rückengesund gestalten. Nützlich sind etwa ein verstell­barer Büro­stuhl, bequeme Schuhe und Bewegung im Kleinen: öfter die Sitz­position wechseln, immer mal recken und stre­cken, aufstehen und herum­gehen. Das bietet dem Rücken Abwechs­lung. Langes Verharren in derselben Position hingegen stresst ihn.

Dieser Artikel ist hilfreich. 7 Nutzer finden das hilfreich.