Roll­rasen – die schnelle Alternative für alle, denen die klassische Rasensaat zu lange dauert.

Wo frisch gesäter Rasen sprießt, ist Betreten oft monate­lang tabu. Auf Roll­rasen lässt es sich schon nach kurzer Zeit lustwandeln. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Verlegen von Fertigrasen.

Rasen aussähen – der klassische Weg ist etwas für Geduldige

Rasen­samen auszusäen ist etwas für Geduldige: Erst sprießen nur einzelne Halme – bis sich eine tritt­feste Grasnarbe gebildet hat, vergehen Monate. Je kühler die Witterung, desto länger dauert es. Und der Rasen­samen muss stimmen zum Test von Rasensamen. Wer die Geduld nicht aufbringt, kann Roll­rasen verlegen. Oder von Profis ausrollen lassen. Praktisch für Familien mit Kindern, die bald toben wollen. Bekannt ist Roll­rasen zum Beispiel als Fertig-Sport­rasen in Fußball­stadien. Darum geht es hier aber nicht. Unsere Antworten gelten für Fragen zu Hausgärten:

Wie schnell nach dem Verlegen darf ich die Rasenfläche betreten?

Notfalls sofort, zum Beispiel zum Bewässern. Bedenken Sie aber, dass die dünnen Rasen­stücke recht locker auf der Erde aufliegen und noch keine echte Bodenhaftung haben. Es besteht das Risiko, dass Rasen­stücke beim Drüb­erlaufen verrutschen. Damit die Fläche wirk­lich nutz­bar ist, müssen die Wurzeln wachsen und sich genügend tief im Unter­grund verankern. Wie lange das dauert, hängt von Rasen­art, Witterung und Pflege ab. Im Ideal­fall lässt sich der Fertigrasen nach etwa zwei Wochen normal begehen. Nach rund vier Wochen sind die Wurzeln tief genug verankert, sodass Kinder schon mal rumt­oben dürfen. Schwergewichtigere Ältere sollten sich im Zweifel mit dem Kicken etwas länger zurück­halten.

Bildergalerie: Wie wird Fertig- oder Roll­rasen verlegt?

Grund­sätzlich können Gartenfreunde mit grünem Daumen ihren Fertigrasen selbst ausrollen. Beachten Sie aber, dass dazu einiges Geschick erforderlich ist und dass es ein ziemlicher Knochenjob ist – erst recht bei größeren Flächen. Viele gute Gründe sprechen daher dafür, Profis mit der Arbeit zu beauftragen. Unsere Fotogalerie zeigt am Beispiel eines Rasenweges wichtige Arbeits­schritte bei professioneller Verlegung:

Von der Rolle. Reich­liches Wässern ist anfangs ein Muss.

Roll­rasen wird meist auf einer Palette angeliefert.

Hier ist es sinn­voll, alten Boden abzu­tragen.

Humusreiche Rasen­erde soll das Wachs­tum erleichtern.

Glätten mit der Harke.

Hier entsteht ein ebener Rasenweg.

Vor dem Ausrollen wird gedüngt.

Die ersten Rasen­stücke werden verlegt.

Wichtig ist pass­genaues und lückenloses Arbeiten.

Was nicht passt, wird passend gemacht – mit dem Messer.

Die Rolle drückt den Fertigrasen an den Boden.

Gründliches Wässern ist Voraus­setzung für den Erfolg.

Was kann beim Verlegen von Roll­rasen schief gehen?

Der frisch geerntete Rasen lebt und darf nicht austrocknen. Deshalb darf er nicht lange gelagert werden. Um ihn bei Lieferung sofort – am selben Tag – anpflanzen zu können, sollte die Fläche möglichst schon an den Vortagen perfekt vorbereitet sein: auflockern, je nach Bedarf mit Sand oder Humus verbessern und einebnen. Wichtigstes Ziel beim Verlegen ist ein lückenloses Ergebnis. Daher zügig und reichlich wässern, damit die Grasstücke nicht austrocknen und schrumpfen.

Muss ich den Boden vorbereiten?

Das könnte sinn­voll sein. Hier gelten ähnliche Empfehlungen wie bei der klassischen Rasensaat. Ist der Boden verdichtet, sollten Sie ihn vorher tiefgründig lockern. Wachsen dort Wild­kräuter, die Sie loswerden wollen, müssen diese zuvor gründlich gerodet und gezupft werden – falls genügend Zeit ist, im Ideal­fall sogar mehr­fach im Abstand einiger Tage. Unebenheiten sollten Sie möglichst auch schon einige Tage zuvor ausgleichen, um nach eventuellen Setzungen noch korrigieren zu können.

Soll ich den Boden auch verbessern?

Auch diese vorherige Arbeit kann sich lohnen. Mischen Sie bei sehr sandigem Boden eine Schicht Kompost­erde unter, um den Humus­gehalt zu erhöhen. Umge­kehrt hilft bei lehmigen „bindigen“ Böden, eine mehrere Zenti­meter dicke Sand­schicht einzuarbeiten. Diese Abmagerungs­kur verhindert, dass Regen die Rasenfläche allzu leicht in eine Matsch­fläche verwandelt, die beim Betreten leicht leidet. Dünger vor dem Verlegen einharken und nicht auf den Rasen streuen, damit die Wurzeln wissen, ­wohin die Reise geht.

Was kostet der Roll­rasen?

Rasensaat zum Selbstaussäen kostet meist 30 bis 50 Euro für 100 Quadrat­meter, Roll­rasen oft mehr als das Zehnfache. Beachten Sie gegebenenfalls Kosten fürs Anliefern und Kosten für die Flächen­vorbereitung und die professionelle Verlegung.

Tipp: Kombinieren hilft sparen. Setzen Sie Roll­rasen dort ein, wo es schnell grünen soll und wo schnell ein robuster Unter­grund erwünscht ist. Auf anderen Flächen können Sie Rasen aussäen oder zum Beispiel auch eine schöne, insektenfreundliche Blumenwiese entstehen lassen.

Wie muss ich Roll­rasen wässern?

Schon beim Verlegen dürfen die Grasstücke auf keinen Fall austrocknen. Auch danach muss oft täglich beregnet werden. Wichtig ist, dass nicht nur die Grashalme feucht sind, sondern der Boden darunter. Im Laufe der Wochen können Sie Bewässerungs­intervalle nach und nach vorsichtig verlängern, damit die Wurzeln lernen, dass es sich lohnt, in die Tiefe zu wachsen. An sonnigen Stand­orten kann es sinn­voll sein, solche Rasensorten auszuwählen, die mit relativ wenig Wasser auskommen – ähnlich wie bei Rasensaat.

Woher bekomme ich Fertigrasen?

Roll­rasen wächst in land­wirt­schaftlichen Betrieben. Spezial­maschinen ernten ihn in Schichten – oft im Format 2,5 mal 0,4 Meter. Aufgerollt und auf Paletten gestapelt, gelangt das Grün zum Kunden. Wer die Ware von einem regionalen Betrieb bezieht, hat beste Chancen, dass die Gräser zum Boden passen und zügig nach Hause kommen. Achten Sie darauf, dass die Rasensorte zum Stand­ort passt. Adressen von Anbietern und weitere Infos gibts zum Beispiel beim Rollrasenverband.

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