FAQ Richtig putzen: Haus­halts­putz – hygie­nisch und umwelt­schonend

Nicht nur im Früh­jahr. Putzen muss Mann und Frau leider das ganze Jahr über.

Im Haus braut das Leben verschiedensten Schmutz zusammen. Die Stiftung Warentest erklärt, wie Sie ihn loswerden – effektiv, hygie­nisch und umwelt­schonend.

Dieses Buch hilft Zeit, Geld und Nerven sparen

Alles zum Thema Haushalt in einem Buch: Haushalt nebenbei bereitet das geballte Wissen der Test-Experten leicht und locker auf. Lästige Arbeiten wie Putzen und Waschen gehen ab sofort schneller von der Hand. Dank der Experten-Tipps verlieren sogar Flecken, Schädlinge und Schimmel ihren Schre­cken. Der Ratgeber der Stiftung Warentest hat 224 Seiten und ist für 16,90 Euro im test.de-Shop erhältlich.

Putz­mittel im Haushalt

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Wie viele Putz­mittel braucht man im Haushalt?

Vier bis fünf. In der Regel reichen vier bis fünf Reinigungs­mittel aus, um den üblichen Schmutz im Haushalt loszuwerden: ein Handgeschirrspülmittel zum Fett­lösen, ein saurer Reiniger für Kalk­schmutz und ein Allzweck- beziehungs­weise Universalreiniger für abwasch­bare Böden und Oberflächen. Außerdem sind eine Scheuermilch oder Putz­werk­zeug wie ein Schaber empfehlens­wert, um Angebranntes und Einge­branntes zu entfernen. Glasreiniger erleichtern das streifenfreie Putzen großer Fenster- und Spiegelflächen – es geht aber auch ohne sie. Die Reinigungs­fachleute der Verbraucherzentralen nennen das Hand­geschirr­spül­mittel sogar auch noch als Alternative für den Allzweck­reiniger.

Dran bleiben. Voraus­setzung dafür, dass man mit so wenigen Mitteln auskommt, ist allerdings regel­mäßiges Putzen: Entstehen hartnä­ckige Verschmut­zungen kann auch mal der Einsatz eines Kraft­reinigers notwendig sein.

Tipp: 500 saubere Expertentricks von Aufräumen über Putzen bis Waschen bietet unser Ratgeber Haushalt nebenbei.

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Wie wirken Reinigungs­mittel optimal?

Die Leistung von Reinigungs­mitteln – von Putzmitteln genauso wie von Waschmitteln – hängt von vier Faktoren ab: der chemischen Zusammenset­zung, Temperatur, Zeit und Mechanik. Den Zusammen­hang dieser vier Faktoren beschreibt der sogenannte Sinnersche Kreis. Verändert sich einer der Faktoren, müssen die anderen angepasst werden.

Das kann man sich zunutze machen: Wenn man Reinigungs­mittel länger Einwirken lässt oder beim Schrubben Mechanik einsetzt, kann man Putz­mittel spar­samer dosieren. Mit warmem Wasser löst sich Fett deutlich besser. Auch Öko-Programme funk­tionieren nach dem Prinzip des Sinnerschen Kreises: Die Temperatur wird reduziert, dafür dauern die Programme in der Regel länger.

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Was nützen Kraft­reiniger?

Für normale Verschmut­zungen reichen Allzweckreiniger, eine Scheuermilch und ein Spülmittel völlig aus – Einweichen und Mechanik verstärkt ihre Reinigungs­wirkung noch. Stoßen Sie damit bei hartnä­ckigem Fett­schmutz oder dicken Kalkrändern an Grenzen, kann der Einsatz eines aggressi­veren Kraft­reinigers sinn­voll sein.

Gezielt einsetzen. Bei ihnen gilt aber: Nur gezielt und spar­sam einsetzen. Viele Mittel greifen Oberflächen an. Säurehaltige Kraft­protze können zum Beispiel Marmor, Fugen, Fliesen, Emaille, Kupfer oder Textilien schädigen, Fett­löser können Holz und lackierte Oberflächen angreifen. Viele Kraft­reiniger können zudem die Atemwege reizen, deshalb nur in gut belüfteten Räumen anwenden.

Fenster streifenfrei putzen

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Fenster streifenfrei putzen – wie klappt das?

Abzieher machts einfacher. Zunächst Fens­terbänke und Rahmen mit einem Hand­feger von grobem Dreck befreien. Dann die Rahmen mit warmem Wasser plus Allzweckreiniger oder Spülmittel abwischen und danach trockenreiben. Fenster mit einem Lappen plus Glasreiniger oder Wasser mit Spül­mittel einwaschen und bei starker Verschmut­zung noch mal mit klarem Wasser nach­wischen. Dann Feuchtig­keit mit einem Abzieher mit Gummi­lippe abziehen – das ist vor allem bei großen Fens­terflächen optimal. Es geht aber auch mit Fens­terleder oder einem saug­fähigen, fusselfreiem Tusch. Falls notwendig Restfeuchte oder Streifen mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem sauberen Geschirr­tuch wegpolieren.
Mit festem Schuh­werk. Beim Fens­terputzen auf die eigene Sicherheit achten – im Haushalt verunglü­cken mehr Menschen als im Straßenverkehr. Tragen Sie daher rutsch­feste, den Fuß umschließende Schuhe, keine Sandalen oder Hausschuhe. Wenn Sie eine Leiter oder einen Tritt verwenden, nicht weit über den Leiterrand beugen, sondern absteigen und Stück für Stück weiterrü­cken.

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Was ist das optimale Wetter zum Fens­terputzen?

Heute scheint leicht die Sonne? Dann ist ein perfekter Tag zum Fens­terputzen. Denn Streifen und Schlieren sind gut sicht­bar und das Glas heizt sich nicht so sehr auf, die Reinigungs­lösung trocknet nicht zu schnell an. Das kann bei prallem Sonnen­schein schnell mal passieren. Bei grauem Himmel sind Streifen und nach­zupolierende Stellen kaum zu sehen.

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Fenster putzen ohne Glas­reiniger – funk­tioniert das?

Spezielle Glas­reiniger machen streifenfreies Fens­terputzen oft einfacher, denn sie sind salz­arm und enthalten Alkohole – das verhindert Schlieren- und Streifen­bildung. Es geht aber auch ohne, etwa mit ein biss­chen Spül­mittel. Dabei aber darauf achten, dass es nicht zu sehr schäumt – sonst gibt es Schmier­effekte. Aus Rück­sicht auf die Umwelt oder die Gesundheit muss niemand zwingend auf einen Glas­reiniger verzichten: In unserem jüngsten Glasreiniger-Test (2018) belasteten die Spezial­reiniger Umwelt und Gesundheit kaum mehr als ein übliches Haus­mittel aus Wasser, Geschirr­spül­mittel und Spiritus.

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Fens­terrahmen aus Kunststoff richtig reinigen?

Groben Dreck zunächst abfegen und Rahmen dann mit einem Allzweckreiniger oder Spülmittel putzen und mit einem fusselfreien Tuch trockenreiben. Hartnä­ckigere Flecken auf Kunst­stoff­rahmen kann man in der Regel mit einem Putz­schwamm entfernen. Achten Sie aber darauf, dass dieser auch für die Reinigung von Glas geeignet ist, damit nichts zerkratzt.

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Was taugen elektrische Fens­ters­auger?

Elektrische Fens­ters­auger helfen beim Fens­terputzen beim Abziehen des Schmutz­wassers – sie saugen es gleich ein. In unserem Fenstersauger-Test (2019) schafften einige Modelle eine streifenfreie Reinigung. Vor allem aber erhöhten sie für die Tester den Spaß­faktor beim Fens­terputzen.

Küche hygie­nisch reinigen

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Wie entfernt man Angebranntes von Koch­feld oder Ofen?

Schnell sein. Ist etwas überge­kocht oder angebrannt, lohnt es sich schnell zu sein: Schnell weggewischt oder mit etwas Spül­mittel einge­weicht, lassen sich die meisten Über­bleibsel des Kochens noch ohne den Einsatz spezieller Reiniger entfernen.

Schaben und Schrubben. Bei Glaskeramik-Koch­feldern können auch Schwämme oder Schaber Einsatz kommen, die den gröbsten Dreck ohne Spezial­reiniger verschwinden lassen. Der Mechanik bedienen sich auch Glaskeramikkoch­feld-Reiniger mit sogenannten Abrasiv­stoffen. In unserem Kochfeldreiniger-Test (2018) ließen einige das Koch­feld wie neu glänzen. Auch bei Gas- oder Elektroherden lässt sich mit Einwirken und mecha­nischer Reinigung hartnä­ckiger Schmutz lösen.
Auch den Backofen im noch warmen – nicht heißen – Zustand feucht auswischen, bei Bedarf mit etwas Spül­mittel. So lassen sich die meisten Über­bleibsel noch recht einfach entfernen.

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Wie oft sollte man den Kühl­schrank reinigen?

Keineswegs keimfrei. Der Kühlschrank sollte innen alle zwei bis drei Monate gründlich gereinigt werden, denn der Innenraum ist alles andere als keimfrei: Krank­heits­erreger wie Salmonellen und Listerien lauern in vielen Lebens­mitteln, zum Beispiel in Geflügel, Eierge­richten und rohem Fleisch.

Milder Reiniger reicht. Optimal für die Reinigung ist warmes Wasser mit ein wenig Spülmittel oder einem milden Allzweckreiniger. Ein Spritzer Zitronensaft reduziert unangenehme Gerüche und das Bakterien­wachs­tum. Verdünnter Essig­reiniger wirkt auch gegen Schimmelsporen, allerdings warnen Geräte­hersteller, dass die Säure das Material angreifen kann. Alle Innenwände, Schübe, Ablagen und auch Dichtungen gründlich abwischen. Zum Schluss mit einem sauberen Geschirr­tuch alles gut trockenwischen.

Regel­mäßig aussortieren. Der Ausbreitung von Keimen können Sie vorbeugen, indem Sie den Kühl­schrank­inhalt regel­mäßig kontrollieren, Verdorbenes oder Verschimmeltes schnell aussortieren (Biomüll) und Spritzer und Flecken sofort wegputzen. Verzicht­bar sind Desinfektions­reiniger – ihr Einsatz kann zu Resistenzen von Keimen gegen desinfizierende Wirk­stoffe beitragen.

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Was ist der richtige Reiniger für Küchenfronten und Arbeits­flächen?

Fronten und Flächen, auf denen sich fettiger Brat-Nebel nieder­geschlagen hat, lassen sich mit einem guten Allzweckreiniger oder einem guten Küchenreiniger putzen. Bei ihnen gilt aber: Vorsicht bei empfindlichen Materialien wie Holz. Sie können sich verfärben. Eine Alternative zu Allzweck- oder Küchen­reiniger ist ein fett­lösendes Geschirrspülmittel.

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Hand­geschirr­spül­mittel – Worin unterscheiden sich Klassik­produkte, Konzentrate, Sensitive und Öko-Spül­mittel?

Universell einsetz­bar. Handgeschirrspülmittel gelten als Universalwaffe beim Putzen. In der Küche helfen gute Mittel gegen fettigen Schmutz, auch zur Reinigung von Fens­tern und Oberflächen können sie zum Einsatz kommen. Im Handel werden unterschiedliche Formen von Hand­geschirr­spül­mitteln angeboten: Konzentrate, Sensitive, Öko-Spül­mittel und Klassik­produkte.
Wenige über­zeugen. Konzentrate enthalten im Vergleich zu den Klassikern oder Sensitiv­produkten weniger Wasser und mehr wasch­aktive Substanzen, die fett­lösenden Tenside. Im Test von 26 Handgeschirrspülmitteln (2018) reinigten sie tendenziell besser als die Konkurrenten. Sensitive Spül­mittel sind meist sehr haut­verträglich. Aber auch viele andere Produkte zeigten sich in unserer Unter­suchung ähnlich sanft zur Haut, darunter Klassiker und sogar Konzentrate. Anbieter von ökologischen Spül­mitteln setzen auf pflanzliche Inhalts­stoffe, zum Beispiel Zuckertenside. Sie schonen zwar Seen und Flüsse, wirkten im letzten Test aber kaum besser als Wasser pur.

Tipp. Ob von Hand oder in der Maschine – alle Infos zum Thema Geschirr­spülen finden Sie in unserem FAQ Geschirrspülen.

Bade­zimmer putzen

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Welche Reiniger braucht man im Bad?

Kalk braucht Säure. Im Bad ist Kalk die größte Heraus­forderung. Dafür braucht es einen sauren Badreiniger. Wenn Sie regel­mäßig putzen und nur leichte Kalk­flecken beseitigen müssen, reicht dafür die klassische Variante. Zum Reinigen trockener Fliesen, des Boden und von Oberflächen genügt ein Allzweckreiniger. Wenn sich schnell Urin­stein oder Kalk­ablagerungen im WC bilden, kann auch ein WC-Reiniger sinn­voll sein.

Vorbeugen. Generell lohnt es sich im Bad vorzubeugen: Reste von Zahnpasta, Seife und Co direkt mit klarem Wasser abspülen. Diszipliniertes Trocknen verhindert Kalk­ablagerungen: mit fusselfreiem Tuch an Wasch­becken und Armaturen, mit Abzieher und weichem Tuch in der Dusche.

Verzicht­bare Chemie. Einige Reinigungs­mittel sind hingegen verzicht­bar: Hygiene­reiniger können mit ihren desinfizierenden Wirk­stoffe Allergien auslösen und zu Keimresistenzen beitragen. Außerdem können sie die Gewässer und ihre Bewohner belasten. Verzicht­bar sind auch WC-Steine, die Duft­stoffe ins Wasser abgeben. Bei verstopften Abflüssen, erst einmal mecha­nisch mit einem Gummi­sauger – „Pömpel“ – oder einer Abfluss­spirale anrü­cken und erst wenn das nicht hilft, mit einem aggressiven Rohr- oder Abfluss­reiniger anrü­cken.

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Was hilft gegen Kalk­flecken?

Klassiker reicht oft. Bilden sich an Armaturen oder in der Keramik leichte Kalkränder und -flecken, lassen die sich oft noch mit etwas Zitrone aufweichen und dann entfernen. Da auch solche Haus­mittel Oberflächen schädigen können, empfehlen wir, diese zunächst an unauffäl­liger Stelle ausprobieren. Auch wenn die Ränder hartnä­ckiger werden, braucht es nicht unbe­dingt einen Kraft­reiniger. Unser Test von klassischen Badreinigern und Kraftreinigern fürs Bad (2016) zeigte: Oft reicht ein klassischer Badreiniger noch aus. Etwas einweichen lassen und gründlich nach­spülen. Auch ein Schaber kann vorsichtig zum Einsatz kommen.

Zitronen- statt Essig­säure. Reinigungs­fachleute raten übrigens zu sauren Badreinigern auf Basis von Zitronensäure statt flüchtigen Säuren wie Essig­säure – da diese die Raum­luft verschlechtern.

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Wie werden Fugen schonend gereinigt?

Fugen sind oft säureempfindlich, deshalb sollten sie vor der Reinigung von Fliesen im Nass­bereich mit einem sauren Badreiniger mit Wasser benetzt werden. In trockenen Bereichen von Bad und Küche, in denen kein Kalk entfernt werden muss, reicht zum Entfernen von Fett und Staub von Fliesen ein guter Allzweckreiniger oder ein Handgeschirrspülmittel. Die sind in der Regel alka­lisch und schonen so die säureempfindlichen Fugen.

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Wie entfernt man Kalk in der Dusch­kabine am besten?

Damit die Dusch­kabine lange kalk- und schimmelfrei bleibt, nach dem Duschen einen Abzieher mit Gummi­lippe verwenden oder Wände und Ecken, in denen Wasser stehen bleibt, mit einem weichen Tuch trocknen. Haben sich einmal widerspens­tigen Kalkbeläge gebildet, kann der spar­same Einsatz eines Kraft­reinigers sinn­voll sein. Zunächst Material­verträglich­keit in einer unauffäl­ligen Ecke testen, dann mit einem Putz­schwamm verteilen, einwirken lassen und anschließend gründlich nach­spülen und trockenwischen. Bei leichten Kalkrändern reicht oft auch schon ein klassischer Badreiniger aus.

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Wie lassen sich Schimmelflecken im Bad entfernen?

Bleich­mittel. Schimmel in Fugen, zum Beispiel in der Dusche, lässt sich am besten mit einem Anti-Schimmel-Mittel mit Bleich­wirkung entfernen, etwa mit Wasser­stoff­per­oxid (H2O2). Das tötet den Pilz nicht nur ab, sondern hellt auch die dunklen Pilz­strukturen im Unter­grund etwas auf. Anschließend sollten Sie die Flächen gründlich mit Scheuermilch und -bürste bearbeiten. Danach abspülen und nochmals ein Wasser­stoff­per­oxid haltiges Mittel einwirken lassen. Das Auskratzen der Fugen ist arbeits­intensiv und deshalb nur im Notfall sinn­voll. Vorbeugen lässt sich Schimmel, indem stehendes Wasser in der Dusche nach der Benut­zung schnell trockengewischt wird.

Tipp. Wer mit hartnä­ckigem Schimmel in Problemzonen wie Bad, Küche oder Keller zu kämpfen hat, findet zusätzliche Hinweise zur effektiven Bekämpfung in unsere Special Feuchte- und Schimmelprobleme sowie in den FAQ Schimmel vorbeugen und Schimmel beseitigen.

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Wie reinigt man die Toilette effektiv?

Bürste benutzen. Entfernen Sie Schmutz am besten immer sofort mit der Klobürste. Dann trocknet nichts an und es entstehen keine Gerüche. Je nach Härte des Wassers und Nutzungs­häufig­keit des Örtchens kann ein wöchentlicher, oft sogar ein monatlicher Griff zum WC-Reiniger dann ausreichen. In unserem Test von WC-Reinigern (2014) über­zeugten etliche Produkte beim Entfernen von Ablagerungen. Bei der Dosierung von WC-Reinigern gilt: Spar­sames Dosieren schont Portemonnaie und Umwelt. Mittel rund­herum unter den Schüsselrand spritzen und möglichst auch alle Seiten­flächen benetzen.

Längeres Einwirken. Die Einwirk­zeit können Sie verlängern, indem sie schnell Toiletten­papier über die konzentrierte Reinig­erlösung legen – sie bleibt dann dort „kleben“ und kann länger einwirken. Auch um Kalk und kalkhaltigen Urin­stein unter Wasser, im „Knie“, zu bekämpfen, brauchen Sie nicht unbe­dingt eine höhere Dosis. Oft reicht eine längere Einwirk­zeit. Einige Anbieter empfehlen, die saure Lösung über Nacht wirken zu lassen und dann kräftig zu bürsten

Außen putzen. Sitz und Außenseite des WC mit handels­üblichen Putzlappen säubern, die dann unter heißem Wasser ausgespült werden. Nicht vergessen: Auch den Griff der Klobürste sollten Sie so reinigen.

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Braucht es Hygiene-Reiniger für die WC-Reinigung?

Bakterien nicht gefähr­lich. Der Bakterienflora im menschlichen Stuhl ist nicht gesund­heits­gefähr­dend, deshalb ist eine Bekämpfung dieser Bakterien im WC auch nicht notwendig. Zudem belasten desinfizierende Wirk­stoffe das Abwasser. Auch wenn ein Haus­halts­mitglied eine infektiöse Darm­erkrankung hat, reicht die normale Reinigung des WC. Der Sitz und Außenflächen sollten mit einem Lappen gereinigt werden, der dann heiß gewaschen wird. Deutlich wichtiger: Hygiene beim Hände­waschen.

Tipp. Mehr zum Thema finden Sie in unserem WC-Reiniger-Test (2014).

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Worauf muss man bei der Verwendung von Chlor­reinigern achten?

Hypochlorithaltige WC- und Sanitär­reiniger dürfen nicht auf saure Reinigungs­mittel treffen, sonst kann sich giftiges Chlorgas bilden. Deshalb möglichst auf chlorhaltige Reiniger verzichten.

Flächen und Fußböden pflegend und reinigen

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Wie lässt sich Staub am besten entfernen?

Spezialfasern statt Baumwolle. Zwei bis drei Mal pro Woche sollte in Haushalten, in denen Hausstaubal­lergiker leben, Staub gewischt werden. Staubtücher aus Baumwolle schieben den Staub eher zusammen als ihn aufzunehmen. Oft fällt das wenige, was sie aufnehmen, größ­tenteils gleich wieder heraus. Besser machen es einige Produkte in unserem Test von Staubwedeln und -tüchern aus Spezialfasern (2021). Insbesondere die Tücher erwiesen sich als wahre Staub­magneten.

Von oben nach unten. Am besten ist es, von oben nach unten zu arbeiten. Sonst rieselt der Staub womöglich auf gewischte, tieferliegende Areale. Abschließend können Sie mit einem leicht angefeuchteten Tuch nach­wischen. Das bindet die letzten Staub­partikel. Mehr Infos zu dem Thema finden Sie in unserem Special Staub entfernen.

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Fegen oder Saugen – was ist besser?

Fegen wirbelt auf. Schmutz wegzufegen ist umwelt­schonend, weil nur die eigene Muskel­kraft und kein Strom verbraucht wird. Außerdem landet der Dreck im Müll und nicht im teuren Staubsaugerbeutel. Allerdings wird dabei auch viel Staub aufgewirbelt, der die Raum­luft belastet und sich auf anderen Flächen absetzt.

Effizient saugen. Effektiver, besonders bei feinem Schmutz, ist Saugen, am besten mit einem stromsparenden Gerät mit einem guten Staubrück­halte­vermögen. Zu diesem Thema bietet test.de einen fort­laufend aktualisierten Bodenstaubsauger-Test an. Es geht auch auto­matisch: In unseren Saugroboter-Test lieferten einige Modelle passable Reinigungs­ergeb­nisse ab.

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Können Mikrofasertücher Oberflächen verkratzen?

Das hängt vom Material der Fläche ab. Auf Glas passiert normaler­weise nichts, wenn das Tuch sauber ist und sich keine härteren Partikel wie Sand vom letzten Putztag darin befinden. Falls doch, kann es beim Staubwischen auch auf Glasflächen zu Schäden kommen. Auf empfindlichen Kunst­stoff­flächen können sich dagegen nach häufigerem Wischen auch mit einem sauberen, unge­eigneten Mikrofasertuch feinste Schleifspuren zeigen. Das liegt an der sehr kleinen, quasi scharfkantigen Oberfläche einiger Fasern.

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Welche Reiniger eignen sich zum Bodenwischen?

Allzweck­reiniger. Auf Fußböden sammelt sich vor allem fett- und staubhaltiger Schmutz. Das macht sie zum optimalen Einsatz­gebiet für Allzweck­reiniger. In unserem Allzweckreiniger-Test (2021) über­zeugten etliche Produkte. Die darin enthaltenen Tenside lösen Fette und sorgen dafür, dass Oberflächen besonders gut mit Wasser benetzt werden. Zu Wisch­wasser verdünnt, können sie so Böden von Fett und Staub befreien. Eine Alternative fürs Bodenwischen sind fett­lösende Handgeschirrspülmittel. Anders als viele Allzweck­reiniger enthalten diese aber oft keine Zusätze für flottes Trocknen oder Glanz­effekte.

Vorsicht bei Holz. Empfindliche Oberflächen wie geöltes Holz sollten nicht mit Allzweck­reiniger geputzt werden Verfärbungen sind möglich.

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Was heißt nebelfeucht wischen?

Empfindliche Böden wie Parkett oder Laminat sollten nur nebelfeucht gewischt werden. Nebelfeucht heißt: Der Boden muss nach drei bis fünf Minuten wieder komplett abge­trocknet sein. Dazu den Lappen sehr gut auswringen, er darf nicht mehr tropfen.

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Welche Reiniger und Pflege­mittel eignen sich für Parkett, welche für Laminat?

Für leichten Schmutz braucht es keine Reiniger, klares Wasser reicht völlig aus. Flecken von Kaffee, Ketchup oder anderen Lebens­mitteln beseitigen ehe sie antrocknen und Flüssig­keiten sofort aufwischen, damit die Nässe nicht über die Fugen eindringt.

Parkett. Bei Parkett ist ab und zu ein Schuss Parkett­pflege­mittel im Wisch­wasser sinn­voll. Sie sollen Flecken entfernen und den Parkett­boden imprägnieren. Dafür enthalten sie wasser­lösliche, rück­fettende Poly­mere und Wachse, die den versiegelten Boden mit einer dünnen Pfle­geschicht über­ziehen. Glanz kommt von allein. In einem Test von Reinigungsmitteln für Parkettböden unseres Schweizer Part­nermagazin K-Tipp (2019) gewann der Parkett­reiniger Emsal Parkett, der auch in Deutsch­land erhältlich ist. Er über­zeugte vor allem mit der Imprägnierung des Parketts.

Laminat. Für Laminat sollten diese Parkett­reiniger allerdings nicht benutzt werden; genauso wenig wie Kern- und Schmierseife oder Bohner­wachs. Diese Reinigungs­mittel können Schlieren, Flecken und unschöne Lauf­straßen auf der Kunst­harz­oberfläche hinterlassen. Für Laminat gibt es spezielle Reiniger ohne Wachs oder ein Neutral­reiniger. Generell empfiehlt es sich bei der Reinigung empfindlicher Böden auf die Hinweise der Anbieter zu achten.

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Wie pflegt man einen Parkett­boden?

Massive Parkett­böden können eine Lebens­dauer von bis zu 40 Jahren haben. Häufig sind die Böden mit Öl behandelt oder mit Lack versiegelt. Sie bleiben aber empfindlich gegen­über Kratzern und Feuchtig­keit:

Schutz vor Feuchtig­keit. Unter Zimmerpflanzen gehören deshalb unbe­dingt Untersetzer, verschüttete Flüssig­keiten sollten sofort aufgewischt werden. Außerdem reicht Staubsaugen zur Reinigung des Bodens oft schon aus. Braucht der Boden doch einmal eine gründlichere Reinigung, nur nebelfeucht wischen. Und nicht mit Mikrofasertüchern reinigen – sie saugen das Öl aus dem Boden.

Kratzer vermeiden. Steinchen und Sandkörner können dem Parkett­boden Schaden zufügen. Deswegen ist es ratsam, nicht mit Straßenschuhen über den Boden zu laufen. Auch Filz­gleiter unter Möbelfüßen schonen den Boden.

Imprägnieren. Nach und nach verliert der Boden seine Schutz­schicht. Erkenn­bar ist das, wenn der Boden Wasser­flecken schneller aufsaugt. Ab und an ist daher eine Reinigung mit einem Parkett­pflege­mittel sinn­voll. Dadurch kann die imprägnierende Schicht des Bodens wieder­aufgebaut werden.

Sicherheit, Gesundheit und Hygiene beim Putzen

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Sind antibakterielle oder desinfizierende Reiniger zu empfehlen?

Keine Schutz­wirkung. Sie sind in der Regel absolut verzicht­bar. Denn zum einen können Putz­mittel mit antibakteriellen Wirk­stoffen banale Infekte nicht verhindern. In einer amerikanischen Lang­zeitstudie über 42 Wochen gab es in den Haushalten, die mit solchen Mitteln putzten, genauso oft Husten, Schnupfen, Heiser­keit wie in denen, die normale Allzweckreiniger benutzten.

Können schaden. Zum anderen schaden „Hygiene­reiniger“ oft sogar mehr, als sie nützen. Viele ihrer Wirk­stoffe können Allergien auslösen, die Abwehr­kraft schädigen und Krank­heits­keime resistent gegen Antibiotika machen, warnen Experten. Regel­mäßiges, normales Putzen reicht für Sauber­keit völlig aus.

Händehygiene wichtiger. Viel relevanter in puncto Hygiene: Hände waschen – mindestens vor und nach dem Zubereiten des Essens sowie nach jedem Toilettengang, etwa eine halbe Minute lang mit milder Seife unter fließendem Wasser. Denn die meisten Keime werden mit den Händen über­tragen.

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Was ist beim Putzen in puncto Hygiene zu beachten?

Sinn­voll ist ein klares Farb­schema bei den Putztüchern beziehungs­weise -lappen. Eine gängige Farb­regel ist: Rot für die Toilette, Blau für Möbel, Grün für die Küche, gelb fürs Wasch­becken. Alternativ gibt es beispiels­weise auch Aufnäher für Putzlappen. Nach der Benut­zung sollten die Lappen gut ausgewaschen und getrocknet werden.

In der Küche ist es wichtig, nach dem Kochen Arbeits­flächen und Werk­zeuge gut abzu­waschen, Holz­bretter heiß abzu­spülen, abzu­bürsten und gut trocknen zu lassen. Anschließend Hände waschen. Den Kühl­schrank regel­mäßig reinigen und Verdorbenes oder Schimmeliges schnell aussortieren. Abfall­eimer häufig leeren – auch das verringert die Keimbelastung. Mehr zum Thema in unserem Special Keime in Lebensmitteln: So schützen Sie sich vor Krankmachern.

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Wie oft und wie sollte man Putz­utensilien waschen?

Tücher und Lappen nach Gebrauch gut trocknen lassen und regel­mäßig waschen: Manche Hygieniker sagen, einmal pro Woche, andere raten, nach jeder Benut­zung. Spätestens dann, wenn sie übel riechen, gehören wasch­bare Tücher in die Waschmaschine (60 Grad), Schwämme und Spülbürsten in den Geschirrspüler. Küchen­schwämme und Schwamm­tücher sollten spätestens dann entsorgt werden, wenn sie anfangen zu müffeln.

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Welche Hand­schuhe schonen die Hände beim Putzen und Spülen?

Mehr­fach verwend­bare Latexhandschuhe haben unsere Kollegen der Schweizer Verbraucher­zeit­schrift K-Tipp 2019 getestet. Sie haben zwölf innen mit Baumwolle beschichtete Haus­halts­hand­schuhe untersucht − mit ihnen gespült, sie in Fette, Lösungs­mittel und diverse Reiniger getaucht, mit einem Prüfgerät gescheuert und ihren Trage­komfort geprüft. Zwei Gute sind auch in Deutsch­land erhältlich: der sehr robuste Obi-Haus­halts­hand­schuh Soft ab 99 Cent sowie der griffige Vileda Sensitive ab 90 Cent. Gummi­hand­schuhe können durch die in ihnen enthaltenen Latexpro­teine Allergien auslösen. Im Test der Schweizer über­traf jedoch keines der zwei Produkte den Grenz­wert, der für Latex­hand­schuhe im medizi­nischen Bereich gilt.

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Welche Reiniger können die Gesundheit belasten?

Insbesondere Kraft­reiniger fürs Bad können die Schleimhäute reizen. Ist die Flasche mit einem „Ätzend“-Warn­symbol versehen, sollten Sie Ihre Augen vor Spritzern schützen – etwa mit einer Brille – und den Sprüh­nebel nicht einatmen. Tragen Sie außerdem Hand­schuhe. Setzen Sie die Sprays nur gezielt ein und möglichst bei geöff­netem Fenster. Auch Kraft­reiniger gegen Fettiges, die in der Küche zum Einsatz kommen, reizen die Schleimhäute.

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Wie bewahrt man Reinigungs­mittel sicher auf?

Viele Reinigungs­mittel haben einen „kinder­sicheren“ Verschluss. Aber mit etwas tech­nischem Geschick, „Glück“ und Ausprobieren können Neugierige die Flaschen aufbekommen. Vor allem als „ätzend“ und „reizend“ deklarierte Mittel sollten Sie nicht griff­bereit für Kinder aufbewahren, sondern besser zum Beispiel oben im Hoch­schrank. Außerdem sollten Reinigungs­mittel niemals in Lebens­mittel­behälter, Getränkeflaschen und Gläser umge­füllt werden und immer getrennt von Lebens­mitteln aufbewahrt werden.

Umwelt­schonend putzen

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Wie kann man Reinigungs­mittel spar­sam dosieren?

Flüssige Reiniger werden normaler­weise mit Wasser verdünnt. Halten Sie sich an die Dosier­anleitung und benutzen Sie Dosier­hilfen, ein ausrangiertes Milli­litermaß oder ein zuvor ausgemessenes Gefäß. Lieber stärker verdünnen und mehr­mals über den Schmutz wischen als unnötig Chemie verschwenden. Aber: Starken Schmutz gezielt mit unver­dünntem Reiniger angehen.

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Wie kann man verhindern, dass Mikro­plastik ins Wasser gelangt?

Reiniger wie Scheuermilch können Mikroplastik enthalten, ohne dass das explizit gekenn­zeichnet ist. Damit etwaiges Mikro­plastik im Müll statt im Abwasser landet, empfehlen wir: Die Mittel mit einem Küchen­papier abwischen statt mit einem Schwamm, der danach ausgespült wird.

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