FAQ Pflege­versicherung Special

Seit der Reform der gesetzlichen Pflege­versicherung haben nun mehr Menschen als früher Anspruch auf Leistungen. Trotzdem wird das Geld weiterhin nicht ausreichen, um die Kosten für die Pflege komplett zu decken. Pflegebedürftige können die Lücke mit eigenem Einkommen oder Vermögen füllen – oder mit einer Pflegezusatzversicherung vorsorgen. Ob Pfle­gegrade, Pflege­gut­achten oder Gesund­heits­prüfung: Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.

Pflegereform: Der neue Pflegebedürftig­keits­begriff

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Was ist neu in der Pflege­versicherung seit Anfang 2017?

Anstelle der bisherigen Pfle­gestufen 0 bis III gibt es nun die Pfle­gegrade 1 bis 5. Die neue Einstufung in die Pflegebedürftig­keit orientiert sich daran, wie selbst­ständig ein Mensch in seinem Alltag noch ist: Kann er allein aufstehen, sich duschen und auch seinen Tag sinn­voll strukturieren? Daraus ergibt sich der Pfle­gegrad, und dieser bestimmt, wie viele Leistungen der Pflegebedürftige erhält. Welche Leistungen es in den einzelnen Pfle­gegraden gibt, erfahren Sie in unserem großen Special zur Pflegereform. Alle Infos, Tests und Tipps zum Thema Pflege finden Sie in unserem Themenpaket Pflege.

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Werden Pflegebedürftige jetzt anders begut­achtet?

Ja. Die neue Begut­achtung schließt neben körperlichen auch psychische und geistige Beein­trächtigungen ein. Die alte Systematik berück­sichtigte vor allem körperliche Einschränkungen. Wer körperlich noch fit war, aber zum Beispiel wegen einer Demenz den Alltag nicht mehr alleine bewältigen konnte, erhielt meist keine oder nur eine nied­rige Pfle­gestufe. Das ist jetzt anders: Der Gutachter erfasst anhand von 64 Kriterien in sechs Lebens­bereichen, wie viel Unterstüt­zung jemand braucht. Wie das neue Gutachter­verfahren abläuft, lesen Sie in unserem Special zur Pflegereform.

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Wen betrifft die Pflegereform?

Der neue Pflegebedürftig­keits­begriff und die Umstellung von Pfle­gestufen auf Pfle­gegrade gelten für alle gesetzlich und privat Kranken­versicherten. Beide werden nach den neuen Begut­achtungs-Regeln in Pfle­gegrade einge­stuft. Auch die Leistungen für jeden Pfle­gegrad sind für gesetzlich und privat Versicherte dieselben.

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Wie wurden bereits pflegebedürftige Menschen in das neue System einge­ordnet?

Wer bereits eine Pfle­gestufe hatte, brauchte sich nicht erneut begut­achten zu lassen. Die Pflegekassen leiteten ihre Versicherten auto­matisch von ihrer Pfle­gestufe in einen Pfle­gegrad über:

Pfle­gestufe 0 wurde zu Pfle­gegrad 2

Pfle­gestufe 1 wurde zu Pfle­gegrad 2

Pfle­gestufe 1 mit Demenz wurde zu Pfle­gegrad 3

Pfle­gestufe 2 wurde zu Pfle­gegrad 3

Pfle­gestufe 2 mit Demenz wird zu Pfle­gegrad 4

Pfle­gestufe 3 wird zu Pfle­gegrad 4

Pfle­gestufe 3 mit Demenz oder als Härtefall wurde zu Pfle­gegrad 5.

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Bekommen alle Pflegebedürftigen seit der Reform mehr Geld?

Nein. Erhöht haben sich die Leistungen für die professionelle Pflege zu Hause in den Pfle­gegraden 1 bis 3. Außerdem haben alle, die zu Hause gepflegt werden, jetzt Anspruch auf den sogenannten Entlastungs­betrag von 125 Euro im Monat. Weniger Geld gibt es hingegen für die Pfle­gegrade 1 bis 3 im Heim.

Menschen, die schon vor der Reform mit Pfle­gestufe I oder II im Pfle­geheim lebten, haben jedoch Bestands­schutz. Das heißt, sie bekommen auch zukünftig denselben Betrag von der Pflegekasse, den sie bis 2016 in ihrer Pfle­gestufe erhalten haben. Erst bei einem Antrag auf Höher­stufung von Pflege­leistungen werden sie nach den neuen Regeln begut­achtet und einge­stuft.

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Was ist mit anderen Leistungen wie den zusätzlichen Betreuungs­leistungen und der Verhinderungs­pflege? Ändert sich hier etwas für mich?

Hier hat sich nichts geändert. Bisherige Leistungen der Pflege­versicherung wie das Recht auf Pflegeberatung, Zuschüsse für barrierefreien Umbau oder Hilfs­mittel für die Pflege gibt es weiterhin, ebenso die Verhinderungs­pflege, wenn pflegende Angehörige krank oder im Urlaub sind.

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Muss ich mir auch nach der Pflegereform noch Gedanken über die Finanzierung meiner Pflege machen?

Ja. Für eine gute Pflege durch Pfle­gekräfte zu Hause oder im Heim wird künftig viel Geld nötig sein. Vor allem, wenn es keine Hilfe von Familien­mitgliedern gibt. Die gesetzliche Pflege­versicherung über­nimmt jedoch auch weiterhin nur einen Teil der Kosten. Den anderen Teil müssen Versicherte aus eigener Tasche zahlen. Wenn Rente und Erspartes nicht reichen, leistet das Sozial­amt „Hilfe zur Pflege“. Die Behörde prüft dann, ob unter­halts­pflichtige Kinder einen Teil der Kosten über­nehmen können. Wer sichere und auch als Rentner ausreichend hohe Einkünfte hat, kann eine Pflege­zusatz­versicherung abschließen. Die Versicherer zahlen hier je nach Pfle­gegrad einen vereinbarten Betrag. Unser Themenpaket „Pflege und Versicherung“ stellt alle Möglich­keiten und Hilfen vor und liefert Tests und Tipps zur Finanzierung im Pflegefall.

Änderungen bei der privaten Pflege­zusatz­versicherung

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Was geschieht mit bestehenden Pfleg­etagegeld­versicherungen oder anderen privaten Zusatz­versicherungen für die Pflege, die sich nach den bisherigen Pfle­gestufen richteten?

Die Verträge gelten weiter. Die privaten Versicherer, deren Tarife sich auf die bisherigen Pfle­gestufen bezogen, haben ihre Verträge auf Pfle­gegrade umge­stellt. Wer schon pflegebedürftig ist und Leistungen erhält, hat eine Leistungs­garantie. Er bekommt nicht weniger als vorher.

Bei der Umstellung ihrer Pfleg­etagegeld- und Pflege­kosten­versicherungen sind die privaten Kranken­versicherer unterschiedlich vorgegangen: Einige führen denselben Tarif für alte und neue Kunden weiter,andere stellen den alten um und bieten für Neukunden einen anderen an (siehe Meldung Beitragssteigerungen bei den Pflegetagegeldtarifen).

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Haben sich die Beiträge und Leistungen in bestehenden Zusatz­versicherungen verändert?

Kunden berichteten in einer Finanztest-Leser­umfrage vor allem von erheblichen Beitrags­erhöhungen. Wie und warum Beiträge gestiegen sind, lesen Sie in unserem Special zur Beitragsanpassung 2017. Teil­weise haben sich aber auch Leistungen verändert. Beispiels­weise leisten manche Pfleg­etagegeld­tarife das für Pfle­gestufe III vereinbarte höchste Tagegeld nun erst in Pfle­gegrad 5.

Die verschiedenen Versicherungs-Typen

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Was unterscheidet die Pfleg­etagegeld­versicherung von der Pflege­kosten- und der Pflegerenten­versicherung?

Eine Pflegetagegeldversicherung lässt dem Versicherten die Wahl, wofür er im Pflegefall das Geld ausgibt. Beispiels­weise kann er damit die Nach­barin, die ihn unterstützt, genauso bezahlen wie den professionellen Pflege­dienst. Sie ist die am weitesten verbreitete private Versicherung für den Pflegefall.

Bei einer Pflegekostenversicherung verlangt der Versicherer in manchen Tarifen Nach­weise wie Rechnungen für Pflege­leistungen, die der Pflegebedürftige bezahlt hat. Für die häusliche Pflege durch Verwandte oder Freunde werden deutlich geringere Beträge gezahlt als für die professionelle Pflege durch Pfle­gekräfte. Bei der Pflegerentenversicherung zahlt der Versicherer im Pflegefall eine monatliche Rente in der vereinbarten Höhe. Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem Ausmaß der Pflegebedürftig­keit, nicht aber danach, ob jemand zu Hause oder im Heim gepflegt wird. Die Pflegerenten­versicherung etwa doppelt so teuer wie eine Pfleg­etagegeld­versicherung. Dafür können Kunden hier die Verträge beitrags­frei stellen und bekommen einen Teil ihrer einge­zahlten Beiträge zurück, falls sie kündigen müssen.

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Worauf sollte ich beim Abschluss der Pfleg­etagegeld­versicherung achten?

Wichtig ist, dass die Versicherung in ausreichender Höhe allen Pfle­gegraden leistet. Um die Pfle­gekräfte im Fall der Pflege bezahlen zu können, ist viel Geld notwendig. Ein weiterer Punkt sind die Vertrags­bedingungen. Sie geben darüber Auskunft, was der Versicherer unabhängig von der monatlichen Geldzahlung noch bietet. So ist es beispiels­weise positiv, wenn Versicherte keinen Beitrag mehr zahlen müssen, wenn sie pflegebedürftig werden – und die Leistungen selbst dann noch regel­mäßig steigen.

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Welche Tarif­arten gibt es bei der Pfleg­etagegeld­versicherung über­haupt?

Es gibt unge­förderte Tarife, staatlich geförderte Tarife („Pflege-Bahr“; siehe unten) und Kombitarife, die sich aus einem unge­förderten und einem geförderten Teil zusammensetzen. Für die geförderten Tarife erhält jeder eine Zulage von 5 Euro bei einem Mindest­beitrag von 10 Euro im Monat.

Staatlich geförderte Angebote („Pflege-Bahr“)

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Lohnt sich ein staatlich geförderter Tarif („Pflege-Bahr“)?

In der Regel nicht. Wenn Sie bereits Mitte 60 oder älter sind oder gesundheitlich ange­schlagen sind, ist dies zwar wahr­scheinlich die einzige Möglich­keit. Die Versicherer müssen in diesen Verträgen auch Kunden mit Vorerkrankungen annehmen. Doch diese Verträge sind für ältere Menschen ebenfalls nicht empfehlens­wert, da die Beiträge im Verhältnis zur Leistung relativ hoch sind. Wenn der Beitrag in Zukunft steigt, zahlt der Kunde in diesem Fall drauf, denn er muss auch im Pflegefall die Beiträge weiterzahlen. Viele Tarife sehen keine Leistungs­erhöhung im Verlauf der Jahre vor. Für ältere oder bereits erkrankte Menschen außerdem wichtig: In den ersten fünf Vertrags­jahren haben sie keinen Anspruch auf Leistungen aus dieser Versicherung.

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Was bedeutet eine Warte­zeit von 5 Jahren beim Pflege-Bahr?

Die Warte­zeit bedeutet, dass man in den ersten fünf Vertrags­jahren keine Leistungen bekommt, auch wenn man während dieser Zeit pflegebedürftig wird. In den unge­förderten Tarifen verzichten die Versicherer oft auf Warte­zeiten.

Alternativen zur Pflege­zusatz­versicherung

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Ich bin 35 Jahre alt und will selbst Vorsorge betreiben. Wie viel Geld muss ich für den Pflegefall ungefähr ansparen?

Wenn man jung ist, haben andere Themen Priorität. Erst einmal sollte man dafür sorgen, dass die Altersvorsorge, die Privathaftpflicht und die Berufsunfähigkeit abge­sichert sind. Erst wenn das Gehalt sicher ist und man weiß, dass man den Beitrag auch dauer­haft bezahlen kann, lohnt es sich, über eine Absicherung für den Pflegefall nach­zudenken. Eine individuelle Geld­anlage ist natürlich ebenfalls möglich. Das Problem ist, dass niemand im Voraus wissen kann, ob und in welchem Pfle­gegrad er pflegebedürftig wird und wie viele Jahre er dann noch leben wird. Als Anhalts­punkt kann ein Wert aus dem Pflegereport der Barmer GEK dienen. Demnach mussten Frauen vom Beginn der Pflegebedürftig­keit bis zu ihrem Tod im Durch­schnitt etwa 45 000 Euro aus eigener Tasche für ihre Pflege bezahlen. Im Einzel­fall können die Pflege­kosten jedoch auch mehrere hundert­tausend Euro betragen.

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Habe ich als über 60-Jähriger oder als chro­nisch Kranker andere Möglich­keiten, für den Pflegefall vorzusorgen?

Informieren Sie sich auch über Vorsorge für den Pflegefall ohne Versicherung: Es gibt verschiedene Wege, Rück­lagen zu bilden, auf die Sie im Pflegefall zurück­greifen können. Haben Sie Wohn­eigentum, können Sie früh­zeitig in den barrierefreien Umbau investieren. Außerdem gibt es in vielen Städten und Gemeinden Möglich­keiten der „sozialen Vorsorge“, zum Beispiel über Nach­barschafts­hilfe, Tauschringe, Kirchen­gemeinden oder Mehr­generationen-Wohn­projekte.

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Ich bin 66 Jahre alt, in Rente, erwarte keine familiäre Unterstüt­zung und kann mir keine Pfle­ge­tagegeld­versicherung leisten. Was tun?

In diesem Alter kann man sich immer noch entscheiden, wo man alt werden will. Etwa in einer Wohn­anlage, die gleich­zeitig Hilfe­leistungen anbietet oder in der Menschen wohnen, deren Konzept es ist, sich gegen­seitig zu unterstützen – unabhängig von der verwandt­schaftlichen Nähe. So können Sie vorbeugen für den Fall, dass Sie irgend­wann einmal schwächer werden und sich teure Hilfs­leistungen von außen einkaufen müssen. Auch wenn Sie pflegebedürftig werden sollten, kann dadurch so einiges abge­federt werden.

Pflege finanzieren

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Ich habe sehr wenig Geld und kann nichts fürs Alter zurück­legen. Falls ich später gepflegt werden muss, kommt die Pflege­versicherung doch trotzdem für alles auf?

Nein. Je nach Pfle­gegrad bekommen Sie Leistungen aus der Pflege­versicherung ausbezahlt. Sind Sie gesetzlich versichert, zahlt die Pflegekasse, die bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse angesiedelt ist. Sind Sie privat versichert, ist die private Pfle­gepflicht­versicherung dran. Das reicht aber meist nicht, um alle Kosten für die Pflege zu decken. Wenn Sie nichts zurück­gelegt haben, springt das Sozial­amt ein. Wenn möglich, holt es sich aber Geld von Ihren Kindern zurück.

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Ich bin Beamtin und erhalte im Pflegefall Beihilfe. Außerdem bin ich bei einem privaten Kranken­versicherer in der Pfle­gepflicht­versicherung. Brauche ich noch eine weitere Absicherung?

Auch für Sie als Beamtin ist es sinn­voll, für den Pflegefall vorzusorgen. Denn die Beihilfe deckt zusammen mit den Leistungen Ihrer Pfle­gepflicht­versicherung nur so viel ab, wie die gesetzliche Pflegekasse zum Beispiel einem Arbeitnehmer zahlen würde. Die tatsäch­lichen Kosten sind jedoch oft deutlich höher. Ein Teil der Beamten hat für den Fall einer Pflege im Heim jedoch einen Vorteil: Wenn die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und die Investitions­kosten im Pfle­geheim einen bestimmten Prozent­satz ihres Einkommens über­steigen, erhalten sie zusätzliches Geld von der Beihilfe.

Tests der Stiftung Warentest

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Gibt es einen aktuellen Test der Pflege­zusatz­versicherung?

Ja. Finanztest hat 32 Pfleg­etagegeld­versicherungen und vier Pflege­kosten­tarife untersucht. Unser Test der Pflegezusatzversicherungen zeigt, für wen sich welche Police eignet.

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Beim Test vermisse ich meinen Versicherer. Warum fehlen manche Unternehmen?

Zu Beginn eines Tests schreiben wir alle Unternehmen an, die von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht in dieser Sparte zugelassen sind, und fordern sie auf, uns detaillierte Produkt­informationen zu schi­cken. Nicht immer erhalten wir eine Rück­meldung. Das hat verschiedene Gründe: Ein Versicherer über­arbeitet zum Beispiel gerade sein Angebot, so dass es zum Veröffent­lichungs­zeit­punkt nicht mehr erhältlich, das neue zu unserem Stichtag aber noch nicht fertig ist. Andere Anbieter scheuen den Vergleich. In jedem Fall über­prüfen wir die Angaben der Versicherer und versuchen, uns fehlende Unterlagen zu beschaffen. Das gelingt nicht immer. Möglich ist auch, dass ein Anbieter fehlt, weil er ein Auswahl­kriterium nicht erfüllt, etwa keinen Tarif in einer Produktkategorie anbietet oder nicht für das dem Test zugrunde liegende Modell.

Der richtige Zeit­punkt

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In welchem Alter sollte man eine Zusatz­versicherung abschließen?

Die Frage ist nicht leicht zu beant­worten. Einer­seits gilt: Je jünger jemand ist, desto güns­tiger ist der Beitrag und desto größer ist die Chance, einen Vertrag ohne Risiko­zuschläge zu erhalten. Anderer­seits sollte sich jeder erst einmal um wichtigere Versicherungen kümmern – wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung und die Altersvorsorge. Oft ist erst mit Anfang, Mitte 50 absehbar, ob man sich eine Pflegezusatzversicherung und die in Zukunft wahr­scheinlich weiter steigenden Beiträge über Jahr­zehnte auf Dauer leisten kann. Wer den Vertrag kündigen muss, verliert damit das bis dahin gezahlte Geld und seinen Versicherungs­schutz.

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Lohnt sich für mich mit 70 Jahren noch der Abschluss einer Pflege­zusatz­versicherung?

In so einem Fall dürfte es schwierig werden, über­haupt eine Versicherung zu bekommen. Außerdem werden die Beiträge höher, je älter jemand beim Abschluss des Vertrags bereits ist. In höherem Alter sind auch gesundheitliche Probleme wahr­scheinlich, die einem Vertrag im Weg stehen können.

Leistungen

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Wie viel sollte meine Versicherung im Fall des Falles zahlen?

Die Finanztest-Experten haben den Finanzbedarf für eine professionelle, gute Pflege geschätzt und die Lücke ermittelt, die trotz Leistung der gesetzlichen Pflege­versicherung aktuell zu schließen ist. Für die Pflege zu Hause durch Pfle­gekräfte ergeben sich zum Beispiel folgende zusätzliche Kosten im Monat:

Ein weiterer Punkt, den Sie bei der Auswahl eines geeigneten Tarifes bedacht werden sollte, sind die Vertrags­bedingungen. So ist es beispiels­weise positiv, wenn der Kunde von der Beitrags­zahlung frei­gestellt ist, sobald er Leistungen aus der privaten Versicherung erhält. Sehen die Bedingungen das nicht vor, frisst der Beitrag einen Teil der Leistungen auf.

Pfle­gegrad 1125 Euro

Pfle­gegrad 2500 Euro

Pfle­gegrad 31 100 Euro

Pfle­gegrad 42 200 Euro

Pfle­gegrad 52 200 Euro

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Reichen die heute vereinbarten Leistungen auch in Zukunft aus?

Wahr­scheinlich nicht. Vom Vertrags­beginn bis zur Pflegebedürftig­keit können gut 30 und mehr Jahre vergehen. Pflege wird dann teurer sein. Wählen Sie deshalb einen Tarif mit Dynamik. Das bedeutet, Sie haben regel­mäßig die Möglich­keit Leistungen und Beiträge zu erhöhen, oder es ist ein auto­matischer Anstieg im Vertrag vorgesehen. Maßstab kann die Inflations­rate sein.

Die Gesund­heits­prüfung

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Muss ich meinen Herz­schritt­macher im Versicherungs­antrag angeben? Ist das ein Ablehnungs­grund?

Antrag­steller kommen nicht darum herum, den Herz­schritt­macher anzu­geben. Denn sie müssen im Antrag alle Fragen zu Behand­lungen, Unter­suchungen und Diagnosen beant­worten und ihre Ärzte von der Schwei­gepflicht entbinden. Für welche Krankheiten Versicherer Risiko­zuschläge verlangen und welche ein Ablehnungs­grund sind, geben sie nicht bekannt. Die Unternehmen hand­haben dies unterschiedlich. Eine Herz­krankheit wird die Suche nach einem Vertrag sicherlich erschweren. Wer eine Police haben will, sollte deshalb gleich bei mehreren Versicherern parallel sein Glück versuchen. Denn wer bereits einmal abge­lehnt wurde, muss dies in folgenden Anträgen bei anderen Versicherern angeben. Das verschlechtert die Chancen.

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Wenn ich mehrere Anträge gleich­zeitig stelle, könnte ich mehrere Verträge bekommen. Wie verhindere ich, dass ich mehr­fach Beiträge zahle?

Versicherungs­kunden haben ein Widerrufs­recht. Sie können Verträge, die sie nicht behalten möchten, inner­halb von 14 Tagen nach Erhalt der Police widerrufen.

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Kann ich mich absichern, dass die Versicherung später nicht die Leistung verweigert, weil ich eine Krankheit im Antrag nicht angegeben habe?

Leider ist uns keine Pfleg­etagegeld­versicherung bekannt, bei der die Versicherungs­gesell­schaft auf Gesund­heits­fragen verzichtet und statt­dessen eine Eingangs­unter­suchung macht. Eine hundert­prozentige Sicherheit gibt es also nicht.

Beiträge steuerlich absetzen

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Kann ich die Beiträge für eine Pflege­zusatz­versicherung von der Steuer absetzen?

Ja. Beamte, Selbst­ständige, Pensionäre und Rentner bekommen auf diese Weise einen kleinen Steuer­vorteil. Angestellte haben meist nichts davon, weil sie ihren Höchst­betrag schon durch andere Versicherungs­beiträge ausschöpfen. Seit 2010 erkennt das Finanz­amt höhere Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung an. Aber dazu gehören nur Beiträge, die zur Grund­versorgung gezahlt werden – also nur die Pfle­gepflicht­versicherung. In jedem Fall sollten die Ausgaben für die Versicherung in der Steuererklärung bei den Ausgaben für die Gesundheit angegeben werden.

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Muss ich Geld aus meiner privaten Pfleg­etagegeld­versicherung als Einkommen versteuern?

Nein. Leistungen aus Kranken- und Pflege­versicherungen sind steuerfrei.

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