FAQ Pfeffer Special

Schwarz, weiß, rot oder grün? Was zeichnet echten Pfeffer aus? Wie unterscheiden sich die einzelnen Sorten? Welche Aromen passen zu welchem Gericht? test.de gibt Antworten auf pikante Fragen.

Bunt, scharf, vielfältig

Noch Pfeffer? Ob im Gourmettempel oder zum schnellen Imbiss: Kein Restaurant, keine Küche kommt ohne den beliebten Scharfmacher aus. Frisch gemahlen verleiht die Nummer eins unter den Gewürzen selbst einfachen Gerichten eine pikante Note. Ihre Schärfe verdankt sie dem Stoff Piperin. Er steckt unter der Schale der Pfeffer­beeren, die in Rispen an bis zu zehn Meter hohen Kletter­pflanzen wachsen. Ihr bota­nischer Name: Piper nigrum. Doch nicht jedes Gewürz, das Pfeffer heißt, trägt die Bezeichnung zu Recht: Cayenne­pfeffer etwa. Er muss sich in Sachen Schärfe zwar nicht verstecken, sein feuriges Aroma verdankt er aber gemahlenen Chilischoten und dem Scharf­stoff Capsaicin – nicht etwa einer Pfeffer­beere. Was also zeichnet echten Pfeffer aus? Welche Sorten sind besonders aromatisch? Und wie setzt man sie am besten ein?

Tipp: Die Stiftung Warentest hat Pfeffer aktuell getestet. Ergebnis: Ganze Körner schneiden besser ab als bereits gemahlener Pfeffer. 7 von 20 Produkten im Test sind gut, 5 wegen der Schad­stoff­belastung mangelhaft.

Wo ist das, „wo der Pfeffer wächst“?

Deutsch­land hat 2014 rund 26 000 Tonnen Pfeffer importiert, vor allem aus Brasilien, Vietnam und Indonesien. In dem Insel­staat wachsen etwa der intensive schwarze Lampong- und der weiße Muntok-Pfeffer. Aus Indien, Heimat der als besonders wert­voll geltenden Malabar- und Tellicherry-Pfeffer, kommen geringere Mengen zu uns. Exporteure wie Kambo­dscha und Malaysia spielen in Deutsch­land nur eine Neben­rolle: Von dort stammen besondere Sorten, etwa der teure, rote Kampot-Pfeffer oder der weiße Dajak.

Was sagt die Farbe über den Pfeffer?

Sie gibt Aufschluss über Reifegrad und Verarbeitung der Beeren: Werden sie unreif geerntet und in der Sonne getrocknet, entsteht der am häufigsten verkaufte schwarze Pfeffer. Auch für den milden, frisch schme­ckenden grünen Pfeffer pflü­cken Bauern die Beeren unreif. Dann werden die Früchte gefrier­getrocknet oder in Lake einge­legt, um ihre Farbe zu erhalten. Ausgereift sind Pfeffer­beeren rot oder rotbraun; sie schme­cken dann schärfer und fruchtiger. Echter roter Pfeffer ist aber selten und teuer. Weißer Pfeffer entsteht, indem reife Beeren in Wasser einweichen, bis sich das Frucht­fleisch von den Kernen schälen lässt. Weißer Pfeffer hat weniger ätherische Öle, die Schärfe ist reiner.

Tipp: Mahlen Sie Pfeffer stets frisch. Verwenden Sie die weiße Variante in hellen Soßen. Sie harmoniert gut mit Speisen, die mit Muskatnuss gewürzt sind. Ganze grüne Pfefferkörner passen klassisch zum Steak.

Und was ist mit rosa Pfeffer?

Das Modegewürz ist kein echter Pfeffer – ebenso wenig wie Szechuan- oder Nelkenpfeffer, der auch Piment genannt wird. Die rosa Beeren sind die Früchte des Brasilia­nischen oder Perua­nischen Pfefferbaumes. Sie enthalten giftige Substanzen. „In üblichen Mengen genossen besteht aber keine Gesund­heits­gefahr“, beruhigt Matthias Melzig, Professor für Pharmazeutische Biologie an der Freien Universität Berlin. Nur Kinder sollten vorsichts­halber verzichten.

Tipp: Zerstoßen Sie rosa Pfeffer­beeren im Mörser oder mischen Sie sie in der Pfeffermühle mit schwarzem Pfeffer. Allein können sie das Mahl­werk verkleben. Ihr süßlicher Geschmack mit zarter Schärfe passt gut zu Fisch­gerichten und Schokolade.

Wann mahle ich grob, wann fein?

Das hängt davon ab, ob beim Kauen kleine Pfeffer­korn­stück­chen spür­bar sein sollen. Peter Wagner, Autor des Stiftung-Warentest-Koch­buchs Richtig scharf kochen, sagt: „Je feiner gemahlen der Pfeffer ist, desto intensiver verbindet sich sein Aroma mit dem Essen.“ Einen groben Mahl­grad empfiehlt er hingegen, wenn der Pfeffer als eigen­ständige Komponente wahr­nehm­bar sein soll – etwa bei Steak.

Tipp: Wenn Ihre Mühle nicht grob genug mahlt, können Sie einen Mörser benutzen. Zum Test Pfeffermühlen.

Was würze ich wann?

Es kommt auf die Sorte an: Manche Pfeffer verlieren an Schärfe, wenn sie mitkochen, geben dabei aber ein Grundaroma ab. Nur wenige halten hohe Temperaturen aus. Langer Pfeffer etwa behält seine spitze Schärfe in Back­ofen und Pfanne. Und die Mele­gueta-Pfeffer genannten scharfen Samen der Aframomum-Pflanze werden selbst bei sehr heißem Anbraten nicht bitter. Generell aber gilt: Die flüchtigen Aroma­stoffe echter Pfeffer­beeren, die etwa für Zitronen- oder Piniennoten verantwort­lich sind, leiden bei Hitze. Das gilt vor allem, wenn sie in gemahlener Form mitkochen.

Tipp: Geben Sie am Anfang des Koch­prozesses einige ganze Körner in die Speise und erst am Ende frisch gemahlenen Pfeffer. Würzen Sie Ihr Steak für einen richtig pfeff­rigen Geschmack nach dem Anbraten, für ein milderes Ergebnis davor.

Wie lagere ich Pfeffer am besten?

Getrock­neter Pfeffer sollte im Ganzen in einem licht­geschützten Gefäß mit Deckel trocken lagern – am besten kühl. Laut den Angaben der Anbieter in unserem aktuellen Test hält er sich zwei bis fünf Jahre. In Salzlake einge­legter grüner Pfeffer gehört in den Kühl­schrank.

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