FAQ Pantoffel-Portfolio Special

Ein Pantoffel-Portfolio ist eine lang­fristig profitable Geld­anlage, für die Anleger wenig Aufwand betreiben müssen – daher der Name. Es besteht aus einem Mix aus Aktienfonds (für die Rendite) und Rentenfonds (für die Sicherheit). Bestückt wird das Depot mit sogenannten ETF, börsen­gehandelten Indexfonds. Einmal gekauft, müssen sich Anleger kaum mehr kümmern. Ab und zu sollten sie allerdings nach­schauen, ob ihr Aktien-Renten-Mix noch stimmt.

Sie haben weitere Fragen zu ETF?

Grund­sätzliche Fragen zu ETF – wie die Fonds funk­tionieren, welche Renditen sie bringen, welche Risiken sie bergen und was man beim Kauf beachten muss – beant­worten wir in unseren FAQ ETF für Einsteiger.

Fragen zu ETF und Fonds im Allgemeinen – etwa zur Steuer, den Kosten, der passenden Anla­gestrategie und dem richtigen Timing – beant­worten wir in den FAQ Fonds und ETF. Dort erklären wir auch, wie Sie in unserer großen Fondsdatenbank geeignete Informationen finden.

Antworten auf Fragen zu ETF-Sparplänen – wie viel man monatlich dafür aufbringen muss, bei welchen Banken es die güns­tigsten Angebote gibt und worauf man sonst noch achten sollte – finden Sie in unseren FAQ ETF-Sparpläne.

Fach­begriffe erläutern wir im Detail im Glossar zu unserem Produktfinder Fonds.

Aufbau

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Wie sieht ein Basis-Pantoffel-Portfolio aus?

Die einfachste Variante besteht aus zwei Fonds, einem Aktien-ETF auf den Welt­aktien­index und einem Renten-ETF auf einen Euro-Staats­anleihen­index. Grund­sätzlich empfehlen wir lang­fristig orientierten Anlegern eine 50–50-Mischung: die eine Hälfte des Geldes geht in Aktienfonds, die andere in Rentenfonds. Wenn Sie besonders vorsichtig sind, können Sie auch 75 Prozent Ihres anzu­legenden Vermögens in den Rentenfonds stecken. Wollen Sie mehr riskieren, um mehr Rendite raus­zuholen, packen Sie dagegen den größeren Teil Ihres Geldes in den Aktienfonds.

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Welche Pantoffel-Varianten gibt es?

Sie können das Basis-Pantoffel-Portfolio leicht variieren, indem Sie statt eines Aktien-ETF auf den Welt­aktien­index einen ETF auf einen europäischen Index wählen. Außerdem können Sie Ihr Pantoffel-Portfolio auch anreichern, indem Sie einen weiteren ETF als Beimischung kaufen, zum Beispiel einen ETF auf Schwellenländer-Aktien oder auf Rohstoffe. Sieben Pantoffel-Ideen finden Sie in unserem Test Geldanlage für Bequeme: Das Pantoffel-Portfolio.

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Welchen Anteil meines Vermögens sollte ich in mein Pantoffel-Portfolio stecken?

Ihr Pantoffel-Portfolio ist für den lang­fristigen Vermögens­aufbau gedacht. Geld, das Sie nicht kurz­fristig brauchen, können Sie dort anlegen. Außerdem können Sie sich auch mit einem Sparplan ein Pantoffel-Portfolio aufbauen. Achten Sie darauf, einen Teil Ihres Geldes kurz­fristig verfügbar zu haben, um für unvor­hersehbare Ausgaben gewappnet zu sein. Wie hoch dieser Notgroschen sein sollte, bestimmen Sie selbst abhängig von Ihrer Lebens­führung. Wir empfehlen einen „Notgroschen“ in Höhe von zwei bis drei Monats­gehältern (oder -renten). Wer gerne und viel reist, kann ein biss­chen höher planen. Stehen größere Ausgaben in absehbarer Zeit bevor, etwa die Anschaffung eines neuen Autos, eine größere Reparatur am Haus, sollten Sie auch diese Beträge ohne Risiko auf Tages- oder Fest­geld­konten anlegen (Produktfinder Zinsen).

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Welchen Betrag sollte ich mindestens in einem Pantoffel-Portfolio anlegen?

Günstig wird es ab zirka 10 000 Euro. Der Betrag hängt davon ab, wie teuer Ihre Bank ist, und von der Art des Pantoffels, den Sie sich aussuchen. Wählen Sie zum Beispiel den Welt­pantoffel, der aus zwei Fonds – Aktienfonds Welt und Rentenfonds Euro – besteht, brauchen Sie weniger Geld als für einen Tigerpan­toffel, der mit drei Fonds bestückt wird – außer Aktienfonds Welt und Rentenfonds Euro kommen hier noch Schwellenländerfonds hinzu. Auch auf das Mischungs­verhältnis kommt es an. Entscheiden Sie sich für eine ausgewogene Mischung mit je der Hälfte Aktien- und Rentenfonds, fahren Sie güns­tiger, als wenn Sie sich für die Sicher­heits­variante mit einem Viertel Aktienfonds entscheiden. Als Daumen­regel gilt: Je kleiner der Anteil eines Fonds, desto stärker schlagen die Gebühren der Banken zu Buche – vor allem bei den Umschichtungen. Mehr zur passenden Anlagesumme finden Sie im Beitrag Geldanlage für Bequeme: Das Pantoffel-Portfolio.

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Wie lange sollte ich das Geld anlegen?

Planen Sie mit einer Anlagedauer von mindestens sieben, besser zehn Jahren. Mit den Aktienfonds investieren Sie in volatile Märkte und können zwischen­zeitlich auch deutlich ins Minus geraten. Auf lange Sicht bieten Aktienfonds allerdings bessere Rendite­chancen als sichere Geld­anlagen.

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Wann muss ich das Pantoffel-Depot anpassen?

Sie sollten das Depot ungefähr einmal im Jahr kontrollieren. Tatsäch­lich umschichten müssen Sie aber nur, wenn die Fonds um mehr als 20 Prozent von ihrer anfäng­lichen Gewichtung abweichen. Ein Beispiel: Wenn Sie sich für einen 50-50-Mix aus Aktien- und Rentenfonds entschieden haben, müssen Sie erst anpassen, wenn der Anteil eines Fonds im Depot über 60 Prozent steigt – oder unter 40 Prozent fällt. Es kann sein, dass das jahre­lang nicht passiert. Sollte sich an den Märkten viel getan haben – nach einem Crash oder bei neuen Höchst­ständen – sollten Sie Ihr Depot sicher­heits­halber auch zwischen­durch einmal kontrollieren. Unser Rechner hilft Ihnen dabei: Pantoffel-Portfolio: Stimmt die Mischung noch?

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Kann man ein Pantoffel-Portfolio auch mit einem Sparplan aufbauen?

Ja. Zunächst entscheiden Sie sich, wie viel Sie insgesamt sparen wollen und welcher Pantoffel-Mix Ihnen am meisten zusagt. Sparpläne auf ETF, börsen­gehandelte Indexfonds, gibt es in der Regel ab 50 Euro. Teilen Sie Ihre Sparsumme entsprechend der gewünschten Portfolio-Gewichtung auf, zum Beispiel 50 Prozent in Aktien- und 50 Prozent in Rentenfonds. Dann schließen Sie einen Sparplan auf einen Aktien-ETF ab und einen auf einen Anleihen-ETF. Um die Gewichtung anzu­passen, lenken Sie einfach nur die Sparrate um. Wenn etwa die Aktienmärkte stark steigen und der Aktien­anteil zu groß wird, dann setzen Sie die monatlichen Zahlungen in den Aktienfonds aus und zahlen Ihre gesamte Sparrate in den Rentenfonds ein. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie eine güns­tige Bank finden, die gute Sparplan­konditionen und möglichst auch ein kostenloses Wert­papierdepot bietet.

Kauf

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Kann ich ein Pantoffel-Portfolio bei der Stiftung Warentest kaufen?

Nein, die Stiftung Warentest verkauft keine Fonds. Wir helfen Ihnen aber dabei zu entscheiden, welche Fonds Sie wie und wo am besten kaufen. Die Stiftung Warentest hat die Idee für das Pantoffel-Portfolio wie eine Art Koch­rezept entwickelt. Das Gericht müssen Sie allerdings selbst zubereiten.

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Wo kann ich die Pantoffel­fonds bekommen?

Die Fonds, so genannte ETF, bekommen Sie bei jeder Bank, sie werden über die Börse gekauft – ähnlich wie Aktien. Entweder Sie sagen Ihrem Berater, welchen Fonds er für Sie kaufen soll und nennen ihm die Kenn­nummer (Isin oder WKN). Oder Sie kaufen selber online. Online ist meist güns­tiger, allerdings wäre es gut, wenn Sie schon ein wenig Erfahrung mit Online­banking oder Wert­papierkäufen hätten. Für Ihren Pantoffel brauchen Sie außerdem ein Depot. Wo Sie ein güns­tiges Depot eröffnen können, können Sie im Test Wertpapierdepot: Mit einem Umzug hunderte Euro sparen nach­lesen.

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Ich wollte mir ein Pantoffel-Portfolio bauen. Meine Bank bietet angeblich keine ETF an. Was kann ich tun?

Da Sie die ETF über die Börse kaufen, hängt es nicht von der Bank ab, ob Sie die Fonds bekommen. Manchmal wollen die Berater vor Ort lieber aktiv gemanagte Fonds verkaufen statt ETF, weil sie an denen mehr verdienen. Dass ein ETF nicht zu bekommen sei, ist aber eine Ausrede. Nur bei Sparplänen kann es tatsäch­lich so sein, dass Sie diese bei verschiedenen Banken nicht bekommen können. Sparpläne werden nicht über die Börse gekauft, das wäre zu teuer. Bei einigen Fonds, die in früheren Beiträgen genannt wurden, hat sich zwischen­zeitlich außerdem die Isin geändert, die interna­tionale Wert­papierkenn­nummer. Beispiels­weise beim ETF von iShares auf den MSCI World (Isin alt: DE 000 A0H GZR 1). Sie lautet jetzt IE 00B 0M6 2Q5 8. Der iShares MSCI Emerging Markets Ucits ETF (LU 025 409 744 6) wurde mit dem neuen iShares Core MSCI Emerging Markets IMI Ucits ETF zusammengelegt. Alle fürs Pantoffel-Portfolio geeigneten markt­typischen ETF finden Sie in unserem Produktfinder Fonds.

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Welche ETF genau sind für das Pantoffel-Portfolio geeignet?

Für das Pantoffel-Portfolio wählen Sie markt­typische ETF, die von uns als „1. Wahl“ einge­stuft werden. Welche Fonds das sind, erfahren Sie mithilfe unseres Produktfinder Fonds. Lassen Sie sich alle Ergeb­nisse anzeigen und filtern Sie diese dann unter „Finanztest-Bewertung“ nach „1. Wahl“. Anschließend können Sie unter „Fonds­gruppen“ die Auswahl weiter einengen, zum Beispiel auf „Aktienfonds Welt“ oder „Rentenfonds Staats­anleihen Welt (Euro)“ und „Rentenfonds Welt (Euro)“.

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Es gibt mehrere markt­typische ETF in der Gruppe Aktienfonds Welt mit der Bewertung 1. Wahl. Welchen soll ich nehmen?

Sie können prinzipiell jeden dieser Fonds für Ihr Pantoffel-Portfolio wählen, von der Wert­entwick­lung unterscheiden sie sich nicht nennens­wert. Es gibt allerdings Unterschiede zum Beispiel im Hinblick auf die Handel­barkeit, die Art der Index­nach­bildung und die Ertrags­verwendung. Wollen Sie möglichst wenig Aufwand mit der Wieder­anlage von laufenden Erträgen, wählen Sie besser einen thesaurierenden Fonds. Wollen Sie möglichst wenig Aufwand mit der Steuererklärung beim Verkauf, wählen Sie einen deutschen Fonds oder einen ausländischen ausschüttenden Fonds. Für Steuerfüchse geeignet sind auch thesaurierende Swap-ETF. Ist Ihnen wichtig, dass der Fonds tatsäch­lich die gleichen Titel wie der Index hält, gucken Sie nach physisch replizierenden Fonds. Aber lassen Sie sich von dieser Auswahl nicht abschre­cken. Wenn Ihnen das alles zu kompliziert ist oder Sie sich nicht entscheiden können, dann nehmen Sie einfach irgend­einen: siehe oben.

Timing

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Ist der Einstieg in Zeiten hoher Aktien­kurse sinn­voll?

Falls Sie Angst vor Einbrüchen am Aktienmarkt haben, sollten Sie sich an einem defensiven Pantoffel orientieren. Oder Sie bauen den Aktien­teil über mehrere Monate gestreckt auf. Wir können Ihnen allerdings nicht anhand der vergangenen Kurs­entwick­lung sagen, ob demnächst ein Einbruch kommen wird oder nicht. Mit Kurs­korrekturen und Trend­wechseln müssen Anleger immer rechnen. Prognosen über die Entwick­lung der Märkte gibt die Stiftung Warentest nicht – aber folgenden Rat: Betrachten Sie eine Aktien­anlage immer als eine lang­fristige Geld­anlage.

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Wann soll ich am besten mit einem Sparplan beginnen?

Einen Sparplan können Sie zu jeder Zeit abschließen.

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Sollte ich den Aktien­anteil aufstocken, wenn es an den Aktienmärkten gut läuft. Was raten Sie?

Wenn es an den Aktienmärkten besser läuft als an den Anleihenmärkten, erhöht sich auto­matisch der Aktien­anteil in Ihrem Depot. Die Idee hinter den Portfolios ist, anti­zyklisch zu investieren, das heißt: Wenn es gut läuft, kaufen Sie eben nicht zusätzlich nach. Im Gegen­teil: Wenn nach starken Kurs­anstiegen die Aufteilung Ihres Portfolios aus den Fugen geraten ist, sollten Sie den Aktien­anteil verringern. Sonst wird Ihr Risiko immer größer. Sie sollten also eher einen Teil des Geldes, das im Aktienfonds steckt, in den Rentenfonds umschichten. Unser Rechner hilft Ihnen dabei: Pantoffel-Portfolio: Stimmt die Mischung noch?

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Ist der Einstieg in einer Nied­rigzins­phase sinn­voll?

Wer glaubt, dass die Zinsen demnächst steigen werden, kann auch Tagesgeld statt des Rentenfonds nehmen. Festgeld passt nicht so gut, weil das zu unflexibel ist. Um immer das beste Tages­geld zu erwischen, muss man allerdings oft die Bank wechseln. Bequem ist das nicht. Lang­fristig orientierte Anleger können auch beim Rentenfonds bleiben. Die von uns empfohlenen Renten-ETF halten Anleihen mit verschiedenen Lauf­zeiten. Auslaufende Anleihen werden regel­mäßig in neue lang­laufende Anleihen umge­tauscht. Sollten die Zinsen steigen, kauft der Fonds nach und nach höher­verzinste Papiere und gleicht so mit der Zeit Kurs­verluste aus.

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Kann man angesichts der Finanz­krise gefahr­los Rentenfonds kaufen, die Staats­anleihen enthalten?

Der von Ihnen empfohlene Rentenfonds von db x-trackers enthält auch Staats­anleihen aus Italien oder Spanien, die ihre Krise ja noch nicht ganz ausgestanden haben. Haben Sie das berück­sichtigt?

Ja, haben wir. Aus unserer Sicht bietet dieser Index einen guten Mix aus sehr sicheren Anleihen, etwa aus Deutsch­land, aber auch rent­ableren Papieren anderer Euroländer. Anleihen von Griechen­land sind nicht dabei, wohl aber spanische und italienische Papiere, die allgemein noch als ausreichend sicher angesehen werden. Wenn Ihnen das trotzdem zu riskant ist, können Sie auch einen Fonds kaufen, der nur deutsche Staats­anleihen enthält, den ETF iShares eb.rexx Government Germany Ucits ETF (DE) zum Beispiel.

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Gibt es beim Pantoffel-Portfolio ein Währungs­risiko?

Gibt es beim Pantoffel-Portfolio ein Währungs­risiko? Es werden ja Aktien ausländischer Unternehmen erworben. Teil­weise werden die Fonds auch in US-Dollar notiert.

Beim Rentenfonds­anteil halten wir es für wichtig und sinn­voll, ohne Währungs­risiko zu investieren. Deshalb empfehlen wir Fonds, die nur Anleihen enthalten, die auf Euro lauten. Beim Aktienfonds­anteil ist das anders. Ein Aktienfonds Welt zum Beispiel enthält amerikanische Aktien, das heißt Dollar-Papiere. Steigt der Dollar, gibt es für deutsche Anleger einen Gewinn – und umge­kehrt. Anders als Aktien, die einem lang­fristigen Aufwärts­trend folgen, gibt es bei Hartwährungen keinen solch eindeutigen Verlauf. Wer sein Geld länger­fristig in Aktienfonds liegen lässt, braucht daher auch keine Wechsel­kurs­absicherung. Die Zusammenhänge sind in dem Special Währungsrisiken: Die oft überschätzte Gefahr ausführ­lich dargestellt. Ein häufiges Miss­verständnis gibt es übrigens hinsicht­lich der Fonds­währung, also jener Währung, in welcher der Fonds notiert. Auch ein Rentenfonds Euro, dessen Anteile in Dollar notieren, kauft Wert­papiere, die auf Euro lauten – was für den hiesigen Anleger kein Währungs­risiko mit sich bringt. Lesen Sie zum Thema Fonds­währung ist nicht gleich Anlagewährung den Beitrag Währung von Fonds: Wo das Währungsrisiko wirklich liegt.

Steuern

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Ich habe gehört, dass ausländische thesaurierende Fonds Ärger mit dem Finanz­amt bringen. Soll man deshalb besser ausschüttende Fonds nehmen?

Richtig ist, dass sich bei ausländischen thesaurierenden Fonds die Steuererklärung komplizierter gestaltet. Sie müssen die laufenden Erträge selbst in Ihrer Steuererklärung angeben. Anders als bei deutschen thesaurierenden Fonds führt der Anbieter dafür keine Abgeltung­steuer ab. Verkaufen Sie den Fonds später, zieht Ihre deutsche Bank die Abgeltung­steuer ab. Allerdings zieht sie die Steuer nicht nur von den bis dahin angefallenen Kurs­gewinnen ab, sondern auch für sämtliche Erträge, die Sie ja schon versteuern mussten. Das zuviel gezahlte Geld müssen Sie sich vom Finanz­amt zurück­holen. Mehr Infos zum Thema finden Sie in unserem Special Steuererklärung für Anleger: Freibeträge nutzen, Steuern zurückholen.

Ausschüttende ausländische Fonds sind steuerlich einfacher als thesaurierende. Allerdings können Sie sich nicht darauf verlassen, dass ein ausschüttender Fonds nicht Teile der laufenden Erträge doch thesauriert. Außerdem kann es passieren, dass ein Fonds plötzlich ganz auf thesaurierend umstellt. Eine Alternative sind deutsche thesaurierende Fonds – falls vorhanden. Auf den MSCI World gibt es keine in Deutsch­land aufgelegten ETF. Als Alternative bei den Rentenfonds können Sie den iShares Euro Gov. Bond Capped 1.5–10.5 Ucits ETF (DE) nehmen.

Tipp: Aus unserer Sicht ist die Steuererklärung kein unlös­bares Problem. Wenn Sie die Erträge jedes Jahr angeben und die Steuererklärungen bzw. -bescheide aufheben, dürfte Ihnen der spätere Nach­weis nicht schwer fallen. Über­dies weisen die Banken die betreffenden Beträge in ihren Steuer­bescheinigungen aus. Unser Tipp: Wählen Sie für das Pantoffel-Portfolio thesaurierende Fonds, dann müssen Sie sich nicht um die Wieder­anlage der ausgeschütteten Erträge kümmern. Das ist nämlich nicht nur aufwändig, sondern kann wegen der ständigen Kauf­kosten auch teuer werden. Ab 2018 wird sich das Verfahren ändern. Alle Details zur Investment­steuerreform finden Sie im großen Special zur Fondsbesteuerung.

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Soll man aus steuerlichen Gründen besser nur in Deutsch­land ansässige Fonds nehmen?

Die beste Lösung für den Aufbau eines möglichst bequemen Pantoffel-Portfolios wären tatsäch­lich thesaurierende Fonds, die in Deutsch­land aufgelegt sind. Sie bereiten weder Schwierig­keiten mit der Wieder­anlage noch mit der Steuer. Die Krux ist nur: Es gibt fast keine solchen Indexfonds. Insofern mussten wir leider den Spagat zwischen unserem Depot­vorschlag und der Tatsache wagen, dass die Steuererklärung für die ausländischen Fonds nicht ganz so bequem ist.

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Ich frage mich, ob ich mit dem Fonds­kauf nicht besser warte, bis nächstes Jahr die Investment­steuerreform in Kraft tritt. Was sagen Sie?

Aus unserer Sicht ist es nicht notwendig zu warten. Zwar ändert sich mit der Steuerreform zum Beispiel die Hand­habung ausländischer thesaurierender Fonds, doch Sie können die Fonds auch jetzt schon kaufen. Ende 2017 gelten dann alle Fonds fiktiv als verkauft. Damit endet auch die Steuerbe­rechnung nach den alten Regeln, danach greifen die neuen Regeln. Von 2018 an müssen Sie für Fonds, die Erträge nicht ausschütten, sondern thesaurieren, eine Vorabpauschale bezahlen. Diese wird beim Verkauf mit den gegebenenfalls anfallenden Gewinnen verrechnet.

Tipp: Mehr Details zur Reform und den Folgen für Anleger lesen Sie in unserem Special Fondsbesteuerung ab 2018: Das müssen Sie über die Fondssteuer wissen, Finanztest 2/2017.

Auszahl­pläne

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Kann man das Pantoffel-Portfolio auch dazu nutzen, sich regel­mäßig einen bestimmten Betrag auszahlen zu lassen?

Ja, das ist möglich. Sie bauen das Portfolio aus zwei Bausteinen auf. Der Rendite­baustein ist ein Aktienfonds Welt, am besten ein ETF auf den MSCI World, der Sicher­heits­baustein sollte Tagesgeld sein. In diesem Fall raten wir von Rentenfonds Euro ab, weil bei einem Entnahme­plan das Geld ja nicht so lange fest­liegt. Die Mischung – also wie viel Prozent Aktienfonds, wie viel Prozent Zins­anlagen – legen Sie je nach Risikoneigung fest. Das Konzept ist im Beitrag ETF: Einmalanlage, Sparplan und Auszahlplan mit Pantoffel-Portfolio ausführ­lich beschrieben.

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Wie soll ich das Geld entnehmen? Zuerst die Aktienfonds aufbrauchen?

Nein, auf keinen Fall. Wenn Sie die Aktienfonds zuerst aufbrauchen, reicht Ihnen Ihr Geld wahr­scheinlich nicht lang. Am längsten kann es halten, wenn Sie zuerst das Tages­geld verbrauchen. Allerdings steigt dann im Laufe der Zeit Ihr Risiko. Ein ungüns­tiger Crash könnte Ihre Zukunfts­pläne dann zunichte machen. Am sinn­vollsten ist es daher, wenn Sie bei der Entnahme die ursprüng­liche Mischung beibehalten.

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Im Test haben Sie mit Tages­geldzinsen von 2,2 Prozent pro Jahr gerechnet. Finden Sie das realistisch?

Wir haben Depot­verläufe für die vergangenen 20 Jahre simuliert. Die 2,2 Prozent sind der Durch­schnitts­wert aus der Vergangenheit. Zurzeit sind die Zinsen deutlich geringer. Unser Vorschlag funk­tioniert aber auch bei Null-Zinsen. Tages­geld dient als Sicher­heits­baustein, nicht als Renditetreiber. Wichtig ist, lang­fristig zumindest einen Teil in Aktien zu halten, gerade bei Mickerzinsen.

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Sie empfehlen eine Aktienquote von 50 Prozent auch für Ältere. Finden Sie das nicht unver­antwort­lich? Normaler­weise sollte man die Aktienquote im Alter doch reduzieren.

Wir bleiben dabei: Auch Ältere können häufig über einen längeren Zeitraum investieren und brauchen nicht alles Angesparte zu Renten­beginn. Daher sind auch für sie ­Aktienfonds eine sinn­volle Geld­anlage. ­Sicher­heits­orientierten Sparern raten wir zum defensiven Portfolio mit einer Aktienquote von 25 Prozent. Wer gar keine Aktien mag, kann für eine Zusatz­rente auch eine Renten­versicherung gegen Einmalbeitrag abschließen. Sie zahlt ein Leben lang, Auszahlungen und Renditen sind aber gering.

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Ist es möglich, sich das Geld statt monatlich auch vierteljähr­lich auszahlen zu lassen?

Das geht, ist oft auch billiger. Wer sich drei ­Monats­raten auf einen Schlag aus­zahlen lässt, braucht gar nicht ­unbe­dingt ­einen Entnahme­plan, sondern kann die Verkaufs­order über die ­Börse ­platzieren. Die Methode empfiehlt sich zum Beispiel für Anleger, die Ihre Bank nicht wechseln wollen.

Detailfragen

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Kann ich auch mehrere Aktienfonds Welt oder mehrere Rentenfonds Euro mischen?

Sie sind doch Pantoffel-Anleger. Als Pantoffel-Anleger wollen Sie es einfach haben, deswegen haben wir Ihnen einen Fonds für den Renten­teil und einen Fonds für den Aktien­teil genannt. Die wichtigste Risiko­streuung haben Sie damit schon erreicht. Wenn Sie wollen, können Sie natürlich auch mehrere Fonds kaufen. Beachten Sie aber, dass sich Ihre Pantoffeln nicht mehr so bequem anfühlen, wenn Sie mehrere Fonds haben. Sie müssen mehr rechnen, wenn Sie Ihr Depot anpassen wollen, und es kann auch deutlich teurer werden, weil Sie kleinere Beträge handeln.

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Kann ich mein Pantoffel-Portfolio auch mit aktiv gemanagten Fonds bestü­cken?

Theoretisch ja. Da Sie mit aktiv gemanagten Fonds allerdings viel mehr Arbeit haben als mit ETF, ist es streng genommen kein Pantoffel-Portfolio mehr. Pantoffel heißt es ja, weil es bequem ist und Sie sich die meiste Zeit zurück­lehnen können und nichts zu tun zu brauchen. Beim Pantoffel-Portfolio mit ETF sollten Sie zwar regel­mäßig checken, ob Ihre gewünschte Aufteilung in sichere und riskante Geld­anlagen noch stimmt, aber das war es dann an Aufwand. Wählen Sie aktiv gemanagte Fonds statt ETF, dann müssen Sie außerdem regel­mäßig kontrollieren und prüfen, ob die Qualität des Managements noch stimmt. Das ist zusätzlicher Aufwand.

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Ich habe mich für einen ausschüttenden Fonds entschieden. Was mache ich jetzt mit den Ausschüttungs­beträgen?

Der Pantoffel-Portfolio–Strategie folgend, sollten Sie die Erträge wieder in Fonds anlegen. Entweder Ihre Bank bietet dafür ein auto­matisches Verfahren oder Sie machen das selbst. Aus Kostengründen bietet es sich an, Ausschüttungen zunächst auf einem Konto zu sammeln, zum Beispiel auf einem Tages­geld­konto, und dann als größere Summe – etwa einmal im Jahr – wieder anzu­legen. Wer mag, kann dabei auch gleich eventuelle Abweichungen in der Depot­struktur korrigieren.

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