Muster­fest­stellungs­klage Sparkasse Leipzig

Beim „Prämiensparen flexibel“ der Sparkasse Leipzig sanken die Zinsen schnell und stiegen lang­sam, argwöhnt die Verbraucherzentrale Sachsen. Durch­schnitt­lich 3 400 Euro stehen Kunden ihrer Ansicht nach noch zu. Betroffene können sich ab sofort beim Bundes­amt für Justiz anmelden. Die Verbraucherzentrale hilft mit dem Antrag und der Berechnung der Zins­nach­zahlung.

Pflicht zur fairen Zins­anpassung

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Worum geht es bei dieser Klage?

Die Verbraucherzentrale Sachsen will vom Ober­landes­gericht Dresden fest­gestellt wissen, dass die Sparkasse die Zinsen für „Prämiensparen-flexibel“-Verträge nicht fair angepasst hat. Dazu ist die Sparkasse aber verpflichtet. Klauseln über die Anpassung von Zinsen sind nur wirk­sam, wenn Zins­erhöhungen und -senkungen in angemessener Weise an Kunden weiterge­geben werden. Es muss für Kunden berechen­bar sein, wie sich Änderungen auf dem Zins­markt auf ihre Verträge auswirken. Einzel­heiten dazu in unserem Bericht Banksparpläne: Nachschlag fordern.

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Kann ich mich an der Klage beteiligen?

Ja, die Anmeldung von Rechten ist seit dem 17. Juni 2019 möglich. Sie müssen das Formular des Bundesjustizamtes korrekt ausfüllen und auf „Senden“ klicken. Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet Ihnen gegen eine Gebühr von 40 Euro an, Sie dabei zu unterstützen, ihre Rechte rechts­sicher anzu­melden. Für 85 Euro berechnet die Verbraucherzentrale, wie viel Zins­nach­zahlung Ihnen zusteht. Wollen Sie beides in Anspruch nehmen, sinkt der Preis auf 100 Euro insgesamt.

Die Anmeldung zur Muster­fest­stellungs­klage ist aber auch ohne Hilfe zu schaffen:
Schreiben Sie in das Feld Angaben zum Gegen­stand und Grund: „Ich habe bei der Stadt- und Kreissparkasse am (Datum/im Jahr ____) einen „Prämiensparen-flexibel“-Vertrag abge­schlossen. Die Sparkasse führt ihn unter der Spar­konto-Nummer ________. In diesen habe ich monatlich (gegebenenfalls ergänzen: „durch­schnitt­lich“) ____Euro einge­zahlt, so dass mir eine erhebliche Nach­zahlung zusteht, wenn die Zins­anpassung der Sparkasse mich unfair benach­teiligt hat.“

Wie viel Geld Ihnen allerdings zusteht, können Sie kaum selbst berechnen. Dazu brauchen Sie ohnehin die Unterstüt­zung der Verbraucherzentrale Sachsen oder anderer Finanz­experten, die eine Sparplanbe­rechnung anbieten.

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Wo finde ich aktuelle Informationen zur Muster­fest­stellungs­klage gegen die Sparkasse Leipzig?

Die Verbraucherzentrale Sachsen informiert unter Verbraucherzentrale-Sachsen.de/Musterfeststellungsklage über den aktuellen Stand. Außerdem hat sie eine Hotline geschaltet. Die ist unter 03 41 / 696 29 29

0 800 / 555 00 999 zu erreichen. test.de wird diese Seite hier ebenfalls fort­laufend aktualisieren. Die amtlichen Informationen zur Muster­fest­stellungs­klage finden Sie hier beim Bundesjustizamt. Sie sind für Laien aber kaum verständlich.

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Wie geht es jetzt weiter mit der Muster­fest­stellungs­klage gegen die Sparkasse Leipzig?

In den nächsten Tagen startet die Anmeldung der Rechte von Betroffenen. Die Anmeldung ist dann möglich. Sie endet erst einen Tag vor der mündlichen Verhand­lung des Falls vor dem Ober­landes­gericht Dresden. Wann das sein wird, lässt sich nicht vorher­sagen. Zumindest werden etliche Monate ins Land gehen.

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Womit kann ich rechnen, wenn die Klage Erfolg hat?

Wenn die Klage am Ende Erfolg hat, können Sie einen Zins­nach­schlag fordern. Wie hoch der ausfällt, hängt davon ab, wann und wie viel Geld Sie in den Vertrag einge­zahlt haben. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Sachsen erhalten Betroffene durch­schnitt­lich 3 400 Euro Zins­nach­zahlung.

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