FAQ Klimageräte Special

Angenehme Kühle an heißen Tagen – gute Klima­anlagen können diesen Wunsch erfüllen. Viele Leser suchen aber auch nach anderen Lösungen, um Über­hitzung zu vermeiden. Hier einige Antworten zu heiß diskutierten Fragen.

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Welche Art von Klima­anlage ist für den privaten Einsatz zu empfehlen?

Zur Auswahl stehen Splitgeräte, die aus einem Außen- und einem Innen­teil bestehen (Kühl­teil im Zimmer und Kompressor draußen) sowie bewegliche Mono­block­geräte. Alle arbeiten mit Ventilatoren, die kalte Luft im Raum verteilen. Wichtige Kauf­kriterien sind Kühl­leistung, Strom­verbrauch, Komfort, Laut­stärke und einfaches Bedienen. Energieeffizienz, Strom­kosten und Schall­leistungs­pegel (Lärm) sind sehr unterschiedlich. Vor- und Nachteile der Geräte­typen sowie Test­ergeb­nisse von insgesamt 12 Modellen finden Sie im Test Klimageräte.

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Wie viel Kühl­leistung ist für ein 25 Quadrat­meter großes Zimmer nötig?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Entscheidend ist, wie stark die Sonnen­einstrahlung ist. Vor einer Investition sollten Sie sich den Kühlbedarf vom Fachmann berechnen lassen. Die Anbieter haben unterschiedlich leistungs­starke Geräte im Sortiment. Oft verkaufen sie Geräte mit 2,5 Kilowatt Kühl­leistung. Dies entspricht etwa der maximalen Sonnen­einstrahlung durch 5 Quadrat­meter Dach­fens­terfläche.

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Was sagt die sogenannte Leistungs­zahl?

Dies ist die Basis für die Bewertung der Energieeffizienz. Berechnet wird die Kühl­leistung im Verhältnis zum Strombedarf. Beispiel: Bei 2,5 kW Kühl­leistung und 0,5 kW Leistungs­aufnahme ergibt sich eine Leistungs­zahl von 5. Häufig taucht in der Werbung auch die eng­lische Abkür­zung EER (Energy efficiency ratio) auf. Für das EU-Energylabel werden Leistungs­zahlen bei unterschiedlichen Temperaturen ermittelt. Hoch­gerechnet auf den Jahres­verlauf lässt sich so der saisonale Wirkungs­grad SEER (Saisonal energy efficiency ration) bestimmen.

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Was ist der Unterschied zwischen Single-Split und Multi-Split?

Single-Split-Anlagen haben ein Außen- und ein Innen­teil. Bei Multi-Split-Anlagen gibt es ebenfalls ein Außen­teil (mit dem Kompressor), aber mehrere Innen­teile. Dies ermöglicht die Kühlung mehrerer Zimmer oder größerer Räume. Die Verteilung auf mehrere Innen­teile erhöht nicht nur die gesamte Kühl­leistung, sondern beugt auch unnötig starken Luft­strömungen vor.

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Kann ich den Kompressor einfach auf den Balkon stellen oder muss er an der Fassade hängen?

Wenn Ihr Balkon genügend groß ist, können Sie das Außen­teil mit dem Kompressor dort aufstellen. Das ist wahr­scheinlich einfacher und billiger als die Montage an der Fassade. Aber: Beachten Sie, dass Kompressor und Ventilator unangenehme Geräusche verursachen. Wählen Sie dafür also möglichst einen Ort, an dem sowohl Sie als auch die Nach­barn wenig vom Lärm gestört werden. Die Bewertung des Geräuschs ist ein wichtiges Kriterium in unserem Test Klimageräte.

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Was ist bei der Montage des Außen­teils eines Splitgerätes zu beachten?

Achten Sie auf sichere, fachgerechte Montage mit einem dafür zugelassenen Befestigungs­system. Die Kälte­mittel­leitung zum Innen­teil sollte sich auf möglichst kurzem Weg verlegen lassen. Falls Sie einen Anbringungs­ort ohne Hitzestau und vielleicht sogar ohne pralle Sonnen­bestrahlung finden, verbessern Sie den Wirkungs­grad der Anlage und profitieren dauer­haft von etwas geringeren Strom­kosten.

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Stimmt es, dass ich für ein Split-Klimagerät einen Anschluss ans Abwasser brauche?

Richtig ist, dass an den Kühlrippen viel Luft­feuchtig­keit kondensiert. Dieses Wasser darf natürlich nicht ins Zimmer tropfen. Entweder muss es also tatsäch­lich ins Abwasser geleitet werden oder über einen Schlauch parallel zur Kälte­mittel­leitung nach draußen fließen können.

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Wie dick sind die Schläuche der mobilen Klimageräte?

Die Modelle im Test Klimageräte haben Außen­durch­messer von 13 bis 15 Zenti­metern.

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Gibt es Klimageräte, die auch heizen können?

Ja, zwei­teilige Splitgeräte können das – vor allem in der Über­gangs­zeit sogar recht effizient. Im Heizmodus arbeiten die Geräte dann quasi umge­kehrt als Wärmepumpe: Das Außen­teil entzieht der Luft draußen Wärme und gibt sie drinnen an die Raum­luft ab. Im Test Klimageräte sind die Anbieter­angaben für die saisonale Leistungs­zahl im Heiz­betrieb abge­druckt. Je höher die Leistungs­zahl, desto effizienter funk­tioniert der Wärmepumpen­effekt und desto weniger Strom wird benötigt. Im Vergleich zu klassischen Heizlüftern heizen die Klimageräte deutlich effizienter. Infos liefert auch das Energielabel.

Pflege, Wartung und Bedienung

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Sie weisen auf die Wartung hin. Stimmt es, dass die Reinigung dabei am wichtigsten ist?

Ja, die Filter müssen regel­mäßig gereinigt werden. Wie oft, ist abhängig vom Staub­gehalt der Luft, vom Luft­durch­satz sowie vom Wirkungs­grad des Filters. Beachten Sie die Empfehlungen in der Bedienungs­anleitung. Ein verschmutztes Klimagerät ist nicht nur unhygie­nisch, sondern arbeitet auch mit schlechterer Effizienz. Wichtig: Verschmut­zung droht nicht nur beim Innen- sondern auch beim Außen­teil.

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Kann ich mobile Geräte von einem Raum in den anderen bewegen?

Im Prinzip ja. Aber das beste Monoblock-Gerät im Test wiegt immerhin über 40 Kilogramm. Außerdem benötigen Sie an jedem Aufstell­ort ein geeignetes Fenster, durch das der oder die Schläuche die heiße Abluft heraus­blasen können.

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Kann ich die Klimageräte mit Solar­strom betreiben?

Die Kombination ist möglich. Die Anlagen laufen vor allem dann, wenn viel Sonne scheint. Ein hoher Eigen­verbrauchs­anteil von selbst erzeugtem Solar­strom rechnet sich. Beachten Sie allerdings dass PV-Module Gleich­strom erzeugen und die getesteten Klimageräte mit Wechsel­strom laufen. Da übliche PV-Anlagen aber ohnehin über einen Wechsel­richter verfügen, ist dies kein Problem.

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Was halten Sie davon, den Abluft­schlauch der Mono­block-Klima­anlage nicht durchs offene Fenster zu führen, sondern durch einen Ausschnitt im Glas, damit keine warme Luft von außen zurücks­trömt?

Die Lösung bietet den Vorteil, dass das Eindringen der warmen Luft hier verhindert wird. Alternativ ist es auch möglich, den Fens­terspalt zum Beispiel mit Schaum­stoff­keilen zu verstopfen. Das grund­legende Problem bleibt allerdings bestehen: Die Gesetze der Physik erzwingen, dass ein Druck­ausgleich statt­finden muss. Durch Fugen und Ritzen an anderer Stelle wird zwangs­läufig Luft von außen ins Haus dringen. Falls die feucht­warme Luft von draußen womöglich sogar über zugige Kellerfenster und kalte Kellerräume angesaugt wird, könnten dort in der Folge sogar Kondensation und Schimmel­probleme auftreten. Beachten Sie auch die Einbruchs­gefahr bei offenen Fens­tern und Probleme bei Isolierglas­fens­tern.

Alternativen zum Klimagerät

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Meine Frau verbietet mir, die Wohn­zimmerfenster nachts angekippt zu lassen, weil sie Angst vor Einbrechern hat. Was raten Sie?

Die Sorge Ihrer Frau ist berechtigt: Angekippte Fenster oder Terrassentüren öffnen Einbrecher im Nu und ohne Lärm. In diesem Fall können auch die meisten Einbruchssicherungen wenig helfen. Anderer­seits ist nächt­liches und morgendliches Lüften die beste Chance, um tags­über aufgestaute Hitze aus der Wohnung heraus­zubekommen. Am besten funk­tioniert das per Querlüftung. Dafür muss man dann sogar mehrere Fenster öffnen. Unser Rat: Öffnen Sie fürs nächt­liche Lüften solche Fenster, die für Einbrecher von außen nur sehr schwer erreich­bar sind (zum Beispiel im Ober­geschoss). Außerdem können Sie das gekippte Fenster geschickt „verrammeln“, so dass der potenzielle Einbrecher schon von außen erkennen muss, dass er hier nicht eindringen kann, ohne viel Lärm zu verursachen. Dann sollte auch Ihre Frau beruhigt schlafen können.

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Was bringt eine Sonnen­schutz­folie?

Vor allem auf Dach­fens­tern können diese Folien die Sonnen­einstrahlung deutlich mindern. Die Folien lassen sich relativ einfach nach­rüsten. Sie bestehen aus mehreren Schichten, die zum Teil hauchdünn mit Metall bedampft sind. Eine Modell­rechnung für einen 20 Quadrat­meter großen Raum mit schrägen Dach­flächen­fens­tern zeigt, dass sich die Temperatur so von 39 auf 31 Grad Celsius reduzieren lässt. Der Test von Sonnenschutzfolien zeigt allerdings auch deren Schatten­seiten.

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Wie wirk­sam sind Roll­läden oder Außenjalousien?

Knallt die Sonne durch ein zwei Quadrat­meter großes Fenster, hat dies einen ähnlichen Effekt wie der Dauer­betrieb eines 1 000-Watt-Heizlüfters in ohnehin schon warmer Umge­bung. Mit Roll­läden oder Außenjalousien lässt sich diese Hitzequelle weit­gehend oder sogar komplett ausschalten.

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Hilft es, im Zimmer einen Ventilator aufzustellen und davor im Wind­strom einen Wäsche­ständer mit nassen Tüchern zu platzieren?

Ja. Der Luft­strom erfrischt und die Verduns­tungs­kühle hilft ebenfalls. Einige verschiedene Ventilatormodelle haben wir im Test Hitzeschutz - Was wirklich gegen Hitze hilft untersucht.

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Kann man Holz­faserdämm­platten statt Unterspann­bahn als Hitze­schutz in die Dach­konstruktion einbauen?

Ja, dies kann zum Beispiel sinn­voll sein, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt werden muss. Holz­faserplatten verbessern nicht nur den Wärmeschutz im Winter sondern auch den Hitze­schutz im Sommer. Die Platten lassen sich anstelle der Unterspann­bahn (direkt unter­halb der neuen Konterlattung) einbauen oder ergänzend zur Unterspann­bahn. Die Platten (Anbieter sind z.B. Gutex oder Steico) sind diffusions­offen und werden in verschiedenen Stärken angeboten.

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Was kann ich als Mieter tun?

Leider wenig. Innenjalousien, die mit Alu beschichtet sind, lassen sich auch ohne Bohren am Fenster anbringen. Ebenso Mückennetze, die beim nächt­lichen Lüften helfen. Aber für bessere Fens­terverglasung, wirk­same Wärmedämmung oder neue Außenroll­läden ist der Vermieter zuständig. Vielleicht können Sie ihn davon über­zeugen, dass eine derartige Investition den Wert der Immobilie steigert.

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Was ist beim Neubau von vorn­herein zu beachten, damit eine Klima­anlage nicht erforderlich ist?

Klimageräte sind oft nur Notlösungen, um Planungs­fehler von Bauherren und Architekten auszubügeln. Wichtigster Tipp: An heißen Sommer­tagen sollte möglichst wenig Sonne direkt durch die Fenster ins Haus strahlen können. Dabei hilft zum Beispiel ein Schatten spendender, weiter Dach­über­stand. Im Dach­geschoss schützen Gauben mit Vordach deutlich besser vor Über­hitzung als schräge Dach­flächen­fenster. Eine gute Wärmedämmung, insbesondere auch im Dach­bereich, beugt ebenfalls sehr effizient vor. Siehe dazu unser Test Dachdämmung: Bloß keine Wärmebrücke.

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