FAQ Kinder­betreuung Special

Schön, wenn das Kind gut versorgt ist bei einer Tages­mutter oder in einer Kita. Doch rund um Antrag, Förderung und Platz­anspruch stellen sich viele Fragen. Unser FAQ Kinder­betreuung hat die Antworten. Wenn Sie noch mehr Informationen rund um Familien­themen benötigen: Im Shop auf test.de finden Sie das große Spezialheft Familie der Stiftung Warentest.

Antworten auf Ihre Frage

nach oben

Wo bekomme ich Beratung rund um Kita und Kinder­betreuung? Worauf sollte ich unbe­dingt achten?

Der Träger der Jugend­hilfe informiert Sie über die pädagogischen Konzepte der örtlichen Betreuungs­angebote, damit Sie die passende Einrichtung finden. Lassen Sie sich beraten. Im Antrag geben Sie dann Ihre Favoriten an. Kümmern Sie sich früh­zeitig. Sobald klar ist, dass Ihr Kind zukünftig Betreuung benötigt, sollten Sie einen Platz beantragen – auch wenn noch kein Anspruch besteht. So hat das Jugend­amt genügend Zeit, um den Bedarf zu planen. Achtung: Manche Träger setzen Antrags­fristen fest. Und schließ­lich: Planen Sie die Kosten ein. Ob und in welcher Höhe Sie sich an den Kosten beteiligen müssen, hängt von Land, Kommune und Träger sowie Ihrem Einkommen ab. Die Verpflegung Ihres Kindes zahlen Sie immer selbst.

nach oben

Kinder ab einem Jahr haben einen Rechts­anspruch auf Betreuung. Warum erhalte ich trotzdem nicht umge­hend einen Platz?

Ob berufs­tätig oder nicht: Kinder­betreuung in einer Kinder­tages­einrichtung (Kita) oder durch eine Tages­mutter entlastet Eltern. Kinder ab einem Jahr haben einen Rechts­anspruch auf Betreuung. Doch das garan­tiert nicht, dass Eltern auch einen Platz für ihr Kind bekommen. Trotz des Ausbaus der Betreuungs­angebote stehen in manchen Regionen nicht genügend Plätze für alle anspruchs­berechtigten Kinder zur Verfügung.

nach oben

Ich möchte arbeiten. Kann mein Kind einen Kita­platz erhalten?

Das hängt vom Alter Ihres Kindes ab: Ist Ihr Kind jünger als ein Jahr, hat es einen Betreuungs­anspruch, wenn Sie berufs­tätig, in Ausbildung oder arbeits­suchend sind. Gleiches gilt, wenn Ihre Familien­situation eine Betreuung notwendig macht, etwa weil ein Eltern­teil krank ist und sich nicht ausreichend um das Kind kümmern kann. Zwischen dem ersten und dritten Geburts­tag hat Ihr Kind grund­sätzlich Anspruch auf Betreuung in einer Tages­pflege oder einer Kita. Das gilt seit 2013. Ab dem dritten Geburts­tag steht dem Kind bis zum Schul­eintritt der Besuch einer Kita zu. Der Anspruch setzt jeweils keine Berufs­tätig­keit Ihrer­seits voraus.

nach oben

Wie unterscheiden sich Tages­einrichtungen von Tages­pflege?

Beide Betreuungs­konzepte sollen die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwick­lung der Kinder positiv beein­flussen. Erzieher setzen den Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungs­auftrag um. In Tages­einrichtungen werden Kinder halb- oder ganz­tägig betreut und gefördert. In der Tages­pflege werden Kinder in kleinen Gruppen von einer festen Bezugs­person beaufsichtigt. Das ist die Tages­mutter, seltener ein Tages­vater. Diese Betreuungs­art ist individuell gestalt­bar, familien­ähnlich und flexibel.

nach oben

Wie viel Zeit kann mein Kind in der Betreuung verbringen?

Ihr Kind wird in jedem Fall mindestens 20 Stunden in der Woche betreut. Das ist das ­Rege­langebot. Darüber hinaus kann der Anspruch aber auch eine ganz­tätige Betreuung umfassen, etwa wenn Sie berufs­tätig oder in Ausbildung oder Studium sind.

nach oben

An wen wende ich mich, wenn ich einen Betreuungs­platz benötige?

Verantwort­lich für ein bedarfs­gerechtes Angebot an Kitaplätzen und Tages­müttern sind die Träger der öffent­lichen Jugend­hilfe. In der Regel sind das die örtlichen Jugend­ämter. Hier stellen sie auch den Antrag auf einen Platz. Im Zweifel kann die Kommune Ihnen mitteilen, wer Ihr Ansprech­partner ist.

nach oben

Muss ich selbst eine Kita suchen? Was ist der Kita-Gutschein?

Sie suchen nicht unbe­dingt selbst. Viele Träger vermitteln auf Antrag einen Platz entsprechend der verfügbaren Kapazitäten in ihren Einrichtungen. Im Antrag geben Sie an, welche Betreuungs­art und Einrichtung Sie favorisieren. Ihrem Wunsch nach einer bestimmten Kita oder Tages­mutter kann nur entsprochen werden, wenn das Platz­angebot ausreicht. In einigen Ländern gibt es den Kita-Gutschein: Den erhalten Sie, wenn Ihrem Kind nach Prüfung des Antrags Betreuung zusteht. Eine freie Kita müssen Sie dann selbst suchen.

nach oben

Was muss ich beachten, wenn ich eine Betreuung beantrage?

Anspruchs­inhaber ist das Kind. Als Eltern stellen Sie den Antrag in dessen Namen, möglichst schriftlich. Nutzen Sie unseren Musterantrag Betreuung. Im Schreiben teilen Sie dem Jugend­amt mit, welche Leistung (Kita oder ­Tages­pflege) Sie ab wann und in welchem Umfang benötigen. Stellen Sie den Antrag vor dem ersten Geburts­tag Ihres Kindes, sollten Sie ihn nach Voll­endung des ersten Lebens­jahres erneuern, da der Anspruch erst dann entsteht. Melden Sie Ihr Interesse an einem Platz gleich­zeitig bei allen infrage kommenden Betreuungs­einrichtungen an und lassen Sie sich wenn nötig auf eine Warteliste setzen.

nach oben

Muss ich jedes Angebot annehmen, das der Träger mir macht?

Einen Platz kann man, ohne den Betreuungs­anspruch zu verlieren, nur ablehnen, wenn er unzu­mutbar ist. Was unzu­mutbar ist, hängt vom Einzel­fall ab und wird zum Teil erst vor Gericht geklärt. Bisher geur­teilt wurde zum Beispiel, dass man einen Betreuungs­platz im Nach­bar­ort akzeptieren muss, wenn er in „angemessener Entfernung“ liegt.

nach oben

Was kann ich tun, wenn mein Antrag auf einen Kita­platz abge­lehnt wird?

Sind beispiels­weise nicht genügend Plätze zum gewünschten Zeit­punkt oder in der bevor­zugten Betreuungs­form verfügbar, wird Ihr Antrag abge­lehnt oder nur mit Änderungen bewil­ligt. In solchen Fällen können Sie inner­halb eines Monats, nachdem Sie den Bescheid erhalten haben, Wider­spruch einlegen. Wird dieser auch abge­lehnt, können Sie klagen. In einigen Bundes­ländern müssen Sie sofort Klage erheben. Was für Sie gilt, steht in der Rechts­behelfs­belehrung Ihres Bescheids. Fehlt die Belehrung, verlängert sich die Wider­spruchs- oder Klagefrist auf ein Jahr. Ziel von Wider­spruch oder Klage ist es, dass der Träger der Jugend­hilfe Ihnen inner­halb einer von Ihnen gesetzten Frist einen Platz zuweist oder einen neu schafft – etwa indem er Gruppen vergrößern lässt oder Betreuung in einer weiter entfernten Einrichtung anbietet.

nach oben

Der Betreuungs­platz für mein Kind wurde nicht recht­zeitig bewil­ligt. Darf ich eine Privatkita suchen oder muss ich ganz zu Hause bleiben?

Sie dürfen eine alternative Betreuung organisieren. Wenn Ihnen deshalb höhere Kosten entstehen oder Sie Verdienst­ausfall haben, können Sie die Erstattung der Mehr­kosten durch das Jugend­amt einklagen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 4 Nutzer finden das hilfreich.