Kaffee ist das Lieblings­getränk der Deutschen. 166 Liter genehmigt sich jeder Bundes­bürger pro Jahr – rund 25 Liter mehr als Mineral­wasser. Filter­kaffee ist mit Abstand am beliebtesten. Ganze Bohnen, Espresso und Kaffee aus Einzel­portionen – Kapseln und Pads – haben einen deutlich geringeren Markt­anteil. Hier beant­worten die Experten der Stiftung Warentest häufige Fragen rund um die Themen Kaffee und Kaffee­maschinen und fassen die wichtigsten Test­ergeb­nisse zusammen.

Anbau, Ernte und Verarbeitung

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Wo wird Kaffee angebaut?

Kaffee­pflanzen werden in über 80 Ländern in Äquatornähe angebaut. Sie sind empfindlich – brauchen reichhaltige Böden, Wasser und viel Wärme, vertragen aber keine extreme Sonne. Frost und Wind schaden den Pflanzen. Wilde Kaffee­bäume wachsen bis zu 15 Meter hoch – auf Plan­tagen stutzt man sie auf wenige Meter, damit sich die Bohnen leichter pflü­cken lassen. Der meiste Rohkaffee stammt aus Brasilien, Vietnam und Honduras.

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Worauf kommt es bei der Ernte an?

Die Kirschen des Kaffee­baums werden erst geerntet, wenn sie reif und rot sind. Nur dann entwickeln die Bohnen bei der Röstung das volle Aroma. Fast über­all werden die Bohnen über­wiegend mit der Hand gepflückt. Da die Früchte nicht gleich­zeitig reifen, müssen Pflü­cker die Bäume mehr­mals per Hand abernten. 50 bis 100 Kilogramm Kaffee­bohnen erntet ein Pflü­cker pro Tag – für 10 bis 20 Kilogramm Rohkaffee. Wer es sich leisten kann, erntet mit der Maschine (Test Espressokaffee).

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Erfahren Verbraucher etwas über die Herkunft ihrer Kaffees?

Auf handels­üblichen Kaffee­verpackungen erfahren die Verbraucher oft nicht, woher der Kaffee kommt. Einige Anbieter machen sehr allgemeine Herkunfts­angaben wie etwa Südamerika, Afrika oder Asien. Eine Packung Kaffee enthält oft fünf bis zehn Kaffees aus verschiedensten Anbau­gebieten. Teils werden auch teurerer Arabica und preis­werterer Robusta kombiniert. Diese Mischungen heißen Blends. Damit lassen sich Qualitäts­schwankungen ausgleichen, denn die Anbieter wollen für eine Marke möglichst gleich­bleibenden Geschmack garan­tieren.

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Was passiert beim Rösten?

Erst beim Rösten bilden sich die Aromen. Sie sind extrem flüchtig, daher wird meist erst im Verbraucher­land geröstet. Mehr als 800 Aromen wurden bislang entdeckt. Beim Rösten verdoppeln die Bohnen ihr Volumen, sie werden braun und verlieren Feuchtig­keit und Säure. Der Röstmeister steuert die Aroma­bildung über Röst­temperatur und Röstdauer. Unter seiner Regie wird der Rohkaffee auf etwa 260 Grad Celsius erhitzt. In den Bohnen setzt eine Kaskade chemischer Reaktionen ein: Wasser verdampft, Zucker und Eiweiße reagieren miteinander, Öle treten aus, Säure zersetzt sich. Am Ende entstehen mehr als 800 Röstaromen.

Kaffee­sorten

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Wie unterscheiden sich die Kaffee­sorten Arabica und Robusta?

Kaffee­bäume mit Arabica-Bohnen stammen ursprüng­lich aus Äthiopien. Sie wachsen in gemäßigten Klimazonen auf 600 bis 2 100 Metern Höhe. Arabica-Kaffee, der in Hoch­lagen ab 1 000 Metern wächst, darf als Hoch­land­kaffee vermarktet werden. Das Aroma von Arabica-Kaffee gilt als besonders fein, er enthält weniger Koffein als Robusta-Kaffee und wird teurer gehandelt.

Die Sorte Robusta wächst auf bis zu 900 Metern. Robusta ist, wie der Name ausdrückt, robuster – schnell­wüchsiger, weniger anfäl­lig für Hitze und hohe Luft­feuchtig­keit und damit ertragreicher. Kaffee­experten beschreiben diese Sorte als herbwürzig, weniger säurereich, aber koffeinhaltiger als Arabica. Robusta enthält mehr Kaffeeöle, die beispiels­weise die Crema auf Espresso unterstützen können. Er ist auf dem Welt­markt preis­werter als Arabica (zum Test von Espressokaffee).

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Was ist Röst­kaffee?

Die Bohnen werden bei etwa 260 Grad geröstet, ganz oder gemahlen verkauft. Röst­kaffee eignet sich gut für Kaffee­maschinen, den Hand- und Kolbenkannen­aufguss.

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Was ist Espresso?

Der Unterschied zum normalen Röst­kaffee liegt vor allem in der Röstdauer. Für Espresso werden die Bohnen länger und dunkler geröstet als für herkömm­lichen Röst­kaffee und verlieren so an Säure. Verwendet werden Arabica-Bohnen oder Mischungen aus Robusta- und Arabicabohnen.

Espresso wird blitz­schnell und unter Hoch­druck zubereitet: Dabei läuft der Espresso nicht durch einen Filter oder brüht minuten­lang. Statt­dessen drückt heißes Wasser mit einem Druck von optimaler­weise 9 bar durch ein Sieb mit den gemahlenen Espressobohnen und wird so in etwa 25 Sekunden zum Espresso. Durch den Druck entsteht die typische Schaumkrone, die Crema.

In Deutsch­land hat ein Espresso etwa 30 bis 40 Milliliter – genau geregelt ist das aber nicht. In Italien fällt der Inhalt in der Espressotasse noch kleiner aus: Rund 25 Milliliter Flüssig­keit sind üblich (Test Espressokaffee). Siehe auch unser Kleines Kaffee-ABC.

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Was ist löslicher Kaffee?

Er entsteht aus einem Konzentrat, für das gemahlene Bohnen mit heißem Wasser über­gossen werden. Durch Gefriertrock­nung gewinnt man das Granulat. Im Angebot ist purer löslicher Kaffee, aber auch viele Produkte mit Zucker-, zum Teil auch Kaffee­weißer­zusatz.

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Was ist entkoffeinierter Kaffee?

Entkoffeinierter Kaffee ist etwas für Menschen, die kein Koffein vertragen oder die Wirkungen des Koffeins vermeiden möchten. Dampf und Löse­mittel entziehen dem Rohkaffee Koffein. Es bleibt ein Restkoffein­gehalt von 0,1 Gramm pro 100 Gramm Kaffee­trockenmasse. Eine gewisse Belebung ist dank Theobromin und Theophyllin trotzdem drin, beide haben auch eine stimulierende Wirkung.

Nach­haltig­keit

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Welche sozialen und ökologischen Probleme gibt es im Kaffee­anbau?

Welt­weit verdienen 25 Millionen Kleinbauern ihren Lebens­unterhalt im Kaffee­anbau. Vielen von ihnen fehlt es am notwendigen Wissen, wie sie Erträge steigern können und ihre Bohnen zu guten Preisen verkaufen können. Der Klimawandel und widrige Wetter­verhält­nisse sorgen regel­mäßig für Ernte­ausfälle und stark schwankende Kaffee­preise. Sinken die Kaffee­preise in den Keller, bangen viele Kaffee­bauern um ihre Existenz: Sie verarmen, geben auf und wandern in die Städte ab.

Die Stiftung Warentest hat untersucht, wie große Anbieter von Espresso mit diesen Problemen umgehen und wie sie Bauern vor Ort unterstützen. Das Fazit: Es macht einen großen Unterschied, wessen Kaffee man kauft. Es gibt sehr engagierte, aber auch intrans­parente Unternehmen.

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Was steht hinter Bio- und Fairtrade-Kaffee?

Jede zehnte Kaffee­packung trägt heute ein Nach­haltig­keits­siegel, sagt der Deutsche Kaffee­verband. Das EU-Bio-Siegel steht für hohen Umwelt­schutz im Anbau, das Logo von Fairtrade für faire Löhne. Utz und Rainforest Alliance wollen in erster Linie nach­haltigen Anbau fördern. Konventionelle Anbieter wie Tchibo sind Mitglied der 4C-Association (Common Code for the Coffee Community). 4C ist ein Basis­stan­dard, der Bauern den Einstieg in einen nach­haltigen Anbau erleichtern soll.

Kaffees mit dem EU-Bio-Siegel und Siegeln des fairen Handels kosten oft mehr als herkömm­licher Kaffee. Nur so können die hohen Anforderungen an den Anbau und faire Entlohnung finanziert werden. Im Test Nachhaltigkeitssiegel haben wir sechs solcher Siegel auf ihre Substanz über­prüft.

Zubereitung

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Welcher Mahl­grad ist der richtige?

Kaffee­bohnen halten das Aroma besser als Kaffee­pulver. Wer Bohnen bevor­zugt, sollte deshalb immer nur nach Bedarf mahlen. Aber welcher Mahl­grad ist dann der richtige? Das hängt etwa davon ab, ob Sie Espresso oder Filter­kaffee zubereiten.

Kaffee­pulver sollte eher grobkörnig sein. Espressopulver sollte fein gemahlen sein. Denn während ein Filter­kaffee minuten­lang brüht, löst sich das Aroma des Espresso in nur etwa 25 Sekunden aus dem Pulver – damit das klappt, werden die Bohnen fein gemahlen. So kommt das Wasser mit viel Pulver in Kontakt.

Wie fein oder grob es für das beste Geschmack­serlebnis sein muss, hängt auch von Mischung und Maschine ab. Probieren geht hier über studieren. Schmeckt der Espresso oder Kaffee zu bitter oder sogar verbrannt, ist er vielleicht zu fein gemahlen. Schmeckt er dünn und flach, könnte das Pulver zu grobkörnig sein.

In unserem Kaffeemühlen-Test haben wir einfache Schlag­messermühlen, Geräte mit Kegelmahl­werk und Scheibenmahl­werk untersucht. Viele Tipps zur Zubereitung finden Sie auch in unserem großen Espressomaschinen-Test.

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Wie filtert man Kaffee am besten von Hand?

Die Bohnen am besten frisch mahlen und in eine Filtertüte geben – idealer­weise in einen Porzellan­filter, der auf einer Kanne steht. Dann lang­sam heißes, nicht mehr kochendes Wasser auf das Pulver gießen, dabei warten, bis es durch­gelaufen ist. Der Kaffee sollte für den Hand­aufguss nicht zu fein gemahlen sein. Viele Fein­schmecker schwören auf eine „Karls­bader Kanne“: Sie besteht aus einer Kanne, einem Brüh­aufsatz mit Doppelfilter und einem Deckel – alles aus Porzellan. Der Kaffee muss sehr grob gemahlen sein. Auf Papierfilter wird hier verzichtet.

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Wie bereite ich den perfekten Espresso zu?

In Italien gilt für die Zubereitung des „Caffè“ – so nennen die Italiener den Espresso eine Art Zauberformel, die 5-M-Regel: „miscela, macchina espresso, macinadosatore, mano dell’operatore, manutenzione.“ Über­setzt schreibt die Regel eine gute Espresso­mischung und -maschine, den richtigen Mahl­grad, die geübte, liebevolle Hand – „mano“ – des Zubereiters und die sorgfältige Säuberung und Instandhaltung von Maschine und Mühle vor. Wer das berück­sichtigt, ist auf einem guten Weg.

Wichtig ist außerdem die richtige Tasse: Die sollte 50 bis 100 Milliliter fassen, dick­wandig, aus Porzellan und vor allem vorgewärmt sein. Ein erstes Indiz für einen guten Espresso ist übrigens die Crema: Sie sollte feinporig und lang anhaltend sein und ein Löffelchen Zucker einige Zeit tragen, ehe der lang­sam in den Espresso sackt. Schließt sich danach die Crema, ist das ein erster Anhalts­punkt für einen wirk­lich guten Espresso. Viele Tipps zur Zubereitung finden Sie auch in unserem Espressomaschinen-Test.

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Wie gelingen Kaffee­spezialitäten wie Cappuccino oder Latte Macchiato?

Viele Voll­automaten bereiten beliebte Kaffee­spezialitäten auf Knopf­druck zu. Aber auch ohne Maschine lassen sich Cappuccino und Co einfach zubereiten. Für viele Spezialitäten dient der Espresso als Basis. Womit sich Milch feinporig schäumen lässt, steht in unserem Milchaufschäumer-Test.

Doppio, Lungo und Ristretto: Ein Doppio ist ein doppelter Espresso: mit doppelt so viel Pulver und doppelt so viel Wasser. Wer einen Doppio mit einer Sieb­träger­maschine zubereitet, muss darauf achten, ein größeres Sieb zu verwenden. Richtung Süden wird der Espresso in Italiens Espressotäss­chen immer kräftiger – hier trinkt man Ristretto. Dafür wird die gleiche Menge Pulver wie für einen Espresso mit weniger Wasser aufgebrüht. Sanfter: Für einen Lungo wiederum brüht die gleiche Menge Pulver mit mehr Wasser.

Espresso Macchiato: Macchiato heißt gefleckt. Auf dieser Espressovariante ist der Fleck ein Tupfer geschäumte Milch. Zum Espresso con Panna wird ein Espresso mit einem Tupfer Schlagsahne.

Cappuccino: Für einen Cappuccino einen Espresso zubereiten und in eine Tasse (120 bis 200 ml) geben, dann mit geschäumter Milch auffüllen.

Moccacino: Ein Moccacino wird fast wie ein Cappuccino zubereitet – allerdings kommt hier heiße Schokolade statt Milch in die Tasse.

Latte Macchiato: Hier ist sorgfältige Schicht­arbeit gefragt. Etwa 100 Milliliter Milch in einem hitze­beständigen Glas (180 bis 200 ml) aufschäumen. Dann vorsichtig einen Espresso zugeben – am besten über den Rücken eines Kaffee­löffels.

Caffè Latte: die italienische Variante des Milch­kaffees. Einen Espresso zubereiten und in eine große Milch­kaffee­tasse geben und bis zum Rand mit heißer Milch und etwas Schaum auffüllen.

Lagerung

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Wie sollte man Kaffee aufbewahren?

Kaffee verliert mit der Zeit sein Aroma – Sauer­stoff, Licht und Wärme, Feuchtig­keit und Fremdgerüche beschleunigen das. Vakuum­verpackt und bei Raum­temperatur halten Röst­kaffee, Espresso und auch Kaffee in Kapseln laut Anbieter etwa 18 Monate.

Kaffee sollte dunkel, luft­dicht, trocken und so kühl wie möglich lagern. Am besten eignet sich dafür die Verpackung des Kaffees selbst. Schließt die Verpackung nicht luft­dicht ab, hilft ein Clip. Ist die Packung einmal offen, sollten Bohnen oder Pulver aber binnen einiger Wochen verbraucht werden. Beschädigte Packungen können reklamiert werden.

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Wie kann ich Kaffee­bohnen über lange Zeit lagern?

Wer Bohnen länger­fristig lagern möchte, kann dies im Gefrierfach tun – die Kälte verlang­samt den Aroma­verlust. Der Kühl­schrank ist als Aufbewahrungs­ort nicht geeignet. Hier lauern Feuchtig­keit und Fremdgerüche, die dem Aroma schaden.

Kaffee und Gesundheit

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Kann Aluminium aus Kaffee­kapseln in den Kaffee übergehen?

Einige Verbraucher sorgen sich, dass Aluminium aus Kaffee­kapseln ins Getränk übergehen könnte. Schließ­lich bestehen einige Kapseln gänzlich oder zumindest teil­weise aus Aluminium. Forscher diskutieren, ob Aluminium aus Lebens­mitteln und Bedarfs­gegen­ständen das Risiko für Brust­krebs und die Alzheimer Krankheit erhöht (hören Sie dazu auch unseren Podcast zum Thema Aluminium).

Aluminium kann aber auch durch Aluminium-Geräte aus der Produktion in den Kaffee geraten oder durch Plan­tagenböden, die von Natur aus aluminiumhaltig sind. Die Tester fanden beim Test von Kaffeekapseln in jedem Kaffee­mehl Aluminium, aber nur sehr wenig. Zudem gehen davon maximal 4 Prozent ins Getränk über. Das ist unkritisch: Eine 60 Kilogramm schwere Frau könnte pro Woche etwa 20 000 Tassen trinken, bevor sie das empfohlene Limit über­schreitet.

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Entstehen während des Röstens auch Schad­stoffe?

Röstet man Kaffee­bohnen, entstehen unver­meid­bar die beiden Schad­stoffe Acrylamid und Furan. Wie viel Acrylamid sich bildet, hängt von Dauer und Grad der Röstung ab. Unsere Experten gehen davon aus, dass sich der Gehalt des Schad­stoffs auf dem Weg in die Tasse kaum verringert. Acrylamid gilt als wahr­scheinlich krebs­er­regend beim Menschen. Die EU-Kommis­sion hat Richt­werte für Acrylamid in Lebens­mitteln bestimmt. Für Kaffee liegt der Wert bei 450 Mikrogramm je Kilo.

Der flüchtige Stoff Furan gilt als möglicher­weise krebs­er­regend. Ein akutes Gesund­heits­risiko gibt es laut dem Bundes­institut für Risiko­bewertung nicht. Nach dem Rösten gasen die Kaffee­bohnen aus – manchmal über mehrere Wochen. Damit verflüchtigt sich auch ein Teil des Furans. Zwar geht der Schad­stoff während des Brühens auch in den Aufguss über, doch je höher der Druck und je stärker die Hitze, umso mehr wird der Über­gang gedrosselt. In einer fertig zubereiteten Tasse Espresso landet beispiels­weise meist weniger als die Hälfte des ursprüng­lichen Furan­gehaltes.

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Macht Koffein munter?

Ja. Das Koffein, das die Kaffee­pflanze in der Natur vor Fraß­feinden schützt, wirkt beim Menschen über das Gehirn und das zentrale Nerven­system. Es treibt das Herz zu stärkerer Pump­leistung an und beschleunigt den Puls. Moderate Kaffee­mengen können die Aufmerk­samkeit erhöhen, Müdig­keit verringern und die Reaktions­zeit verbessern.

Bei langen eintönigen Aufgaben wie Fließ­band­arbeit oder langen Auto­fahrten verhindert Koffein eine schnelle Ermüdung. Das Koffein gelangt über den Magen-Darm-Trakt schnell in Blut: Bereits nach 15 Minuten werden Spitzenspiegel erreicht, nach 45 Minuten ist das gesamte Koffein im Blut ange­kommen.

Die Wirkung hält etwa zwei bis fünf Stunden an, das ist individuell sehr verschieden. Rauchen beschleunigt den Abbau von Koffein, einige Medikamente wie die Anti-Baby-Pille verlang­samen ihn.

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Welche negativen Wirkungen kann Koffein haben?

Eine zu hohe Koffeindosis kann sich durch Unruhe, Anspannung, Herz­rasen und Zittern bemerk­bar machen. Mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag kann bei dafür anfäl­ligen Personen (etwa Personen mit psychischen Erkrankungen) Angst auslösen. Wer Kaffee abends konsumiert, schläft möglicher­weise schlechter ein, und auch die Schlafqualität kann leiden.

Die Wirkung von Koffein ist aber individuell sehr verschieden. Eine akute Koffein­vergiftung ist mit Kaffee kaum zu erreichen, hierfür müssten in kurzer Zeit 75 bis 100 Tassen getrunken werden. Anders ist es, wenn große Mengen Energy Drinks oder sogenannte Energy-Shots, die pro Einheit durch­schnitt­lich 200 Milligramm Koffein enthalten, zusammen mit Alkohol konsumiert werden. In diesem Fall sind auch schwerwiegende kardiovaskuläre oder psychischen Stör­wirkungen möglich.

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Wie viel Koffein ist für Erwachsene unbe­denk­lich?

Über den Tag verteilt sind für gesunde Erwachsene bis zu 400 Milligramm Koffein unbe­denk­lich, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa). Umge­rechnet auf typische Kaffee­getränke wären das maximal vier­einhalb Becher Filter­kaffee (à 200 ml), sieben kleine Tassen Espresso (à 40 ml) oder fünf Tassen Lungo oder Caffè Crema aus Kapseln (à 110 ml).

Ausgenommen von der Koffein-Empfehlung sind Schwangere: Sie sollten lauf Efsa höchs­tens 200 Milligramm Koffein über den Tag verteilt aufnehmen, was etwa zwei Bechern Filter­kaffee entspricht. Denn das Koffein passiert die Plazenta voll­ständig, das Baby bekommt die anregende Wirkung also voll zu spüren. Zu viel Koffein kann das Risiko für Wachs­tums­störungen beim Fötus erhöhen. Zudem wird es von Ungeborenen und von Schwangeren nur sehr lang­sam abge­baut, insbesondere in den letzten Schwanger­schafts­monaten.

Eine Studienauswertung der Universität Reykjavik kommt sogar zu dem Schluss, dass sich keine Menge ausmachen lässt, ab der Koffein in der Schwangerschaft schädlich wirkt. Die Autoren raten werdenden Müttern deshalb, Koffein vorsichts­halber zu meiden. Inwieweit sich diese Erkennt­nisse auf offizielle Empfehlungen auswirken werden, bleibt abzu­warten.

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Dürfen Kinder Kaffee trinken?

Für Kinder gilt laut Efsa wie für Erwachsene eine Höchst­menge von 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als unbe­denk­lich. Ein Kind, das 40 Kilo wiegt, dürfte also etwa 1,5 Tassen Kaffee (200 ml) trinken.

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Wie viel Koffein ist in verschiedenen Lebens­mitteln und Getränken enthalten?

Die Efsa gibt folgende Richt­werte an, verweist aber darauf, dass der Koffein­gehalt und die Portions­größen zwischen verschiedenen Ländern schwanken:

- ein Espresso (60 ml): 80 mg Koffein

- eine Tasse Filter­kaffee (200 ml): 90 mg Koffein

- eine Tasse Schwarzer Tee (220 ml): 50 mg Koffein

- eine handels­übliche Dose Cola (355 ml): 40 mg Koffein

- eine handels­übliche Dose eines Energiegetränks (250 ml): 80 mg Koffein

- eine halbe Tafel Zartbitterschokolade (50 g): 25 mg Koffein

- eine halbe Tafel Voll­milch­schokolade (50 g): 10 mg Koffein

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Macht Koffein abhängig?

Der menschliche Organismus kann sich an regel­mäßige Koffein­zufuhr gewöhnen. Bei plötzlichem Verzicht kann es vorüber­gehend zu Kopf­schmerzen, Müdig­keit, Konzentrations­störungen und gedrückter Stimmung kommen, selten sogar zu Grippe-ähnlichen Beschwerden. Typischer­weise sind diese Beschwerden ein bis zwei Tage nach dem Absetzen am ausgeprägtesten und verschwinden dann. Um diese Entzugs­erscheinungen zu vermeiden, sollte man einen ausgeprägten Koffein­konsum allmählich reduzieren.

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Ist Kaffee ein Flüssig­keits­räuber?

Nein. Koffein kann zwar in hohen Dosen einen harn­treibenden Effekt haben. Doch ein regel­mäßiger, moderater Konsum hat keine negativen Auswirkungen auf den Flüssig­keits­haushalt.

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Erhöht Kaffee das Krebs­risiko?

Nein, das ist inzwischen ausreichend nachgewiesen. Die Interna­tionale Krebs­forschungs­agentur der Welt­gesund­heits­organisation WHO gab 2016 offiziell Entwarnung: Es gebe keine über­zeugenden Belege, dass Kaffee das Krebs­risiko erhöht. Er sollte nur nicht zu heiß getrunken werden, um die Schleimhäute in Mund und Speise­röhre zu schonen.

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Ist Kaffee denn nun gesund oder ungesund?

Kaffee gilt inzwischen als gesund­heits­fördernd und kann als Teil einer gesunden Ernährung empfohlen werden – nicht allein wegen des Koffeins, sondern weil der Pflanzen­extrakt Hunderte biologisch aktiver Pflanzen­wirk­stoffe enthält.

Zu den lang­fristigen gesundheitlichen Auswirkungen existieren inzwischen umfang­reiche Erkennt­nisse. Daher ist es möglich, Aussagen zu Gesund­heits­aspekten mit einer gewissen Sicherheit zu treffen – auch wenn verschiedenen Faktoren die Ergeb­nisse beein­flussen könnten: Zum Beispiel wie stark Studien­teilnehmer ihren Kaffee brauen, ob sie ihn mit Milch und Zucker trinken oder ob sie häufiger rauchen als Menschen, die keinen Kaffee trinken.

Wissenschaftler berück­sichtigen solche Fehler­quellen bei Studien­auswertungen aber weitest­gehend. Laut einer aktuellen Über­sichts­arbeit von Forschern der Uni ­Singapur gibt es Hinweise auf viele ­positive Effekte:

Herz-Kreis­lauf-Gesundheit. Regel­mäßiger Kaffee­konsum hat keinen negativen Einfluss auf den Blut­druck. Drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag scheinen sogar das Risiko für koronare Herzkrankheit, Schlag­anfall und kardiovaskulär bedingten Tod zu senken. Das trifft verstärkt auf gefilterten Kaffee zu: Denn der Papierfilter entfernt den Inhalts­stoff Cafestol, der den Cholesterinspiegel negativ beein­flussen kann. Auch bei Personen mit Diabetes, Bluthochdruck oder einer Herz­erkrankung, die bis zu sechs Tassen Kaffee pro Tag tranken, wurden keine negativen Auswirkungen auf ihr Herz-Kreis­lauf-Risiko beob­achtet.

Körpergewicht und Typ-2-Diabetes. Koffein kurbelt den Energieverbrauch an und vermindert den Appetit. Regel­mäßiger Koffein­konsum scheint sich lang­fristig positiv auf den Körperfett­anteil auszuwirken. Dieser Zusammen­hang dürfte vor allem für schwarzen Kaffee gelten und nicht für Getränke, die viel Zucker und Milch enthalten. Regel­mäßiger Kaffee­konsum – auch mit entkoffeiniertem Kaffee – ist außerdem dosis­abhängig mit einem verringerten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert.

Krebs. Das Risiko für einige Krebs­arten wie Haut-, Brust-, Gebärmutter-, Prostata- oder Leber­krebs ist – Beob­achtungs­studien zufolge – für Kaffee­trinker etwas nied­riger.

Leber und Galle. Es gibt verschiedene Hinweise, dass Kaffee­konsum das Risiko für einige Lebererkrankungen senkt. Auch bilden sich bei regel­mäßigem Kaffee­konsum seltener Gallensteine. Bei diesen Effekten scheint das Koffein eine Rolle zu spielen, denn die beob­achteten Effekte traten bei entkoffeiniertem Kaffee nicht in gleichem Maße auf.

Erkrankungen des Nerven­systems. Beob­achtungs­studien zeigten, dass Koffein das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung senken kann. Entkoffeinierter Kaffee hatte diesen Effekt nicht. Moderater Kaffee­genuss scheint außerdem mit einem verringertem Risiko für Depressionen und Selbst­mord verbunden.

Lebens­erwartung. Kaffee­trinker sterben seltener vorzeitig als Kaffee-Muffel – auch wenn Sie koffeinfreien Kaffee trinken. Der Vorteil ist aber nicht sehr groß (Kaffee: Gesund mit und ohne Koffein).

Kaffee­maschinen: Typen und Funk­tions­weisen

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Was sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kaffee­maschinen?

Die klassische Filterkaffeemaschine wird immer häufiger von speziellen Kaffee­automaten abge­löst. Beliebt sind zum Beispiel Portionskaffeemaschinen für Kaffeekapseln oder Kaffee­pads. Beide eignen sich für alle, die schnell und unkompliziert an das Heiß­getränk kommen möchten.

Die Padmaschinen brühen eine Art Filter­kaffee, aus den Kapsel­maschinen rinnt mit der passenden Kapsel ein typischer Espresso mit feiner Crema. Die Sorten­vielfalt ist bei Portions­systemen allerdings einge­schränkt, vor allem bei Kapsel­automaten. Zudem gehen die Kapseln ins Geld.

Wer mehrere Täss­chen Espresso oder Kaffee am Tag trinkt, für den eignet sich ein Kaffee­voll­automat. Auch er bereitet den kleinen Schwarzen auf Knopf­druck zu, wird aber nicht mit teuren Kapseln gefüttert, sondern mit frischen Kaffee­bohnen. Die Mühle ist einge­baut und funk­tioniert auto­matisch.

Experimentierfreudige können auch zu einer Sieb­träger­maschine greifen. Die Sieb­träger­maschine erfordert mehr Hand­arbeit: Kaffee mahlen, Kaffee­pulver dosieren, andrü­cken, brühen und wieder ausklopfen. Espresso-Tüftler können so stärker Einfluss auf den Geschmack des kleinen Schwarzen ausüben.

Test­ergeb­nisse für verschiedene Typen von Espresso­maschinen finden Sie im Kaffeevollautomaten-Test der Stiftung Warentest.

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Was sind Voll­automaten mit One-Touch-Funk­tion?

Bei Maschinen mit Milch­schaum­automatik oder One-Touch-Funk­tion fließt der Milch­schaum auf Knopf­druck auto­matisch in die Tasse. Umständliches Aufschäumen per Hand ist entfällt. Allerdings sind die Geräte teurer als Modelle mit separatem Milch­aufschäumer.

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Bei Filter­kaffee­maschinen gibt es ja verschiedene Warmhalte­techniken. Sind Geräte mit Wärmeplatte und Glaskanne besser als solche mit Thermos­kannen?

In unserem letzten Test von Filterkaffeemaschinen prüften wir sieben Geräte mit Glaskanne und Wärmeplatte, vier mit Thermos­kanne sowie vier mit Mahl­werk und Glaskanne. Dabei zeigte sich: In allen drei Produkt­gruppen gibt es gute Geräte.

Kaffee­maschinen: Wartung und Sicherheit

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Reicht einfache Zitronensäure, um die Kaffee­maschine zu entkalken?

Voll­automaten sollten nur entkalkt werden, wenn es erforderlich ist und die Maschine dies anzeigt. In der Regel empfiehlt der Hersteller in der Gebrauchs­anweisung ein bestimmtes Mittel. Das sollte auch verwendet werden. Für Filter­maschinen kann man die normalen preisgüns­tigen Entkalker aus dem Drogeriemarkt benutzen (Entkalker im Test). Sie sind oft deutlich billiger als die Spezialtabs der Anbieter.

Achtung: Auf keinen Fall Essig oder Essig­essenz verwenden, die wäre viel zu scharf und greift das Gerät an. Mehr zum Thema Reinigung und Pflege in unserem Kaffeevollautomaten-Test.

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Was ist besser, ein Voll­automat mit heraus­nehm­barer oder mit fest einge­bauter Brühgruppe?

Kaffee­voll­automaten sind pflege­intensiv und müssen regel­mäßig gereinigt werden, damit sie nicht verkeimen. Die Geräte bieten für die Leitungen im Inneren ein Spül­programm, das entweder auto­matisch oder nach manueller Eingabe startet. Bei vielen Modellen lässt sich zudem die Brühgruppe heraus­nehmen und per Hand reinigen.

Aber auch bei Geräten mit fest einge­bauter Brühgruppe bildet sich nicht zwangs­läufig Schimmel. In bisherigen Tests funk­tionierten die Reinigungs­programme solcher Maschinen zuver­lässig, auch wenn sie über Wochen intensiv genutzt wurden. Maßgeblich ist bei allen Voll­automaten, sie regel­mäßig durch­zuspülen. Mehr zum Thema Reinigung und Pflege in unserem Kaffeevollautomaten-Test.

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Werden bei Voll­automaten und Sieb­träger­maschinen Schad­stoffe in den Kaffee gespült?

Die Geräte können tatsäch­lich nach dem Entkalken Schad­stoffe wie etwa Blei oder Nickel abgeben. Säurehaltige Mittel lösen die Metalle vermutlich aus den Bauteilen. Gesunden Menschen schaden die bisher gefundenen Werte nicht. Allergiker könnten zum Beispiel auf Nickel reagieren. Nach dem Entkalken sollte die Maschine mehr­mals durch­gespült werden. Das vermindert eventuell vorhandene Schad­stoffe.

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