FAQ Junge Leute & Finanzen Special

Zum ersten Mal im Leben Geld auf der hohen Kante – aber wohin damit?

Das Taschengeld kam noch ins Spar­schwein. Aber jetzt steht das Kind auf eigenen Füßen und legt sein Geld richtig an. Endlich bin ich aus dem Haus, verdiene eigenes Geld und meine Eltern mahnen gleich: „Kind, du musst für das Alter vorsorgen!“ Gerne. Aber wie mache ich das am besten? Finanztest gibt Antworten auf sieben wichtige Fragen rund ums Thema Geld und Versicherungen.

Ihre Fragen, unsere Antworten

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Was muss ich tun, wenn ich sparen will?

Es klingt zwar etwas altba­cken, aber: ein Haus­halts­buch anlegen. Gerade als junger Mensch mit erstem eigenen Haushalt brauchen Sie einen Über­blick über die Einnahmen und Ausgaben. Bleiben dann 50 oder 100 Euro fürs Sparen übrig, ist das schon mal eine gute Voraus­setzung.

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Früher musste ich mich um nichts kümmern. Welche Versicherungen sind jetzt für mich wichtig?

Einige Versicherungen sind Pflicht: Eine Kranken­versicherung muss jeder haben und fürs eigene Moped oder Auto eine Kfz-Haft­pflicht­versicherung. Sie sollten aber auch unbe­dingt eine Privathaft­pflicht­versicherung abschließen. Die hilft, wenn Sie Schäden bei anderen verursachen, etwa weil Sie mit dem Fahr­rad in ein parkendes Auto gefahren sind. Diese Versicherung ist nicht teuer, bewahrt Sie aber vor teuren Über­raschungen. Wenn Sie es sich leisten können, sollten Sie über eine Berufs­unfähigkeits­versicherung nach­denken. Die zahlt für Sie bis zur Rente, falls Sie nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit nicht mehr arbeiten können. Solange Sie jung und gesund sind, bekommen Sie bessere Tarife. Darum lohnt es sich, früh einen Vertrag abzu­schließen. Sehr gute Tarife zeigt unser jüngster Test Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Was ist, wenn ich noch Bafög-Schulden habe oder einen Studien­kredit zurück­zahlen muss?

Dann sollten Sie zuerst Ihre Schulden tilgen, also etwa das Bafög schnell zurück­zahlen. Wenn Sie das auf einen Schlag können, umso besser: Dann wird Ihnen sogar noch ein Teil erlassen. Müssen Sie noch einen Studien­kredit zurück­zahlen, sollten Sie unbe­dingt die Raten im Blick behalten. Geht ein beacht­licher Teil des monatlichen Einkommens dafür drauf, binden Sie sich besser noch nicht an lang­fristige Sparpläne.

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Meine Eltern hatten für mich einst ein Spar­buch eröffnet, soll ich das behalten?

Nein. Bringen Sie Ihren Eltern schonend bei, dass ein Spar­buch heute keine Zinsen mehr bringt. Lösen Sie es auf und eröffnen Sie statt­dessen bei der Bank lieber ein Tages­geld­konto. Das ist fast genauso sicher. Es wirft zwar zurzeit auch nicht viel ab, aber ein biss­chen mehr als ein Spar­buch. Im besten Fall können Sie mit rund 1 Prozent Zinsen rechnen. (Die aktuell besten Zins-Angebote zeigt der Produktfinder Tagesgeld.) Der Vorteil des Tages­geld­kontos: Sie können jeder­zeit Geld darauf über­weisen oder abbuchen. Ähnlich sichere Alternativen sind zum Beispiel Bank­sparpläne (siehe Glossar). Dabei zahlen Sie regel­mäßig für ein paar Monate oder Jahre einen festen Betrag ein. Das Geld wird besser verzinst als Tages­geld, ist aber nicht jeder­zeit verfügbar.

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Welche Anlagen bringen heute am meisten Geld?

Wert­papiersparpläne mit Aktienfonds können deutlich mehr Geld bringen als Tages­geld oder Bank­sparpläne – wenn es an den Börsen gut läuft. Fonds sind eine Samm­lung ausgewählter Aktien, zum Beispiel aus verschiedenen Ländern. Geeignet für einen Sparplan sind Indexfonds, sogenannte ETFs, die breit gestreut auf der ganzen Welt anlegen. Wir empfehlen ETFs, die sich am MSCI-World-Index orientieren (mehr dazu im Produktfinder Investmentfonds). In einen Fonds­sparplan sollte nur Geld fließen, das Sie in den nächsten zehn Jahren nicht brauchen. Das Angesparte ist zwar jeder­zeit verfügbar, doch wenn die Kurse mal eine Zeit lang fallen, sollten Sie das durch­stehen können. Für Einsteiger sind Wert­papiersparpläne also nicht die erste Wahl. Wer aber ein paar tausend Euro geerbt oder geschenkt bekommen hat, der kann darüber nach­denken, das Geld einmalig in ETFs anzu­legen. Es empfiehlt sich aber, die Sparformen zu mischen, also auch einen Teil der Summe in Tages­geld zu stecken.

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Soll ich mich schon um Alters­vorsorge kümmern – etwa eine private Renten­versicherung oder eine staatlich geförderte Riester-Rente?

Nein, zumindest nicht als Berufs­anfänger, denn Sie müssen die monatlichen Raten ja durch­halten können, bis Sie 65 oder 67 Jahre alt sind. Nach ein paar Berufs­jahren sollten Sie sich aber auf jeden Fall mit dem Thema Rente beschäftigen. Es gibt nun einmal eine Rentenlücke, die Sie schließen müssen. Finanztest gibt regel­mäßig Ratschläge, was Sie zum Beispiel beim Riestern beachten müssen. Mehr dazu auf unserer Themenseite Riester-Rente. Eine private Renten­versicherung empfehlen wir dagegen jungen Leuten generell nicht.

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Mein Arbeit­geber bietet vermögens­wirk­same Leistungen an. Soll ich das Angebot nutzen?

Ja, auf jeden Fall. Mit vermögens­wirk­samen Leistungen hilft der Arbeit­geber beim Sparen. Er zahlt monatlich zusätzlich zum Gehalt einen bestimmten Betrag, höchs­tens aber 40 Euro, in einen Bank- oder Fonds­sparplan. Falls Ihr Arbeit­geber weniger einzahlt, können Sie als Arbeitnehmer oder Auszubildender auf den Höchst­betrag aufstocken. Liegt Ihr Brutto­jahres­einkommen unter 20 000 Euro, legt auch der Staat was dazu, zum Beispiel für einen Fond­sparplan. Weitere Informationen finden Sie im Test Vermögenswirksame Leistungen. Sie müssen wenigs­tens sechs Jahre lang sparen und ein Jahr warten, bis Ihnen das Geld ausgezahlt wird. In der Zwischen­zeit können Sie den nächsten Sparplan abschließen. Vermögens­wirk­same Leistungen sind grund­sätzlich jedem zu empfehlen, der zum ersten Mal sparen möchte.

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