Ist er nicht süß? Manche Gemeinden verlangen für Hunde aus dem Tierheim drei Jahre lang keine Steuer.

Herr­chen und Frauchen finden sie oft ungerecht, Hundegegnern kann sie nicht hoch genug sein: die Hunde­steuer. Über ihre Höhe entscheidet jede Gemeinde selbst. In der Regel ist die Steuer in Städten teurer als in kleinen Gemeinden. Warum? Finanztest beant­wortet die wichtigsten Fragen rund um die Hunde­steuer.

Ihre Fragen, unsere Antworten

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Ich habe mir einen Hund gekauft? Was muss ich für die Steuer nun machen?

Wenn Sie sich einen Vier­beiner anschaffen, sind Sie verpflichtet, ihn in Ihrer Gemeinde für die Hunde­steuer anzu­melden. Versäumen Sie das, begehen Sie eine Ordnungs­widrigkeit. Das Bußgeld kann Sie bis zu 10 000 Euro kosten. In der Öffent­lich­keit müssen Hunde eine Steuermarke am Hals­band tragen. Einige Ämter schi­cken die Marke gleich mit dem Steuer­bescheid zu, bei anderen müssen Sie sie abholen.

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Wie kann ich meine Hunde­steuer senken?

Gar nicht, außer, Sie ziehen um. Sparen können Sie höchs­tens, wenn Sie zu zweit einen Hund halten und in unterschiedlichen Ortschaften wohnen. Dann kann der Vier­beiner in der güns­tigeren Stadt angemeldet werden.

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Gibt es Steuerermäßigungen oder Befreiungen?

Ja. Für Helferhunde wie Blindenhunde, die Menschen mit einer Behin­derung unterstützen, müssen Sie meist nichts zahlen. Nehmen Sie einen Hund aus dem Tierheim auf, verzichten viele Gemeinden zwischen einem halben Jahr und drei Jahren auf die Steuer. Für Dienst- und Wachhunde entfallen sie oft ganz. Fragen Sie konkret hierzu bei Ihrer Gemeinde nach.

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Muss ich als Hartz-IV-Empfänger auch Hunde­steuer zahlen?

Ja. Mancher­orts können Sie aber auf Antrag befreit werden, wenn Sie nach­weisen, dass die Hunde­steuer Ihre Existenz ernst­haft gefährden würde.

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Kann ich erwischt werden, wenn ich meinen Hund nicht anmelde?

Ja. Schät­zungen besagen, dass rund ein Viertel aller Hunde­besitzer ihrer Steuer­pflicht nicht nach­kommt. Um ihre Einnahmen zu verbessern, führen einige Städte Kontrollen auf Straßen durch. Trägt Bello keine Steuermarke am Hals­band, kann eine Geldbuße bis zu 10 000 Euro fällig werden.

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Muss ich Hunde­steuer bezahlen, obwohl mein Hund verreist ist?

Ja. Selbst wenn Sie mit Ihrem Vier­beiner im Urlaub sind, müssen Sie zahlen, so der Bayerische Verwaltungs­gerichts­hof (Az. 4 B 12.1389). Entscheidend für die Steuer sei nicht der tatsäch­liche Aufenthalts­ort, sondern der Haushalt, in dem das Tier lebe. Daher könne eine Gemeinde die Steuer auch kassieren, wenn der Halter seinen Hund zur Arbeit, zu Frei­zeit­aktivitäten oder in die Ferien mitnehme, entschied das Gericht.

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Dürfen Kampf­hunde teurer sein als andere Hunde?

Ja. Wenn Sie einen Kampf­hund (Pitt­bull, Rott­weiler) haben, müssen Sie mit einer höheren Steuer rechnen. Das hat das Bundes­verwaltungs­gericht entschieden (BVerwG 9 C 8 13). Begründung: Die Hunde­steuer ziele darauf ab, Kampf­hunde aus dem Gemeindegebiet zurück­zudrängen. Die Steuer darf nicht die Kosten für die Haltung eines Hundes über­steigen.

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Warum muss ich für meinen Hund in der Stadt oft mehr bezahlen?

Die Hunde­steuer ist in Deutsch­land eine Sache der Kommunen. Zuständig sind die rund 11 000 Städte und Gemeinden. Die Steuer soll nicht nur Geld in die Kassen spülen, sondern auch die Zahl der Tiere begrenzen. Hunde sollen aus den Stadt­gebieten gedrängt werden. Deshalb kostet der Zweit- oder Dritt­hund vieler­orts mehr. Kampf­hunde gelten als gefähr­licher, deshalb will man sie möglichst gar nicht im Stadt­gebiet und die Steuer ist entsprechend höher.

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Werden mit der Hunde­steuer die Reinigungs­kosten gezahlt?

Nein, anders als oft geglaubt, wird die Hunde­steuer nicht dazu verwendet, die Reinigung der Straßen von den Hinterlassenschaften der Tiere zu bezahlen. Die Steuer ist nicht zweck­gebunden. Die Einnahmen fließen vielmehr in den allgemeinen Haushalt der Gemeinde. Diese kann das Geld für alles Mögliche verwenden, etwa für das Reno­vieren des Rathauses oder den Umbau von Kitas.

Weitere Antworten rund um die Hundehaltung finden Sie in unserem Special Was Hundehalter wissen müssen. Tests zu Hundefutter, Auto­boxen oder Hundehaft­pflicht­versicherungen gibt es auf der Themenseite Hund, Hundefutter, Hundeversicherung.

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