FAQ Hausrat­versicherung Special

Die Hausrat­versicherung schützt das Hab und Gut in den eigenen vier Wänden. Sie zahlt bei Einbruch, Brand sowie bei Schäden durch Leitungs­wasser oder Hagel. Wer braucht diese Versicherung? Welche Preis­unterschiede gibt es? Bei welche Policen sind auch Fahr­räder mitversichert? Die Versicherungs-Experten der Stiftung Warentest beant­worten die wichtigsten Fragen zum Thema Hausrat­versicherung.

Für wen eine Hausrat­versicherung sinn­voll ist

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Wann empfiehlt es sich, eine Hausrat­versicherung abzu­schließen?

Wenn der Neuwert Ihres Hausrats so hoch ist, dass Sie bei Verlust nicht alles neu kaufen können oder möchten. Vielen Menschen ist gar nicht klar, wie viel Geld in ihrem Hausrat steckt. Über die Jahre können sich erhebliche Werte ansammeln. Müsste man all diese Dinge neu kaufen, wären viele Haushalte finanziell über­fordert. Verzicht­bar ist die Versicherung am ehesten für junge Leute, die keine teuren Sachen haben. Die Versicherung ersetzt den beschädigten oder zerstörten Hausrat zum Neuwert, maximal aber die vereinbarte Versicherungs­summe. Das bedeutet, dass der Kunde die Summe erhält, die er braucht, um Möbel, Geräte und anderen Hausrat in gleicher Qualität neu zu kaufen – zum aktuellen Markt­preis inklusive tech­nischer Neuerungen. Wenn Diebe zum Beispiel das drei Jahre alte Notebook einge­steckt haben und das gleiche Gerät im Elektronik­handel nicht mehr zu bekommen ist, sondern wegen des tech­nischen Fort­schritts nur bessere, wird dem Kunden der Preis dafür erstattet. Bei der Auswahl der richtigen Versicherung hilft unser individueller Vergleich Hausratversicherung auf test.de.

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Was ist der Unterschied zu einer Haft­pflicht­versicherung?

Eine private Haft­pflicht­versicherung über­nimmt den Schaden, den ihr Kunde anderen Menschen zufügt. Die Hausrat­versicherung ersetzt den Schaden, den er selber erleidet. Beispiel: Bei Familie Müller läuft die Wasch­maschine aus. Müllers teure Perserteppiche sind ruiniert. Diesen Schaden über­nimmt Müllers Hausrat­versicherung. Läuft zusätzlich noch Wasser durch die Decke, beschädigt die Bausubstanz und tropft beim Nach­barn in der Wohnung darunter in die Stereo­anlage, zahlt Müllers Haft­pflicht­versicherung. Ein weiterer Unterschied ist die Regulierung: Die Hausrat­versicherung ersetzt grund­sätzlich den Neuwert der versicherten Sachen. Die Haft­pflicht­versicherung hingegen leistet nur zum – meist viel nied­rigeren – Zeit­wert. Müller bekommt also seine eigenen Teppiche zu dem Preis ersetzt, den er im Laden bezahlen muss, wenn er neue kauft. Sein Nach­bar erhält aber für seinen Fernseher nur einen Bruch­teil des Preises, den er vor fünf Jahren gezahlt hat.

Zum Test Private Haftpflichtversicherungen
Zum Test Hausratversicherungen

Was eine Hausrat­police versichert und was nicht

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Gegen welche Gefahren ist der Hausrat versichert?

Versichert sind Schäden durch

- Brand,
- Blitz­schlag,
- Explosion, Implosion,
- Einbruch­diebstahl und Vandalismus,
- Raub,
- Leitungs­wasser,
- Sturm und Hagel.

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Was ist versichert?

Im Prinzip alle beweglichen Gegen­stände im Haushalt – also alles, was Sie bei einem Umzug mitnehmen können. Das sind im Wesentlichen:

- Möbel, Bilder, Gardinen, Vorhänge, Teppiche, Tapeten, Bücher.
- Elektrogeräte wie Fernseher, Stereo-Anlage, Computer, Foto­apparate, Küchengeräte.
- Kleidung, Schuhe, Wäsche, Uhren.
- Wert­gegen­stände wie Schmuck, Bargeld, ebenso Kunst­werke oder Antiquitäten.

Hinzu kommen Sport­geräte, Nahrungs­mittel, auch Auto­zubehör, das im Haus liegt, und sogar Haustiere wie Fische, Katzen, Vögel. Letztere aber nur zu dem Preis, den sie bei Neuanschaffung kosten würden. Den ideellen Wert kann sie nicht ersetzen.

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Wie sind Wert­sachen versichert?

Wert­sachen sind neben Perlen, Edelsteinen und Edel­metallen auch Briefmarken, Münzen und Medaillen. Hand­geknüpfte Teppiche, Pelze und Kunst­objekte wie Gemälde oder Plastiken fallen ebenfalls darunter. Gleiches gilt für Antiquitäten ab einem Alter von 100 Jahren. Ausnahme: Antike Möbel sind keine Wert­gegen­stände, sondern normaler Hausrat. Den Verlust von Wert­sachen ersetzen Versicherer oft nur bis zu einer bestimmten Grenze, meist 20 Prozent der Versicherungs­summe, bei 80 000 Euro Versicherungs­summe also maximal 16 000 Euro. Für einzelne Wert­sachen gelten zusätzlich zu dieser allgemeinen Grenze „besondere Entschädigungs­grenzen“. Gängige Höchst­beträge dafür sind:

- 1 000 Euro für Bargeld,
- 2 500 Euro für Wert­papiere und Sparbücher,
- 20 000 Euro für Schmuck, Edelsteine, Perlen, Briefmarken, Münzen sowie alle Gegen­stände aus Gold oder Platin.

Für Kunden mit teuren Wert­sachen ist die allgemeine Entschädigungs­grenze zu knapp. Dann ist es sinn­voll, sie zu erhöhen. Das ist meist gegen Aufpreis möglich.

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Zählen Elektronik­gegen­stände auch als Wert­sachen?

In der Regel nicht. Haus­halts­übliche Lampen, Leuchten, Fernseher, Rekorder, Beamer, Stereo-Anlagen, Computer, Tablets, Handys, Kühl- und Gefriergeräte, Herd, Wasch­maschine gehören zum normalen Hausrat. Bei Elektrorädern kommt es darauf an, um was für ein Rad es sich genau handelt. Im Special Versicherungsschutz für E-Bikes finden Sie weitere Details.

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Sind Arbeits­zimmer versichert?

Hausrat im Arbeits­zimmer ist nur versichert, wenn das Zimmer inner­halb der Wohnung liegt und nur von dort aus zugäng­lich ist. Hat es eine eigene Tür nach draußen, ist es nicht mitversichert. Dann kann der Kunde eine separate Geschäftsin­halts­versicherung abschließen. Das gilt zum Beispiel, wenn das Arbeits­zimmer in einem Einfamilien­haus liegt und von der Wohnung aus betreten werden kann, zusätzlich aber auch eine Tür nach draußen hat, sodass beispiels­weise Kunden direkt ins Arbeits­zimmer kommen können, ohne das Haus mit der Privatwohnung zu betreten.

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Deckt die Hausrat­versicherung auch gemietete Einbauküchen ab?

Serien­mäßig produzierte und nicht für das Gebäude individuell angepasste Einbauküchen sind über die Hausrat­versicherung versichert.

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Über­nimmt eine Hausrat­versicherung auch die Kosten für eine Terrassentür, falls diese nach einem Einbruch beschädigt wurde und eine neue Tür einge­baut werden muss?

Ja. Der Hausrat­versicherer muss auch Reparatur­kosten für Beschädigungen am Gebäude durch Einbruch­diebstahl oder Raub über­nehmen – selbst wenn es sich um ein Neben­gebäude wie ein Garten­haus handelt. Das gilt auch, wenn es nur beim Einbruch­versuch bleibt, zum Beispiel wenn ein Täter die Scheibe einschlägt, es ihm dann aber nicht gelingt, durch das zerstörte Fenster einzusteigen. Nicht versichert ist aber ein reiner Vandalismusschaden ohne den Versuch einzubrechen.

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Ist auch ein Rollator im Hausflur mitversichert?

Einige Tarife schließen dies ein, auch wenn der Rollator unab­geschlossen im Hausflur oder vor der Bäckerei steht. Die Versicherungs­summe liegt oft bei 250 Euro, 500 Euro oder 1 000 Euro. Die Bedingungen sind aber nicht einheitlich. Manche Unternehmen zahlen nicht, wenn die Gehhilfe außer­halb der Wohnung oder der Gemein­schafts­flächen wegkommt.

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Stich­wort Keller: Nach einem Unwetter war mein Keller über­flutet. Campingmöbel und Sport­zubehör sind stark beschädigt, ebenso Wasch­maschine und Trockner. Zahlt die Hausrat­versicherung?

Es kommt drauf an. Nur wenn Sie über eine Hausrat­versicherung mit Elementarschaden-Zusatz­schutz verfügen, können Sie vom Versicherer Ersatz für den Schaden verlangen. Die klassische Hausrat­versicherung springt bei Wasser­schäden nur ein, wenn es um Leitungs­wasser geht.

Tipp: Es kann sinn­voll sein, eine vorhandene Hausrat­versicherung um den Elementar­schutz zu erweitern. Wichtiger für Haus­eigentümer ist eine Wohn­gebäude­versicherung mit Elementarschaden­schutz (Zum Test von Wohngebäudeversicherungen). Damit werden Besitzer finanziell nicht ruiniert, wenn ihr Haus von Naturge­walten zerstört wird.

Wichtige Deckungs­erweiterungen

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Ist Fahr­raddiebstahl mitversichert?

Das kommt darauf an. So lange das Rad am Versicherungs­ort in einem geschlossenen Raum steht, wird es behandelt wie anderer Hausrat auch. Es ist also versichert. Wer nur dort parkt, kann also beruhigt sein. Das gilt aber nicht, wenn es draußen abge­stellt wird. Steht das Rad vor dem Kino oder der Uni, greift die Versicherung nur, wenn zusätzlicher Fahr­radschutz vereinbart ist. Es muss dann gegen Beitrags­zuschlag ausdrück­lich in den Vertrag aufgenommen werden. Meist ist es dann mit 5 bis 10 Prozent der Versicherungs­summe geschützt, je nach Anbieter und Tarif. Bei 50 000 Euro Versicherungs­summe wäre Fahr­raddiebstahl dann mit 2 500 bis 5 000 Euro versichert. Im Test Hausratversicherungen, aus test 04/2014, haben wir nur Tarife verglichen, die den Diebstahl von Fahr­rädern von der Straße mit mindestens 2 000 Euro einschließen. Für ein Rad im Wert von 2 000 Euro kostet das bei güns­tigen Anbietern je nach Region 20 bis 40 Euro Aufpreis pro Jahr – in teuren Verträgen manchmal mehr als das Dreifache. Die Summe gilt pro Fall: Werden bei einem Ausflug alle Räder einer Familie gestohlen, gibt es ebenfalls nur 2 000 Euro. Achtung: Einige Tarife schließen den Schutz zwischen 22 und 6 Uhr aus – es sei denn, das Rad stand in einem verschlossenen Raum oder war in Gebrauch und stand vor der Kneipe. Besser sind Policen ohne diese Einschränkung. Die besten zeigen wir Ihnen im individuellen Vergleich Hausratversicherung auf test.de.

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Soll ich mein Fahr­rad über die Hausrat­police versichern oder lieber eine separate Fahr­radversicherung abschließen?

Fahr­räder über die Hausrat­police zu versichern, ist oft güns­tiger als eine Police von einem Anbieter spezieller Fahr­radversicherungen. Entsprechende Tarife finden Sie im individuellen Vergleich Hausratversicherung auf test.de.

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Empfiehlt es sich, Glasbruch zusätzlich zu versichern?

In einigen Tarif­vergleichen und Empfehlungen wird diese Option berück­sichtigt.

Das ist im Regelfall nicht empfehlens­wert, da dieser Zusatz relativ teuer ist und die Schadensummen meist nicht so hoch sind, dass dafür eine Versicherung nötig wäre. Oft erstreckt sich der Schutz nur auf Bruch, nicht auf zerkratzte Scheiben oder auf Schrammen oder Schrunden, die zum Beispiel einen Glas­tisch entwerten können. Auch Aquarien und Terrarien sind meist nicht in der Glas­versicherung enthalten. Dasselbe gilt, wenn bei Fens­tern die Rand­verbindungen undicht werden, zum Beispiel wenn eine Mehr­scheiben­isolier­verglasung blind wird.

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Ist mein Hausrat auch gegen Schäden durch Stark­regen und Über­schwemmungen versichert?

Die Hausrat­versicherung deckt diese Gefahren nicht ab. Sie können aber gegen einen Mehr­betrag zusätzlich versichert werden (Elementarschaden­versicherung). Zu den Elementargefahren gehören:

- Über­schwemmung
- Rück­stau
- Erdbeben
- Erdsenkung
- Erdrutsch
- Schnee­druck
- Lawinen
- Vulkan­ausbruch.

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Was bedeutet der „Verzicht auf die Einrede der groben Fahr­lässig­keit“?

Das ist eine wichtige Erweiterung des Versicherungs­schutzes. Wenn der Kunde einen Schaden grob fahr­lässig herbeigeführt hat, darf die Versicherung ihre Leistung kürzen, im Extremfall sogar ganz ablehnen. Das gilt zum Beispiel, wenn die Wohnungs­tür nur zugezogen und nicht abge­schlossen wurde; ebenso wenn der Kunde ein Fenster gekippt ließ und dann einkaufen ging; wenn er eine brennende Kerze ohne Aufsicht ließ oder die Pfanne auf dem heißen Herd vergessen hat. Oft ist umstritten, ob tatsäch­lich grobe Fahr­lässig­keit vorliegt. Juristen verstehen darunter einen Verstoß gegen das, was jeder Mensch für selbst­verständlich hält. Das klingt deutlich, führt aber oft zu Streit. Manche Versicherer sind mit diesem Einwand schnell bei der Hand, zum Beispiel wenn jemand vor der Abreise in den Urlaub die Roll­läden zu Hause herunter­gelassen hat, sodass jeder mögliche Dieb leicht erkennen kann, dass das Haus vorüber­gehend nicht bewohnt ist. Wird diese Zusatz­klausel vereinbart, verzichtet die Versicherung darauf, mit dem Kunden zu streiten, ob dieser den Schaden grob fahr­lässig verursacht hat. Achtung: Das gilt oft aber nur bis zu einer bestimmten Schadens­höhe. Über­steigt der Schaden diese Höhe kürzt der Versicherer trotzdem.

Schutz auch außer­halb der eigenen Wohnung

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Mir wurde im Urlaub meine Kamera gestohlen. Ist da auch die Hausrat­versicherung zuständig?

Ja, grund­sätzlich schon, im Rahmen der sogenannten Außen­versicherung. Es muss sich aber um Raub handeln. Das heißt, der Täter muss Gewalt angewendet haben oder zumindest glaubhaft mit Gewalt gedroht haben. Hat er den Foto­apparat zum Beispiel vom Stuhl gerissen, als Sie in der Eisdiele saßen, und ist damit weggerannt, gilt das als einfacher Diebstahl. Ebenso wenig ist es versichert, wenn ein Taschendieb Ihnen das Portemonnaie klaut. Diebstahl ist nicht versichert.

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Werden auch aus dem Auto gestohlene Gegen­stände ersetzt – etwa bei einer Urlaubs­reise?

In den meisten Hausratsversicherungen sind Schäden durch Einbrüche und Diebstähle in Kraft­fahr­zeugen in der Regel nur versichert, wenn der Wagen in einem geschlossenen Gebäude stand, zum Beispiel in einer Garage. Auch Park­häuser gehören dazu. Stand das Fahr­zeug an der Straße oder auf einem öffent­lichen oder bewachten Park­platz, zahlt die Hausrat­versicherung nicht. Es gibt aber Tarife, bei denen der Kunde dies mitversichern kann.

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Gibt es Hausrat­versicherungen, die auch Ferien­häuser im Ausland mitversichern?

Die Außen­versicherung springt ein, wenn sich Ihr mitgebrachter Hausrat vorüber­gehend außer­halb der Wohnung in geschlossenen Räumen befindet. So sind auch Sachen finanziell geschützt, die Sie als Urlauber in ein gemietetes Ferien­haus mitnehmen. Der Schutz gilt meist welt­weit, also auch bei Reisen ins Ausland. Aber: Hausrat im eigenen Ferien­haus ist meist nicht mitversichert. Grund: Der Hausrat lagert dort nicht vorüber­gehend. Für ein Ferien­haus als Zweit­wohn­sitz ist eine eigene Police sinn­voll.

Wie hoch die Versicherungs­summe sein sollte

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Was passiert, wenn die Versicherungs­summe zu nied­rig ist und ein Schadens­fall eintritt?

Dann droht Unter­versicherung. Wer den Wert des Hausrats und damit die Versicherungs­summe zu nied­rig veranschlagt, um beim Beitrag zu sparen, kann im Schadens­fall eine böse Über­raschung erleben: Die Versicherung ersetzt den Schaden dann nur anteilig. Liegt der Wert des Hausrats zum Beispiel bei 80 000 Euro, aber die Versicherungs­summe beträgt nur 40 000 Euro, also die Hälfte, zahlt die Versicherung auch nur die Hälfte. Das gilt auch, wenn der Schaden unter der Versicherungs­summe liegt. Zum Beispiel bekäme der Kunde von 6 000 Euro Schaden nur 3 000 Euro ersetzt. Schützen kann man sich davor mit der Klausel „Unter­versicherungs­verzicht“. Der Versicherer legt dann pro Quadrat­meter Wohn­fläche eine bestimmte Versicherungs­summe fest. In der Regel sind das 650 Euro. Bei 100 Quadrat­metern Wohn­fläche beträgt die Versicherungs­summe dann 65 000 Euro. Schäden bis zu dieser Höhe sind gedeckt. Liegt der Wert des Hausrats aber darüber und es passiert ein Totalschaden, bekommt der Kunde maximal diese 65 000 Euro. Alternative dazu sind so genannte Wohn­flächen­tarife: Hier gewährt der Versicherer den Unter­versicherungs­verzicht, wenn die Wohn­fläche genau angegeben wurde (siehe auch Gewusst wie: Hausrat schätzen). Achtung: Dabei gilt nicht der Zeit­wert, sondern immer der aktuelle Neuwert. Wer 100 Bücher für je 5 Euro auf dem Flohmarkt gekauft hat, muss also nicht 500 Euro ansetzen, sondern den Neupreis der Bücher, der um das Mehr­fache höher liegen kann. Da können für ein volles Regal durch­aus 10 000 Euro und mehr heraus­kommen. Auch geschenkte Möbel, Geräte und andere Sachen müssen zu dem Preis angesetzt werden, den sie heute bei Neuanschaffung kosten würden. Schließ­lich ersetzt die Versicherung im Schadenfall genau diesen Neuwert. Die Stiftung Warentest bietet eine detaillierte Checkliste Hausratversicherung an, mit der Sie den Wert Ihres Haus­halts ermitteln können.

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Was bedeutet bei der Hausrat­versicherung eine „pauschale“ Versicherung?

Damit ist der Unter­versicherungs­verzicht gemeint. Statt individuell den Wert Ihres Hausrats zu schätzen und dementsprechend die Versicherungs­summe fest­zulegen, legt ein Pauschaltarif pro Quadrat­meter Wohn­fläche einen Fixbetrag fest. Die übliche Pauschale beträgt 650 Euro pro Quadrat­meter. Für eine 120-Quadrat­meter-Wohnung macht das 78 000 Euro. Es zählt nur die Wohn­fläche, nicht Balkon, Dachboden, Garage oder Keller – Hausrat dort ist aber versichert. Vorteil der Pauschale: Der Versicherer kürzt nie wegen Unter­versicherung. Den ganzen Schaden bezahlt er aber auch dann nur, wenn der Schaden die Versicherungs­summe nicht über­steigt. Achtung: Mit der Pauschale können Sie auch “über­versichert“ sein und somit zu hohe Beiträge zahlen. Das gilt besonders für große Wohnungen, in denen sich der Hausrat auf viele Quadrat­meter verteilt.

Neuabschluss und Kündigung der Altversicherung

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Wie viel bringt ein Preis­vergleich? Gibt es große Unterschiede?

Unsere Tests zeigen immer wieder enorme Preis­unterschiede. Teure Verträge kosten dreimal so viel wie güns­tige, das zeigt unser letzter Test von Hausratversicherungen. Beim Preis teilen die Versicherer das Bundes­gebiet in Risikozonen auf. Städte mit hohem Einbruchs­risiko sind teurer. Das gilt meist für Groß­städte. Auf dem Land sind die Policen billiger zu haben. Die meisten Gesell­schaften bieten mehrere Tarife. Die teuren Angebote heißen oft „Komfort“, „Plus“ oder „Premium“. Die güns­tigen Basis­tarife umfassen den Grund­schutz, der für die meisten Kunden reicht. Dieser Schutz deckt die wichtigen Schäden ab, sodass keiner nach einem Totalschaden vor dem Nichts steht. Viele Basis­tarife versichern auch Über­spannungs­schäden ohne Aufpreis mit. Sie entstehen, wenn Blitze zum Beispiel eine Über­land­leitung treffen und dadurch im Stromnetz Spannungs­spitzen auslösen, durch die Elektrogeräte beschädigt werden können.

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Ich habe meine Versicherung schon seit vielen Jahren. Soll ich auf eine neuere Police umsteigen?

Bloß weil eine Hausrat­versicherung alt ist, muss sie nicht schlecht sein, wenn sie noch zum Hausrat passt. Auch in alten Policen ist alles Wichtige versichert, ein Umstieg auf neuere Versicherungs­bedingungen nicht unbe­dingt nötig. Derzeit gelten bei vielen Versicherern die Stan­dard­bedingungen VHB 2010, die der Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft entwickelt hat. Ältere Verträge orientieren sich an Bedingungs­werken von 2008, teils auch von 1992 oder älter. Doch selbst dort wo Versicherer über den Stan­dard der VHB 2010 hinaus­gehen, bringt das nur kleine Verbesserungen. Zum Beispiele waren Schäden nach Über­spannung wie bei einem Blitz­einschlag nach den alten VHB ausgeschlossen. Heute sind sie in vielen Tarife im Beitrag enthalten. Bargeld und Wert­papiere waren nach den VHB 1992 mit umge­rechnet rund 1 000 Euro für Bargeld und 2 500 Euro für Sparbücher und Wert­papiere versichert. Viele aktuelle Verträge bieten 1 500 Euro für Bargeld und 3 000 Euro für Wert­papiere und Urkunden. Wasser, das aus Aquarien austritt, ist in neuen Verträgen ebenfalls häufig mitversichert.

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Ich habe bereits eine Wohn­gebäude­versicherung. Sollte ich meine Hausrat­versicherung beim selben Versicherer abschließen, um Geld zu sparen, oder einen anderen Anbieter wählen?

Dass Ihr jetziger Wohn­gebäude­versicherer Ihnen auch das güns­tigste Angebot für eine Hausrat­police vorlegt, ist nicht gesagt. Wenn Sie mehrere Versicherungen bei einem Anbieter haben, erhalten Sie zwar häufig einen Bündelrabatt. Dennoch sollten Sie auf jeden Fall mehrere Angebote von verschiedenen Gesell­schaften einholen, also auch bei anderen Anbietern – und dann vergleichen. Wichtig sind in jedem Fall gute Versicherungs­bedingungen. Wenn Sie sich den Aufwand fürs Vergleichen sparen wollen, nutzen Sie den individuellen Vergleich Hausratversicherung auf test.de. Wir nennen Ihnen güns­tige Tarife für Ihren persönlichen Versicherungs­bedarf.

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Ich ziehe mit meinem Freund zusammen, jeder von uns hat eine Hausrat­versicherung. Was tun?

Wenn zwei zusammen ziehen und beide eine Hausrat­versicherung haben, können Sie verlangen, dass einer der Verträge aufgelöst wird. Sind beide Policen von derselben Gesell­schaft, ist es kein Problem, daraus einen Vertrag zu machen: Einer wird gekündigt, beim anderen die Versicherungs­summe auf die nötige Höhe gesetzt. Sind es unterschiedliche Anbieter, darf aus besonderem Anlass der Vertrag gekündigt werden, dessen Versicherungs­summe unter 10 000 Euro liegt. Über­schreiten beide Verträge diesen Betrag, darf die jüngere Police gekündigt werden. Den anteiligen Rest des Beitrags für das Versicherungs­jahr erstattet der Versicherer. Unver­heiratete Paare müssen allerdings darauf achten, dass beide Partner im weiter bestehenden Versicherungs­vertrag genannt werden. Außerdem sollten Sie dort die Versicherungs­summe anpassen.

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Kann ich bei einem Umzug die bisherige Hausrat­versicherung zum Umzugs­termin kündigen?

Oder geht sie auf die neue Wohnung über und kann erst zum Jahres­ende gekündigt werden?

Ein Umzug ist kein Grund für ein Sonderkündigungs­recht. Sie sind verpflichtet, die Kündigungs­frist einzuhalten, die in der Regel drei Monate bis Jahres­ende beträgt. Ausnahmen: Sie ziehen mit einem Partner zusammen oder ziehen ins Ausland. Sie sollten der Versicherung umge­hend den Umzug melden und gegebenenfalls die Versicherungs­summe für die neue Wohnung anpassen. Haben Sie für die Zeit des Wohnungs­wechsels zwei Wohnungen, besteht in beiden Wohnungen Versicherungs­schutz. Der Schutz in der bisherigen Wohnung erlischt aber spätestens zwei Monate nach Umzugs­beginn.

Was im Schadens­fall zu tun ist

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Was muss ich bei einem Schaden beachten?

Sie sollten den Schaden umge­hend bei der Versicherung melden. Außerdem sind Sie zur Schaden­minderung verpflichtet. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie bei Sturm die zerbors­tene Fens­terscheibe abdichten, wenn Regen in die Wohnung geweht wird. Ist die Wasch­maschine ausgelaufen, müssen Sie möglichst schnell das Wasser aufwischen, damit nichts durch die Decke tropft. Beschädigte Gegen­stände sollten Sie aufbewahren, damit der Versicherer sie vor Ort begut­achten kann. Also den kaputten Fernseher nicht gleich wegwerfen oder reparieren lassen, sondern eine Entscheidung des Versicherers abwarten. Bei Einbruch sollten Sie zusätzlich sofort Anzeige bei der Polizei erstatten und ihr sowie dem Versicherer eine Liste aller gestohlenen Gegen­stände vorlegen.

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Wie weise ich nach einem Einbruch nach, dass ich die gestohlenen Sachen wirk­lich besessen habe?

Besonders bei Wert­sachen und teuren Elektrogeräten ist es wichtig, den Besitz nach­weisen zu können. Nach einem Einbruch ist das oft schwer und nach einem Brand sind die Reste häufig kaum zu erkennen. Aussagekräftig sind vor allem Kassenbelege, Quittungen, Garan­tiescheine, Repara­turrechnungen, Konto­auszüge. Hat die Versicherung dann noch Zweifel, sind Fotos hilf­reich. Machen Sie also schon jetzt Fotos aller Gegen­stände im Haushalt, die für Sie von Wert sind. Es empfiehlt sich, diese Unterlagen separat aufzubewahren, am besten bei Freunden oder in einem Bank­schließ­fach, damit sie bei einem Brand nicht zerstört werden. Im Schadenfall darf die Versicherung aber nicht stur auf hieb- und stich­festen Beweisen bestehen. Denn kaum ein Normalbürger könnte solche Nach­weise bringen. Im Streitfall gewähren die Gerichte den Geschädigten Beweis­erleichterungen. Schließ­lich besteht theoretisch immer die Möglich­keit, dass jemand schon vor einem Einbruch angeblich gestohlene Sachen verkauft oder verloren hat. Zur Not sind auch Zeugen­aussagen erlaubt, urteilte der Bundes­gerichts­hof (Az. IV ZR 130/05).

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Muss ich nach einem Einbruch sofort eine Liste mit den gestohlenen Sachen vorlegen?

Ja, unbe­dingt. Nach einem Einbruch müssen Sie schnellst­möglich eine Stehl­gutliste bei der Polizei und ihrer Hausrat­versicherung einreichen – „ohne schuldhaftes Zögern“, heißt es im Bürgerlichen Gesetz­buch. Versäumen sie das oder schi­cken sie die Liste zu spät, erhalten sie unter Umständen weniger Geld von der Versicherung. Der Versicherer ist nicht verpflichtet, Kunden schriftlich auf die Folgen ihrer Trödelei hinzuweisen. Das Ober­landes­gericht Köln gab einer Gesell­schaft recht, die einem Einbruchs­opfer die Leistung um 40 Prozent kürzte. Der Mann hatte die Stehl­gutliste erst drei Wochen nach dem Einbruch abge­geben. Statt rund 19 000 Euro erhielt er nur rund 11 000 Euro. Bei der Schaden­meldung sind Versicherer verpflichtet, Kunden über die Rechts­folgen falscher Angaben zu belehren. Die Stehl­gutliste unver­züglich zur Polizei zu bringen, gehört hingegen zur Schaden­minderungs­pflicht: Nur so kann die Polizei Diebes­gut bei ihren Ermitt­lungen identifizieren.

Test­verfahren der Stiftung Warentest

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Beim letzten Test von Hausrat­versicherungen habe ich meinen Versicherer vermisst. Warum fehlen manche Unternehmen?

Zu Beginn eines Tests schreiben wir alle Unternehmen an, die von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht in dieser Sparte zugelassen sind, und fordern sie auf, uns detaillierte Produkt­informationen zu schi­cken. Nicht immer erhalten wir eine Rück­meldung. Das hat verschiedene Gründe: Ein Versicherer über­arbeitet zum Beispiel gerade sein Angebot, so dass es zum Veröffent­lichungs­zeit­punkt nicht mehr erhältlich, das neue zu unserem Stichtag aber noch nicht fertig ist. Andere Anbieter scheuen den Vergleich.

In jedem Fall über­prüfen wir die Angaben der Versicherer und versuchen, uns fehlende Unterlagen anders zu beschaffen. Das gelingt nicht immer.

Möglich ist auch, dass ein Anbieter fehlt, weil er ein Auswahl­kriterium nicht erfüllt, etwa keinen Tarif in einer Produktkategorie anbietet oder nicht für das dem Test zugrunde liegende Modell.

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