FAQ Giro­konto & Online­banking Special

In Deutsch­land werden bei Banken und Sparkassen etwa 100 Millionen Giro­konten geführt. Statistisch gesehen kommen also auf jeden Bundes­bürger 1,2 Giro­konten. Etwa 60 Prozent davon werden online geführt, Tendenz steigend. Das zeigt, dass immer mehr Bank­kunden Vertrauen in die neue Technik haben. Doch uns erreichen immer noch viele Fragen: zum Recht auf ein Giro­konto, zur Sicherheit beim Online­banking oder zur Höhe der Zinsen beim Dispokredit. Hier beant­worten wir die wichtigsten.

Grund­sätzliches zum Thema Giro­konto

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Gibt es in Deutsch­land das Recht auf ein Giro­konto?

Ja, Banken dürfen seit 19. Juni 2016 niemandem mehr verwehren, ein Konto zu eröffnen. Auch Wohnungs­lose, Asyl­suchende und Geduldete haben Anspruch darauf. Allerdings muss der Kunde geschäfts­fähig sein, also mindestens 18 Jahre alt. Das besagt das Zahlungs­kontengesetz (ZKG). Beim sogenannten Basis­konto handelt es sich immer um ein Konto auf Guthabenbasis. Laut ZKG dürfen die Banken für das Basis­konto nur angemessene Preise erheben – also markt­üblichen Entgelte, die dem Nutzer­verhalten entsprechen. Allerdings wurde im Gesetz keine Ober­grenze fest­gelegt. Mehr zum Thema in unserem Test Basiskonto.

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Kann das Basis­konto dasselbe wie ein normales Giro­konto?

Fast. Das Basis­konto soll vor allem die Teil­nahme am bargeldlosen Zahlungs­verkehr sichern, also Über­weisungen, Dauer­aufträge und Kartenzah­lungen ermöglichen, aber auch Ein- und Auszahlungen. Der Konto­inhaber bekommt auch eine Girocard, darf sein Konto aber nicht über­ziehen. Das Basis­konto kann auch als Online­konto geführt werden.

Unser Test Basiskonto zeigt, dass „Jedermann-Konten“ bei vielen Banken teurer sind als herkömm­liche Lohn- und Renten­konten. Gerade wenig zahlungs­kräftige Kunden, müssen unver­hält­nismäßig mehr zahlen.

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Kann eine Bank trotz Rechts­anspruch einem Kunden ein Basis­konto verwehren?

Nur in seltenen Fällen. Nachdem der Antrag auf Konto­eröff­nung gestellt wurde, hat die Bank für eine Entscheidung zehn Tage Zeit. Wenn sie den Kunden ablehnt, muss sie auch das inner­halb von zehn Tagen tun und begründen. Das regelt das Zahlungs­kontengesetz (ZKG). Es gibt folgende Ablehnungs­gründe:

1. Wenn er bereits bei einer anderen Bank in Deutsch­land ein Konto nutzt.

2. Wenn er inner­halb der letzten drei Jahre wegen einer Straftat gegen die Bank, einen ihrer Mitarbeiter oder Kunden verurteilt wurde.

3. Wenn er bereits ein Basis­konto bei derselben Bank hatte, das ihm wegen Zahlungs­verzugs oder Nutzung zu verbotenen Zwecken gekündigt wurde.

4. Wenn die Bank durch die Konto­eröff­nung gegen ihre allgemeinen Sorgfalts­pflichten aus dem Geld­wäsche- und Kreditwesengesetz verstoßen würde.

Sollte einem Kunden die Eröff­nung eines Basis­kontos nach seiner Auffassung zu Unrecht verwehrt werden, kann er sich an die Beschwerde­stelle des jeweiligen Banken­verbandes wenden. Auch die Verbraucherzentralen und Schuldnerberatungs­stellen bieten ihre Unterstüt­zung an. Welche Möglich­keiten Verbraucher haben, zeigt die Über­sicht Bei Finanzombudsstellen beschweren der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin). Es ist auch möglich, ein Verwaltungs­verfahren bei der Bafin zu beantragen. Sie prüft dann, ob die Voraus­setzungen für den Abschluss eines Basis­konto­vertrages vorliegen

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Was ist ein Pfändungs­schutz­konto?

Jeder Konto­inhaber hat gegen­über seiner Bank den Anspruch, dass sein Giro­konto als Pfändungs­schutz­konto („P-Konto“) geführt wird. Ein P-Konto dient dem normalen Zahlungs­verkehr, schützt bei Konto­pfändung jedoch einen Teil der Einkünfte vor Gläubigern: seit 1. Juli 2017 bis zu einem Betrag von 1 133,80 Euro pro Person je Kalendermonat. So wird sicher­gestellt, dass verschuldeten Menschen genug Geld zum Leben bleibt. Wenn ein Bank­kunde Unterhalt für andere Personen leisten muss, kann er den Frei­betrag erhöhen. Die Umwandlung eines normalen Giro­kontos in ein Pfändungs­schutz­konto ist jeder­zeit und kostenlos möglich. Sie können auch gleich mit dem Antrag auf Einrichtung eines Basis­kontos beantragen, dass das Konto als Pfändungs­schutz­konto geführt wird. Ein Pfändungs­schutz­konto darf nicht teurer sein als ein gewöhnliches Giro­konto.

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Kann die Bank die Konditionen für ein Giro­konto beliebig ändern?

Die Bank darf Preise erhöhen, neue Entgelte einführen oder Geschäfts­bedingungen ändern. Aber sie muss es dem Kunden mindestens zwei Monate vorher schriftlich mitteilen. Schriftlich heißt auch, dass die Mitteilung im elektronischen Post­fach oder auf dem Konto­auszug steht. Wenn der Bank­kunde bis zum geplanten Termin nichts unternimmt, gilt das als Zustimmung. Auch der Bank­kunde kann frist- und kostenlos kündigen. Wider­sprecht er der Konditions­änderung, kündigt die Bank ihm in der Regel das Konto. Das darf sie auch – mit einer zweimonatigen Kündigungs­frist.

Tipp: Einen direkten Vergleich der Konto­führungs­gebühren von mehr als 100 Banken ermöglicht unser Vergleich Girokonten.

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Ist es egal, ob und was ich auf Über­weisungen in das Feld Verwendungs­zweck schreibe?

Nein. Witze im Über­weisungs­träger können zu einer Mahnung, ja im äußersten Fall sogar zu einer Konto­sperrung führen. Zwar kontrollieren Bank­mit­arbeiter nur selten die Betreff­zeilen der Über­weisungen, es gibt aber eine Software, die nach verdächtigen Worten fahndet. Hat eine Bank den Verdacht, einer Straftat auf der Spur zu sein, ist sie verpflichtet, Polizei und Aufsichts­behörden einzuschalten.

In einem uns bekannten Fall hat sogar der vermeintlich unschuldige Begriff „Kuba“ zu Problemen geführt. Die Bank über­prüfte aus geschäfts­politischen Gründen Zahlungen, die mit bestimmten Ländern in Verbindung stehen. In kritischen Fällen holt sie weitere Informationen vom Kunden ein und die Zahlung ist solange gesperrt.

Rechts­grund­lage für eine Sperre ist Paragraf 25h, Absatz 2 des Kreditwesenge­setzes. Demnach sind Banken tatsäch­lich verpflichtet, flächen­deckend sämtliche Kunden­konten zu über­wachen, um „zweifelhafte oder ungewöhnliche“ Zahlungen aufzudecken, die der Geld­wäsche, der Terrorismus­finanzierung oder sons­tigen strafbaren Hand­lungen dienen könnten. Allerdings legt jede Bank selbst fest, nach welchen Schlüssel­wörtern sie die Über­weisungen scannt.

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Darf die Bank mein Giro­konto einfach so kündigen?

Im Einzel­fall sind Banken berechtigt, Verträge mit Kunden zu kündigen, müssen dies aber begründen. Für alle auf Dauer angelegten Verträge gilt nämlich von Gesetzes wegen: Die Parteien dürfen sie aus wichtigem Grund kündigen. Für die Sparkassen, gibt es diesbezüglich ein Urteil des Bundes­gerichts­hofes (BGH). Sie dürfen ihren Kunden nicht ohne sachgerechten Grund kündigen. (BGH Az: XI ZR 214/14). Nur mit sachgerechter Begründung sind sie berechtigt, Kunden vor die Tür zu setzen, schrieben die Bundes­richter den kommunalen Kredit­instituten ins Stamm­buch. Eine Regelung, wonach Sparkassen ohne Angabe von Gründen kündigen dürfen, sei damit nicht vereinbar.

Eine Bank kann ein Giro­konto auch kündigen, wenn auf dem Konto inner­halb eines Jahres weder Geld­eingänge noch -ausgänge zu verzeichnen sind, sodass die Bank sicher sein kann, dass sie die Konto­führungs­kosten nicht bekommt.

Tipp: Sie sind unzufrieden mit Ihrer Bank und wollen das Konto wechseln? Konditionen von über 100 Banken zeigt unser Vergleich Girokonten.

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Ist es nicht sehr aufwendig, das Giro­konto zu wechseln?

Seit September 2016 müssen alte und neue Bank zusammen­arbeiten, um ihren Kunden einen Bank­wechsel zu erleichtern. Die alte Bank muss alle Konto­bewegungen des Kunden der vergangenen 13 Monate an die neue Bank über­mitteln. Die neue Bank muss dann die Zahlungs­partner des Neukunden über die neue Bank­verbindung informieren. Dafür haben die Banken rund 14 Tage Zeit. Für den Wechsel können die Kunden bei vielen Banken einen digitalen Konto­wechsel­service nutzen und fast alles am heimischen Computer erledigen. Es ist aber auch möglich, die Konto­wechsel­hilfe in der Filiale zu nutzen, dafür gibt es extra Vordrucke. Finanztest hat stich­proben­artig untersucht, wie gut der Umzugsservice klappt.

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Meine Girocard/Kreditkarte ist weg. Was muss ich tun?

Sind Kredit- oder Girokarte weg, dürfen Sie keine Zeit verlieren. Grund: Erst nach der Sperrung steht die Bank und nicht mehr der Kunde für unbe­rechtigte Trans­aktionen gerade. Davor haften Karten­inhaber in der Regel maximal bis 150 Euro. Dieses Limit gilt aber nur, wenn der Kunde keinerlei Sorgfalts­pflichten verletzt oder nicht grob fahr­lässig gehandelt hat. Wer zum Beispiel Pin und Karte zusammen aufbewahrt oder unbe­aufsichtigt im Auto liegengelassen hat, kann auch auf höheren Summen sitzenbleiben. Wird beispiels­weise gleich nach dem Diebstahl mit Girokarte und Pin an einem Auto­maten Geld abge­hoben, gehen die Gerichte davon aus, dass der Karten­inhaber die Geheimzahl gemein­sam mit der Karte verwahrt haben muss (Anscheins­beweis).

Ein BGH-Urteil (AZ: XI ZR 370/10) hat diesbezüglich die Rechte der Bank­kunden gestärkt und auf die gehäuften Skimming-Fälle (Ausspähen von Daten) reagiert. Demnach liegt die Beweislast bei der Bank. Sie muss die Verwendung der Originalkarte beweisen. Der Anscheins­beweis findet keine Anwendung, wenn die Bank diesen Nach­weis nicht erbringen kann.

Tipp: Um die Girocard sperren zu können, brauchen Sie Bank­leitzahl und Konto­nummer, zur Sperrung der Kreditkarte die Karten­nummer. Bei Diebstählen verlangen einige Institute zudem eine Straf­anzeige. Am schnellsten geht die Sperrung über den Zentralen Notruf 116 116. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Gewusst wie: Plastikgeld sperren

Regeln für den Dispokredit

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Habe ich einen Anspruch auf einen Dispokredit?

Nein, die Banken räumen zwar vielen ihrer Kunden einen Über­ziehungs­rahmen auf dem Giro­konto ein, den sogenannten Dispokredit. Aber den gibt es nur, wenn der Kunde regel­mäßige Geld­eingänge hat. In diesem Fall kann er auch ohne Konto­guthaben Geld über­weisen oder abheben und gegebenenfalls mit der Karte bezahlen. Auch Abbuchungen durch Dritte, werden dann ausgeführt, sofern eine Einzugs­ermächtigung vorliegt. Der Kredit ist unbe­fristet.

Tipp: Die Dispozins-Konditionen von mehr als 1 300 Banken und Sparkassen zeigt unser kostenloser Vergleich Dispozinsen.

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Gibt mir die neue Bank nach einem Konto­wechsel sofort einen Dispokredit, wenn auch die alte Bank mir einen Kredit­rahmen einge­räumt hatte?

Das ist nicht sicher. Manche Banken wollen erst sehen, dass tatsäch­lich regel­mäßig Geld auf dem Konto eingeht. Das können Gehalts- oder Rentenzah­lungen sein oder andere kontinuierliche Zahlungen. Manchmal geben die Kredit­institute eine bestimmte Höhe vor. Klappt es mit dem regel­mäßigen Geld­eingang, räumen die Banken dem Kunden in der Regel nach zwei, drei Monaten einen Dispokredit ein.

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Gibt es feste Regeln für die Höhe des Dispokredites?

Nein, aber meistens beträgt der einge­räumte Kredit­rahmen maximal das Zwei- bis Dreifache des monatlichen Geld­eingangs. Es ist aber möglich, die Höhe auch selbst zu bestimmen und den Dispo zum Beispiel auf wenige Hundert Euro zu begrenzen oder in Absprache mit der Bank für eine bestimmte Zeit auf einen größeren Betrag aufzusto­cken. Für Kunden, die den Dispo nicht unbe­dingt brauchen, ist die Reduzierung des Dispo aus Sicher­heits­gründen sinn­voll.

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Wie hoch sind die Zinsen für den Dispokredit?

Der Dispokredit ist meistens der teuerste Kredit einer Bank. Derzeit bezahlen die Kunden im Durch­schnitt 9,78 Prozent (Stand: 1. Juni 2017), 8 Prozent wären in der derzeitigen Nied­rigzins­phase noch akzeptabel. Von Abzocke sprechen wir, wenn der Dispo mehr als 13 Prozent beträgt. Die Konditionen von mehr als 1 300 Banken und Sparkassen zeigt unser kostenloser Vergleich Dispozinsen.

Der Bank­kunde muss nach­voll­ziehen können, wie und wann sich der Dispozins verändert. Wenn die Bank die Höhe des Dispo verändern will, kann sie das seit Juli 2010 ohne eine Information des Kunden, wenn sie den Zins an einen Referenz­wert koppelt. Als Referenz­wert dient zum Beispiel oft der 3-Monats-Euribor. Er zeigt den Durch­schnitt der Zins­sätze, zu denen sich europäische Banken mit sehr guter Kreditwürdig­keit unter­einander Geld leihen können. Gut sind Banken, die den Dispo fest an einen Referenz­wert binden und den Dispozins um ebenso viele Prozent­punkte erhöhen oder senken, wie der Referenz­wert steigt oder sinkt.

Koppelt die Bank den Dispozins nicht an einen Referenz­wert, muss sie ihre Kunden von sich aus recht­zeitig über eine Zins­änderung informieren, so dass sie Einspruch erheben können.

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Was versteht man unter einer geduldeten Über­ziehung?

Von geduldeter Über­ziehung spricht man, wenn Bank­kunden ihr Giro­konto über den Dispokredit hinaus über­ziehen. Lange Zeit berechneten die Banken für die über den Dispokredit hinaus­gehende Summe einen Zins­aufschlag von 3 bis 5 Prozent­punkten. In der Spitze liegt der Zins für geduldete Über­ziehung bei 18,75 Prozent. Mitt­lerweile verzichten aber viele Banken auf den Zins­aufschlag.

Tipp: Die Dispozins-Konditionen von mehr als 1 300 Banken und Sparkassen zeigt unser kostenloser Vergleich Dispozinsen.

Bank­gebühren

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Darf eine Trans­aktions­nummer (Tan) etwas kosten?

Ja, Banken dürfen für das Zusenden einer Trans­aktions­nummer (Tan) per SMS auf das Handy eine Gebühr verlangen, wenn der Kunde die Tan für einen Zahlungs­auftrag erfolg­reich nutzt. Das hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) entschieden (Az. XI ZR 260/15).

Unwirk­sam sind nur Preisklauseln, nach denen für SMS-Tans – auch für nicht genutzte – grund­sätzlich Gebühren anfallen. In dem verhandelten Fall ging es um die Kreissparkasse Groß-Gerau (Details in unserer Meldung Tans dürfen etwas kosten – wenn sie genutzt werden). Kunden anderer Banken erwächst aus dem aktuellen BGH-Urteil kein auto­matischer Rechts­anspruch. Wenn im Preis­verzeichnis aber fest­gelegt ist, dass die Bank für jede SMS-Tan eine Gebühr nimmt, sollten die Kunden versuchen, diese Gebühren zurück­zufordern. Weigert sich das Geld­institut, müssten die Kunden ihre Bank verklagen.

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Wo kann ich kostenlos Bargeld einzahlen, wenn ich mein Konto bei einer Direkt­bank habe?

Sie können das Geld bei fast jeder Filial­bank auf Ihr Giro­konto einzahlen. Das kostet meist zwischen 5 und 15 Euro Gebühr, kann aber auch teurer sein. Je nachdem, bei welcher Direkt­bank Sie Ihr Konto führen, können Sie das Bargeld bei den Filialen der Muttergesell­schaften einzahlen, meist sogar kostenlos: Sind Sie comdirect-Kunde, nutzen Sie die Filialen der Commerz­bank, als Noris­bank-Kunde die der Deutschen Bank. Auf ein Konto der 1822direkt, können Sie bei allen Kassen­terminals der Frank­furter Sparkasse kostenfrei Geld einzahlen.

Die Direkt­banken ermöglichen manchmal an ihrem Haupt­sitz direkten Kunden­kontakt.

Wer ein Konto bei der Netbank oder ING-DiBa hat, kann in allen Geschäfts­stellen der Reise­bank kostenlos aufs eigene Giro­konto einzahlen. Kunden der Smartphone­bank N26 bekommen nicht nur via Handy Bargeld an der Supermarkt­kasse, sie können dort auch welches einzahlen. Kostenlos sind allerdings nur 100 Euro im Monat. Die Möglich­keit, Bargeld auch über Filialen der Bundes­bank aufs eigene Konto einzuzahlen, gibt es seit 2012 nicht mehr.

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Das Kredit­institut will Geld, weil es mich über eine geplatzte Last­schrift informiert hat. Ist das rechtens?

Früher durften Banken kein Geld dafür nehmen, wenn sie Kunden über eine geplatzte Last­schrift informierten. Das hat sich geändert. Seit 1. Februar 2014 gilt für Über­weisungen und Last­schriften grund­sätzlich das Sepa-Verfahren. Sepa ist die Abkür­zung für den eng­lischen Begriff Single Euro Payments Area, zu Deutsch: einheitlicher Euro-Zahlungs­verkehrs­raum. Bei den neuen Sepa-Last­schriften dürfen die Banken etwas dafür verlangen, wenn sie Kunden über geplatzte Last­schriften informieren. Sie dürfen nur die ihnen entstandenen Kosten an den Kunden weitergeben, die in der Regel bei 3 Euro liegen. Höhere Gebühren sind unzu­lässig. Das Land­gericht Dort­mund befand zum Beispiel 50 Euro für zu hoch (Az. 8 O 55/06), das Land­gericht Hamburg 15 Euro (Az. 312 O 373/13), das Ober­landes­gericht Schleswig-Holstein schon 10 Euro (Az. 2 U 7/12).

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Für die Klasse unseres Kindes soll ein Konto angelegt werden. Wie machen wir das am besten?

Sie können ein Treu­hand­konto eröffnen. Das Konto läuft auf Ihren Namen, aber für fremde Rechnung. Sie verwalten als Vertrags­partner der Bank und Verfügungs­berechtigter das Geld für Dritte, also für die Klasse Ihres Sohnes. Für die Konto­eröff­nung brauchen Sie den Personal­ausweis und Sie müssen plausibel machen, wofür Sie dieses Konto brauchen. Geben Sie zur Sicherheit einem zweiten Eltern­vertreter oder dem Klassen­lehrer eine Voll­macht für dieses Konto, damit jemand Zugriff hat, wenn Sie verhindert sind.

Sparkassen, Volks- und Raiff­eisen­banken bieten spezielle Konto­modelle für diesen Zweck an. Auch Online­banking ist möglich. Manchmal muss der Verfügungs­berechtigte sein Haupt­konto bei derselben Bank haben. Die Konditionen und Kosten für die Konto­führung legt jede Bank für sich fest.

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Ich möchte mein Giro­konto bei einer ökologisch und sozial­verträglich wirt­schaftenden Bank führen. Welche Banken kommen infrage?

Kredit­institute, die ihre gesamte Geschäfts­tätig­keit an ethisch-ökologischen Kriterien ausrichten sind zum Beispiel die KD-Bank, die Bank für Kirche und Caritas, die Ethik­bank, die Evangelische Bank, die Evenord Bank, die GLS Bank, die Steyler Bank und die Triodos Bank. Sie bieten alle bundes­weit ein Giro­konto an. Der monatliche Konto­führungs­preis liegt zwischen 0 Euro und 19,50 Euro. Welche Bank Ihre Ansprüche am besten vertritt, können Sie über die Informations­materialien selbst heraus­finden.

Tipp: Einen direkten Vergleich der Konto­führungs­gebühren von mehr als 100 Banken – inklusive der oben genannten Banken – ermöglicht unser Vergleich Girokonten.

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Laut Bundes­gerichts­hof (BGH) müssen Banken bei Verlust oder Diebstahl der Girocard kostenlos eine neue Karte ausstellen. Mit der Begründung, das Urteil betreffe nur die Post­bank, hat meine Bank 10 Euro kassiert. Darf sie das Urteil ignorieren?

Jein. Das BGH-Urteil (Az. XI ZR 166/14) ist zwar nur für den Verurteilten bindend, in diesem Fall die Post­bank. Es gilt aber als Anhalts­punkt, wie andere Gerichte im vergleich­baren Fall entscheiden würden. Fakt ist, dass Ihre Bank keine Rechts­grund­lage für das Entgelt hat. Sie können sich an die Schlichtungs­stelle Ihrer Bank wenden. Bei der Sparda Bank Hamburg zum Beispiel hielt der Ombuds­mann das BGH-Urteil im vergleich­baren Fall für anwend­bar. Oder Sie gehen zu einer Verbraucherzentrale. Sie kann Ihrer Forderung Gewicht verleihen. Gibt die Bank nicht nach, riskiert sie eine Abmahnung oder einen Rechts­streit. Mehr zum Thema in unserem Special Schlichtungsstellen: So kommen Sie ohne Gericht zu Ihrem Recht.

Grund­sätzliches zum Thema Online­banking

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Worauf muss ich beim Online­banking besonders achten?

Zunächst sollten Sie ein geeignetes Verfahren wählen (siehe Frage Welche Onlinebanking-Verfahren empfehlen Sie?). Außerdem sollten Sie persönliche Zugangs­daten wie Geheimzahl (Pin) und Tan keinesfalls auf dem Computer speichern. Klicken Sie keine Links in E-Mails an, deren Absender Sie nicht kennen, und öffnen Sie auch keine Anhänge. Geben Sie die Bank­adresse ­immer selbst ein. Lassen Sie gesunden Menschen­verstand walten und brechen Sie das Online­banking sofort ab, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt.

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Welche Voraus­setzungen muss mein Computer haben?

Sie sollten Online­banking nur an einem gesicherten Computer machen und darauf achten, dass Betriebs­system und Internet­browser immer auf dem neuesten Stand sind. Der Rechner braucht eine Firewall und ein Viren­schutz­programm, die in aktuellen Betriebs­systemen bereits integriert sein können. Öffent­liche Rechner sind für Online­banking tabu. Nach dem Banking sollten Sie vorsorglich den Cache – eine Art Kurz­zeitgedächt­nis des Browsers – löschen.

Verschiedene Online­banking-Verfahren

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Welche Online­banking-Verfahren empfehlen Sie?

Die meisten Banken bieten mindestens ein sicheres Online­banking-Verfahren an. Sie unterscheiden sich nach der Art, wie sie die Trans­aktions­nummern (Tan) verschi­cken, mit der Sie Ihren Auftrag frei­geben. Sicher sind nach heutigem Stand der Technik mobileTan, ChipTan, Photo-Tan und App-Tan (siehe Tan-Verfahren im Überblick).

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Sie schreiben nie etwas zum HBCI-Verfahren. Wie sicher ist das Verfahren?

HBCI (Home-Banking-Computer-Inter­face) ist eines der sichersten Online­banking-Verfahren. Seit 2004 heißt es FinTS (Financial Trans­action Services). Viele Banken bieten HBCI (FinTs) nicht mehr aktiv an, weil die Kunden einfachere Verfahren bevor­zugen. Für HBCI benötigen Sie eine spezielle Software, ein Lesegerät, möglichst mit Tastatur, und eine Chipkarte. Alle entscheidenden Sicher­heits­aspekte sind in dieser Karte, die mit einer Geheimzahl (Pin) geschützt ist. Für die Bestätigung eines Bank­auftrags stecken Sie die Chipkarte in das – mit dem PC verbun­dene – Lesegerät. Auf dessen Tastatur geben Sie die Pin ein. Die Chipkarte erstellt eine digitale Unter­schrift und schickt den Auftrag verschlüsselt an die Bank. Auf diese Weise sind Schad­programme wert­los, die Betrüger auf fremde Computer einschleusen, um Zugangs­daten fürs Online­banking abzugreifen.

Der Nachteil von FinTS ist, dass Sie es nur an dem Computer nutzen können, an dem Sie die Software und das Lesegerät installiert haben. Oft müssen Sie das Lesegerät auch selbst bezahlen.

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Kann ich mich auch für zwei Verfahren anmelden und dann spontan entscheiden, welches ich nutze?

Das kommt auf Ihre Bank an. Wenn sie mehrere Online­banking-Verfahren anbietet, ist es meistens möglich, zwei davon parallel zu nutzen. Sie wählen aus den angebotenen Verfahren Ihre Favoriten aus. Für jedes Verfahren erhalten Sie abhängig von Ihrer Bank eventuell einen eigenen Anmelde­namen und eine eigene Pin. Sie entscheiden mit der Eingabe der Daten bei der Anmeldung im Online­banking, welches Verfahren Sie nutzen möchten. Manche Banken schließen aber auch das parallele Nutzen von zwei Verfahren aus.

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Warum haben Sie noch nie etwas über die Online­banking-Verfahren Secu­reGo und Bestsign geschrieben?

Secu­reGo ist ein Online­banking-Verfahren der Volks- und Raiff­eisen­banken. Wir ordnen es unter den Ober­begriff „App-Tan“ ein – so wie das Push-Tan-Verfahren der Sparkassen (siehe Tan-Verfahren im Überblick). Bei Secu­reGo bekommen Sie die Tan in einer App auf Ihrem Smartphone oder Tablet ange­zeigt. Die App müssen Sie zuvor auf den Geräten installieren und sich in der App und im Online­banking registrieren. Dann bekommen Sie künftig in der App die Tan ange­zeigt.

Bestsign ist ein Verfahren, das nur Kunden der Post­bank zur Freigabe von Trans­aktionen nutzen können. Sie brauchen dafür ein spezielles Gerät, dass Sie per Bluetooth oder USB-Anschluss mit Ihrem Computer verbinden. Es zeigt die Trans­aktions­daten an, die Sie per Knopf­druck auf dem Gerät frei­geben.

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Bearbeiten Banken Online­aufträge rund um die Uhr?

Über­weisungen, ob per Papier oder per PC in Auftrag gegeben, werden rund um die Uhr angenommen, aber nur zu bestimmten Zeiten verarbeitet. An Sams­tagen, Sonn- und Feier­tagen sowie in der Nacht finden keine Buchungen statt. Bis zu welchem Zeit­punkt die Bank Über­weisungen noch am gleichen Tag ausführt, steht im Preis- und Leistungs­verzeichnis. Aufträge, die danach eingehen, werden am folgenden Werk­tag gebucht.

Beispiel: Eine Über­weisung, die Sie Freitag um 21 Uhr tätigen, wird erst montags ausgeführt. Über­weisen Sie am Montag tags­über, wird der Auftrag am selben Tag gebucht. Inner­halb derselben Bank taucht eine Online­über­weisung von Konto zu Konto fast zeitgleich im Online­banking auf. Auch die Wert­stellung erfolgt meist sofort.

Sicherheit beim Online­banking

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Wie sorgen die Banken für ein sicheres Online­banking?

Die Banken schützen sich mit speziellen Firewalls gegen unbe­rechtigte Zugriffe auf ihr System, sorgen für einen verschlüsselten Daten­austausch und lassen ihre Zugänge zum System von Dritten auf Sicher­heits­mängel testen. Sie analysieren Verhaltens­muster, um unbe­rechtigte Buchungen mit sogenannten schwarzen Listen vor der Ausführung zu stoppen. Eine Beschreibung der sicheren Online­banking-Verfahren finden Sie unter Tan-Verfahren im Überblick. Mit welchen Programmen Sie Ihren Rechner am besten gegen Angriffe schützen, zeigt unser aktueller Test von Sicherheitssoftware.

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Mein Onkel nutzt einen älteren Computer ausschließ­lich für Online­banking, weil das besonders sicher sei. Hat er recht?

Der Ansatz ist nicht verkehrt, solange Ihr ­Onkel so diszipliniert ist und wirk­lich keine anderen Internet­seiten besucht. Allerdings ist nicht der Computer selbst das Sicher­heits­problem. Angriffs­punkt für Betrüger ist die Software auf dem Computer. Ihr Onkel muss auch auf dem älteren Gerät die üblichen Sicher­heits­vorkehrungen treffen: Firewall und Virens­canner installieren sowie Betriebs­system und Internet­browser immer aktuell halten. Wichtig ist, dass die Programme vom Hersteller immer noch Sicher­heits­updates erhalten. Je älter die Hard­ware ist, desto eher kann es vorkommen, dass die neue Software nur noch lang­sam läuft und das Online­banking dadurch nicht so komfortabel ist.

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Ich bin immer davon ausgegangen, dass Linux sicherer ist als das gängige Betriebs­system Wind­ows. Stimmt das?

Ihre Annahme rührt offen­bar daher, dass wegen der geringeren Verbreitung Angriffe auf das freie Linux-System wesentlich seltener sind als auf gängige Betriebs­systeme. Betrüger wählen als Angriffs­ziel meist Systeme aus, bei denen die Erfolgs­aussichten sehr groß sind, also wenn Millionen Nutzer erreicht werden können. Aber Vorsicht: Egal, welches Betriebs­system Sie nutzen, Sie müssen immer die möglichen Sicher­heits­vorkehrungen treffen. In den allgemeinen Geschäfts­bedingungen oder den Sonderbedingungen zum Online­banking beschreiben die Banken in der Regel, welche Maßnahmen sie von Ihnen erwarten.

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Betrüger sollen Internet­seiten der Banken täuschend echt nach­machen. Wie erkenne ich so etwas?

Das ist nicht immer einfach. Wichtig ist, dass Sie für Bank­geschäfte nie einen Link verwenden, der Ihnen per E-Mail zuge­schickt wurde. Geben Sie bei jedem Aufruf die Internet­adresse Ihrer Bank neu über die Tastatur ein. Wenn Sie schon beim Login nach einer Trans­aktions­nummer (Tan) gefragt werden, sind Sie mit Sicherheit auf einer gefälschten Seite.

Auch minimale Abweichungen der Internet­adresse – etwa Trennungs­punkte oder Trenn­striche – sind Zeichen für eine Fälschung. Generell verdächtig ist alles, was vom gewohnten Ablauf abweicht.

Achten Sie darauf, dass die Verbindung zu Ihrer Bank in der Adress­zeile mit https:// beginnt. Bei Verwendung der aktuellen Browsersoftware wird mitt­lerweile oft ein Zertifikat ange­zeigt, mit dem die Richtig­keit der Angaben des Servers, mit dem Sie verbunden sind, von einer unabhängigen Instanz bestätigt wird. Dass eine Webseite zertifiziert und Ihre Verbindung verschlüsselt ist, können Sie daran erkennen, dass nach der Internet­adresse ein kleines Schloss-Symbol ange­zeigt wird. Wenn Sie darauf klicken, erhalten Sie mehr Informationen über das Zertifikat und darüber, ob die Internetseite tatsäch­lich die ist, für die sie sich ausgibt.

Fast alle modernen Browser warnen vor unsicheren Zertifikaten oder verdächtigen Umleitungen. In diesem Fall sollten Sie keine Trans­aktionen mehr unternehmen und sofort Ihre Bank informieren.

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Ich finde die Funk­tion „Kenn­worte speichern“ praktisch, bin mir aber nicht sicher, ob das unter Sicher­heits­aspekten auch gut ist?

Bei einigen Browsern ist es möglich, Einträge und Pass­wörter in Formular­feldern – also auch im Anmeldeformular für das Online­banking – auto­matisch zu ergänzen oder zu speichern. Das ist aber gerade im Bezug auf das Online­banking aus Sicher­heits­gründen nicht zu empfehlen. Wenn Sie die auto­matische Speicherung von Daten in Ihrem Browser akti­viert haben, sollten Sie die Funk­tion „Kenn­wörter speichern“ (Browser Mozilla Firefox) beziehungs­weise „Auto-Vervoll­ständigen“ (Browser Internet Explorer) besser abschalten.

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