Weniger Mütterrente als erwartet

FAQ Gesetzliche Rente Special

Rentenrecht ist tückisch. So erhält Rentnerin Rosemarie Pacharra jetzt weniger Geld, als sie erwartet hat. Die Freude an ihren Enkeln Lukas und Jonas kann ihr das aber nicht nehmen.

26 Euro weniger im Monat als erwartet

Seit dem 1. September 2014 ist Rosemarie Pacharra Rentnerin. Über die Einführung der neuen Mütterrente hatte sich die frühere Verwaltungs­angestellte gefreut. Sie rechnete mit knapp 86 Euro mehr Rente im Monat für ihre drei Kinder. Einen extra Renten­punkt für jedes vor 1992 geborene Kind – so hatte sie die Reform verstanden. Ein Entgelt­punkt entspricht derzeit 28,61 Euro im Westen und 26,39 Euro im Osten. Ihr Zuschlag fiel allerdings rund 26 Euro pro Monat nied­riger aus als gedacht. Der Grund: Pauschal einen Punkt mehr bekommen nur Mütter, die am 1. Juli schon Rentnerin waren. Alle anderen bekommen nur dann die vollen Punkte, wenn sie nach der Geburt höchs­tens durch­schnitt­lich verdient haben.

So rechnet die Rentenkasse

Für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, rechnet die Rentenkasse seit der Reform zwei Jahre Erziehungs­zeit an. Jedes Jahr wird derzeit mit rund einem Entgelt­punkt bewertet. Damit ist ein Jahr Kinder­erziehung fürs Renten­konto so viel wert, als hätte die Mutter in diesem Jahr durch­schnitt­lich verdient. Hat sie in dieser Zeit gearbeitet, erhält sie zusätzlich Punkte aus ihrer Beschäftigung. Mehr als gut zwei Punkte gibt es aber nicht. Das liegt an der Beitrags­bemessungs­grenze – dem Höchst­einkommen, bis zu dem es Renten­punkte gibt. Es liegt etwas über dem doppelten Durch­schnitts­gehalt, wird jähr­lich angepasst und entspricht derzeit gut zwei Punkten. Ergeben Gehalt und Erziehungs­zeit in einem Jahr eine höhere Punkt­zahl, wird gekappt.

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