FAQ Gesetzliche Krankenkasse Special

Neun von zehn Deutschen sind gesetzlich kranken­versichert. Das Gros der Kassen­leistungen ist gesetzlich vorgeschrieben. Doch hinsicht­lich Beiträgen, Service und Extras gibt es durch­aus Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen. Fragen dazu beant­worten wir in unseren FAQ. Außerdem erklären wir, wann Sie die Kasse wechseln können, wie Sie sich als Selbst­ständiger gesetzlich kranken­versichern können und wie die Kranken­versicherung der Rentner funk­tioniert.

Leistungen der Gesetzlichen Kranken­versicherung

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Für welche Leistungen bezahlen gesetzliche Krankenkassen?

Kassen müssen die medizi­nisch notwendigen und verordneten Behand­lungen, Arznei­mittel und sons­tigen Leistungen bezahlen, die zum Leistungs­katalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Dieser ist im Sozialgesetz­buch V aufgeführt. Die dort definierten Leistungen machen etwa 95 Prozent aller Kassen­leistungen aus.

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Worin unterscheiden sich dann die Kassen?

Krankenkassen dürfen darüber hinaus Zusatz­leistungen anbieten, wie etwa Zuschüsse zu Osteo­pathiebe­hand­lung oder zur professionellen Zahn­reinigung. Eine Über­sicht über die Basis­leistungen und insbesondere die Zusatz­leistungen finden Sie in unserem Krankenkassenvergleich.

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Sind meine Kinder mitversichert?

Kinder sind grund­sätzlich bis zur Voll­endung das 18. Lebens­jahrs beitrags­frei mitversichert. Was darüber hinaus gilt, zeigt unser kostenloses Special Krankenversicherung ausführ­lich.

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Welche Möglich­keiten habe ich, wenn meine Krankenkasse sich weigert, verordnete Behand­lungen oder Medikamente zu bezahlen?

Sobald eine Ablehnung vorliegt haben Sie in der Regel vier Wochen Zeit um zu wider­sprechen. Das Special Gesetzliche Kranken­versicherung zeigt, wie sie erfolg­reich Widerspruch gegen die Krankenkasse einlegen.

Die Kasse wechseln

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Wann kann ich meine Krankenkasse wechseln?

Generell sind Sie 18 Monate an Ihre Krankenkasse gebunden. Die Frist zur Kündigung der Krankenkasse beträgt zwei Monate zum Monats­ende. Erhöht Ihre Krankenkasse den Zusatz­beitrag, haben Sie ein Sonderkündigungs­recht.

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Worauf sollte ich achten, wenn ich in eine andere Krankenkasse wechseln möchte?

Zwar sind die medizi­nischen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zu rund 95 Prozent gleich. Wenn Sie allerdings auf bestimmte Zusatz­leistungen Wert legen, sollten Sie die neue gesetzliche Kasse danach auswählen. Mit dem Krankenkassenvergleich können Sie die Leistungen der Kassen für jedes Bundes­land bequem vergleichen.

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Kann mich eine Krankenkasse auch ablehnen?

Keine gesetzliche Krankenkasse, die in Ihrem Bundes­land geöffnet ist, darf Sie ablehnen – auch nicht, wenn Sie krank oder schon älter sind. Sie müssen auch nicht befürchten, in einer güns­tigen Kasse schlechter versorgt zu sein. Etwa 95 Prozent der Leistungen sind bei allen Krankenkassen gleich.

Wie Kassenbeiträge berechnet werden

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Ich bin selbst­ständig und freiwil­lig versichert. Wie wird mein Beitrag zur gesetzlichen Kranken­versicherung berechnet?

Für haupt­berufliche Selbst­ständige gibt es eine Mindest­bemessungs­grund­lage, momentan rund 2 231 Euro. Das heißt: Ist Ihr monatliches Einkommen nied­riger, tut die Kasse bei der Berechnung der Beiträge so, als würden Sie 2 178,75 Euro verdienen. Ist es höher, wird natürlich der entsprechend höhere Betrag angesetzt. Für Existenz­gründer gelten Ausnahmen. Hier liegt die Bemessungs­grund­lage bei 1487,50 Euro. Bei der Beitrags­berechnung werden sämtliche Einnahmen heran­gezogen, also nicht nur die aus der selbst­ständigen Tätig­keit, sondern auch zum Beispiel Miet- und Kapital­einnahmen.

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Was ist der Unterschied zwischen Beitrags­bemessungs­grenze und der Versicherungs­pflicht­grenze?

Die Beitrags­bemessungs­grenze ist eine Rechengröße, nach der die Höchst­beiträge für die gesetzliche Kranken­versicherung berechnet werden. 2017 liegt die Bezugs­größe sowohl in den alten, wie in den neuen Bundes­ländern bei 4 350 Euro monatlich. Die Versicherungs­pflicht­grenze sagt aus, bis zu welchem Betrag jemand pflicht­versichert in der gesetzlichen Kranken­versicherung bleiben muss. 2017 liegt die Bezugs­größe bei 4800 Euro. Über­steigt Ihr monatliches Einkommen die Versicherungs­pflicht­grenze, dann ist ein Wechsel zur privaten Kranken­versicherung möglich.

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Was ist, wenn ich auch eine Rente aus Versorgungs­bezügen wie etwa aus einer betrieblichen Alters­vorsorge beziehe?

In diesem Fall müssen Sie den vollen Beitrags­satz der Kranken- und Pflege­versicherung zahlen.

Kranken­versicherung der Rentner

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Wie bin ich als Rentner in der gesetzlichen Kranken­versicherung versichert?

Die KVdR ist die Kranken­versicherung der Rentner, die von den gesetzlichen Krankenkassen getragen wird. Die Voraus­setzungen für eine Pflicht­versicherung sind genau definiert. Der Versicherte muss mindestens neun Zehntel der zweiten Jahres­hälfte seines Erwerbs­lebens Mitglied in der gesetzlichen Kranken­versicherung oder familien­versichert gewesen sein. Dabei spielt es keine Rolle ob Sie freiwil­lig oder pflicht­versichert waren. Können Sie die Voraus­setzungen nicht erfüllen, dann sind Sie freiwil­lig versichert in der KVdR.

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Beteiligt sich die KVdR auch an meiner Kranken­versicherung?

Ja, die KVdR über­nimmt die Hälfte des allgemeinen Beitrags­satzes, also 7,3 Prozent. Den Zusatz­beitrag zahlt der Rentner.

Behand­lungen im Ausland

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Bezahlt die gesetzliche Krankenkasse Behand­lungen inner­halb Europas, oder brauche ich eine Auslands­reise-Kranken­versicherung?

Eigentlich über­nimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für ambulante und stationäre Behand­lungen in Europa. Denken Sie auf jeden Fall daran, Ihre Gesund­heits­karte mit in den Urlaub zu nehmen. Dennoch: Wenn Sie ins Ausland verreisen, brauchen Sie zusätzlich eine Auslands­reisekranken­versicherung. Die Stiftung Warentest testet regel­mäßig Reisekranken­versicherungen Vergleich Reisekrankenversicherung.

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Wer bezahlt, wenn ich nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit einen Krankenrück­trans­port nach Deutsch­land benötige?

Die gesetzliche Krankenkasse kommt grund­sätzlich nie für einen Krankenrück­trans­port nach Deutsch­land auf. Auch nicht inner­halb Europas. Ohne Auslands­kranken­versicherung müssen Sie unter Umständen tausende Euro selbst zahlen. Selbst Privatversicherte sollten vor Reise­beginn bei ihrer Versicherung nach­fragen, ob die Kosten über­nommen werden (zum Vergleich Auslandskrankenversicherung).

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In welchen Fällen zahlt die gesetzliche Krankenkasse auch für Auslands­behand­lungen von Chronikern?

Wenn Sie inner­halb Europas verreisen, müssen Sie sich keine Sorgen machen, denn als gesetzlich Versicherter können Sie die Behand­lungs­kosten über die Krankenkasse abrechnen. Die Kassen zahlen das, was sie auch in Deutsch­land bezahlen würden. Alles darüber hinaus müssen Sie privat bezahlen. Außer­halb Europas springt die Krankenkasse nicht ein. Chro­nisch Kranke können trotzdem welt­weit verreisen, sie müssen die Reise aber unbe­dingt vorher mit der Krankenkasse besprechen, denn für 6 Wochen im Jahr kommt die Kasse welt­weit für Behand­lungs­kosten von Chronikern auf. Die Kasse über­nimmt die Kosten aber nicht auto­matisch.

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Wo kann ich mich informieren, wenn ich vorüber­gehend im Ausland arbeite oder wohne?

Zunächst sollten Sie auf jeden Fall Ihre Krankenkasse informieren. Auskünfte erhalten Sie von der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA).

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