FAQ Funk­laut­sprecher Special

Radio­geräte und CDs sind aussterbende Spezies. Heute „strömt“ Musik als Audiodatei von Smartphone, Computer oder direkt aus dem Internet zum Laut­sprecher. Der enthält einen Verstärker, weshalb man von Aktivlaut­sprechern spricht. Bei der Musik­anlage von heute geht es viel um Audioformate, Mobilität und Bluetooth-Verbindungen. Aber gut klingen soll es natürlich auch. test.de gibt Antworten auf häufige Nutzerfragen zum Thema Funk­laut­sprecher.

Systemfragen

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Funk­laut­sprecher mit WLan oder Bluetooth-Box?

Zwischen den Funklautsprechern für Wireless Audio (test 11/2014) und den Bluetooth-Lautsprecher liegen Welten. Der auffälligste Unterschied ist die Mobilität: Bluetooth-Laut­sprecher ziehen Saft aus ihrem Akku und passen manchmal sogar in die Hosentasche oder den Flaschenhalter am Fahr­rad. Funk­laut­sprecher brauchen dagegen Netz­strom und sind für zuhause gemacht.

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Welcher Funk­anschluss wofür?

WLan ist vor allem für den Einsatz daheim gedacht. Über den heimischen WLan-Router können WLan-fähige Computer oder Media­server Musik zuspielen. Bluetooth-Laut­sprecher eignen sich auch für unterwegs, denn sie verbinden sich direkt mit allen Geräten, die Audio per Bluetooth ausgeben können – zum Beispiel Smartphones, Tablets oder Notebooks. Ein weiterer Unterschied: Bluetooth über­trägt Audio nicht unkomprimiert – aus der Sicht audiophiler Zeitgenossen eine Sünde. WLan ermöglicht dagegen auch „Streaming“ mit hoher Qualität.

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Kann ich mehrere Laut­sprecher kombinieren?

WLan-Funk­laut­sprecher sind gut skalier­bar. Stereo-Wieder­gabe mit einem weiteren Laut­sprecher (des gleichen Herstel­lers) ist oft ebenso möglich wie der Ausbau zu einer Heim­kino­anlage mit rück­wärtigen Laut­sprechern plus Bass­box. Viele WLan-Funk­laut­sprecher haben „Multiroom“-Technologie: Boxen in verschiedenen Räumen können über­all das gleiche wiedergeben oder aber in jedem Raum ein anderes Programm abspielen – im Wohn­zimmer laufen die Hits der 80er Jahre, im Kinder­zimmer Bibi Blocks­berg. Einige Bluetooth-Laut­sprecher ermöglichen immerhin einen Stereo­verbund oder können zusammen­geschaltet das gleiche „Programm“ wiedergeben. So flexibel wie Funk­laut­sprecher sind sie aber nicht.

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Bluetooth

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Beherr­schen WLan-Laut­sprecher auch Bluetooth?

Einige, aber nicht alle WLan-Laut­sprecher geben Musik auch über den Kurz­stre­cken­funk Bluetooth direkt vom Smartphone oder Tablet wieder.

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Verschlechtert Bluetooth-Über­tragung die Musik?

Die von der Stiftung Warentest geprüften Bluetooth-Lautsprecher klingen beim Zuspiel von der CD via Kabel nicht besser als über Bluetooth. Offen­kundig limitiert die akustische Qualität der mobilen Laut­sprecher die Tonqualität. Wie stark die Audiodatei bei der Bluetooth-Über­tragung komprimiert wird, fällt dabei weniger ins Gewicht.

Verlust­frei komprimieren

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Speichern und Streamen – wie werden Daten­mengen reduziert?

Digitale Tonkonserven sollen gut klingen und dennoch mit wenig Speicher­platz auf Daten­trägern beziehungs­weise Band­breite bei der Über­tragung auskommen. Im Hinblick auf Klang und Daten­menge gilt die CD als Referenz. Audiophiles Sahnehäubchen, auch für Rund­umklang, ist deren Weiter­entwick­lung, die SACD (Super Audio Compact Disc). Besonders verbreitet und wegen seiner Alltags­tauglich­keit empfehlens­wert ist trotz klang­licher Defizite gegen­über der CD aber das Tonformat MP3.

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Mit welchen Dateigrößen muss ich rechnen?

Eine Audio-CD fasst etwa eine Stunde Musik auf 600 MB, bei der SACD reicht diese Speicher­kapazität nur für etwa 15 Minuten. Digitale Tonformate bieten unterschiedliche Kompromisse zwischen Speicherbedarf und Klangqualität. Im Extremfall hat eine Musikdatei nach der Umwandlung nicht mal mehr zehn Prozent der auf CD erforderlichen Größe. Audiodateien sind entweder:

- unkomprimiert (und daher ohnehin verlust­frei),
- verlust­frei komprimiert, oder
- verlustbehaftet (reduziert) komprimiert.

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Was sind die wichtigsten verlust­freien, unkomprimierten Formate?

Gebräuchlich sind AIFF (Audio Interchange File Format) und WAV (korrekt: RIFF WAVE, Resource Interchange File Format Waveform Audio File Format). Es handelt sich um Containerformate, wobei diese Daten­container unterschiedlich befüllt sein können. Das Abspielgerät muss gegebenenfalls durch ein Update zur Wieder­gabe dieser Containerformate ertüchtigt werden. Sie sparen im Vergleich zur CD keinen Speicher­platz, klingen aber so gut wie diese.

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Welche Dateiformate sind verlust­frei, aber platz­sparend komprimiert?

Im Audio­bereich dominieren Apple Loss­less (auch ALAC, Apple Loss­less Audio Codec) und FLAC (Free Lossles Audio Codec). Faust­regel: Eine Stunde mit ALAC oder FLAC komprimierte Musik braucht nur etwa 300 statt 600 MB. Abhängig von der Komplexität der Musik sind Musikdateien 25 bis 70 Prozent kleiner als bei der CD. Für den Hifi-Bereich gibt es Streaming-Lösungen mit dem für die SACD entwickelten Dateiformat DSD (Direct Stream Digital). Es benötigt im Vergleich zur CD eine bis zu viermal höhere Speicher­kapazität.

Und so funk­tioniert es: Verlust­freie Kompression verkleinert eine Datei, ohne der gespeicherten Musik Substanz zu nehmen. Eine komprimierte Audiodatei enthält wieder­kehrende Daten­folgen nur einmal und „merkt“ sich die Anzahl der Wieder­holungen. Genauso funk­tionieren Archiv­programme wie Zip, auch sie stellen komprimierte Dateien aufs Bit genau wieder her.

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Welche Formate reduzieren Audio­daten besonders?

Im Audio­bereich sind folgende verlustbehaftete Formate besonders verbreitet: AAC (Advanced Audio Coding, MPEG-2) und MP3 (MPEG-1, Layer 3 – definiert durch die „Motion Picture Experts Group“). Eine Stunde mit AAC oder MP3 reduzierte Musik braucht nur etwa 60 bis 70 statt 600 MB. Abhängig von der Komplexität der Musik und der gewählten Daten­rate sind Musikdateien rund 80 bis 90 Prozent kleiner als bei der CD.

Und so funk­tioniert es: Verlustbehaftet komprimierende Dateiformate entziehen der ursprüng­lichen Musik Teile (etwa Frequenz­spektren), deren Fehlen unser Hörzentrum nicht bemerken soll. Dennoch sagen Musiklieb­haber MP3 wenig detaillierte Bässe und eine geringere Räumlich­keit nach – zumindest bei den im Musik­streaming (Internet­radio…) üblichen Daten­raten von bis zu 128 Kilobit je Sekunde. Das in der Apple-Welt verbreitete AAC gilt als effektiver und klingt bei gleicher Daten­rate besser als MP3.

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Was sind die Vorteile von MP3?

Wer Musik selbst archi­vieren will, ist mit MP3 gut beraten. Es läuft auf jedem Abspielgerät und ist das universelle Audioformat schlecht­hin.
Tipp: Beim Umwandeln von CD-Musik in MP3 eine hohe Daten­rate wählen (192 oder gar 320 Kilobit/Sekunde). Das lässt sich beim Import von CD-Musik am Computer einstellen und mindert die Klang­einbußen.

Wie die Stiftung Warentest Funk­laut­sprecher bewertet

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Sind Bewertungen für den Ton verschiedener Produkt­gruppen vergleich­bar?

Inner­halb eines Tests ja. Unterschiedliche Produkt­gruppen bewertet die Stiftung Warentest aber differenziert. Konkret: Im Vergleich zu einer guten Hifi-Anlage würden Sound­bars, Funk­laut­sprecher und Bluetoothboxen wahr­scheinlich deutlich schlechter abschneiden – und trotz deutlicher Klang­unterschiede inner­halb der jeweiligen Produkt­gruppe annähernd gleich schlechte Noten erhalten.

Mehr zum Thema:

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Tests von Funklautsprechern
Tests von Mini-Hifi-Anlagen.

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Was bedeutet die Note gut bei Bluetooth-Laut­sprechern?

Die beste Bluetooth-Box im Test würde im Vergleich zum Test Funklautsprecher für Wireless Audio (test 11/2014) zwei Noten schlechter abschneiden. Der Grund: Bluetooth-Lautsprecher erhielten einen Bonus von etwa zwei Noten­stufen.

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Was ist vom Klang billiger Bluetooth-Laut­sprecher zu halten?

Außer­halb der Wertung prüften wir im aktuellen Test Bluetooth-Lautsprecher (60 bis 340 Euro) ein besonders billiges Exemplar mit. Das weniger als 20 Euro kostende Modell würde in puncto Ton mit mangelhaft abschneiden – fast zwei Noten­stufen schlechter als das Schluss­licht im offiziellen Test­feld.

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Was bedeutet „wasser­geschützt“?

Einige Anbieter bewerben ihre Bluetooth-Laut­sprecher mit dem Hinweis „wasser­geschützt“. Diese Boxen vertragen ein paar Spritzer auf das stehende oder leicht geneigte Gehäuse. Die Prüfer der Stiftung Warentest haben alle Modelle einem Beregnungs­test unterzogen, den auch alle Geräte über­standen. Das ist aber kein Frei­brief, seinen Bluetooth-Laut­sprecher einem Wolkenbruch auszusetzen. Wer einen wirk­lich robusten Funk­laut­sprecher sucht, muss ein Modell mit der Schutz­klasse IPX6 oder höher kaufen. Solche Laut­sprecher hatten wir nicht im Test. Für den Bluetooth-Laut­sprecher Ultimate Ear Megaboom (nicht im Test) garan­tiert der Anbieter die Funk­tion selbst nach einem Sturz ins Wasser (Schutz­klasse IPX7).

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