FAQ ETF für Einsteiger Special

Wer zum ersten Mal ETF kauft, ist oft noch unsicher. Und Bank­berater sind nicht immer hilf­reich. In unseren FAQ ETF für Einsteiger erklären wir, wofür die drei Buch­staben eigentlich stehen, warum ETF eine kluge Anlage sind und wie Sie die börsen­gehandelten Indexfonds kaufen können.

Sie haben weitere Fragen zu ETF?

Antworten auf Fragen zu ETF-Sparplänen – wie viel man monatlich dafür aufbringen muss, bei welchen Banken es die güns­tigsten Angebote gibt und worauf man sonst noch achten sollte – finden Sie in unseren FAQ ETF-Sparpläne.

Fach­begriffe erläutern wir im Detail im Glossar zu unserem Produktfinder Fonds.

Was heißt eigentlich ETF?

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Was ist denn ein ETF?

ETF ist die Abkür­zung für exchange traded fund, was auf deutsch börsen­gehandelter Fonds heißt. Meistens bildet ein ETF einen Index ab, wie den deutschen Aktien­index Dax. Er entwickelt sich dann so wie der Dax. Steigt der Dax, erzielt der ETF-Anleger Kurs­gewinne, fällt der Dax, macht der ETF-Anleger Verlust.

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Was ist der Vorteil von ETF?

Es gibt mehrere. ETF sind preis­wert, berechen­bar und flexibel. ETF kosten oft nur ein Bruch­teil von dem, was aktiv gemanagte Fonds verlangen. Ihre Entwick­lung ist jeder­zeit nach­voll­zieh­bar: Sie steigen und fallen so wie der Index. ETF werden an der Börse gehandelt und können jeder­zeit gekauft und auch wieder verkauft werden.

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Meine Bank rät von einem ETF ab und empfiehlt aktiv gemanagte Fonds. Warum?

Die Bank verdient daran mehr.

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Was ist eigentlich ein Swap-ETF? Wie funk­tioniert das?

Swap heißt Tausch. Es handelt sich um einen Fonds, der den Index künst­lich abbildet. Ein solcher Fonds kauft nicht die Aktien aus dem Index. Im ETF liegen statt dessen andere Wert­papiere. Der ETF entwickelt sich aber schluss­endlich trotzdem so wie der Index. Das funk­tioniert so: Der ETF schließt einen Tausch­vertrag ab mit einer Bank. Darin ist geregelt, dass der ETF die Wert­entwick­lung bekommt, die der Index erzielt. Der Tausch­partner erhält die Wert­entwick­lung der Aktien aus dem Fonds.

Sie können sich das ungefähr so vorstellen: Sie pflanzen einen Apfelbaum, und ihr Nach­bar einen Birnbaum. Die Äpfel essen Sie aber nicht selbst, sondern geben sie Ihrem Nach­barn. Und der gibt Ihnen die Birnen. Dass Sie nicht selbst einen Birnbaum pflanzen, liegt vielleicht daran, dass der auf dem Nach­bargrund­stück besser gedeiht. So ähnlich ist das bei den ETF auch. Sie vereinbaren den Tausch, damit sie sich nicht selbst um die Index­nach­bildung kümmern müssen und Kosten sparen können. Die Arbeit erledigt der Tausch­partner, der das womöglich besser kann. Tausch­partner ist meist eine große Bank.

ETF auf den Welt­aktien­index MSCI World

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Ich möchte einen ETF auf den MSCI World kaufen. Welchen soll ich nehmen? Es gibt ja mehrere.

Es spielt keine Rolle, welchen davon Sie sich aussuchen. ETF auf den MSCI World bilden alle denselben Index nach und entwickeln sich demzufolge auch nahezu gleich. Eine Über­sicht über ETF für Einsteiger finden Sie in den Tipps für Einsteiger aus unserem Produktfinder Fonds. Wenn Sie einen Sparplan abschließen, schauen Sie, ob Sie einen ETF mit Sonder­konditionen bekommen. Eine Über­sicht bekommen Sie in der Titel­geschichte von Finanztest ETF für Einsteiger.

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Ich über­lege mir, 40 000 Euro in einen MSCI World ETF anzu­legen. Ist es sinn­voll, den Betrag auf mehrere ETF aufzuteilen?

Das ist Geschmacks­sache. Solange die ETF denselben Index abbilden, entwickeln sie sich auch gleich – oder zumindest ähnlich. Kleinere Abweichungen sind möglich, zum Beispiel wegen der Kosten oder der Art, wie der Fonds den Index nach­bildet.

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Ich wollte den ETF von Lyxor auf den MSCI World kaufen, aber da scheint etwas nicht zu stimmen. Die größte Position im Fonds ist die ING-Diba, dabei ist doch Apple die größte Position im Index, oder nicht?

Sie haben recht. Im MSCI World liegt Apple vor Microsoft und Amazon auf Platz 1. Die ING-Diba liegt auf Platz 112. Der Unterschied kommt daher, dass Lyxor den Index künst­lich abbildet. Unter „Fonds­zusammenset­zung“ gibt Lyxor an, welche Wert­papiere tatsäch­lich im Fonds sind. Die Werte aus dem Index finden Sie unter „Index Informationen“.

Für den ETF dürfen die Anbieter übrigens nicht jede x-beliebige Aktie kaufen, das wäre sonst zu riskant. Vielmehr müssen die Ersatz-Aktienkörbe hohen Anforderungen genügen. Sie müssen breit gestreut sein und die Wert­papiere jeder­zeit handel­bar. Außer Lyxor verwenden auch Amundi, Coms­tage, db x-trackers und Source Swaps für ihre MSCI-World-ETF (siehe Produktfinder Fonds und ETF im Test).

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Kann ich sicher sein, dass ich bei einem Swap-ETF wirk­lich die Index-Wert­entwick­lung bekomme?

Ja. Aus unserer Sicht sind die Risiken von Swap-ETF und physischen ETF vergleich­bar. Wenn Ihnen Swap-ETF suspekt sind, nehmen Sie einen ETF, der die Wert­papiere aus dem Index wirk­lich kauft. Diese ETF heißen replizierend oder physisch replizierend. Physische ETF auf den MSCI World erhalten Sie von HSBC, iShares, SPDR und UBS (siehe Produktfinder Fonds und ETF im Test). Auch db x-trackers hat jetzt physische ETF im Angebot.

Kauf von ETF

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Wie kann ich ETF kaufen?

Wer in ETF anlegen möchte, braucht ein Wert­papierdepot. Das normale Giro­konto bei der Bank reicht nicht. Sie können das Depot entweder bei Ihrer Haus­bank einrichten oder – ein meist deutlich billigeres – Depot bei einer Direkt­bank im Internet eröffnen. Eine Über­sicht über die Gebühren finden sie im Test Depotkosten. ETF werden an der Börse gehandelt. Wenn Sie ein Depot eröffnet haben, können Sie die gewünschte Anzahl der ETF-Anteile an der Börse ordern. Wie das genau funk­tioniert, zeigt Ihnen der Artikel Fondskauf für Einsteiger: So funktioniert der ETF-Kauf.

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An der Börse werden manche ETF wenig gehandelt. Kann es sein, dass ich meinen dann nicht wieder los werde?

Nein, da müssen Sie keine Bedenken haben, wenn die ETF an der Computerbörse Xetra in Frank­furt oder im Handels­segment Best X in Stutt­gart gelistet sind. An diesen Börsenplätzen müssen die ETF-Anbieter dafür sorgen, dass laufend Kurse gestellt werden und Sie Ihren ETF auch wieder verkaufen können. Wenn Sie vergleichen wollen: Im Internet zeigen auch andere Börsen für jeden ETF an, wie viele Stücke man zu welchen Kursen kaufen und verkaufen kann – auch wenn gerade kein Handel statt­findet. Einzige Ausnahme: Wenn die Märkte verrückt spielen, ist es möglich, dass der Handel kurz­zeitig ausgesetzt wird. Für einen lang­fristigen Anleger sollte das aber keine Einschränkung darstellen. So etwas kann auch Aktien oder andere Fonds betreffen.

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Meine Bank bot mir Indexzertifikate als Alternative zu ETF an. Wo ist der Unterschied?

ETF sind Fonds und damit Sonder­vermögen. Würde die Fonds­gesell­schaft pleite­gehen, wäre Ihr Geld vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt und bliebe erhalten. Indexzertifikate sind Schuld­verschreibungen. Geht der Heraus­geber pleite, fließt Ihr Geld in die Insolvenzmasse. Im schlimmsten Fall könnten Sie alles verlieren. Fonds sind für eine lang­fristige Geld­anlage daher besser geeignet.

Sicherheit von ETF

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Mein Berater hat gesagt, ein ETF sei viel riskanter als ein normaler Aktienfonds. Warum empfehlen Sie ETF dann über­haupt?

Ihr Bank­berater hat unrecht. ETF und aktiv gemanagte Fonds sind vom Risiko her vergleich­bar – voraus­gesetzt sie sind im selben Anlagemarkt unterwegs und legen zum Beispiel beide welt­weit in Aktien an. Unterschiede gibt es nur im Detail: Im Welt­aktien­index MSCI World sind rund 1 600 Titel enthalten. Diese breite Streuung senkt das Risiko. Aktiv gemanagte Fonds halten meist zwischen 50 und 150 Titel, also viel weniger. Einige aktiv gemanagte Fonds sind daher sogar ein wenig riskanter als ein ETF - anders als Ihr Berater sagt. Es gibt aber auch aktiv gemanagte Fonds, die trotz ihrer geringeren Streuung weniger riskant sind als ETF.

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Ich habe gehört, dass es ETF bei einem Crash viel schlimmer erwischt als aktiv gemanagte Fonds. Ist das richtig?

Nein. Ein ETF entwickelt sich wie der Index, den er abbildet. Steigt der Index, steigt der ETF. Wenn der Index einbricht, dann bricht genau so auch der ETF ein. Ein aktiv gemanagter Fonds kann sich anders entwickeln als der Index. Hier ist ein Fonds­manager am Werk, der manche Aktie aus dem Index vielleicht gar nicht kauft und dafür andere stärker gewichtet. Dann entwickelt sich der Fonds anders als der Index, egal, ob der Markt steigt oder fällt. Das bedeutet: Es kann durch­aus sein, dass ein aktiv gemanagter Fonds besser durch eine Krise kommt als ein ETF. In unserem Fonds­dauertest stellen wir aber auch immer wieder das Gegen­teil fest.

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Mein Berater hat gesagt, ich soll aktiv gemanagte Fonds nehmen, die seien als Sonder­vermögen besonders geschützt. Ist das bei ETF anders?

Nein. ETF sind auch Sonder­vermögen und genießen denselben Schutz wie aktiv gemanagte Fonds. Sonder­vermögen bedeutet, dass das Geld der Anleger, das in den Fonds liegt, getrennt verwahrt wird von dem Vermögen, das der Fonds­gesell­schaft gehört. Das ist wichtig, falls die Fonds­gesell­schaft in Zahlungs­schwierig­keiten gerät. Bei einer Pleite hat der Insolvenz­verwalter nur Zugriff auf das Vermögen der Fonds­gesell­schaft. Das Geld in den Fonds ist geschützt.

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In einem Börsen­brief habe ich gelesen, dass ETF einen Crash verstärken können. Stimmt das?

Der Vorwurf ist, dass ETF Herden­verhalten verstärken würden. Weil ETF so einfach handel­bar sind, könnten Anleger sie im Fall eines Crashs schneller verkaufen. Würden sie das aber tun, müssten die ETF-Anbieter Aktien aus dem Fonds verkaufen und würden so dafür sorgen, dass die Kurse an der Börse noch weiter fallen. Der Interna­tionale Währungs­fonds (IWF) sieht allerdings keine Anhalts­punkte dafür, dass ETF mehr als aktiv gemanagte Fonds Aufwärts­trends befeuern oder Crashs verstärken. Noch steckt in ETF übrigens nur ein Bruch­teil des Vermögens, das aktiv gemanagte Fonds verwalten.

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