FAQ ETF-Sparpläne Special

Wer mindestens zehn Jahre in einen breiten Index mit vielen Aktien investiert, verringert das Risiko und kann so auch gut fürs Alter vorsorgen.

Am Aktienmarkt mitmischen, ohne sich kümmern zu müssen – das wünschen sich viele. Mit Sparplänen auf Indexfonds (ETF) können auch Einsteiger Vermögen aufbauen. Finanztest beant­wortet häufige Leserfragen und erklärt, was ein ETF-Sparplan ist, für wen er sich eignet, und welche Kosten anfallen.

Wie? Was? Wo? Grund­sätzliches zu ETF-Sparplänen

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Was versteht man über­haupt unter einem ETF-Sparplan?

Mit ETF-Sparplänen können Anleger regel­mäßig in Aktien- oder Rentenmärkte investieren, indem sie sich an der Entwick­lung von Börsenindizes beteiligen. ETF ist die Abkür­zung von Exchange Traded Fund und bezeichnet einen Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird.

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Wie viel muss ich einzahlen und wie lange muss ich mich fest­legen?

Anleger bleiben sehr flexibel. Sparpläne sind oft ab 50 Euro pro Monat möglich, bei manchen Banken sogar ab 10 oder 25 Euro. Anders als bei einem Versicherungs­vertrag geht der Sparer keine Verpflichtung ein. Er muss nur ein Wert­papierdepot bei einer Bank haben. Den Sparplan kann er jeder­zeit beginnen und beenden, die Ratenhöhe kurz­fristig verändern oder mit dem Sparen aussetzen. Für einen Pantoffel-Sparplan brauchen Sie zwei ETF-Sparpläne, einen für den Aktienfonds und einen für den Rentenfonds. Mehr dazu in unserem Test ETF Sparplan.

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Gibt es ETF-Sparpläne auch bei meiner Filial­bank?

Leider bieten die meisten Privatbanken, Sparkassen und Volks­banken keine ETF-Sparpläne an. Die Commerz­bank gehört zu den wenigen Ausnahmen. Ansonsten bekommt man die Sparpläne vor allem bei Direkt­banken und Onlinebrokern.

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Für welchen Anleger­typ eignet sich ein ETF-Sparplan?

Für fast jeden. Wer lang­fristig zum Beispiel für die Alters­vorsorge sparen und sich nicht mit einer Minirendite zufrieden­geben möchte, muss auch auf riskantere Anlagen setzen. Ein Fonds­sparplan auf einen breit gestreuten Aktien­index ist dafür eine vernünftige Möglich­keit. Nicht geeignet ist ein ETF-Sparplan für Anleger, die in einem fest­gelegten Zeit­rahmen eine bestimmte Summe zusammen­bringen wollen.

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Meine Bank rät von einem ETF ab und empfiehlt aktiv gemanagte Fonds. Warum?

Die Bank verdient daran mehr.

Risiken und Chancen

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Wie groß ist das Risiko bei einem ETF-Sparplan?

Das Risiko eines ETF-Sparplans hängt vor allem vom Aktienmarkt ab, den er nach­bildet. Grund­sätzlich sind bei Aktien­anlagen Wert­schwankungen normal und Verluste am Ende nicht auszuschließen. Anleger wählen am besten einen Index mit möglichst vielen unterschiedlichen Aktien aus. Das verringert das Risiko.

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Welche Aktienindizes eignen sich besonders für Sparpläne?

Wir empfehlen vor allem Sparpläne auf den Welt­aktien­index MSCI World oder auf breite Europaindizes wie den MSCI Europe oder den Stoxx 600 Europe. Mehrere ETF-Anbieter bieten Fonds auf diese Indizes an.

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Soll ich meine Sparraten auf mehrere Fonds verteilen?

Bei einem breiten Index wie dem MSCI World reicht ein Sparplan. Sparer, die auch spezielle Indizes haben wollen, sollten diese mit anderen kombinieren. Ein Sparplan auf den Dax könnte zum Beispiel durch einen breiten USA-Index wie den S&P 500 ergänzt werden.

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Ist monatliches Sparen weniger riskant, als alles auf einmal anzu­legen?

Oft wird als Vorteil eines Fonds­sparplans der sogenannte Cost-Average-Effekt genannt. Darunter versteht man die Nivellierung der Kauf­kurse durch die vielen unterschiedlichen Kauf­zeit­punkte. Wissenschaftlich nachgewiesen ist er nicht. Kontinuierliche Sparer haben aber einen psycho­logischen Vorteil: Der Einstiegs­zeit­punkt erscheint unbe­deutend und sie fühlen sich von zwischen­zeitlichen Kurs­einbrüchen nicht so stark betroffen.

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Meine Bank bot mir Indexzertifikate als Alternative zu ETF an. Wo ist der Unterschied?

ETF sind Fonds und damit Sonder­vermögen. Würde die Fonds­gesell­schaft pleite­gehen, wäre Ihr Geld vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt und bliebe erhalten. Indexzertifikate sind Schuld­verschreibungen. Geht der Heraus­geber pleite, fließt Ihr Geld in die Insolvenzmasse. Im schlimmsten Fall könnten Sie alles verlieren. Fonds sind für eine lang­fristige Geld­anlage daher besser geeignet.

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Meine Bank bietet einen ETF an, dessen Anteile in US-Dollar gehandelt werden. Soll ich dieses Währungs­risiko eingehen?

In welcher Währung die Anteile notieren, ist unwichtig. Entscheidend ist, welche Aktien der ETF kauft, denn in deren Währung fließt Ihr Geld. Bei einem ETF auf den Index MSCI World sind das in der Tat zu mehr als der Hälfte US-Aktien. In den vergangenen zehn Jahren schwankte ein Welt­portfolio mit Währungs­risiko trotzdem nicht mehr als eines, das alle Wechsel­kurs­risiken abge­sichert hatte. Wenn Sie Ihr Risiko reduzieren wollen, dann verringern Sie den Aktien­anteil in Ihrem Depot.

Tipp: Mehr Infos zum Thema Währungs­risiken finden Sie in unserem Special Die oft überschätzte Gefahr.

Welche Kosten anfallen

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Welche Neben­kosten fallen bei einem ETF-Sparplan an?

Wie viel Sparer zusätzlich zur eigentlichen Rate zahlen müssen, hängt davon ab, bei welcher Bank sie den Sparplan abschließen. Einige Direkt­banken bieten zurzeit sogar ETF-Sparpläne ohne Neben­kosten an (Tabelle: Weltaktienindex ohne Kaufkosten). Was Sparpläne im Normalfall kosten, zeigt die Tabelle: So viel kostet ein ETF-Sparplan. Wer als Kunde eines Fonds­vermitt­lers bereits ein Depot bei einer Fonds­bank wie Ebase hat, bekommt dort meist auch günstig einen ETF-Sparplan.

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Gibt es neben den Bank­gebühren noch weitere Kosten?

Ja, aber von denen merkt der Sparer in der Regel gar nichts. Für die Verwaltung des ETF entnimmt die Fonds­gesell­schaft aus dem Fonds­vermögen jähr­lich sogenannte laufende Kosten. Sie kann man nicht vermeiden, sind bei ETF aber erfreulich gering. Bei einem MSCI-World-ETF zum Beispiel betragen sie maximal 0,5 Prozent, bei herkömm­lichen globalen Aktienfonds oft das Drei- bis Vierfache (Produktfinder Fonds).

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Wo finde ich ein güns­tiges Depot?

Sie sollten nicht nur auf die Depot-, sondern auch auf die Sparplan­kosten achten. Die Gesamt­kosten hängen davon ab, wie hoch Ihre Rate ist. Bei monatlich 50 Euro liegen sie für Onlinedepots zwischen 9 und 35 Euro pro Jahr.

Tipp: Die passende Bank finden Sie, wenn Sie unseren Test ETF Sparplan frei­schalten.

Wie Fonds und Banken operieren

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Was ist besser: ein ausschüttender oder ein thesaurierender Fonds?

Wichtig ist vor allem, dass die Einnahmen, die der Fonds zum Beispiel über Dividenden erzielt, wieder­angelegt werden. So profitieren Anleger vom Zinseszins­effekt und erhöhen ihre Rendite. Am bequemsten geht das mit thesaurierenden Fonds, denn bei ihnen fließen die Erträge ins Fonds­vermögen. Allerdings haben ausländische thesaurierende Fonds den Makel, dass sie steuerlich komplizierter sind als ausschüttende. Anleger sollten deshalb ihre jähr­lichen Abrechnungen und Steuererklärungen sorgfältig aufbewahren. So können sie beim Verkauf des Fonds nach­weisen, dass sie die Erträge ordentlich versteuert haben. Bei ausschüttenden Fonds sollten Sparer darauf achten, dass die Erträge nicht auf ihr Konto fließen, sondern kostenlos wieder­angelegt werden.

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Wie besorgen sich die Banken die ETF-Anteile?

Manche Banken kaufen die ETF-Anteile über die Börse, andere besorgen sie direkt bei der Fonds­gesell­schaft. Anders als beim normalen ETF-Kauf können Sparer keinen anderen Börsen­platz oder eine andere Kauf­option wählen. Unseren Recherchen nach hat das aber in der Praxis keine Nachteile.

Vermögens­wirk­same Leistungen

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Gibt es ETF-Sparpläne auch für vermögens­wirk­same Leistungen (VL)?

Grund­sätzlich ja, im Produktfinder Fonds können Sie die entsprechenden Fonds über den Filter „Handel­barkeit“, „Vermögens­wirk­same Leistungen“ auswählen. Leider bieten nur wenige Banken diesen Service an. Eine Ausnahme unter den Filial­banken ist die Commerz­bank, unter den Direkt­banken die Comdirect. Eine größere Auswahl haben Sparer, wenn sie über einen Fonds­vermittler im Internet (Special Fondskauf, Finanztest 1/2014) oder über die Platt­form Cominvest abschließen. Alle genannten Möglich­keiten haben eins gemein­sam: Sie arbeiten mit der Fonds­bank Ebase zusammen.

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