FAQ Digitalkameras Special

Früher war es schwieriger, aber ungleich einfacher: Wer ein gutes Foto machen wollte, musste erst ewig lange an seiner Analogkamera herum­fummeln. Doch die Systemfrage stellte sich noch nicht: Alle hoch­wertigen Kameras waren irgendwie gleich. Heute ist es einfacher, aber ungleich schwieriger: Jedes Kind kann per Knopf­druck tolle Bilder machen. Bloß: Mit welcher Kamera? Klein und kompakt? Spie­gelre­flex? Mit Sucher oder ohne? test.de beant­wortet häufige Fragen zum Thema Kameras.

Die richtige Kamera

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Was ist eine Systemkamera?

Die Systemkamera heißt so, weil sie zu einem Kamera­system gehört, in dem verschiedene Komponenten wie Objektive und Blitzgeräte zusammen­gestellt werden können. Heute werden vor allem drei Arten von Systemkameras unterschieden:

1. Die traditionellen Spie­gelre­flexkameras mit einem Klapp­spiegel im Gehäuse und einem optischen Prismen­sucher. Oft wird diese Kameraklasse mit der Abkür­zung DSLR (digital single lens reflex) beworben.

2. Die spiegellosen Systemkameras mit elektronischem Sucher, wo man durch ein Okular auf einen zusätzlichen kleinen Bild­schirm schauen kann. Diese Kameraklasse ist auch unter der Abkür­zung DSLM (digital single lens mirrorless) bekannt.

3. Die spiegellosen Systemkameras ohne Sucher.

Tipp: Der Produktfinder Digitalkameras liefert Test­ergeb­nisse für weit über 1 000 Kameras. Ob klein und einfach, hoch­wertig und edel oder ausbaufähig mit wechsel­baren Objektiven und System­zubehör.

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Was zeichnet eine gute Systemkamera aus?

Gute Systemkameras machen brillante Bilder. Messerscharf im Detail und mit feindosierter Unschärfe, wo nötig. Zu den Stärken einer Systemkamera zählen die hohe Auflösung, der große Bild­wandler mit großen Bild­punkten und die vielen Möglich­keiten, die sie bietet: Blende, Belichtung, Brenn­weite – alles ist variabel und lässt sich vom Fotografen steuern. Anders als bei der Kompakt­kamera mit fest verbautem Objektiv ist das Objektiv der Systemkamera wechsel­bar. Die Kamera lässt sich dadurch perfekt auf verschiedene Aufnahme­situationen einstellen. System­zubehör wie Filter­vorsätze und externe Blitzgeräte helfen dabei. Eine Systemkamera ist die richtige Wahl für alle, die gern und viel fotografieren und höchste Ansprüche an die Qualität. Gute Systemkameras zeigt der Produktfinder Digitalkameras.

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Was ist vorzuziehen: eine spiegellose Systemkamera oder eine Spie­gelre­flexkamera?

Das ist letzt­lich eine Frage der Gewohn­heit und der Vorlieben. Der optische Sucher einer Spie­gelre­flexkamera zeigt dem Auge des Fotografen im Okular ein unmittel­bares optisches Bild des Motivs. Bei spiegellosen Systemkameras sind die Sucher, wenn über­haupt vorhanden, elektronische Bauteile, bei denen der Fotograf nicht direkt durch das Objektiv, sondern durch das Okular auf einen kleinen zusätzlichen Bild­schirm im Kamera­gehäuse blickt. Dort sieht er dann genau die gleichen Bild­inhalte wie auf dem Monitor der Kamera. Viele Fotografen möchten heute die zusätzlichen Möglich­keiten eines solchen elektronischen Suchers nicht missen, wie zum Beispiel Live-View, Fokus-Peaking, Histogramme, Schärfentiefevorschau, Wasser­waagen, Belichtungs­warnungen, Weiß­abgleich, variable Gitter­linien.

Spiegellose Systemkameras sind meistens etwas kleiner und leichter als Spie­gelre­flexkameras – und dadurch praktischer für unterwegs.

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Brauche ich noch einen Camcorder, wenn ich eine gute Kamera habe?

Die besten Kameras haben heute eine ausgezeichnete Video­qualität, die mit der von guten Camcordern weitest­gehend mithalten kann. Hoch­wertige Kameras haben sogar einen Eingang für ein externes Mikrofon. Ansonsten können auch portable Audiorekorder verwendet werden, um Tonaufnahmen in hoher Qualität zu erhalten. Mehr dazu im Test Videos in 4k (test 12/2014) und in der Leserfrage zu 4k sowie dem Test Videos: Camcorder gegen Systemkamera (test 11/2011).

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Mir schwirrt der Kopf vor lauter Fach­begriffen wie „Inter­polation“ und „Belichtungs­korrektur“. Gibt es ein gutes Glossar, das willigen Einsteigern weiterhilft?

Zu einzelnen Spezialthemen veröffent­lichen wir regel­mäßig auf der Themenseite Fototipps, Bildbearbeitung und Fotos drucken Meldungen unter der Rubrik „Fototipp“. Ein alpha­betisch sortiertes Glossar zu den wichtigsten Fach­ausdrücken und Abkür­zungen aus dem Bereich Fotografie finden Sie im kostenfreien Bereich des Produktfinders Digitalkamera.

Objektiv

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Was bedeutet „voll­formattauglich“ bei Objektiven?

Digitale Spie­gelre­flexkameras sind häufig mit einem Bild­sensor im APS-C-Format ausgestattet, der kleiner ist als ein Bild­sensor im Voll­format beziehungs­weise der gleich große Klein­bild­film aus der Hoch­phase der Analogfotografie. Die meisten Objektive für diese Spie­gelre­flexkamera­systeme, wie zum Beispiel Canon EF, Nikon F, Pentax K oder Sony A, sind für einen Bild­kreis berechnet, der das recht­eckige Voll­format (36 mm x 24 mm) voll­ständig abdeckt. Diese Objektive sind also „voll­formattauglich“. Die Bajonett­anschlüsse der Kamera­gehäuse des jeweiligen Kamera­systems mit kleineren Bild­sensoren sind immer mit den voll­formattauglichen Objektiven kompatibel und können einfach und ohne Adapter sowie in der Regel ohne Funk­tions­einbußen ange­schlossen werden. Der nutz­bare Bild­winkel wird dabei jedoch kleiner, was bei sehr weitwink­ligen Aufnahmen ein Problem sein kann. Hierfür müssen dann Objektive ange­schafft werden, die für den kleineren Bild­kreis konstruiert wurden. Die meisten Kamera­gehäuse mit einem Bild­sensor im Voll­format erkennen übrigens, wenn ein kompatibles Objektiv mit kleinem Bild­kreis ange­schlossen wird, und benutzen dann nur einen kleinen zentralen Bild­ausschnitt auf dem großen voll­formatigen Bild­sensor. Dies gilt übrigens auch für das spiegellose Kamerasystem Sony E, jedoch nicht für Canon-Spie­gelre­flexkamera­gehäuse, die über einen Bild­sensor im Voll­format verfügen. An diesen Canon-Modellen lassen sich nur EF-Objektive mit großem Bild­kreis anschließen, nicht aber EF-S-Objektive mit kleinerem Bild­kreis. Geeignete Objektive für alle gängigen Kamera­systeme liefert der Produktfinder Objektive.

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Woran erkenne ich ein voll­formattaugliches Objektiv?

Das ist bei den verschiedenen Anbietern ganz unterschiedlich:

Bei Canon sind die voll­formattauglichen Objektive mit den Buch­staben „EF“, und die für den kleineren Bild­kreis mit den Buch­staben „EF-S“ gekenn­zeichnet.

Bei Nikon F erkennt man die Objektive für den kleineren Bild­kreis am Namens­zusatz „DX“, der auch für das kleinere Bild­format steht.

Bei Pentax K haben die nicht-voll­formattauglichen Objektive den Namens­zusatz „DA“ oder „DAL“.

Bei Sigma sind die voll­formattauglichen Objektive mit den Buch­staben „DG“, und die für den kleineren Bild­kreis mit den Buch­staben „DC“ gekenn­zeichnet.

Bei Sony A haben die Objektive, die nur für den kleinen Bild­kreis gerechnet sind, den Buch­stabenzus­atz „DT“.

Bei Sony E unterscheiden sich die voll­formattauglichen Objektive dadurch, dass sie mit „FE“ statt nur mit „E“ gekenn­zeichnet sind.

Bei Tamron ist der Unterschied nicht an der Produktbezeichnung zu erkennen. Hier sollte man im Zweifel im Fach­handel nach­fragen.

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Bringt ein voll­formattaugliches Objektiv Nachteile, wenn man es an ein Kamera­gehäuse mit kleinem Bild­sensor anschließt ?

Objektive mit speziellen Eigenschaften sind von den entsprechenden Anbietern oft nur für das Voll­format verfügbar, so dass der Nutzer oft gar keine Alternative hat. Die Verwendung von voll­formattauglichen Objektiven an Kamera­gehäusen mit kleinem Bild­sensor hat sowohl Vor- als auch Nachteile:

Vorteil 1: Die Bild­fehler an den Bild­rändern des Voll­formats – wie Öffnungs­fehler, Farb­fehler, Verzeichnung und Randlicht­abfall – sind bei reduziertem Bild­ausschnitt ebenfalls reduziert, da diese Bild­fehler im allgemeinen von der Bild­mitte zu den Bild­ecken hin deutlich zunehmen.

Vorteil 2: Der maximale Einfalls­winkel der abbildenden Licht­strahlen senkrecht zur Oberfläche des Bild­sensors ist kleiner. Somit ergeben sich weniger Randunschärfen durch Strahlen, die an den Bild­rändern abge­lenkt werden.

Nachteil 1: Die verfügbaren Brenn­weitenbereiche sind nicht auf das kleinere Bild­sensorformat abge­stimmt. Die tatsäch­lich genutzten Bild­winkel sind immer deutlich kleiner als beim Voll­format.

Nachteil 2: Die maximal erreich­bare Bild­auflösung in Linienpaaren pro Bild­höhe ist deutlich reduziert, da nur ein vergleichs­weise kleiner Ausschnitt des verfügbaren Bild­kreises mit entsprechend geringerer Bild­höhe genutzt wird.

Nachteil 3: Voll­format-Objektive sind größer und schwerer als vergleich­bare Objektive, die für einen kleineren Bild­kreis konzipiert sind.

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Was sollte man beim Kauf eines Objektivs beachten?

Das Objektiv sollte möglichst licht­stark und hoch­wertig sein: Je kleiner die Blendenzahl desto licht­stärker das Objektiv. Die Brenn­weite muss zur Aufnahme­situation passen. Für Panorama­fotos braucht es ordentliche Weitwinkel­wirkung, für Porträts ein leichtes Tele, und Details bekommt der Fotograf mit einer stärkeren Tele­wirkung ins Bild. Sogenannte Reisezooms bringen fast all diese Brenn­weiten mit (siehe Test Reisezooms). In der Bild­qualität liegen jedoch Objektive mit kleinerem Brenn­weitenbereich vorn. Perfekt ausgerüstet sind Fotografen mit mehreren Objektiven für verschiedene Aufnahme­situationen. Besonders licht­stark und preisgünstig sind Objektive mit Fest­brenn­weite (siehe Test Festbrennweiten gegen Standardzooms). Geprüfte Objektive für jedes Motiv hält unser Produktfinder Objektive bereit.

Sucher und Gehäuse

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Wozu braucht man einen Sucher?

Bei der Verwendung eines Suchers kann sich der Fotograf besser auf das Motiv konzentrieren, da er nicht durch das periphere Sehen abge­lenkt wird. Ferner ist der Kontrast im Sucher­bild bei hellem Umge­bungs­licht (insbesondere bei Tages­licht oder gar in der Sonne) höher als auf dem Monitor an der Rück­seite der Kamera, da das Auge – vom Umge­bungs­licht abge­schirmt – in das Okular des Suchers schauen kann. Wird die Kamera nicht nur in den Händen gehalten, sondern zusätzlich auch noch am Auge ein wenig abge­stützt, vermindert sich zudem die Gefahr, dass das Bild verwackelt. In der Regel verfügen Sucher über einen sogenannten Dioptrienausgleich, mit dem der Fotograf das Okular seiner Fehlsichtig­keit angleichen kann, so dass er eventuell sogar ohne Brille fotografieren kann.

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Was bedeutet „normale Brenn­weite“?

Bei normaler Brenn­weite – beim Klein­bild­film sind das 50 Milli­meter – ist eine Bild­perspektive wie beim menschlichen Auge gegeben (siehe Fototipp Ändern Sie mal die Perspektive). Bei einem Zoom­objektiv kann die Brenn­weite variiert werden. Wird bei einem Zoom­objektiv die Brenn­weite verkürzt, nimmt die Kamera zunehmend größere Bild­winkel auf (Weitwinkel­aufnahmen zum Beispiel für Personen­gruppen oder Land­schafts­panoramen). Für Aufnahmen mit sehr kurzen Brenn­weiten werden vorzugs­weise spezielle Objektive einge­setzt, die es nur für Systemkameras gibt – die entsprechenden Objektive werden wegen der stark nach außen gewölbten Frontlinse auch Fisch­augen-Objektive genannt (siehe Fototipp Wie durch einen Türspion). Ist die Brenn­weite größer als die normale Brenn­weite, arbeitet das Objektiv im Teleber­eich und kann somit weiter entfernte Motive heran­holen. Für die Porträtfotografie beispiels­weise ist die doppelte Normal­brenn­weite ideal geeignet. Welche normale Brenn­weite eine Kamera hat, hängt allein von der Diagonale des Bild­sensors ab; diese ist immer um 16 Prozent kleiner als die Normal­brenn­weite. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Meldung Tipps für Fotoeinsteiger, test 6/2004.

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Welche Bedeutung hat die Sensorgröße?

Die Frage nach der passenden Bild­sensorgröße berührt eine ganze Reihe von tech­nischen und fotogra­fischen Aspekten. Am einfachsten ist noch ersicht­lich, dass eine Kamera umso größer und schwerer konstruiert werden muss, je größer der Bild­sensor ist – dies betrifft nicht nur das Kamera­gehäuse, sondern vor allem auch die dazu­gehörigen Objektive. Wenn der gleiche Bild­winkel (also die gleiche Perspektive) gefordert ist, sind bei halb so großem Bild­sensor auch alle Längen im Objektiv (also auch die Brenn­weite) nur halb so groß.

Wichtig zu wissen ist, dass die Schärfentiefe der Aufnahme und die Licht­empfindlich­keit (übrigens auch die Beugungs­begrenzung bei der Bild­schärfe) der Kamera bei gleicher Pixelzahl nicht unmittel­bar von der minimal einstell­baren Blendenzahl abhängen, sondern allein vom tatsäch­lichen Durch­messer der Eintritt­spupille des Objektivs. Die Licht­menge, die zur Abbildung beiträgt, und die Schärfentiefe sind im Prinzip also nur vom Durch­messer der Frontlinse des Objektivs, aber nicht von der Bild­sensorgröße abhängig. Anders ausgedrückt: je kleiner der Bild­sensor, desto kleiner sollte auch die minimal einstell­bare Blendenzahl sein. Die folgenden drei Bild­sensorklassen verhalten sich bei den angegebenen Blendenzahlen unter fotogra­fischen Gesichts­punkten also gleich, wobei der Durch­messer der Frontlinse jeweils rund 18 Milli­meter beträgt und die Brenn­weite des Objektivs beispielhaft der Normal­brenn­weite entspricht:

Voll­formatsensor: Brenn­weite 50 Milli­meter, Blendenzahl 2,8

APS-C-Sensor: Brenn­weite 32 Milli­meter, Blendenzahl 1,8

Micro-Four-Thirds-Sensor: Brenn­weite 25 Milli­meter, Blendenzahl 1,4

Am wichtigsten ist aber vielleicht auch hier der Hinweis, dass jeder Bild­sensor umso besser arbeiten kann, je größer seine Bild­punkte sind. Auf einem großen Bild­sensor können folg­lich mehr große Bild­punkte unterge­bracht werden als auf einem kleinen Bild­sensor – aber viele Bild­punkte erfordern auch zunehmend leistungs­fähige und teure Objektive. Da der Mensch aber sowieso nur maximal 4 Millionen Bild­punkte in einem Bild unterscheiden kann, ist der Mehr­wert bei 24 Millionen oder noch mehr Bild­punkten allerdings sehr begrenzt.

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Wie wichtig ist das Zusammen­spiel von Objektiv und Kamera­gehäuse?

Im Prinzip muss das Kamera­gehäuse gar nichts über das verwendete Objektiv wissen, wenn das Objektiv von Hand scharf gestellt wird. Moderne Objektive verfügen jedoch über eine eigene kleine Rechen­einheit, die mit dem Kamera­gehäuse kommunizieren kann. Dabei werden nicht nur wichtige Bild­parameter wie Brenn­weite, Blendenzahl oder Motiv­entfernung über­mittelt, sondern einige Objektive teilen dem Kamera­gehäuse sogar mit, welche Bild­fehler sie in der jeweiligen Aufnahme­situation gerade produzieren, wie zum Beispiel Vignettierung, Farbsäume oder Verzeichnung. Die Kamera­gehäuse können dies dann unmittel­bar rechnerisch kompensieren. Bei Rohdaten­aufnahmen werden diese Informationen als Meta­daten in der Bild­datei gespeichert, so dass sie später von einem Bild­bearbeitungs­programm ausgelesen und ausgenutzt werden können. Allgemein gilt: Je moderner das Kamera­system, desto leistungs­fähiger ist die Kommunikation zwischen Objektiven und Kamera­gehäusen. Daher sind die modernen spiegellosen Systemkameras gegen­über den traditionellen Spie­gelre­flexkameras im Vorteil.

Siehe auch unseren Test von Objektiven Scharfe Konkurrenz – Festbrennweiten gegen Standardzooms

Schneller, höher, weiter

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Wie schnell muss meine Speicherkarte sein?

Für einzelne Bilder und Aufnahmen im JPEG-Format ist heute jede Speicherkarte schnell genug. Wenn die Aufnahmen im speicher­intensiven Rohdaten­format gemacht werden, kann es bei Serien­aufnahmen zu einer Geschwindig­keits­einbuße kommen. Ebenso ist es bei hoch­aufgelösten Video­aufnahmen, insbesondere wenn es um 4k-Aufnahmen geht. Hierbei sollten schnelle Speicherkarten einge­setzt werden, damit diese die Kamera nicht ausbremst, so dass nur eine verminderte Video­qualität gespeichert werden kann.

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Wie viel Zoom braucht eine Kamera?

Eine Kamera ohne Zoom hat ein Objektiv mit fester Brenn­weite. Moderne Zoom­objektive starten etwa bei einem Bild­winkel, der ungefähr doppelt so groß ist, wie der Bild­winkel bei normaler Brenn­weite, die Brenn­weite ist dann etwa halb so groß wie die normale Brenn­weite. Wird der Bild­winkel verkleinert, dann zoomt das Objektiv zu längeren Brenn­weiten. Das Verhältnis von der längsten zur kürzesten Brenn­weite wird Zoom­faktor genannt. Sogenannte Superzoomkameras können recht weit in den Teleber­eich hinein­zoomen, allerdings gilt, dass die Bild­qualität umso schlechter wird, je größer der Brenn­weitenbereich ist, da die Objektive nicht gleich­zeitig für alle Brenn­weiten optimiert werden können.

Für eine Allround-Kompakt­kamera ist ein Zoom­faktor von 20- bis 30 recht nützlich. Einige Superzoomkameras bieten sogar Zoom­faktoren von 50 und höher. Hier sollte sich der Verbraucher jedoch fragen, für welche Aufnahme­situation solche langen Brenn­weiten über­haupt noch in Frage kommen. Meistens ist der Bild­winkel dann schon so klein, dass es vermehrt zu Bild­verwack­lungen kommt. Zudem sind Motive in großer Entfernung sowieso oft durch atmosphärischen Dunst so einge­trübt und verschleiert, dass die Bild­qualität begrenzt ist. Kameras mit großem Zoom­bereich finden Sie in unserem Such-Profil „Die besten Kameras mit Superzoom“ im Produktfinder Digitalkameras.

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Wie viele Megapixel braucht eine Kamera?

Ein digitales Bild sollte mindestens vier Megapixel haben. Da eine Digitalkamera bei jedem Bild­punkt jedoch nur eine einzige der drei Grund­farben aufnimmt, müssen die beiden jeweils fehlenden Farben aus den benach­barten Bild­punkten hinzugerechnet werden (Inter­polation). Deswegen ist es in Ordnung, wenn eine digitale Kamera mit bis zu zwölf Megapixel ausgestattet ist. Auch die optische Auflösung von Zoom­objektiven ist auf eine solche Bild­auflösung ausgelegt. Werden es mehr Bild­punkte, dann nimmt die Bild­qualität in der Regel nicht mehr zu, sondern sogar ab, weil die Bild­punkte dann so klein gemacht werden müssen, dass sie stör­anfäl­lig werden. Die Folge sind Bild­rauschen oder vermehrt fehler­hafte Pixel.

Für größere Bild­auflösungen müssen sehr hoch­wertige und teure Objektive, am besten Objektive mit fester Brenn­weite einge­setzt werden, was insbesondere bei Systemkameras möglich ist. Im Übrigen kann bei den meisten Kameras die Anzahl der gespeicherten Bild­punkte im Kame­ramenü auf fünf bis acht Megapixel herab­gesetzt werden, ohne dass es zu nennens­werten Verlusten bei der Bild­qualität kommt. Mehr dazu in unserem Schnell­test Digitalkameras: Sony im Pixelwahn.

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Wie viele Achsen braucht ein guter Bild­stabilisator?

Während der Aufnahme können Wackelbewegungen des Fotografen durch die Verschiebung der Bilder in horizon­taler und vertikaler Richtung ausgeglichen werden, wenn die Kamera diese Wackelbewegungen ermittelt und über einen aktiven Bild­stabilisator im Objektiv oder am Bild­sensor kompensiert. Diese Technik der Bild­stabilisierung funk­tioniert mitt­lerweile bei vielen Kameramodellen recht gut und ist besonders bei langen Brenn­weiten und für längere Belichtungs­zeiten sehr nützlich.

Neues gibt es vor allem bei den spiegellosen Systemkameras mit elektronischem Sucher: Olympus, Panasonic und Sony bieten Modelle mit deutlich erweiterter Bild­stabilisierung an: Der Stabilisator im Kamera­gehäuse gleicht Bewegungen in mehrere Richtungen aus. Panasonic fängt neben den beiden Verschiebungen auch die Verkippungen um diese beiden Achsen ab. Die 5-Achsen-Technik fängt zusätzlich sogar Drehbewegungen aus. Die neue Technik ermöglicht noch schärfere Aufnahmen, auch bei unruhiger Hand. Um den Spielraum für die Bild­stabilisierung zu erhöhen, lässt sich der Bild­stabilisator bei Panasonic und Olympus sogar mit einem im Objektiv vorhandenen Stabilisator kombinieren.

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