FAQ Deos und Anti­transpirantien Special

Schlechter Achselgeruch ist vermeid­bar – davor schützen können Deos und Anti­transpirantien. Aber worin genau besteht eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Produkt­gruppen? Warum sind aluminiumhaltige Produkte in Verruf geraten? Und welche Maßnahmen können noch helfen, um üblen Gerüchen vorzubeugen? Die Kosmetik-Experten der Stiftung Warentest beant­worten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wie schlechter Körpergeruch entsteht

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Warum riecht Schweiß über­haupt schlecht?

Schweiß­drüsen lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Die ekkrinen Schweiß­drüsen finden sich besonders zahlreich an Händen, Stirn oder Rücken. Das Sekret, das sie abgeben, bleibt meist geruchlos. Die apokrinen Schweiß­drüsen sitzen vor allem in den Achselhöhlen und in der Genital­region. Ihr Schweiß ist reicher an Nähr­stoffen. Doch erst wenn Bakterien diese Hauta­reale besiedeln und die Bestand­teile des Schweißes zersetzen, entsteht Körpergeruch.

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Schwitzen Männer und Frauen unterschiedlich?

Ja, das tun sie. Männer schwitzen in der Regel mehr als Frauen. Das liegt daran, dass sie mehr Schweiß­drüsen haben und diese auch noch deutlich aktiver sind: Sie scheiden mehr und früher Schweiß aus als die von Frauen.

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Und warum riecht der Schweiß von Männern oft intensiver?

Maßgeblich verantwort­lich für den individuellen Körpergeruch sind die Bakterienflora auf der Haut und der Hormon­haushalt. Dass Männer oftmals einen strengeren Schweiß­geruch entwickeln als Frauen, sei vor allem auf das Sexualhormon Testosteron zurück­zuführen, von dem Männer deutlich mehr produzieren, erklärt Doktor Maja Hofmann, Dermatologin und Ober­ärztin an der Charité in Berlin. Zunächst geruchlose Testosteron-Abbau­produkte gelangen mit dem Schweiß auf die Haut. Dort wandeln die Bakterien sie in Stoffe um, die sehr unangenehm riechen können.

Deos vs. Anti­transpirantien

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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Deos und Anti­transpirantien?

Anti­transpirantien sagen – anders als Deos – von sich, dass sie gegen Schwitzen wirken (anti = gegen; transpirieren = schwitzen). In der Regel beruht die Wirkung auf Aluminiumsalzen. Das am meisten verbreitete Aluminiumsalz ist Aluminium­chlorhydrat. Es verengt die Schweiß­drüsen­ausgänge vorüber­gehend, mindert so die Schweiß­menge. Deodorantien und Anti­transpirantien haben gemein, dass sie gegen Achselgeruch helfen sollen. Etwa durch antibakterielle Inhalts­stoffe, die die Wachs­tums­bedingungen von Bakterien verschlechtern, die durch Stoff­wechsel­produkte fürs Müffeln sorgen. Oder durch Stoffe, die Geruch über­decken oder neutralisieren.

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Gibt es auch einen Unterschied zwischen Produkten für Männer und Frauen?

In der Zusammenset­zung unterscheiden sie sich kaum. Die Inhalts­stoffe sind grund­sätzlich die gleichen. Verschieden sind sie aber häufig in Aufmachung und Duft: Produkte für Frauen duften meist blumig, fruchtig oder pudrig, die für Männer etwas herber und oft mit einer würzig-holzigen Note. Unisex-Produkte wie die im aktuellen Deo-Test der Stiftung Warentest sollen beiden Geschlechtern gefallen.

Aluminiumsalze – Inhalts­stoffe in der Kritik

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Warum werden Aluminiumsalze so kritisch betrachtet?

Aluminiumsalze in Anti­transpirantien sind umstritten. Ihre Kritiker fürchten, dass Aluminium im Körper etwa Brust­krebs oder Alzheimer verursachen könnte. Die Studien­lage dazu ist wider­sprüchlich. Zuver­lässige Daten, die einen Zusammen­hang zwischen Aluminium und dem Entstehen dieser Krankheiten belegen, gibt es bislang jedoch nicht. Aluminium nehmen wir neben Kosmetika vor allem auch über die Nahrung auf. Zuviel davon kann im Körper giftig wirken. Schlimms­tenfalls nehmen Knochen, Gehirn und Organe Schaden.

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Sollte man aluminiumhaltige Anti­transpirantien dann über­haupt noch verwenden?

Die Verunsicherung ist bei vielen Verbrauchern groß. Unklar ist, welchen Anteil das über die Haut aufgenom­mene Aluminium an der Gesamt­belastung hat. Aufklärung soll eine Studie bringen, die im Auftrag europäischer Kosmetikfirmen die Aufnahme von Aluminium durch Anti­transpirantien untersucht hat. Wie aussagekräftig sie ist, wird aktuell vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) bewertet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät in einer aktuell noch gültigen Stellung­nahme von 2014 vorsorglich, wenig Aluminium aufzunehmen – aus Lebens­mitteln wie aus Kosmetika. Damalige Berechnungen des BfR, die immer noch gelten, hatten ergeben, dass Nutzer, die einmal am Tag ein Anti­transpirant anwenden, bereits die Aufnahme­menge ausschöpfen können, die die Efsa für unbe­denk­lich hält. Allerdings legt das BfR einen Alumini­umgehalt von bis zu etwa 5 Prozent zugrunde. Das über­steigt die von uns gemessenen Werte meist deutlich.

Tipp: Wer auf Anti­transpirantien nicht verzichten mag, sollte sie nicht auf frisch rasierter Haut benutzen. So lässt sich die Aluminium­aufnahme senken.

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Können aluminiumhaltige Deos für Hautirritationen sorgen?

Hautirritationen können je nach individueller Empfindlich­keit durch verschiedene Inhalts­stoffe wie etwa Duft­stoffe – aber auch Aluminiumsalze – hervorgerufen werden. Hier gilt es, ein individuell verträgliches Produkt auszuwählen. Mehr zum Thema Aluminium in Deos in unserem Test von Deos und Antitranspirantien.

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Sind Deo-Kristalle eine natürliche Alternative zu Achselsprays?

Nein. Deo-Kristalle haben eine schroffe Form, sind nahezu geruch- und farblos Murnauers Kristall-Deo-Stick aus dem aktuellen Deo-Test besteht einzig aus dem Aluminiumsalz Ammonium Alum. Er hat den mit Abstand höchsten Alumini­umgehalt von allen aktuell untersuchten Produkten. Trotzdem hat der Kristall laut Anbieter keine schweiß­hemmende Wirkung. Er soll vielmehr auf der Haut einen Säure­schutz­mantel bilden, der das Bakterien­wachs­tum hemmt und damit gegen Gerüche wirkt.

Was helfen kann, um weniger zu schwitzen

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Kann ich selbst irgend­etwas tun, um weniger zu schwitzen?

Ja, durch­aus. Wer weniger schwitzen möchte, sollte beim Essen auf scharf gewürzte Speisen und große Portionen verzichten. Sie können die Wärmepro­duktion im Körper zusätzlich anregen. Ebenfalls schweiß­treibend können Kaffee und Alkohol wirken. Und auch unge­eignete Kleidung kann uns ins Schwitzen bringen. Eine gute Wahl sind locker und luftig geschnittene Kleidungs­stücke aus Naturmaterialien wie zum Beispiel Leinen. Sie lassen die Haut atmen. Einige moderne Spezialfasern fördern ebenfalls ein gutes Hautklima.

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Stimmt es, dass auch Stress ein Auslöser fürs Schwitzen sein kann?

Ja, auch die Psyche kann eine Rolle dabei spielen, wie stark jemand schwitzt: Wer ständig unter Stress steht, Angst, Über­forderung oder Angespannt­heit empfindet, der schwitzt mitunter leichter. Wichtig ist es deshalb, im Alltag regel­mäßig zur Ruhe zu kommen und ganz bewusst zu entspannen. Wie das am besten funk­tioniert, muss jeder selbst heraus­finden. Vielen Menschen helfen dabei aber zum Beispiel auto­genes Training oder Yoga.

Roller vs. Spray

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Sind Deo-Roller umwelt­freundlicher als Sprays (Stich­wort: Treibgase)?

Noch immer gibt es Bedenken gegen Spraydosen, weil sie fälsch­licher­weise mit FCKW (Fluor-Chlor-Kohlen­wasser­stoffe) assoziiert werden. Sie werden aber bei uns schon seit gut 30 Jahren nicht mehr als Treibgase für Aerosoldosen verwendet. Meist kommen Mischungen von Propan, Butan und Isobutan zum Einsatz. Diese Gase haben im Vergleich zu FCKW nur sehr geringen Einfluss auf den Treib­haus­effekt. Eine Gesamt­ökobilanz haben wir für die Produkte im aktuellen Test nicht erstellt.

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Ist das Test­ergebnis für einen bestimmten Roller, Stick oder eine Creme über­trag­bar auf das Spray des gleichnamigen Produktes?

Unsere Test­ergeb­nisse gelten grund­sätzlich nur für die ausgewählten Deos und Applikations­formen. Die geprüften Wirkungen der Roller, Sticks oder Cremes aus dem aktuellen Test von Unisex-Deodorantien und -Antitranspirantien können somit nicht auf die Sprays der gleichnamigen Produkte über­tragen werden. Produkt­zusammenset­zung und aufgetragene Wirk­stoff­menge können sich stark unterscheiden. Bewertungen zu Sprays finden Sie in unserem Test von Deos und Antitranspirantien für Männer.

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