FAQ DVB-T2 HD Special

Seit Ende März 2017 gibt es in vielen Regionen die neue Antennen­technik DVB-T2 HD. Im November 2017 kommen weitere Regionen hinzu – darunter Dresden, Kassel und Freiburg. Bis Mitte 2019 soll der Umstieg im ganzen Land abge­schlossen sein. Größter Vorteil: Endlich gibt es auch via Antenne HD-Qualität. Nachteil: Viele Nutzer müssen neue Geräte kaufen, um weiter per Antenne fernsehen zu können. test.de beant­wortet die wichtigsten Fragen zu DVB-T2 HD. Und natürlich haben wir auch Tests von DVB-T2-Receivern, Tests von DVB-T2-fähigen Fernsehern sowie Tests von Außenantennen und Zimmerantennen auf test.de.

Tech­nischer Hintergrund

Was ist DVB-T2 HD, welche Vor- und Nachteile hat es?

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Was ist DVB-T2 HD?

DVB-T2 HD ist die Weiter­entwick­lung des bisherigen digitalen Antennen­stan­dards DVB-T. Fernseh­empfang über Antenne ist der einzige Empfangsweg, über den in Deutsch­land bis vor kurzem keine Programme in Hoch­auflösung (HD) verfügbar waren. Das hat DVB-T2 HD geändert – endlich kommen auch via Antenne HD-Bilder auf den Fernseher. DVB-T2 HD setzt dafür auf die Kodier­technik HEVC (auch H.265 genannt), die die großen Daten­mengen hoch­auflösender Bilder besonders effizient komprimiert. Hier gelangen Sie zu unseren Tests von DVB-T2-fähigen Fernsehern sowie Tests von Außenantennen und Zimmerantennen.

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Welche Vorteile bietet DVB-T2 HD?

Mit DVB-T2 HD ist es endlich auch über Antenne möglich, Sender in Hoch­auflösung zu empfangen – teils sogar mit noch höherer Qualität (mehr Bild­punkte, höhere Bild­wieder­holrate) als derzeit bei Satelliten- und Kabel­empfang üblich. Außerdem können über DVB-T2 HD mehr Sender ausgestrahlt werden als bisher über DVB-T – und das, obwohl einige Frequenzen an den Mobil­funk abge­geben werden. Ein weiterer Plus­punkt: DVB-T2 HD bringt Privatsender in einige Regionen zurück, wo sie über Antenne lange Zeit nicht zu empfangen waren. Ebenfalls erfreulich: Die bisherigen Antennen können meist weiterbenutzt werden. Wer sich dennoch eine neue Antenne anschaffen möchte: Wir haben Zimmer- und Außenantennen getestet.

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Welche Nachteile bringt DVB-T2 HD mit sich?

Antennen­zuschauer müssen ihren alten Fernseher „aufrüsten“ – mit einem externen Receiver (zum Test DVB-T2-HD-fähige Receiver). Wer mehrere TV-Geräte hat, braucht im Normalfall auch mehrere Receiver. Die Alternative zum Receiver-Kauf: Der Nutzer kann sich auch einen neuen Fernseher mit integriertem DVB-T2-HD-Empfänger zulegen (zu den Tests von Fernsehern). Ein weiterer Nachteil der neuen Technik: Wer die Privatsender der RTL- und ProSiebenSat.1-Gruppen auch in Zukunft sehen will, muss sie – nach einer dreimonatigen Gratis­phase – kosten­pflichtig abonnieren. Die kostenlosen SD-Varianten entfallen komplett. Antennen­zuschauer können diese Programme also nur noch in HD empfangen und müssen dafür 69 Euro pro Jahr zahlen – möglicher­weise wird es zukünftig auch die Option geben, ein Abo monats­weise zu buchen. Zum Abopreis kommen noch Ausgaben für ein Entschlüssel­ungs­gerät hinzu: Der Kunde braucht entweder einen speziellen Receiver, der für den Empfang des Privatsender-Abos von Freenet TV geeignet ist – oder ein Freenet-Decodermodul (rund 80 Euro), das in den CI+-Schacht des Fernseher gesteckt wird. Weitere Details zum Abo von Freenet TV finden Sie unten im Abschnitt „Empfang von Privatsendern“.

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Wer ist betroffen?

Alle Zuschauer, die über Antenne fernsehen. Für Satellit- und Kabel-Nutzer ändert sich nichts. Bei vielen Antennen­zuschauern fand der Umstieg am 29. März 2017 statt. Insbesondere viele ländliche Regionen werden DVB-T2 HD aber erst später erhalten – der Ausbau soll bis Mitte 2019 bundes­weit abge­schlossen sein. Ob es in Ihrer Region schon Ende März 2017 losgegangen ist, erfahren Sie mithilfe des Empfangschecks vom Projektbüro DVB-T2 HD. Falls die Umstellung in Ihrer Region nicht am 29. März 2017 statt­fand, brauchen Sie nicht auf die teil­weise alarmistische Werbung für DVB-T2 HD hören, die Zuschauer mit drohenden schwarzen Bild­schirmen verunsichert. Sie können zwar jetzt schon ein Empfangs­gerät für DVB-T2 HD erwerben und damit die gewohnte DVB-T-Technik nutzen – Sie können mit der Anschaffung eines neuen Receivers oder Fernsehers aber auch noch abwarten und schauen, ob die Geräte­preise etwas sinken. (Zum Test DVB-T2-HD-fähige Receiver und zu den Tests von Fernsehern).

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Müssen betroffene Nutzer nach der Umstellung etwas tun, um die Sender per DVB-T2 HD zu empfangen?

Ja, alle Antennen­zuschauer in den betroffenen Regionen müssen einen Such­lauf starten. Das gilt auch dann, wenn sie DVB-T2 HD bereits in der Test­phase vor dem 29. März verwendet haben.

Wie läuft die Umstellung und wie kann ich DVB-T2 HD empfangen?

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In welchen Regionen gibt es das neue Antennen­fernsehen bereits?

Die Pilot­regionen sind Bremen/Unterweser, Hamburg/Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover/Braun­schweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, Düssel­dorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Rhein/Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stutt­gart, Nürn­berg, München/Südbayern. Dort begann am 29. März 2017 der Regel­betrieb – seitdem stehen alle empfang­baren Sender via DVB-T2 HD zur Verfügung. Das alte DVB-T wurde abge­schaltet (Ausnahme: In einigen bereits mit DVB-T2 HD versorgten Regionen des NDR-Sendegebiets werden via DVB-T noch drei Sender verbreitet: ARD, ZDF, NDR. An einigen Orten ist mit diesem Parallel­betrieb Ende April Schluss, anderen­orts erst im November.) Das Projektbüro DVB-T2 HD Deutsch­land bietet einen Empfangscheck. Dort können Zuschauer ihre Post­leitzahl eingeben, um heraus­zufinden, ob sie bereits DVB-T2 HD nutzen können sowie welche Sender sie derzeit und in Zukunft via Antenne empfangen können. Sie erfahren dort auch, ob in ihrer Region eine Zimmerantenne ausreicht oder ob sie eine Außenantenne benötigen.

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Wann folgen weitere Regionen?

Am 8. November 2017 wird die neue Antennen­technik auf zahlreiche weitere Stand­orte ausgeweitet: In der Umge­bung von Dresden, Kassel, Koblenz und Freiburg werden Antennen­zuschauer dann öffent­lich-recht­liche und private Sender via DVB-T2 HD empfangen können. Weiterhin werden folgende Regionen auf den neuen Stan­dard umge­stellt: Cuxhaven (Stadt), Göttingen (Espol), Herings­dorf, Hoher Meissner, Löbau, Pfaffen­berg, Rhön, Stralsund (Garz), Wolfs­burg und Würzburg – in der Nähe dieser Orte wird zunächst jedoch nur der Empfang der Öffent­lich-Recht­lichen möglich sein. In allen erwähnten Regionen endet die Ausstrahlung über die alte DVB-T-Technik parallel zum Betriebs­beginn von DVB-T2 HD.

Bis Mitte 2019 wird die neue Technik nach und nach auch in kleineren Städten und ländlichen Regionen einge­führt. Details zur Ausweitung gibt das Projektbüro DVB-T2 HD in regel­mäßigen Abständen bekannt. Online gibt es Karten, die die zukünftigen Ausbaustufen landes­weit darstellen. Eine präzisere und verläss­lichere Aussage über die Situation an Ihrem Wohn­ort bietet allerdings der Empfangscheck.

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Wie ist DVB-T2 HD empfang­bar?

Antennen­zuschauer müssen sich entweder einen DVB-T2-HD-Receiver für ihren alten Fernseher zulegen oder ein Fernsehgerät kaufen, das über einen integrierten DVB-T2-HD-Empfänger verfügt. Die bisher verwendeten Antennen können aber im Regelfall weiter genutzt werden. Für sons­tige Geräte ohne integrierten Antennen­empfänger – zum Beispiel Notebooks, Smartphones und Tablets – wird es DVB-T2-HD-Sticks geben, die im Regelfall per USB oder micro-USB angebunden werden. (Zum Test DVB-T2-HD-fähige Receiver und zu den Tests von Fernsehern).

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Was ändert sich durch DVB-T2 HD bei der Ausstrahlung der Programme?

Öffent­lich-recht­liche Sender: Hier hat sich die Bild­qualität auf HD verbessert. Zudem sind einige dritte Programme in Regionen verfügbar, wo es sie bislang nicht gab. Welche dritten Programme es wo gibt, zeigte eine Karte des Projektbüros DVB-T2 HD. An der Art und Weise der Ausstrahlung ändert sich nichts: ARD, ZDF und Co. werden weiterhin unver­schlüsselt senden.

Privatsender: Auch hier ist die Bild­qualität auf HD gestiegen. Zudem hat sich die Anzahl der empfang­baren Sender erhöht. Außerdem können Zuschauer in einigen Regionen, wo bestimmte private Sender lange Zeit nicht über Antenne empfang­bar waren, diese mit DVB-T2 HD wieder sehen. Es wird aber wohl weiterhin Regionen geben, in denen die großen Privatsender per Antenne nicht zu empfangen sind.

Hinzu kommt eine Änderung, die für Zuschauer wenig erfreulich ist: Viele Privatsender sind nun nur noch verschlüsselt zu empfangen. Hierfür benötigt der Zuschauer ein Abo sowie einen Receiver mit einge­bautem Decoder oder ein Decoder-Modul (Zum Test DVB-T2-HD-fähige Receiver). Die wichtigsten Privatsender strahlen über DVB-T2 HD gar nicht mehr in Stan­dard­auflösung (SD) aus – dadurch sind alle Zuschauer von RTL, Sat1 und Co. gezwungen, das kosten­pflichtige HD-Paket zu abonnieren. Nur einige wenige Privatsender wie Shopping-Kanäle und Bibel TV über­tragen unver­schlüsselt und kostenlos.

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Wird das alte DVB-T abge­schaltet oder parallel zu DVB-T2 HD ausgestrahlt?

In den Pilot­regionen wurde das alte DVB-T direkt nach der Umstellung auf DVB-T2 HD abge­schaltet. Einzige Ausnahme: In einigen Regionen des NDR-Sendegebiets können Zuschauer, die bereits mit DVB-T2 HD versorgt werden, noch ARD, ZDF und NDR über DVB-T empfangen – an einigen Orten endet dieser Parallel­betrieb am 24. April, anderen­orts im November. In allen anderen Regionen mit frühem DVB-T2-HD-Start gibt es die alte Technik DVB-T seit Ende März 2017 nicht mehr. In den Regionen, die im November 2017 Zugang zu DVB-T2 HD erhalten, endet die Ausstrahlung des alten DVB-T-Signals ebenfalls parallel zum Start­schuss von DVB-T2 HD. Bis Mitte 2019 soll DVB-T über­all abge­schaltet werden, da einige der bisherigen TV-Frequenzen für den Mobil­funk gebraucht werden. Sobald das alte DVB-T-Signal in der jeweiligen Region wegfällt, braucht jeder dortige Antennen­zuschauer einen entsprechend ausgerüsteten Fernseher oder Receiver. (Zum Test DVB-T2-HD-fähige Receiver und zu den Tests von Fernsehern).

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Können Sendungen über DVB-T2 HD aufgezeichnet werden?

Ja, der Nutzer braucht dafür einen aufnahme­fähigen Receiver und ein USB-Speichermedium (Stick oder Fest­platte), das er an den Receiver oder den Fernseher anschließt. Bei den öffent­lich-recht­lichen Sendern gibt es keine Einschränkungen. Komplizierter ist die Lage bei den Privaten, die über den Anbieter Freenet TV empfang­bar sind. Derzeit lassen sich dauer­hafte Aufnahmen von Privatsendern nur anfertigen, wenn der Nutzer zum Empfang einen aufnahme­fähigen Freenet-Receiver verwendet. Im Laufe des Jahres soll es für CI+-Module und TV-Sticks von Freenet Software-Updates geben, sodass auch über diese Empfangs­geräte Sendungen aufgezeichnet werden können.

Inner­halb der dreimonatigen Gratis­phase ist die Aufnahme­funk­tion von Freenet-Recei­vern normaler­weise deaktiviert – der Kunde muss sie aktiv frei­schalten. Dazu kann er die Freenet-Hotline 0221–46708700 anrufen oder sich (ab Juli 2017) in den Kunden­bereich auf www.freenet.tv einloggen, um die Frei­schaltung dort vorzunehmen. Akti­viert der Kunde die Aufnahme­funk­tion nicht während der Gratis­phase, wird sie auto­matisch frei­geschaltet, sobald er erst­mals für den Empfang der Privatsender zahlt.

Bei der Aufzeichnung von Privatsendern gibt es diverse Einschränkungen. So lassen sich etwa Aufnahmen von Sendern der RTL-Gruppe generell nicht vorspulen. Andere Einschränkungen hängen davon ab, mit welchem Gerät der Zuschauer die Privaten empfängt.

Aufnahme­fähiger Freenet-Receiver: Alle Sender können aufgezeichnet werden, die Aufnahmen sind zeitlich unbe­grenzt archi­vierbar. Zusätzlich lassen sich mit der Timeshift-Funk­tion Sendungen zeitlich begrenzt aufnehmen – der Nutzer kann allerdings höchs­tens 90 Minuten pausieren oder zurück­spulen und darf zwischen­durch nicht den Sender wechseln.

CI+-Modul von Freenet: Derzeit sind keine dauer­haften Aufnahmen möglich. Dies soll sich mit einem Software-Update im dritten Quartal von 2017 ändern. Mit der Timeshift-Funk­tion lassen sich Sendungen zeitlich begrenzt aufnehmen: Der Nutzer kann allerdings höchs­tens 90 Minuten pausieren oder zurück­spulen und darf zwischen­durch nicht den Sender wechseln.

TV-Stick für PC und Laptop: Derzeit sind weder dauer­hafte Aufnahmen noch Timeshift möglich. Dies soll sich mit einem Software-Update im Sommer 2017 ändern. Das genaue Datum steht noch nicht fest.

Tipp: Unsere kostenlose Infoseite zum Thema Aufnehmen via USB bietet weitere Tipps und Erklärungen.

Welche Geräte die neue Antennen­technik beherr­schen

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Wie finde ich einen DVB-T2-HD-fähigen Fernseher?

In unserem Produktfinder Fernseher ist bei neueren Geräten angegeben, ob sie fit für DVB-T2 HD sind. Am einfachsten ist es, den bereits auf der Start­seite des Produktfinders angebotenen Filter Noch erhältliche Fernseher mit Empfänger für DVB-T2 HD zu verwenden: Wer dieses Profil anwählt, sieht ausschließ­lich TV-Geräte, die für den Empfang von DVB-T2 HD geeignet sind. Weitere Details – auch zu den relevanten Logos – finden Sie auf der Folgeseite Wie finde ich einen geeigneten Fernseher?

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Ist es sinn­voll, sich schon einen DVB-T2-HD-fähigen Fernseher oder Receiver zu kaufen, bevor DVB-T2 HD in meiner Region einge­führt wird?

Tech­nisch spricht nichts dagegen: DVB-T2-HD-Geräte sind abwärts­kompatibel, können also auch DVB-T-Signale empfangen. Antennen­zuschauer können sich daher schon für die Zukunft des Antennen­fernsehens rüsten und mit den neuen Geräten die alte DVB-T-Technik nutzen, bis ihnen DVB-T2 HD zur Verfügung steht.

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Was passiert nach der Umstellung auf DVB-T2 HD, wenn ein Zuschauer keinen DVB-T2-HD-fähigen Fernseher oder Receiver hat?

Ohne einen DVB-T2-HD-fähigen Fernseher oder Receiver wird dann kein Antennen­empfang mehr möglich sein.

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Wie können die alten DVB-T-Receiver entsorgt werden?

Nach der Abschaltung der DVB-T-Technik werden die DVB-T-Receiver quasi zu Elektroschrott. Sie dürfen auf keinen Fall in den Hausmüll – ansonsten drohen Bußgelder. Verbraucher können sie bei Wert­stoff­höfen abgeben. Elektronikhändler nehmen die Geräte meist ebenfalls an und entsorgen sie kostenlos – auch wenn der Geräte­besitzer beim jeweiligen Händler nichts kauft und der alte Receiver bei einem anderen Händler erworben wurde. Die Deutsche Post ermöglicht den kostenlosen Versand kleiner Elektrogeräte an Recycling­stellen. Wichtig: Anders als die Receiver funk­tionieren alte DVB-T-Antennen meist auch mit der neuen DVB-T2-HD-Technik. Antennen müssen also nicht entsorgt werden. Wer dennoch eine neue TV-Antenne kaufen möchte, findet in unserem Antennen-Test sehr gute und güns­tige Modelle für inner- und außer­halb der Wohnung.

Empfang von Privatsendern

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Wie funk­tioniert der Empfang der Privatsender?

Die meisten Privatsender, insbesondere jene der RTL- und der ProSiebenSat.1-Gruppe, sind via Antenne ausschließ­lich über den Anbieter Freenet TV verfügbar. In den ersten drei Monaten ist der Empfang selbst kostenlos, dennoch fallen Ausgaben an, da der Nutzer einen Freenet-Receiver, ein CI+-Modul des Anbieters oder den TV-Stick für Computer braucht.

Nach der Gratis­phase stehen zwei Zahlungs­optionen zur Auswahl: Kunden können direkt über Freenet oder im Fach­handel eine Guthabenkarte für ein Jahr erwerben. Die Karte kostet 69 Euro – somit fallen 5,75 Euro pro Monat an. Das Abo wird nicht auto­matisch verlängert. Wer nach Ablauf der Abozeit weiterhin die Privaten empfangen will, muss sich eine neue Karte oder einen neuen Guthaben-Code besorgen.

Alternativ können Kunden auch per Bank­einzug zahlen. In diesem Fall müssen sie kein Abo abschließen. Zwar verlängert sich der Bank­einzug monatlich auto­matisch, er lässt sich aber jeder­zeit deaktivieren. Das ist für alle praktisch, die keine lang­fristige Bindung eingehen, sondern flexibel bleiben wollen – etwa für Camper oder Besitzer einer Gartenlaube.

Wer drei Fernseher hat und den gleich­zeitigen Empfang der Privatsender auf allen drei Geräten ermöglichen will, der muss auch dreifach zahlen. Gerade für Familien kann das schnell teuer werden. Freenet hat angekündigt, ab Sommer 2017 einen Rabatt von 20 Prozent für Kunden anzu­bieten, die mehr als ein Gerät mit Privatsendern versorgen wollen. Der Rabatt ist nur für Kunden vorgesehen, die per Bank­einzug zahlen. Wer statt­dessen per Guthabenkarte ein Abo erwirbt, zahlt weiterhin den vollen Preis für jede separate Empfangs­möglich­keit. Nutzer des TV-Sticks sind von diesem Preis­nach­lass ganz ausgeschlossen – der Rabatt gilt nur für Besitzer von Freenet-Recei­vern und CI+-Modulen.

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Mit welchen Geräten lassen sich die Privatsender empfangen?

DVB-T2-HD-Receiver mit integriertem Decoder, die speziell auf die Nutzung des Privatsender-Abos ausgerichtet sind (zum Test DVB-T2-HD-Receiver),

CI+-Modul von Freenetfür DVB-T2-HD-fähige Fernseher und Receiver mit CI+-Schacht (Preis des Moduls: 80 Euro),

USB-Sticks, die speziell auf die Nutzung des Privatsender-Abos ausgerichtet sind.

Wichtig: Nicht jedes Gerät, das DVB-T2 HD unterstützt, ist auch für den Empfang der Privatsender geeignet. Wer die Privatsender sehen will, muss deshalb darauf achten, dass sein Receiver, sein CI+-Modul oder sein USB-Stick das Logo von Freenet TV trägt.

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Wie funk­tioniert die Akti­vierung des Abos?

Beim Abschluss eines Abos erhält der Kunde einen Frei­schalt­code. Diesen Code muss er zusammen mit der Freenet-TV-ID seines Recei­vers oder Entschlüssel­ungs­moduls telefo­nisch (0221-46708700) oder online (freenet.tv/freischaltung) angeben, um das Abo frei­zuschalten.

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Können Besitzer mehrerer TV-Geräte ihren Receiver oder ihr Entschlüssel­ungs­modul mal an einem und mal an einem anderen TV-Gerät verwenden?

Ja, das ist möglich. Die Entschlüssel­ungs­geräte sind nicht an einen bestimmten Fernseher gebunden.

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Was ist Freenet Connect?

Freenet Connect ist eine Online-Platt­form, über die weitere Sender sowie Mediatheken, Apps und On-Demand-Dienste genutzt werden können. Sie ist Bestand­teil des Freenet-TV-Abos. Freenet empfiehlt dafür eine Surf­geschwindig­keit von mindestens 3 Megabit pro Sekunde. Zum Empfang wird entweder ein Smart TV mit Freenet-Modul benötigt oder ein Receiver, der auf Freenet Connect zugreifen kann. Ob ein Receiver das kann, ist beispiels­weise am Logo „Freenet Connect“ zu erkennen – einige Hersteller wollen aber auch bereits verkaufte Receiver ohne Logo per Software-Update nach­rüsten, damit der Nutzer Connect verwenden kann.

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Für welche Rechnertypen gibt es USB-Sticks, die Privatsender empfangen können?

Der DVB-T2-HD-Stick von Freenet ist nur für den Einsatz an stationären Computern und Notebooks gedacht. Modelle für Tablets und Smartphones dürften folgen. Der Stick wird per USB verbunden und braucht nur bei der Erstein­richtung Zugriff auf‘s Internet, damit der Nutzer die passende Software herunter­laden kann. Danach funk­tioniert er offline wie eine Antenne, also ohne das Daten­volumen des Nutzers zu belasten. Der Stick kostet 60 Euro und ist im Handel sowie auf der Home­page von Freenet TV erhältlich. Für die privaten Sender fallen zusätzlich 69 Euro pro Jahr an, die öffent­lich-recht­lichen Sender sind ohne zusätzliche Ausgaben zu empfangen.

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Was ist bei der Nutzung von Twin Tunern zum Empfangen der Privatsender möglich?

Zu Twin-Tunern (Recei­vern mit zwei einge­bauten Empfängern) erreichten uns besonders viele Leserfragen – insbesondere dazu, ob sich per Twin Tuner mehrere Privatsender gleich­zeitig nutzen lassen, auch wenn der Kunde nur einen Frei­schalt­code von Freenet (69 Euro für 12 Monate) erwirbt. Hier die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Für das Ansehen eines Privatsenders und das gleich­zeitige Aufzeichnen eines anderen Privatsenders per Twin-Tuner reicht ein Frei­schalt­code. Es ist auch möglich, per Twin-Tuner mit einem Frei­schalt­code zwei Sendungen gleich­zeitig aufzuzeichnen, wenn dabei keine Sendung angesehen wird.

Ein Twin-Tuner kann nur einen Fernseher versorgen. Besitzer mehrerer Fernseher können also mit einem Twin-Tuner nicht zwei Fernseher gleich­zeitig mit TV-Signalen beliefern (was etwa bei parallel laufenden Sport­über­tragungen wünschens­wert sein könnte). Jedes TV-Gerät braucht einen eigenen Receiver oder ein Entschlüssel­ungs­modul – es sei denn, der Nutzer verbindet seinen Receiver oder sein Modul mal mit einem und mal mit einem anderen Fernseher. Das wäre aber erstens recht aufwendig und zweitens bliebe es dabei, dass sich mehrere Fernseher nur abwechselnd, aber nicht gleich­zeitig von einem Receiver oder einem Modul versorgen lassen.

Blu-ray-Rekorder brauchen – neben dem HEVC-Codec (siehe unten) und der damit verbundenen Eignung für DVB-T2 HD – ebenfalls ein eigenes Entschlüssel­ungs­modul für die Aufzeichnung von Privatsendern. Es ist nicht möglich, mit einem Twin-Tuner neben dem verbundenen TV-Gerät noch einen Blu-ray-Rekorder zu versorgen. Rein tech­nisch wäre es zwar möglich, das verschlüsselte TV-Signal vom Receiver zum Blu-Ray-Rekorder durch­zuschleifen – einen Nutz­wert hätte die Aufnahme aber nicht, da sie sich ohne ein in den Rekorder einge­bautes Entschlüssel­ungs­modul nicht decodieren lässt.

Tech­nischer Hintergrund

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Was ist HEVC und wer braucht es?

HEVC – auch als H.265 bekannt – ist eine Kodier­technik, die Daten­mengen sehr effizient komprimiert. So ermöglicht sie hohe Auflösungen bei relativ geringen Daten­raten. Der neue Antennen­stan­dard DVB-T2 HD nutzt die HEVC-Technik. Dadurch kommen auch Antennen­zuschauer endlich in den Genuss hoch­auflösender Bilder. Aber eben nur, wenn sie einen Fernseher oder Receiver verwenden, der HEVC unterstützt. Für Antennen­zuschauer ist HEVC also künftig unumgäng­lich.

Für Fans der Ultrahochauflösung (UHD; oft auch „4k“ genannt) ist es ebenfalls wichtig, ein TV-Gerät mit HEVC-Unterstüt­zung zu haben, da einige UHD-Signalquellen mit HEVC komprimiert werden (zu den Tests von Fernsehern).

Selbst für Satelliten- und Kabel­zuschauer kann es sinn­voll sein, auf HEVC zu achten, wenn sie sich einen neuen Fernseher kaufen wollen. Verschlechtert sich der Satelliten­empfang mal aufgrund der Wetterbedingungen oder wird das TV-Gerät später in ein anderes Zimmer ohne Sat- oder Kabel­anschluss verlegt, kann der Besitzer den Fernseher zumindest noch via Antenne versorgen – dafür ist dann aber bei DVB-T2 HD die HEVC-Technik nötig. Gerade Sat- und Kabel­zuschauer, die häufig Filme und Serien übers Internet streamen, sollten ein Gerät mit HEVC-Unterstüt­zung wählen: HEVC kommt auch bei manchen Streams in HD-Auflösung zum Einsatz.

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