Gähnende Leere im Flughafen. Die Corona-Krise vereitelte lange fast alle Reisepläne. Einige Urlaubs­ziele sind nun wieder erreich­bar. Die Rechts­experten der Stiftung Warentest klären häufige Fragen rund um Reise-Stornierung, Entschädigungen und Urlaubs­planung.

Das Coronavirus legte Flughäfen über viele Wochen still und ließ Urlauber in fernen Ländern stranden. Mitte Juni hat das Auswärtige Amt für 31 europäische Staaten die seit März geltende welt­weite Reisewarnung gelo­ckert. Für mehr als 160 Nicht-EU-Länder gilt die Reisewarnung bis Ende August weiter, einige Regionen in der Türkei wurden inzwischen freigegeben. Reiser­ückkehrer können sich kostenfrei testen lassen, bei Rück­kehr aus Risiko­gebieten ist ein Test jetzt verpflichtend.

Corona – Informationen der Stiftung Warentest

Corona – Gesundheit. Regel­mäßig aktualisierte Hinweise der Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest finden Sie im Special Corona – Verbreitung und Gesundheit.

Corona – Jobs. Alles zu Lohn­fortzahlung, Minijobs, Kinder­betreuung und Home Office im Special Corona und Job.

Corona – Recht & Förderung. Im Special Corona – Rechtsrat und finanzielle Hilfen lesen Sie, wo Familien und Selbst­ständige Hilfe erhalten und was mit laufenden Verträgen geschieht.

Corona – Betrugs­maschen. Wie Kriminelle Geld aus der Corona-Krise schlagen lesen Sie im Special Corona-Betrügereien.

Corona – Aktienmärkte. Informationen zur Lage auf den Aktienmärkten finden Sie im Special Corona-Krise und Aktienmärkte.

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Coronavirus – aktuellste Infos

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Wo kann ich mich über die Situation welt­weit informieren?

Die Zahlen der bestätigten Infektionen und Todes­fälle verändern sich immer noch täglich. Das deutsche Robert-Koch-Institut passt seine Hintergrund­informationen regel­mäßig an und informiert gesondert zu Risikogebieten. Updates zur interna­tionalen Lage bietet zudem beispiels­weise eine interaktive Karte von Forschern vom Center for Systems Science and Enginee­ring (CSSE) an der US-amerikanischen Johns Hopkins University.

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Wo erfahre ich, ob eine Reise sicher ist?

Das Auswärtige Amt hatte am 17. März 2020 eine welt­weite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen, die bis zum 14. Juni 2020 galt. Grund waren die drastischen Einschränkungen im interna­tionalen Luft- und Reise­verkehr, welt­weite Einreise­beschränkungen, Quarantäne-Maßnahmen und die Einschränkung des öffent­lichen Lebens in vielen Ländern. Änderungen der Einreise- und Quarantäne-Vorschriften waren teil­weise ohne Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung erfolgt. Nachdem sich die Lage entspannt hatte, hob Bundes­außen­minister Heiko Maas (SPD) die Reisewarnung für 31 europäische Staaten am 15. Juni 2020 auf und ersetzte sie durch Reisehin­weise für die einzelnen Länder.

Das betrifft die 26 Part­nerländer Deutsch­lands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Groß­britannien und die vier Staaten des grenz­kontroll­freien Schen­genraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechten­stein. Für Luxemburg gilt nun allerdings wegen erhöhter Infektions­zahlen wieder eine Reisewarnung, besondere Hinweise gibt es erneut für einige Regionen in Spanien.

Rück­kehrer aus dem Ausland, die nach Deutsch­land einreisen, können sich seit dem 1. August 2020 binnen 72 Stunden kostenlos bei ihrem Gesund­heits­amt oder bei einem nieder­gelassenen Arzt auf das Coronavirus testen lassen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Für die anderen Länder bleibt die Reisewarnung vor­erst bestehen. Mehr als 160 Länder, darunter auch bei Deutschen beliebte Reiseziele wie die Türkei und Ägypten, sind von der bis zunächst Ende August 2020 verlängerten Reisewarnung betroffen. Allerdings hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung jetzt für die türkischen Regionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya aufgehoben. Rück­kehrer müssen sich inner­halb von 48 Stunden vor der Rück­reise nach Deutsch­land in der Türkei in einem zertifizierten Labor (für umge­rechnet 15 Euro) oder am Flughafen (30 Euro) auf das Coronavirus testen lassen. Bei einem positiven Ergebnis müssen Reisende sich in der Türkei in Quarantäne begeben.

App mit Reisehin­weisen. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts können sich Interes­sierte die Reise-App Sicher Reisen herunter­laden, die zu jedem Land fort­laufend aktualisierte Reise- und Sicher­heits­hinweise bietet. Die Länder stehen außerdem zusammen auf einer Risiko-Liste, die Staaten oder Regionen nennt, für die ein erhöhtes Infektions­risiko mit dem Coronavirus besteht. Einsehbar ist die Liste auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts. Sie wird laufend aktualisiert.

Test­pflicht bei Rück­kehr aus Risiko­gebieten. Reiser­ückkehrer aus Risiko­gebieten müssen sich nach § 5, Absatz 2,1 des Infektions­schutz­gesetzes inner­halb von 14 Tagen nach ihrer Rück­kehr auf das Virus testen lassen. Bundes­gesund­heits­minister Jens Spahn hat eine entsprechende Verordnung erlassen, die am 8. August 2020 in Kraft tritt. Alternativ können Rück­kehrer ein negatives Test­ergebnis vorlegen, das maximal 48 Stunden alt und von einem anerkannten Institut herbeigeführt wurde.

Kreuz­fahrten. Außerdem rät das Auswärtige Amt von der Teil­nahme an Kreuz­fahrten „aufgrund der besonderen Risiken“ dringend ab.

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Bedeutet eine Reisewarnung, dass ich in das betroffene Land nicht mehr reisen darf?

Nein. Sie dürfen in das jeweilige Land trotz Reisewarnung und Eintrag in der Risikoliste des Robert-Koch-Instituts reisen. Eines sollten Sie dabei aber unbe­dingt beachten: Wer aus Ländern einreist, die auf der Risikoliste stehen, muss sich unver­züglich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Dies ergibt sich aus vielen landes­recht­lichen Bestimmungen und dem Infektions­schutz­gesetz. Erste Urlauber haben allerdings bereits erfolg­reich gegen diese generelle Quarantäne­pflicht geklagt.

Das Nieder­sächsische Ober­verwaltungs­gericht setzte zuerst die generelle Quarantäne­pflicht für Reisende aus Risiko­gebieten in der Landes­ver­ordnung außer Voll­zug (Az.13 MN 143/20). Die Richter gaben bereits im Mai dem Eilantrag eines Urlaubers statt, der aus Schweden einge­reist war und die vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne einhalten sollte. Nach Auffassung des Gerichts seien die Voraus­setzungen des Infektions­schutz­gesetzes nicht erfüllt. Danach dürfen Quarantänemaß­nahmen nur gegen­über Kranken, Krank­heits­verdächtigen oder Anste­ckungs­verdächtigen ange­ordnet werden.

Die pauschale Annahme, dass alle, die aus einem Risiko­gebiet einreisen, anste­ckungs­verdächtig seien, sei recht­lich nicht halt­bar. Ein Anste­ckungs­verdacht liege erst vor, wenn die Annahme, dass der Betroffene Krank­heits­erreger aufgenommen habe, wahr­scheinlicher sei als das Gegen­teil. Die generelle Quarantäne­pflicht ist aufgrund von Gerichts­urteilen ebenfalls in Berlin und in Nord­rhein-West­falen außer Kraft gesetzt.

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Schützt mich die Auslands­reise-Kranken­versicherung bei einer Corona-Erkrankung?

Nicht in jedem Fall. Wer in ein Land mit Corona-Reisewarnung fährt, verliert bei einer Erkrankung möglicher­weise den Versicherungs­schutz. Klären Sie vor einem Urlaub, ob Sie im Pandemiefall versichert sind.

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Kann ich eine gebuchte Reise ins Ausland wegen der Coronakrise kostenfrei stornieren?

Kunden können eine Pauschal­reise kostenfrei stornieren, wenn am Urlaubs­ort oder in dessen unmittel­barer Nähe „unver­meid­bare und außergewöhnliche Umstände“ auftreten, die die Durch­führung der Pauschal­reise oder die Beför­derung von Personen an den Ziel­ort erheblich beein­trächtigen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt als deutliches Indiz für außergewöhnliche Umstände und bedeutet: Reisende können kurz bevor­stehende Pauschal­reisen in Länder, für die eine Reisewarnung gilt, grund­sätzlich unter Berufung auf außergewöhnliche Umstände kostenlos stornieren. Für die Staaten Europas lief die Reisewarnung am 14. Juni 2020 aus (siehe oben). Mit dem Wegfall wird es deutlich schwerer, eine kostenlose Stornierung einer Reise in eines dieser Länder durch­zusetzen.

Trotzdem kann es Gründe geben, die zu erheblichen Beein­trächtigungen der Reise führen und zum kostenlosen Storno berechtigen. Solche Gründe muss der Reisekunde aber darlegen, was für einen juristischen Laien schwierig sein kann. Die vom Gesetz geforderten „unver­meid­baren, außergewöhnlichen Umstände“ müssen objektiv gegeben sein und auch noch zum Zeit­punkt der Reise bestehen. In der Person des Reisenden liegende Tatsachen wie die Zugehörig­keit zu Corona-Risiko­gruppen und eine damit einhergehende individuelle Gesund­heits­gefähr­dung spielen hierbei keine Rolle.

Umstände, die zur Undurch­führ­barkeit wesentlicher Reise­leistungen führen können, sind etwa gesperrte Sehens­würdig­keiten bei einer Städtereise, geschlossene Häfen bei einer Kreuz­fahrt, behördliche Einreise­verbote und Quarantänemaß­nahmen. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Nieder­sachsen beispiels­weise darf der Veranstalter in Fällen, in denen behördliche Anordnungen dazu führen, dass einzelne Reise­leistungen ganz ausfallen (Pool- und Saunanut­zung, Ferien­programm) oder nur unter erheblichen Beein­trächtigungen genutzt werden können, keine Storno­gebühren verlangen. Die Frage, was unter erheblichen Beein­trächtigungen in Bezug auf die Maßnahmen zur Abwehr der Covid-19- Verbreitung zu verstehen ist, wird sicher Thema zukünftiger Recht­sprechung werden.

Wer vorhat, zu verreisen, sollte sich regel­mäßig über die Verhält­nisse und Entwick­lung vor Ort informieren. Dabei helfen die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Ist eine kostenlose Stornierung möglich, müssen Veranstalter den Reise­preis spätestens inner­halb von 14 Tagen nach der Stornierung erstatten, Schaden­ersatz steht Touristen in der Regel nicht zu. Bietet Ihr Reiseanbieter Ihnen anstatt der Rück­erstattung einen Gutschein an, müssen Sie diesen nicht annehmen (mehr dazu weiter unten).

Indivi­dualreisende müssen bei ihren gebuchten Einzel­leistungen im Reise­land trotz Einreise­verboten oder Reisewarnung genau in die Verträge schauen. Können Hotels oder Trans­port­mittel nicht genutzt werden, ist eine Erstattung, sofern deutsches Recht gilt, möglich. Wurden Leistungen direkt im Reise­land gebucht, hilft im Zweifel nur die Nach­frage beim jeweiligen Vertrags­partner nach den Rück­tritts­konditionen beziehungs­weise Kulanz­regelungen. Ein Beispiel sind Ferien­wohnungen im Ausland: Dort gilt neben den vertraglichen Rege­lungen im Zweifel das Mietrecht des Landes, in dem sich die Wohnung befindet. Kommt das Landes­recht des Urlaubs­ortes zur Anwendung, empfehlen wir, sich auf der Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums zu informieren.

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Ich musste meinen Pauschal­urlaub im Ausland wegen Corona abbrechen, bin mit einem Flugzeug der Bundes­regierung nach Hause geflogen. Mir sind Hotel­leistungen entgangen, mein regulärer Rück­flug fand nicht statt. Bekomme ich Geld zurück?

Ja. Der Reise­ver­anstalter muss die von seinen Kunden bezahlten, nicht in Anspruch genom­menen Reise­leistungen erstatten. Dazu gehören entgangenen Urlaubs­tage und der nicht angetretene Rück­flug. Wie viel Sie im Einzel­fall zurück­bekommen, kann Ihnen nur Ihr Reise­ver­anstalter sagen. Fordern Sie ihn unter Frist­setzung von 14 Tagen zur Benennung des konkreten Betrags und zur Rück­zahlung auf, am besten per Einwurfein­schreiben.

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Während meiner Pauschal­reise wurde mein Hotel unter Quarantäne gestellt. Mein Aufenthalt war erheblich beein­trächtigt, und wir konnten nicht am geplanten Rück­reisedatum nach Hause fliegen. Kann ich Geld vom Veranstalter zurück­verlangen oder muss ich sogar für die ungewollte Verlängerung zahlen?

Nach Ansicht der Rechts­experten der Stiftung Warentest ist es möglich, dass Sie vom Veranstalter eine Minderung des Reise­preises verlangen können. Die Quarantäne wäre insofern als Reise­mangel zu bewerten. Grund­sätzlich gilt: Um einen Minderungs­anspruch nach der Reise geltend machen zu können, muss der Reisende unver­züglich den Mangel anzeigen und den Reise­ver­anstalter auffordern, ihn zu beheben. Kommt der Veranstalter dem nach, kann der Kunde keine Minderung fordern. Weil der Reise­ver­anstalter den Mangel in diesem Fall aber aufgrund behördlicher Anordnung gar nicht beheben kann, muss er Ersatz leisten.

Dauerte der Hotel­auf­enthalt durch die Quarantäne länger als geplant, sollten darüber hinaus auf den Urlauber keine Mehr­kosten zukommen. Hier hat der Reise­ver­anstalter eine Beistands­pflicht (§ 651 q BGB). Er muss sich auch nach Ende der ursprüng­lich vorgesehenen Urlaubs­zeit um seine Gäste kümmern und Sorge dafür tragen, dass Urlauber sicher nach Hause kommen und ihnen zum Beispiel alternative Rück­flüge organisieren.

In welchem Umfang der Veranstalter für weitere Kosten einzustehen hat und ob er diese auch weitergeben kann, ist noch nicht gericht­lich geklärt. Manche Juristen vertreten die Auffassung, es müsse derjenige zahlen, der die Quarantäne ange­ordnet habe – in dem Fall der Staat.

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Kann ich meine Pauschal­reise, die erst in einigen Monaten ansteht, auch kostenfrei stornieren?

Das ist auch unter Reise­rechts­experten nicht abschließend geklärt. Dafür kommt es auf die Frage an, ob die außergewöhnlichen Umstände, die zum kostenfreien Rück­tritt vom Reise­vertrag berechtigen, zum Zeit­punkt der Stornierung oder zum Zeit­punkt der Reise vorliegen müssen.

Nach Auffassung der Rechts­experten der Stiftung Warentest ist entscheidend, ob zum Zeit­punkt der Reise die unabwend­baren, außergewöhnlichen Umstände vorliegen und mit wie viel Wahr­scheinlich­keit davon zum Zeit­punkt der Stornierung ausgegangen werden kann. Kunden, die jetzt auf eigenes Risiko Reisen absagen, die nicht kurz bevor­stehen, müssen gegebenenfalls mit Storno­gebühren rechnen.

Renommierte Reise­rechts­experten und auch Gerichte stellen auf einen Zeitraum von etwa vier Wochen vor Reise­beginn ab. Können Reisekunden etwa vier Wochen vor Reiseantritt annehmen, dass die aktuelle Situation auch zu Reise­beginn noch anhalten wird, ist eine kostenlose Stornierung möglich. Dabei handelt es sich aber nicht um eine starre Frist, sondern lediglich einen Anhalts­punkt, der im jeweiligen Einzel­fall geprüft werden muss.

Bestehen die Einschränkungen, zum Beispiel eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts, auch noch zum Zeit­punkt der Reise, muss der Reise­ver­anstalter die Storno­gebühren zurück­zahlen. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass Reiseanbieter sich gegen Rück­zahlungs­forderungen wehren werden. Schlimms­tenfalls müssen Kunden die Rück­erstattung der Storno­kosten einklagen.

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Mein Reise­ver­anstalter weigert sich, mir nach meiner Stornierung den Reise­preis zu erstatten und bietet mir einen Gutschein beziehungs­weise einen anderen Reise­termin an. Muss ich das akzeptieren?

Nein, das müssen Sie nicht. Wie die Verbraucherzentrale Brandenburg aus ihrer Beratungs­arbeit berichtet hat, haben viele Reiseanbieter in den vergangenen Wochen ohne gesetzliche Grund­lage Rück­zahlungen verweigert und nur Gutscheine ausgegeben. Auch einige unserer Leser haben diese Erfahrung gemacht.

Da die Reisebranche durch die Pandemie erhebliche finanzielle Probleme hat, ist es Veranstaltern für gebuchte und abge­sagte Pauschal­reisen ab dem 8. März 2020 nun ausdrück­lich gestattet, Kunden Gutscheine anzu­bieten, statt ihnen den Reise­preis oder eine Anzahlung zurück­zuzahlen, erklärte das Bundes­justiz­ministerium am 20. Mai 2020. Die Gutscheine sollen staatlich für den Fall abge­sichert werden, dass ein Veranstalter zahlungs­unfähig wird und die Leistungen aus der Insolvenz­versicherung für die Erstattung des Reise­preises nicht ausreichen. Darin muss stehen, dass der Gutschein wegen der Covid19-Pandemie ausgestellt wurde. Ein entsprechender Gesetz­entwurf soll in Kürze vorgelegt werden.

Ausdrück­lich weist das Justiz­ministerium darauf hin, dass die Annahme eines Gutscheines freiwil­lig ist. Wird ein Gutschein bis Ende 2021 nicht einge­löst, soll dem Kunden der Reise­preis auto­matisch erstattet werden.

Dass Reisende einen Gutschein nicht akzeptieren müssen, ist auch im Bürgerlichen Gesetz­buch (BGB) klar geregelt und beruht auf der EU-Pauschal­reise­richt­linie. Der entscheidende Paragraf ist § 651 h BGB. Dort heißt es in Absatz 1 Satz 1: „Vor Reise­beginn kann der Reisende jeder­zeit vom Vertrag zurück­treten. Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, verliert der Reise­ver­anstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reise­preis. Der Reise­ver­anstalter kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen.“

In Absatz 4: „Der Reise­ver­anstalter kann vor Reise­beginn in den folgenden Fällen vom Vertrag zurück­treten:

[...] 2. der Reise­ver­anstalter ist aufgrund unver­meid­barer, außergewöhnlicher Umstände an der Erfüllung des Vertrags gehindert; in diesem Fall hat er den Rück­tritt unver­züglich nach Kennt­nis von dem Rück­tritts­grund zu erklären.“

Und in Absatz 5 heißt es: „Wenn der Reise­ver­anstalter infolge eines Rück­tritts zur Rück­erstattung des Reise­preises verpflichtet ist, hat er unver­züglich, auf jeden Fall aber inner­halb von 14 Tagen nach dem Rück­tritt zu leisten.“

Zahlungen mit Kreditkarte. Haben Sie Ihre Reise mit Mastercard oder Visa-Kreditkarte bezahlt, besteht außerdem die Möglich­keit, dass Sie sich Ihr Geld im Char­geback-Verfahren (Char­geback bedeutet Rück­buchung) zurück­holen, wenn die Reise storniert ist und der Veranstalter den Reise­preis nicht in der gesetzlichen Frist zurück­erstattet. Das sehen die Regularien von Mastercard und Visa vor. Über Ihre karten­ausgebende Bank können Sie sich den bezahlten Betrag zurück­holen. Leser haben uns allerdings berichtet, dass ihre Banken das Char­geback-Verfahren ablehnen. Lassen Sie sich nicht abspeisen und berufen Sie sich auf die Char­geback-Regularien von Mastercard und Visa, die eine Rück­buchungs­möglich­keit vorsehen.

Zahlungen per Last­schrift. Haben Sie Ihre abge­sagte Reise per Last­schrift bezahlt, können Sie sich Ihr Geld zurück­holen, wenn seit der Abbuchung noch keine acht Wochen vergangen sind (bitte beachten Sie aber auch hierbei die 14-Tages-Frist, die dem Reise­ver­anstalter zur Rück­erstattung zusteht). Dafür müssen Sie die Bank schriftlich beauftragen, den Betrag zurück­zubuchen. Beim Online­banking kann der Betrag der Last­schrift mit wenigen Mausklicks zurück­geholt werden. Auf dem Online-Konto­auszug beziehungs­weise der Umsatz­über­sicht gibt es dafür meist eine eigene Funk­tion „Last­schrift zurück­geben“. Die Rück­gabe der Last­schrift wird auf dem Konto­auszug bestätigt und das Geld gutgeschrieben.

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Ich möchte wirk­lich keinen Gutschein, sondern mein Geld, aber der Reise­ver­anstalter erstattet einfach nicht. Was kann ich machen?

Bleiben Sie hartnä­ckig. Es gibt eine gesetzliche Frist von 14 Tagen für die Rück­erstattung des Reise­preises. Für die Geltendmachung Ihrer Forderung können Sie den Musterbrief der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen nutzen. Kommt der Anbieter Ihrer Zahlungs­aufforderung nicht nach, können Sie selbst entweder das gericht­liche Mahn­verfahren einleiten oder Sie suchen sich einen auf Reiserecht spezialisierten Rechts­anwalt.

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Ich habe mich entschieden, die Reise zu einem späteren Reise­zeitraum anzu­treten. Jetzt habe ich Angst, dass der Anbieter zwischen­zeitlich pleite geht. Erhalte ich dann mein Geld zurück?

Versichert. Veranstalter von Pauschal­reisen sind gesetzlich verpflichtet, erhaltene Kundengelder für den Fall einer Insolvenz zu versichern. Das gilt übrigens auch für die verbundene Reise­leistung. Um eine solche handelt es sich, wenn Urlauber für dieselbe Reise mindestens zwei verschiedene Leistungen, etwa Hotel und Flug, über das gleiche Onlineportal oder im selben Reisebüro kurz nach­einander separat buchen.

Beleg für die Insolvenz­versicherung ist der sogenannte Sicherungs­schein, der mit der Buchungs­bestätigung an Reisekunden ausgegeben werden muss. Haben Sie diesen noch nicht, bestehen Sie gegen­über dem Reise­ver­anstalter darauf, dass Sie ihn schnell über­mittelt bekommen. Die Insolvenz­versicherung muss für nicht begonnene Reisen schon geleistete Zahlungen erstatten. Kunden sollten sich bei Insolvenz ihres Veranstalters mit dem Absicherer der Reise in Verbindung setzen. Kontakt­daten finden sie auf ihrem Sicherungs­schein.

Auch wenn Sie einen Gutschein akzeptieren, brauchen Sie die ausdrück­liche Bestätigung, dass dieser gegen Insolvenz des Anbieters abge­sichert ist. Ansonsten riskieren Sie, dass er im Falle der Insolvenz wert­los ist.

Nicht versichert. Wer etwa eine Städtereise mit Eigen­anreise oder eine reine Flug­leistung gebucht hat, ist nicht gegen Insolvenz abge­sichert und würde im Pleitefall mit einem Gutschein leer ausgehen. Kunden können ihre Erstattungs­ansprüche wegen nicht erbrachter Reise­leistung dann nur noch gegen­über dem Insolvenz­verwalter geltend machen. Haben sie per Visa oder Mastercard bezahlt, können sie das Char­geback-Verfahren nutzen und sich ihr Geld von der karten­ausgebenden Bank erstatten lassen. Wer per Last­schrift bezahlt hat, kann seine Bank beauftragen, das Geld zurück­zubuchen.

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Mein Reise­ver­anstalter hat von sich aus unsere Reise storniert, jedoch Bearbeitungs­gebühren berechnet. Ist das rechtens?

Nach Ansicht der Rechts­experten der Stiftung Warentest dürfen Reise­ver­anstalter, Fluggesell­schaften und Reise­vermittler von ihren Kunden keine Bearbeitungs­gebühren für die Stornierung, die Umbuchung oder den Nichtantritt einer Reise verlangen. Kunden haben ein gesetzliches Recht darauf, eine gebuchte Reise zu stornieren. Die Abwick­lung einer Stornierung ist deshalb eine Tätig­keit, zu der ein Veranstalter oder eine Fluggesell­schaft oder ein Reise­ver­anstalter als Haupt­vertrags­partner des Kunden ohnehin verpflichtet sind. Dafür dürfen sie kein gesondertes Entgelt verlangen.

Das gilt genauso für einen Reise­vermittler (etwa Reisebüro oder Internetportal), wenn dieser die Abwick­lung für die Fluggesell­schaft oder den Reise­ver­anstalter über­nimmt. Eine solche „Bearbeitungs­gebühr“ ist eine unzu­lässige Vertrags­strafe – erst recht, wenn der Anbieter die Reise selbst storniert hat.

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Ich habe eine Anzahlung für meine geplante Pauschal­reise geleistet. Nun ist bald die Rest­zahlung fällig. Es ist unklar, ob meine Reise statt­findet und ob der Veranstalter vor Reise­beginn in die Insolvenz geht. Soll ich trotzdem bezahlen?

Sie haben zwei Möglich­keiten. Ist Ihnen die Lage zu unsicher, können Sie die Reise stornieren. In diesem Fall wird der Reise­ver­anstalter wahr­scheinlich Storno­gebühren – meistens in Höhe der Anzahlung – von Ihnen verlangen, die Sie möglicher­weise zurück­fordern können, wenn die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen bis zum Reise­beginn anhalten (siehe oben).

Wollen Sie die Reise nicht stornieren, bleiben Sie vertraglich gebunden. Das heißt, Sie müssen auch die Rest­zahlung leisten.

Möglich ist nach Ansicht von Reise­rechts­experten und Verbraucherzentralen auch die „Unsicher­heits­einrede“ gemäß § 321 BGB. Danach kann der Reisende, der aus dem Reise­vertrag zur Voraus­zahlung verpflichtet ist, die Zahlung des Reise­preises verweigern, wenn erkenn­bar wird, dass sein Anspruch auf die Gegen­leistung, also die Durch­führung der Reise, durch mangelnde Leistungs­fähig­keit des anderen Teils gefährdet wird. Diese so genannte Einrede muss der Reisekunde gegen­über dem Anbieter erheben, am besten schriftlich per Einschreiben. Dafür stellt die Verbraucherzentrale Nieder­sachsen einen Musterbrief zur Verfügung.

Die Unsicher­heits­einrede besteht spätestens bis zum Zeit­punkt der Fälligkeit der Gegen­leistung, das heißt bis zum Antritt der Reise. Der Reisende kann also zuwarten, wie sich die Chancen für seine Reise entwickeln. Ist kurz vor der Reise absehbar, dass sie statt­findet, muss er den Reise­preis aber auf jeden Fall bis zum Reise­beginn voll­ständig bezahlt haben.

Außerdem gilt: Bei einer Pauschal­reise sind Sie durch die Insolvenz­versicherung des Veranstalters abge­sichert. Beleg dafür ist der Sicherungs­schein, den Sie mit der Buchungs­bestätigung erhalten haben sollten.

Anders bei einer Indivi­dualreise, etwa einer Woche Reiturlaub oder Fasten­wandern: Hier haben Sie eine Einzel­leistung gebucht, die im Insolvenzfall des Anbieters nicht abge­sichert wäre.

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Ich habe Flug und Hotel über ein Internetreiseportal gebucht. An wen muss ich mich wegen Stornierungs­anfragen wenden?

Wer einen Flug oder ein Hotel über Portale wie Booking.com oder Opodo bucht, muss sich, sofern die Vermitt­lungs­platt­form nicht den Schrift­verkehr über­nimmt, wegen Stornierungen und möglichen Rück­erstattungen von geleisteten Zahlungen an die Fluggesell­schaft oder das Hotel wenden. Sie sind Vertrags­partner und nicht das Portal. Auch wenn die Kommunikation möglicher­weise über die Buchungs­platt­form läuft, auf den Inhalt, also zum Beispiel ob der Hotel­betreiber Storno­gebühren nimmt, darauf hat sie keinen Einfluss.

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Das High-School-Jahr beziehungs­weise der Auslands-Gast­schul­auf­enthalt unseres Kindes soll im Sommer 2020 starten. Muss ich weitere Zahlungen für diesen Aufenthalt leisten, obwohl nicht klar ist, ob das Programm wie gebucht durch­geführt werden kann?

Ja. Verträge sind einzuhalten. Die aktuellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts oder auch Einreise­stopps verschiedener Länder berechtigen Sie nicht dazu, Zahlungen jetzt zu kürzen oder auszusetzen, mehr dazu in unserem Special.

Wollen Sie den Aufenthalt stornieren, darf der Veranstalter eine angemessene Entschädigung verlangen. Im Vertrag sind vielfach Entschädigungs­pauschalen formuliert, die sich nach dem Zeitraum des Rück­tritts richten und danach, welche Aufwendungen dem Veranstalter bislang entstanden sind. Wie hoch sie sein dürfen, ist nicht gesetzlich geregelt.

Schauen Sie in den Vertrag, welche Storno- oder Rück­tritts­regelung für Sie gilt. In vielen Verträgen finden sich Stornopauschalen zwischen 20 und 35 Prozent des Reise­preises, wenn der Kunde mehrere Monate im Voraus vom Vertrag zurück­tritt. Aber: Je näher die Abreise rückt, desto höher sind die Storno­kosten. Wenn Sie stornieren, sollten Sie die Corona-Epidemie als Grund anführen. Die Reise­rechts­experten der Stiftung Warentest sind der Ansicht, dass Ihnen der Veranstalter die Storno­gebühren erstatten muss, wenn die Reisewarnungen und -stopps zum Reisedatum noch anhalten. Urteile hierzu liegen jedoch noch nicht vor.

Ohne Storno­kosten kommen Sie außerdem nur dann aus dem Vertrag, wenn Ihnen der Veranstalter bis spätestens 14 Tage vor Reise­beginn keine Gast­familie mit Namen und Adresse genannt hat.

Tipp: Nehmen Sie früh­zeitig Kontakt mit der deutschen Schule auf und klären Sie, ob Ihr Kind bei Nicht­antritt der Reise und trotz formaler Beur­laubung die angestrebte Klassen­stufe besuchen kann.

Flug, Bahn und Bus

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Was geschieht, wenn mein Flug wegen Corona gestrichen wird?

Erstattung. Streicht Ihre Fluggesell­schaft Ihren Flug infolge der Corona-Krise, können Sie den Ticket­preis zurück­verlangen. Die Rechts­lage ist glasklar: Werden Flüge gestrichen, haben Passagiere Anspruch auf Erstattung des Ticket­preises. Die Rück­zahlung hat inner­halb von sieben Tagen zu erfolgen. Das sagt die Flug­gast­rechte­ver­ordnung der Europäischen Union (EU).

Wichtige Voraus­setzung: Der Flug wäre von einem Flughafen in der EU gestartet oder würde von einem Unternehmen mit Sitz in der EU durch­geführt – und das Flugziel lag in einem Mitglieds­staat. Auch in Zeiten der Corona-Krise gelten diese Regeln. Die Pandemie hat dazu geführt, dass etliche Flüge annulliert werden mussten. Viele Air­lines bieten ihren Kunden einen Gutschein an, damit sie ihren Flug zu einem späteren Zeit­punkt nach­holen können.

Passagierfreundliche Urteile. In Sachen „frist­gerechte Rück­erstattung des Ticket­preises“ heißt es aber häufig „Fehl­anzeige“. Ein Passagier hat sich dagegen gewehrt, nachdem sein Flug von der Luft­hansa-Tochter Eurowings ersatz­los gestrichen worden war. Eurowings bot anschließend nur einen Gutschein an. Der Kunde wollte aber sein Geld zurück und beauftragte das Flug­gast­rechteportal EUflight. Dieses erhob für ihn Klage beim Amts­gericht Nürtingen. Mit Erfolg: Das Gericht verurteilte Eurowings zur Rück­zahlung des Flugti­ckets. Zusätzlich muss die Air­line die Prozess­kosten tragen (Az. 10 C 1810/20).

Ebenfalls erfolg­reich mit Hilfe von EUflight war ein Passagier gegen die portugiesische Air­line TAP. Seine beiden Flüge von Teneriffa über Lissabon nach Berlin waren am 26. März 2020 ersatz­los gestrichen worden. Die Fluggesell­schaft wollte dem Mann einen Gutschein für den Ticket­preis von knapp 221 Euro aushändigen, den dieser ablehnte. Der Flug­gast hat Anspruch auf eine Geld­rück­zahlung, so das Amts­gericht Wedding (Az. 11 C 219/20).

Muster­brief nutzen. Sie müssen keinen Gutschein annehmen, sondern können den für den Flug bezahlten Betrag zurück­verlangen. Machen Sie Ihren Anspruch am besten schriftlich per Einschreiben gegen­über der Air­line geltend. Dafür stellen die Verbraucherzentralen einen Musterbrief zur Verfügung.

Es gibt eine gesetzliche Frist von sieben Tagen für die Rück­erstattung des Ticket­preises. Kommt der Anbieter Ihrer Zahlungs­aufforderung nicht nach, können Sie sich an die Schlichtungsstelle für öffentlichen Personenverkehr (söp) wenden oder Sie suchen sich einen auf Reiserecht spezialisierten Rechts­anwalt.

Entschädigung. An sich kann Flugpassagieren darüber hinaus eine Entschädigung wegen Annullierung ihres Fluges nach der EU-Flug­gast­rechte­ver­ordnung zustehen, sofern Hintergrund der Ausfälle betriebs­wirt­schaftliche Gründe wie mangelnde Nach­frage sind und nicht Umstände, für die die Fluggesell­schaft nichts kann, wie Einreise­verbote (mehr dazu in unserem Special Fluggastrechte: Der Weg zur Entschädigung).

Allerdings hat das Coronavirus auch in diesem Bereich einiges geändert: Es hat zu vielen Flugannullierungen und sons­tigen Reise­beschränkungen geführt. Die Europäische Kommis­sion hat am 18. März 2020 in einer „Auslegungs­leit­linie“ ihre Rechts­auffassung zu den Passagierrechten in Zeiten der Corona-Krise erklärt. Nach Ansicht der Kommis­sion steht Flug­gästen etwa dann keine Entschädigung zu, wenn Behörden bestimmte Flüge verbieten oder diese den Personen­verkehr „in einer Weise untersagen, die de facto die Durch­führung des betreffenden Flugs ausschließt“. Aber auch wenn die Fluggesell­schaft die Annullierungs­entscheidung selbst treffe, nach­weislich „aus Gründen des Gesund­heits­schutzes der Besat­zung“, stehe dem Flug­gast keine Entschädigung zu.

Die Kommis­sion stellte aber auch klar: Die Air­lines haben weiterhin die Pflicht, Flug­gäste zu betreuen. Das heißt für Passagiere, die wegen einer Annullierung über Tage im Ausland fest­steckten: Die Fluggesell­schaft musste sie auf ihre Kosten angemessen in einem Hotel unterbringen, bis sie nach Hause konnten. Die Auslegungs­leit­linien der EU-Kommis­sion sind kein Gesetz, also für Gerichte nicht verbindlich. Sie werden von Richtern in Prozessen aber durch­aus berück­sichtigt.

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Was gilt bei Reisen mit der Deutschen Bahn?

Die Bahn hat sich unterschiedliche Rege­lungen für Tickets in der Coronakrise ausgedacht. Vor dem 13. März 2020 gekaufte Tickets können flexibel bis zum 31. Oktober 2020 genutzt werden, vor dem 13. März gekaufte Tickets mit Reisetag zwischen 13. März und 4. Mai 2020 konnten bis zum 30. Juni 2020 in einen drei Jahre gültigen Gutschein umge­wandelt werden. Auf der Seite der Bahn sind die Informationen zum Reisen in der Corona-Zeit zu Umtausch- und Stornierungs­möglich­keiten zusammengefasst.

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Was ist, wenn meine Bahn- oder Busverbindung wegen der Coronakrise gestrichen wird?

Nach EU-Vorschriften müssen Bahn- und Busunternehmen bei Ausfällen immer eine Umbuchung und Rück­erstattungen des Ticket­preises ermöglichen. Der Verbraucher kann entscheiden, was er möchte. Bietet das Unternehmen Ihnen anstatt dessen einen Gutschein an, so müssen Sie diesen nicht akzeptieren. Ein solches Angebot ändert nichts an Ihrem Recht, eine Erstattung des Tickets zu wählen.

Reise­versicherungen

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Ich habe meine Reise wegen der Coronakrise abge­sagt. Der Anbieter verlangt Storno­gebühren. Zahlt die meine Reise­rück­tritts­versicherung?

Nein. Sagen Sie aus Angst vor Anste­ckung mit dem Coronavirus eine Reise ab, trägt die Reiserücktrittsversicherung nicht die anfallenden Storno­kosten. Eine solche Police schützt Sie, wenn Sie wegen einer unerwarteten und schweren Erkrankung von Ihrer Reise zurück­treten müssen – also dann, wenn Sie an Covid-19 erkranken.

Aber Achtung: Einige Versicherer schließen in ihren Versicherungs­bedingungen ihre Leistungs­pflicht aus, wenn eine Pandemie die Ursache der Erkrankung ist. Schauen Sie unbe­dingt in Ihre Versicherungs­bedingungen.

Die Angst zu erkranken, ein hohes Anste­ckungs­risiko oder eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes sind keine versicherten Ereig­nisse. Brechen Sie aus diesen Gründen eine bereits angetretene Reise ab, zahlt auch die Reise­abbruch­versicherung nicht für Ihre dadurch entstehenden Kosten.

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Kann ich das Geld für meine Reiser­ücktritts­versicherung und Auslands­reisekranken­versicherung zurück­bekommen, da meine Reise abge­sagt wurde und ich die Versicherungen deshalb nicht mehr brauche?

Wenn Sie die Auslands­reisekranken­versicherung nur für diese eine Reise abge­schlossen haben, ist ein voll­ständige Erstattung der Versicherungs­prämie nach § 80 Versicherungs­vertrags­gesetz möglich. Anders ist es bei Reiser­ücktritt­versicherungen. Die Prämie für eine solche Police wird bei Absage der Reise durch den Veranstalter beziehungs­weise durch das Nicht­zustande­kommen aufgrund eines Einreise­verbots in das Land nicht erstattet. Der Schutz durch der Versicherung greift bereits ab Buchung, so dass diese Leistung bereits erbracht wurde.

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Ich habe eine Reise in diesem Sommer gebucht. Ich weiß nicht, ob ich sie antreten kann, etwa weil ich erkranke oder dann noch eine Reisewarnung für mein Reise­land gilt. Kann ich jetzt noch eine Reiser­ücktritts­versicherung abschließen?

Ja, Sie können auch noch nach der Buchung einer Reise eine Reiser­ücktritts­versicherung abschließen (zum Vergleich Reiserücktrittsversicherung). Das ist meist bis 30 Tage vor Reiseantritt möglich. Vor Abschluss sollten Sie aber einen Blick in die Versicherungs­bedingungen werfen. Möglicher­weise ist dort ein Rück­tritt (oder Abbruch der Reise) bei Pandemien ausgeschlossen. Sie finden diese Regelung zum Beispiel im Abschnitt „Ausschlüsse“ oder „Wann zahlt die Versicherung nicht“. Einige Versicherer schließen das Pandemie-Risiko in ihren Versicherungs­bedingungen aus. In diesem Fall wäre ein Rück­tritt beziehungs­weise Reise­abbruch wegen einer Virus­erkrankung nicht versichert.

Die Reiser­ücktritts­versicherung kommt allerdings nicht für Fälle sogenannter „höherer Gewalt“, zum Beispiel Reisewarnung, Einreise­verbote und Ausgangs­beschränkungen auf. In diesem Fall wäre bei Pauschal­reisen nach derzeitiger Rechts­lage eine kostenlose Stornierung beim Reise­ver­anstalter möglich (siehe oben).

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Wenn ich auf Reisen Corona-Symptome bekomme, wer zahlt für meine Behand­lung?

Sind Sie im Ausland und es treten Coronavirus-Symptome bei Ihnen auf, sollten Sie unbe­dingt einen Arzt aufsuchen. Haben Sie eine Reisekrankenversicherung, zahlt diese Ihre Behand­lung und einen möglicher­weise notwendigen Rück­trans­port nach Deutsch­land. Nehmen Sie im Fall einer Erkrankung unbe­dingt Kontakt mit Ihrem Versicherer auf.

Wichtig: Liegt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Ihre Urlaubs­region vor, könnte der Kranken­versicherungs­schutz ausgeschlossen sein, sofern Sie hinfuhren, als die Warnung schon bestand. Kommt eine Reisewarnung erst während Ihres Aufenthalts, sollten Sie unver­züglich die Heimreise antreten.

Wer keine Auslandskrankenversicherung hat, sich aber im europäischen Ausland aufhält, ist über seine gesetzliche Krankenkasse abge­sichert. Sie kommt für Behand­lungen bei einer akuten Erkrankung in EU-Mitglieds­staaten und in Ländern auf, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen besteht. Allerdings tragen gesetzliche Krankenkassen nie die Kosten für einen Rück­trans­port.

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