FAQ Auto­versicherung Special

Wer mit dem Auto unterwegs ist, braucht eine Versicherung. Haft­pflicht, Teilkasko, Voll­kasko – welche muss es sein? Worauf ist zu achten? Unsere FAQ beant­worten die wichtig­sten Fragen, erklären Begriffe wie Rabattretter oder Mallorca-Police – und weisen den Weg zur richtigen Police. Oft sind güns­tige Verträge mehrere Hundert Euro billiger als teure – bei gleichen Leistungen. Die besten Angebote für Ihren persönlichen Bedarf finden Sie mit unserem individuellen Kfz-Versicherungsvergleich.

Grund­sätzliches: Voll­kasko, Teilkasko, Kfz-Haft­pflicht

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Warum brauche ich eine Kfz-Haft­pflicht­versicherung und eine Kasko­versicherung?

Die Kfz-Haft­pflicht ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne sie wird ein Auto nicht zugelassen. Sie leistet nur gegen­über einem geschädigten Dritten und nicht für Schäden am eigenen Fahr­zeug. Dagegen ist der Abschluss einer Kasko­versicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Teilkasko und Voll­kasko sind freiwil­lige Zusatz­versicherungen, die für Schäden am eigenen Pkw aufkommen.

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Was ist der Unterschied zwischen Voll­kasko und Teilkasko?

Beide Versicherungen ersetzen Schäden am eigenen Fahr­zeug.

Die Teilkasko­versicherung sichert gegen Glasbruch, Wild­unfälle und Elementarschäden wie Sturm, Hagel, Blitz­schlag oder Über­schwemmung ab. Außerdem gegen Diebstahl des Autos oder seiner Teile.

Die Voll­kasko­versicherung ersetzt darüber hinaus Schäden am Fahr­zeug, wenn der Fahrer Schuld am Unfall hatte. Außerdem zahlt sie für Schäden durch Dritte, die für die Reparatur nicht selbst aufkommen können oder nicht versichert sind.

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Ab wann lohnt sich eine Voll­kasko­versicherung? Gibt es dafür eine Muster-Berechnung?

Die kann es nicht geben. Rechnen kann sich eine Voll­kasko nur, wenn Sie einen Unfall verursachen und einen Schaden am eigenen Auto haben. Bleiben Sie ein Auto­fahrerleben lang unfall­frei, ist das Geld für die Voll­kasko ein für allemal futsch. Der Sinn einer Versicherung ist nicht, dass sie sich lohnt – dass also ein Kunde mehr Geld heraus­bekommt als er einge­zahlt hat. Würde das für alle Kunden klappen, wären alle Versicherer pleite. Der Sinn einer Versicherung ist, dass sie bei hohen Schäden hilft, die man nicht mehr aus eigener Tasche bezahlen kann. Wichtig ist sie also vor allem bei teuren Schäden, die die eigene wirt­schaftliche Existenz bedrohen. Daher empfiehlt sich eine Voll­kasko für teure Pkw. Faust­regel: Voll­kasko dann, wenn das Auto so teuer ist, dass Sie bei Totalschaden eine Neuanschaffung finanziell nicht stemmen könnten. In der Praxis sind die meisten voll­kasko­versicherten Pkw 15 000 Euro und mehr wert.

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Warum gibt es keinen Schadenfrei­heits­rabatt in der Teilkasko?

Weil die über die Teilkasko versicherten Risiken wie Brand, Blitz­schlag, Hagel oder Diebstahl, vom Auto­fahrer nicht beein­flusst werden können – während er den Schadenfrei­heits­rabatt in der Voll­kasko durch unfall­freies Fahren selbst „steuern“ kann. Das bedeutet auch: Nach einem Unfall wird der Vertrag nicht zurück­gestuft, wie es in der Kfz-Haft­pflicht und in der Voll­kasko der Fall ist.

Preis­werte Policen finden

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Ich fahre nur wenige hundert Kilo­meter im Jahr. Gibt es eine Versicherung, die so etwas berück­sichtigt?

Grund­sätzlich sinkt der Preis der Auto­versicherung, wenn der Kunde wenig fährt. Jemand, der 25 000 Kilo­meter im Jahr fährt, zahlt etwa doppelt so viel wie ein Kunde mit nur 6 000 Kilo­metern. Aber wenn es extrem wenige Kilo­meter sind, ist eher das Gegen­teil zu befürchten: Wegen mangelnder Fahr­praxis könnten Versicherer einen Preis­aufschlag nehmen.

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Wie können junge Fahrer sparen?

Zum Beispiel, indem sie beim Versicherer der Eltern fragen. Dort gibt es für Kinder des Versicherten häufig Rabatt, wenn sie ein eigenes Auto anmelden. Dann wird der Vertrag zum Beispiel in die Schadenfrei­heits­klasse 1/2 oder besser einge­stuft. Oft bringt das mehr, als wenn die Eltern das Auto auf ihren eigenen Namen als Zweitwagen anmelden und der Fahr­anfänger es nach einigen Jahren auf sich umschreibt. Eine weitere Spar­möglich­keit ist das begleitete Fahren vor dem Führer­schein­erwerb. Darüber hinaus gibt es bei manchen Versicherern einen Preis­nach­lass, wenn der Fahr­anfänger ein zusätzliches Sicher­heits­training absol­viert, oder wenn er vorher ein Mofa oder ein Moped gefahren hat.

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Beamte und Angestellte im öffent­lichen Dienst bekommen oft Preis­nach­lass. Wer bezahlt das eigentlich?

Auto­versicherer kalkulieren ihre Beiträge nach dem Risiko. Wenn ihre Statistiken zeigen, dass Beschäftigte des Öffent­lichen Dienstes weniger Unfälle bauen, recht­fertigt das aus ihrer Sicht den Preis­abschlag. Von einer Quer­subventionierung ist uns bisher nichts bekannt geworden.

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Warum geben Versicherer nicht auch Preis­nach­lass für Beschäftigte bei ähnlichen Arbeit­gebern?

Es gibt Versicherer, die den Öffent­lichen-Dienst-Tarif auch Kunden gewähren, die bei einem ähnlichen Arbeit­geber angestellt sind, zum Beispiel bei Gewerk­schaften, Kirchen oder Vereinen. Das liegt im Ermessen des jeweiligen Versicherers. Viele Versicherer geben Rabatt auch für weitere Berufe, egal welcher Arbeit­geber. Die meisten fragen im Versicherungs­antrag nach dem Beruf des Kunden. Dies fließt in die Prämienbe­rechnung ein, ohne dass es eine eigene Tarifgruppe dafür gibt. Dies kann zum Vorteil, aber auch zum Nachteil des Kunden sein.

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Ist es für Besitzer mehrere Pkw güns­tiger, sie alle bei einem einzigen Anbieter zu versichern?

Einige Versicherer geben Rabatt, wenn ein Kunde mehrere Autos bei ihnen versichert. Trotzdem muss unterm Strich trotz eines Rabattes der Gesamt­preis nicht unbe­dingt güns­tiger sein, als wenn man für jedes einzelne Auto den Versicherungs­preis vergleicht und dann verschiedene Versicherer wählt. Beim Finden der persönlich güns­tigsten Tarife hilft der individuelle Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest.

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Tarif­rechner im Internet sind gratis. Warum ist der Kfz-Versicherungs­vergleich der Stiftung Warentest kosten­pflichtig?

Unser individueller Kfz-Versicherungsvergleich bezieht fast alle Anbieter und Tarife ein. Bei Grati­sportalen hingegen fehlen mitunter selbst große und preisgüns­tige Versicherungs­tarife. So taucht beispiels­weise die Huk-Coburg – oft einer der güns­tigen Anbieter – in großen Internet-Vergleichs­portalen gar nicht auf: Der Versicherer will die teuren Provisionen nicht mehr zahlen. Viele Portale bekommen von den Unternehmen Geld, wenn ein Nutzer direkt von ihnen auf den Link zum Versicherer klickt und dort abschließt. Die Stiftung Warentest hingegen kassiert keine Provisionen von Versicherern. Sie können unseren Vergleich nach dem Bezahlen für zwei Jahre nutzen. Sie erhalten eine Trans­aktions­nummer, die 13 Monate gilt und mit der Sie Vergleiche für zwei Autos frei­schalten können. Das erlaubt Ihnen zu variieren und auszupro­bieren, wie sich der Preis ändert, wenn Sie zum Beispiel einen Rabatt­schutz wählen oder ein weiterer Fahrer das Auto nutzen darf.

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Beim letzten Test von Auto­versicherungen habe ich meinen Versicherer vermisst. Warum fehlen manche Unternehmen?

Zu Beginn eines Tests schreiben wir alle Unternehmen an, die von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) in dieser Sparte zugelassen sind, und fordern sie auf, uns detaillierte Produkt­informationen zu schi­cken. Nicht immer erhalten wir eine Rück­meldung. Das kann verschiedene Gründe haben: Ein Versicherer über­arbeitet zum Beispiel gerade sein Angebot, so dass es zum Veröffent­lichungs­zeit­punkt unseres Tests nicht mehr erhältlich, das neue Angebot zu unserem Stichtag aber noch nicht fertig ist. Andere Anbieter scheuen den Vergleich.

In jedem Fall über­prüfen wir die Angaben der Versicherer und versuchen, uns fehlende Unterlagen anders zu beschaffen. Das gelingt nicht immer. Möglich ist auch, dass ein Anbieter fehlt, weil er ein Auswahl­kriterium nicht erfüllt, etwa keinen Tarif in einer Produktkategorie anbietet oder nicht für das dem Test zugrunde liegende Modell. Ganz individuell auf Ihre Bedürf­nisse zuge­schnittene Angebote finden Sie über unseren Kfz-Versicherungsvergleich.

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Warum gibt es nicht mehr die Sonder­tarife für Schwerbehinderte?

Seit 1994 gibt es für die Versicherer keine Pflicht mehr, diesen Schwerbehinderten­nach­lass zu gewähren. Uns ist derzeit kein Versicherer bekannt, der diesen Nach­lass noch gewährt.

Auto­versicherung kündigen und Versicherer wechseln

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Letzter Termin für die Kündigung der Auto­versicherung ist der 30. November. Was, wenn meine Rechnung erst im Dezember kommt?

Dann haben Sie den Kündigungs­termin verpasst und sind ein weiteres Jahr an den Vertrag gebunden. Wenn Sie das vermeiden wollen, müssen Sie dafür sorgen, dass das Schreiben spätestens am 30. November beim Versicherer ist – also gewissermaßen vorbeugend kündigen. Man kann dann in Ruhe die Rechnung abwarten. Über unseren Kfz-Versicherungsvergleich können Sie schon vorher Preise vergleichen. Falls Ihr bisheriger Versicherer dann wieder der für Sie güns­tigste ist, können Sie bei ihm als Neukunde abschließen.

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Was ist, wenn mein Versicherer die Beiträge erhöht?

Falls der bisherige Versicherer die Preise erhöht hat, steht Kunden ein Sonderkündigungs­recht zu. Sie können dann ab Erhalt des Schreibens einen Monat lang kündigen. Die Kündigung wird wirk­sam zu dem Tag, an dem die Preis­erhöhung greifen sollte. Kunden können dann also auch noch nach dem 30. November aus ihrem Vertrag aussteigen.

Wichtig: Um heraus­zufinden, ob Ihr Versicherer die Preise erhöht hat, müssen Sie genau in die Rechnung schauen. Denn üblicher­weise steigt Ihr Beitrag nicht, sondern er sinkt – selbst nach einer Beitrags­erhöhung. Nach einem unfall­freien Jahr rutschen Sie nämlich in eine güns­tigere Schadenfrei­heits­klasse. Ihr persönlicher Beitrag sinkt also, obwohl der Versicherer die Preise erhöht hat. Schauen Sie deshalb auf den „Vergleichs­beitrag“, der in der Rechnung steht. Das ist die Summe, die Sie hätten zahlen müssen, wenn der neue Schadenfrei­heits­rabatt schon im Vorjahr gegolten hätte. Liegt dieser Vergleichs­beitrag unter dem neuen Beitrag, hat der Versicherer seine Preise ange­hoben. Oft müssen Kunden den Vergleichs­beitrag aber irgendwo in der Rechnung suchen. Manche Versicherer verstecken ihn im Kleinge­druckten, andere nennen ihn auf der Rück­seite der Rechnung oder auch gar nicht.

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Was muss im Kündigungs­schreiben stehen?

Einfach nur der Satz: „Hier­mit kündige ich.“ Es reicht ein formloses Schreiben. Nicht vergessen: Unter­schrift, Vertrags­nummer, Kfz-Kenn­zeichen, Datum und der Termin, zu dem die Kündigung greifen soll. Bitten Sie zur Sicherheit um eine Kündigungs­bestätigung. Wer ganz sicher gehen will, sendet die Kündigung per Einschreiben.

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Ist es klug, die Versicherung zu kündigen, um später beim selben Versicherer als Neukunde güns­tigere Konditionen zu erhalten?

Bei Bestands­kunden können die Versicherer die Preise nur erhöhen, wenn ein Treuhänder zustimmt. Bei Neuverträgen sind die Versicherer in der Gestaltung freier. Da können Sie durch­aus mal besonders günstig kalkulieren. Es kann sich also durch­aus lohnen, in einen anderen, neuen Tarif desselben Versicherers umzu­steigen. Rufen Sie einfach Ihren Versicherer an und fragen Sie nach einem güns­tigeren Tarif oder nach einem Preis­nach­lass. Hier hilft natürlich auch unser individueller Kfz-Versicherungsvergleich.

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Sollte ich meine bisherige Versicherung mit einem billigeren Angebot der Konkurrenz konfrontieren?

Das kann sich lohnen. Viele Versicherungs­mit­arbeiter werden hell­hörig, wenn sie erfahren, dass der Kunde kündigen möchte. Sie zaubern dann plötzlich einen Altkunden-Rabatt aus dem Hut, einen Treuerabatt oder stufen Sie als Neukunden ein, weil da angeblich gerade eine interne Sonder­aktion läuft, um mit güns­tigen Preisen Wechselwil­lige von anderen Anbietern abzu­werben. Auch hier kann sich der Einsatz unseres individuellen Kfz-Versicherungsvergleichs lohnen.

Schadenfrei­heits­klassen: Grund­sätzliches

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Hand­haben alle Versicherer die Einstufung in Schadenfrei­heits­klassen gleich?

Nein, da gibt es Unterschiede. Grund­sätzlich gilt: Wer unfall­frei bleibt, kommt im nächsten Jahr in eine bessere Stufe beim Schadenfrei­heits­rabatt, die so genannte SF-Klasse. Nach 35 Jahren ohne Unfall kommt man in die SF 35. Das ist in den meisten Tarifen die güns­tigste Einstufung – mehr geht nicht. Jeder SF-Klasse ist ein Beitrags­satz zuge­ordnet, der in Prozenten ausgedrückt wird. Diese Prozentsätze sind nicht bei allen Anbietern gleich. Die Unterschiede sind aber minimal. Es ist für Kunden wenig sinn­voll, darauf zu achten. Am Ende ist der Preis der Police entscheidend, nicht die Prozentsätze.

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Vor ein paar Jahren wurden die Schadenfrei­heits­klassen neu geordnet. Auch für meinen alten Vertrag?

Für Kunden, die noch einen alten Vertrag haben, ändert sich nichts. Es bleibt bei der alten Regelung. Nur bei Wechsel in einen neuen Vertrag orientieren sich die Rabatt­prozente an der neuen Regelung. In welcher Schadenfrei­heits­klasse Sie sind, steht in Ihrer Jahres­rechnung.

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Wie lange bleibt der Schadenfrei­heits­rabatt erhalten, wenn ein Kunde für ein paar Jahre kein Auto hat?

In der Regel sind bis zu sieben Jahre Vertrags­unter­brechung kein Problem, bei manchen Versicherern sind auch mehr Jahre möglich. Finanztest hat aufgelistet, welcher Tarif welche Fristen zulässt. Wer diesen Zeitraum über­schreitet, fängt in der Regel wieder mit der Schadenfrei­heits­klasse 1/2 an.

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Gibt es eine Tabelle, in der steht, um wie viel die Rabatt­prozente über die Jahre sinken?

Solche Tabellen stehen im Klein­gedruckten des Versicherungs­vertrags. Jeder Versicherer schreibt diese Rabatt­staffeln in die Versicherungs­bedingungen. Dort steht auch, um wie viel der Kunde nach einem Schaden zurück­gestuft wird.

Rück­stufung nach einem Unfall

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Nach einem Unfall verliert man den Schadenfrei­heits­rabatt und wird zurück­gestuft in eine schlechtere SF-Klasse. Ist das bei allen Versicherern gleich?

Da gibt es erhebliche Unterschiede. Nach einem Unfall geht es nicht nur eine Stufe zurück, sondern gleich mehrere. Um wie viele, ist je nach Versicherer und Tarif unterschiedlich. Einige langen kräftig zu. Zum Beispiel stufen viele einen Unfall­fahrer, der in SF 15 ist, in SF 7 zurück. Andere Anbieter schi­cken ihn gleich SF 5. Dann braucht er acht beziehungs­weise zehn schadenfreie Jahre, um wieder zurück in die SF 15 zu kommen. Der Unterschied wirkt gering, macht sich aber in Euro und Cent deutlich bemerk­bar. Denn der Mehr­beitrag wird so lange fällig, bis der Kunde endlich in der güns­tigsten SF-Klasse 35 ange­kommen ist. In den meisten Fällen liegen die Mehr­kosten beim Vier- bis Fünf­fachen des bisherigen Jahres­beitrags. Aber es gibt deutliche Ausreißer nach oben. In teuren Tarifen ist fast das Acht­fache fällig. In Euro: Für einen Kunden, der bisher 500 Euro Jahres­beitrag in SF 15 zahlte, liegen die Mehr­kosten in einem güns­tigen Tarif bei 1 933 Euro, in teuren Tarifen bei 3 864 Euro.

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Sind teure Tarife beim Rück­stufen kulanter?

Das lässt sich so nicht unbe­dingt fest­stellen. Viele Versicherer bieten nicht nur einen Tarif, sondern gleich mehrere Varianten: oft eine Basis­version, einen Komfort­tarif mit etwas besseren Leistungen und ein teures Pre­mium­angebot. Unser Vergleich zeigt: Von den Gesell­schaften, die mehrere Tarife bieten, stufen 31 in allen Tarifen gleich zurück. 27 Versicherer hingegen unterscheiden: In den preisgüns­tigen Basis­tarifen stufen sie stärker zurück als in den Premium­varianten. Das ist zwar ärgerlich, aber nicht unbe­dingt ein Grund, teure Tarife zu wählen. Weil die Beiträge im Basis­tarif oft deutlich güns­tiger sind, fahren Kunden damit unterm Strich trotz der teureren Rück­stufung rein preislich immer noch billiger als mit den teuren Premium­varianten.

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Ab wann ist es sinn­voll, den Schaden selbst zu bezahlen, um eine Rück­stufung zu vermeiden?

Das kommt auf den Einzel­fall an. Für die Rück­stufung nach einem Unfall spielt es keine Rolle, wie hoch der Schaden insgesamt ausfällt. Egal ob es nur ein Kratzer für 200 Euro ist oder ein Totalschaden für 20 000 Euro: Wenn der Versicherer zahlt, stuft er den SF-Rabatt zurück. Deshalb sollte man kleine Schäden lieber aus eigener Tasche zahlen. Fragen Sie Ihren Versicherer. Er wird Ihnen den Betrag nennen, bis zu dem Sie besser selbst zahlen. Alternativ können Sie unseren kostenlosen Rechner Autoversicherung nutzen.

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Muss ich ich sofort nach dem Unfall entscheiden, selbst zu zahlen?

Nein, in der Praxis ist es sogar besser, zunächst alles über die Versicherung laufen zu lassen. In den meisten Kfz-Haft­pflichtver­sicherungen steht, dass Kunden nach einem Unfall sechs Monate, oft auch bis zum Jahres­ende, Zeit haben für einen „Schadenrück­kauf“. In der Voll­kasko gibt es aber auch Tarife ohne Schadenrück­kauf. Die Versicherung in Vorleistung treten zu lassen, ist vor allem deshalb günstig, weil zu dem Zeit­punkt, an dem der Versicherer die Schaden­regulierung abschließt und zahlt, im Regelfall auch die Endsumme fest­steht. Folge­kosten, die eventuell direkt nach dem Unfall noch nicht absehbar waren, sind dann meist berück­sichtigt. Damit sind Auto­besitzer auf der sicheren Seite. Weiterer Vorteil: Man muss sich gar nicht erst mit eventuell über­zogenen finanziellen ­Forderungen des Unfall­gegners auseinander­setzen. Das ist dann Aufgabe der Versi­che­rungs­gesell­schaft. Verlangt der Geschädigte zu viel, lehnt sie dies ab. Notfalls geht sie dafür auch vor Gericht – auf eigenes Kostenrisiko.

Rabattretter und Rabatt­schutz

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Gibt es den Rabattretter nicht mehr? Früher gab es viele Tarife, in denen nach einem Unfall der Schadenfrei­heits­rabatt nicht verloren ging.

Richtig, der Rabattretter verschwindet. Nur noch wenige Tarife bieten diesen kostenlosen Zusatz­schutz. Es gab ihn allerdings nur in besonders güns­tigen Schadenfrei­heits­klassen – also für Fahrer, die schon viele Jahre unfall­frei geblieben sind. Statt­dessen bieten aber viele Tarife einen Rabatt­schutz. Der kostet Aufpreis.

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Was ist der Unterschied zwischen Rabattretter und Rabatt­schutz?

Den Rabattretter gibt es in neuen Verträgen kaum noch. In alten Verträgen ist er oft ab Schadenfrei­heits­klasse 25 gratis auto­matisch enthalten, je nach Tarif. Der Rabatt­schutz hingegen kostet in der Regel Aufpreis. Und er ermöglicht in vielen Tarifen, dass der Kunde nicht nur einen Unfall bauen darf, sondern sogar mehrere. Den Rabatt­schutz gibt es meist erst ab Alter 23 oder 25 Jahre und meist erst ab Schadenfrei­heits­klasse 4 oder gar erst 6. Mit dem Rabatt­schutz behält der Kunde nach einem Unfall seine alte SF-Klasse. Das bieten die meisten Tarife gegen Aufpreis als Zusatz­leistung. Oft kostet das 20 bis 25 Prozent des Jahres­beitrags.

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Kann ich den Rabatt­schutz bei Vertrags­wechsel mitnehmen?

Wechselt ein Kunde mit Rabatt­schutz den Versicherer, meldet der alte Versicherer dem neuen Anbieter, wenn der Kunde einen Unfall hatte und wegen des Rabatt­schutzes nicht zurück­gestuft wurde. Der neue Versicherer berück­sichtigt den Rabatt­schutz nicht, schließ­lich hat er ja auch kein Geld dafür bekommen. Daher stuft er den Kunden in der Schadenfrei­heits­klasse ein, in der er ohne Rabatt­schutz wäre. Dann lohnt der Wechsel meist nicht.

Es gibt aber Versicherer, die die güns­tige SF-Klasse anerkennen – oft nur, wenn der Kunde auch bei ihnen Rabatt­schutz wählt. Wer wechseln will, sollte beim neuen Anbieter um Anerkennung seiner Sonder­einstufung bitten.Oft gilt die Regelung nur für einzelne ­Tarife.

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Lohnt sich der Aufpreis für einen Rabatt­schutz?

Versicherungs­unternehmen haben uns bestätigt, dass der Rabatt­schutz für sie ein Zuschuss­geschäft ist: Er wird angeboten, weil die Konkurrenz ihn in der Regel auch anbietet. Daraus lässt sich im Umkehr­schluss folgern, dass der Abschluss eines Rabatt­schutzes für Versicherte preisgünstig ist. Genaue Zahlen liegen uns dazu aber nicht vor.

Schadenfrei­heits­rabatt über­tragen

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Kann man den Schadenfrei­heits­rabatt auch auf Verwandte über­tragen?

Das kommt auf den Versicherer an. Einige erlauben dies, andere nicht. Meist ist das möglich für Ehepartner, Lebens­partner und Verwandte ersten Grades. Der Kunde muss aber nach­weisen, dass der Wagen gemein­sam genutzt wurde.

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Was passiert nach einer Scheidung mit dem Schadenfrei­heits­rabatt? Wird er durch beide geteilt?

Es kann nur einer den Schadenfrei­heits­rabatt haben. Wenn Ihr Auto auf den Mann versichert war, hat er diesen Vorteil. Der geschiedene Ehepartner steigt in der Regel mit der Schadenfrei­heits­klasse 1/2 ein, wenn er erst­mals ein Auto anmeldet. Wenige Versicherer bieten aber eine Sonder-Einstufung, die den erfahrenen Schadenfrei­heits­rabatt auch für den Getrennt­lebenden oder den Geschiedenen anrechnet.

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Nach dem Tod meines Vaters möchte ich gerne seine „Prozente“ über­nehmen. Geht das?

Sie können den Schadenfrei­heits­rabatt Ihres Vaters nur über­nehmen, wenn Sie nach­weisen, dass Sie das Auto in den vergangenen Jahren regel­mäßig mitbenutzt haben. Der Versicherer wird den Rabatt maximal in einer Höhe zulassen, die der Dauer Ihres Führer­schein­besitzes entspricht.

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Wie wird ein Zweitwagen einge­stuft? Kann es güns­tiger sein, das zweite – neue – Fahr­zeug als Erst­fahr­zeug einzustufen und das bisherige als Zweitwagen?

In der Regel kommt der Zweitwagen in die Schadenfrei­heits­klasse ½. Viele Versicherer bieten auch güns­tigere Sonder­einstufungen. Die gelten dann aber nur so lange, wie der Vertrag bei diesem Versicherer läuft. Ansonsten gelten die gleichen Kriterien wie für das Erst­fahr­zeug. Das heißt, es kommt auf Fragen an wie „Wer fährt?“, „Wie alt sind die Fahrer?“, „Wie viele Kilo­meter im Jahr werden gefahren?“, „Gibt es eine Garage?“, und so weiter.

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Ich habe meinen Zweitwagen abge­meldet und den Schadenfrei­heits­rabatt auf meinen Sohn über­tragen. Wenn ich jetzt wieder einen Zweitwagen anmelde, bekomme ich dann meinen alten Schadenfrei­heits­rabatt?

Nein, der neue Zweitwagen erhält in der Regel wieder die Schadenfrei­heits­klasse ½ – es sei denn, der Versicherer sieht eine Sonder­einstufung vor. Ein Schadenfrei­heits­rabatt lässt sich in der Regel nur einmal über­tragen und nicht aufteilen.

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Ich muss bald meinen Firmenwagen zurück­geben, hatte aber in den letzten Jahren zusätzlich auch einen privaten Pkw. Kann ich den Schadenfrei­heits­rabatt des Firmenwagens über­nehmen?

Manche Versicherer über­tragen den Schadenfrei­heits­rabatt Ihres Firmenwagens auf Ihren Privatwagen. Voraus­setzung ist aber fast immer, dass der Arbeit­geber den Schadenfrei­heits­rabatt abtritt.

Schaden­regulierung

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Muss ich einen Unfall sofort melden?

Ja unbe­dingt, sonst ist der Versicherungs­schutz eventuell futsch. Die Meldung muss unver­züglich erfolgen, also ohne schuldhaftes Verzögern. In der Praxis bedeutet das meist: Betroffene müssen den Schaden sofort melden. Viele Versicherer legen im Klein­gedruckten eine Maximal­frist von einer Woche fest.

Schnell melden sollte man sich auch dann, wenn der Unfall­gegner schuld war und der eigene Versicherer gar nicht zahlen muss, sondern der gegnerische. Deshalb ging ein Pors­chef­ahrer leer aus, dem ein anderes Auto in die Seite gefahren war. Er versuchte zunächst, das Geld für die Reparatur vom Schädiger zurück zu bekommen. Als das nicht klappte, meldete er den Schaden seiner eigenen Voll­kasko­versicherung. Doch die lehnte eine Entschädigung ab, da bereits ein halbes Jahr vergangen war. Die Verpflichtung zur Schadenmeldung besteht auch dann, wenn der eigene Versicherer nicht auf Zahlung in Anspruch genommen wird, erklärte das Ober­landes­gericht Hamm (Az. 20 U 42/17).

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Sind Direkt­versicherer bei der Schaden­regulierung schlechter?

Dafür liegen uns keine Erkennt­nisse vor. Auch aus der jähr­lichen Beschwerde­statistik der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht geht das nicht hervor, ebenso wenig aus den Berichten des Ombuds­manns für Versicherungen.

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Ich nutze das Auto beruflich. Bei einem selbst verschuldeten Unfall habe ich mich schwer verletzt. Muss die Kfz-Haft­pflicht mir den Verdienst­ausfall bezahlen?

Nein. Die Kfz-Haft­pflicht­versicherung des Unfall­ver­ursachers kommt für den Schaden der anderen verletzten Unfall­beteiligten auf – nicht für seinen eigenen. Diese Lücke schließen die meisten Fahrerschutzpolicen. Sie sind ein Zusatz zur Kfz-Police.

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Wie lang darf ein Versicherer sich mit der Regulierung Zeit lassen?

Da muss der Versicherer zügig arbeiten. Er darf die Entschädigungs­zahlung nicht unzu­mutbar hinaus­zögern. In der Regel darf sich der gegnerische Haft­pflicht­versicherer nach einem Verkehrs­unfall mit der Zahlung vier bis sechs Wochen Zeit lassen. Das ist Zeit genug, den Fall zu prüfen. Doch in Ausnahme­fällen darf es auch länger dauern. Ein Mann, der nach sechs Wochen Klage erhoben hatte, blitzte vor dem Ober­landes­gericht Koblenz ab. Der Versicherer hatte geschrieben, er müsse zuerst die Polizei­akte einsehen, da sein Kunde beim Unfall schwer verletzt wurde. Der Geschädigte musste das abwarten, so das Gericht (Az. 12 U 757/14). Dies besonders, weil er von 12 515 Euro Schaden bereits 10 844 Euro als Abschlag erhalten hatte. Vier bis sechs Wochen finden auch andere Ober­landes­gerichte in Ordnung. Das OLG Düssel­dorf hält schon drei Wochen für genug (Az. I – 1 W 23/07).

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Darf mein Versicherer auch dann den Schaden meines Unfall­gegners begleichen, wenn ich am Unfall gar nicht schuld bin?

Nein, das darf er nicht. Denn dann wird der Schadenfrei­heits­rabatt Ihres Vertrags zurück­gestuft und Sie müssen eine höhere Versicherungs­rechnung bezahlen. Allerdings ist die Schuld­frage häufig strittig. Und dann darf der Versicherer zahlen, auch ohne dass es zu einem Gerichts­prozess gekommen ist. Versicherer dürfen selbst entscheiden, ob sie den Schaden regulieren. Denn weil die Kfz-Haft­pflicht­police gesetzlich vorgeschrieben ist, können Geschädigte sich direkt an den Versicherer wenden, statt vom Fahrer Schaden­ersatz zu verlangen. Damit ist die Gesell­schaft selbst betroffen, sodass sie auch selbst entscheiden darf, ob sie zahlt oder einen Prozess riskiert (Bundes­gerichts­hof, Az. IVa ZR 25/80).

Der Versicherer darf aber nicht leicht­fertig zahlen, zum Beispiel wenn die Ansprüche des Unfall­gegners klar unbe­gründet sind und dies leicht nach­weisbar ist. Die Gesell­schaft muss ihren Kunden zum Unfall­hergang anhören und darf nicht „ins Blaue hinein“ zahlen (Amts­gericht Duisburg, Az. 74 C 3946/03). Es reicht, wenn es Anhalts­punkte für die Mitschuld ihres Kunden gibt. Dann darf der Versicherer zahlen und den SF-Rabatt des Kunden zurück­stufen. In einem Fall vor dem Ober­landes­gericht Hamm stand im Polizei­bericht, der Fahrer habe beim Abbiegen ein Auto über­sehen. Der Mann stritt das ab: Der andere habe ihn beim Abbiegen über­holt und gerammt. Trotzdem durfte der Versicherer zahlen (Az. 20 W 28/05).

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Ich habe mein Auto einem Freund geliehen. Der hat einen Unfall gebaut. Er bezahlt zwar die Reparatur, aber durch die Rück­stufung muss ich Laufe der Jahre 1 920 Euro Mehr­beitrag zahlen, sagt mein Versicherer. Muss mein Freund mir das ersetzen?

Ja, schließ­lich hat er den Schaden verursacht. Es kann aber sein, dass seine Privathaft­pflicht­versicherung – wenn er eine hat – dafür aufkommt. Üblicher­weise schließen Privathaft­pflicht­versicherer Schäden rund ums Auto­fahren mit der so genannten Benzinklausel aus. Doch einige springen wenigs­tens für einen Teil der Kosten ein, wenn der Kunde mit einem privat ausgeliehenen Auto einen Rück­stufungs­schaden verursacht, wie in Ihrem Fall. Ihr Freund sollte daher ins Klein­gedruckten seiner Privathaft­pflicht­police schauen. Vielleicht ersetzt sie ihm einen Teil des Betrags. Von den 18 besten Tarifen in unserem letzten Test Privathaftpflichtversicherungen haben neun so eine Klausel. Es sind meist teurere Angebote, die Leistungen sind unterschiedlich: Manche Versicherer beschränken den Schaden­ersatz auf 3 000 oder 10 000 Euro, andere auf fünf Jahre Rück­stufung oder sie bieten die Über­nahme der Selbst­beteiligung in der Voll­kasko.

Spezielle Vertrags­klauseln

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„Keine Einrede bei grober Fahr­lässig­keit“: Ist diese Klausel wichtig?

Ja, wir raten dazu, nur einen Tarif mit dieser Klausel zu wählen. Denn wenn ein Fahrer grob fahr­lässig einen Unfall baut, darf die Kasko die Entschädigung kürzen oder im Extremfall komplett verweigern. Mit dieser Klausel verzichtet sie darauf, zahlt also auch bei grober Fahr­lässig­keit voll. Grob fahr­lässig ist zum Beispiel das Über­fahren einer roten Ampel, Bedienen des Navis während der Fahrt, Parken ohne angezogene Hand­bremse und einge­legten Gang, Über­holen an gefähr­lichen Stellen. Der Verzicht gilt aber in der Regel nicht, wenn der Fahrer unter Alkohol oder Drogen stand, oder wenn er den Diebstahl des Autos grob fahr­lässig ermöglicht hat, zum Beispiel den Schlüssel offen im Restaurant oder am Arbeits­platz liegen lässt. Einige Anbieter weiten diese Ausnahme noch aus, zum Beispiel auf Handybenut­zung am Steuer. Bei der Auswahl entsprechender Policen hilft der umfang­reiche und individuelle Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest.

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Was ist von Tarifen mit einer Werk­statt­bindung zu halten?

Wenn Sie einen Tarif mit Werk­statt­bindung vereinbaren, dürfen Sie nach einem Kaskoschaden nicht selbst entscheiden, welche Werk­statt das Auto repariert. Statt­dessen bekommen Sie vom Versicherer eine Liste mit Fach­betrieben. Das sind Werk­stätten, mit denen der Versicherer zusammen­arbeitet. Weil er ihnen eine Vielzahl von Kunden vermittelt, gibt die Werk­statt dem Versicherer einen Rabatt. So kann das Unternehmen sparen. Vorteil für den Kunden: Ein Teil der Ersparnis geht an ihn, nämlich in Form eines güns­tigeren Beitrags. Werk­statt­tarife sind meist 10 bis 20 Prozent güns­tiger als Policen ohne diese Bindung.

Diese Tarife gibt es nur in der Teil- und in der Voll­kasko, nicht in der Kfz-Haft­pflicht­versicherung. Die Bindung gilt nicht für die üblichen Wartungen, Inspektionen oder Reparaturen, die ohnehin nicht von der Versicherung gedeckt sind. Da können Auto­besitzer frei entscheiden, welche Werk­statt sie beauftragen.

Möglicher Nachteil der Werk­statt­bindung: Bei einzelnen Versicherern reicht das Netz der Part­nerwerk­stätten nicht immer bis ins letzte Dorf. Wer auf dem Land wohnt, sollte vorher fragen, ob es einen Betrieb in der Nähe gibt. Außerdem handelt es sich oft um freie Werk­stätten, die nicht an eine bestimmte Marke gebunden sind. Sie sind oft TÜV-geprüft und leisten qualitativ hoch­wertige Arbeit. Natürlich gibt es eine Garantie auf die Arbeiten. Auch Neuwagen­besitzer können sie nutzen. In der Praxis ist es für die aber eventuell besser, Reparaturen nur in einer Vertrags­werk­statt des Herstel­lers ausführen zu lassen. Das kann beim Wieder­verkauf von Vorteil sein. Außerdem stehen sie möglicher­weise besser da, falls sie mal Kulanz­leistungen der Werk­statt brauchen. Für Leasing­kunden sind Werk­statt­tarife keine Option. Meist sehen Leasing­verträge vor, dass der Wagen ausschließ­lich in einer Vertrags­werk­statt repariert werden darf.

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Ich bin als Allein­fahrer einge­tragen. Was passiert, wenn ich doch andere Leute ans Steuer lasse?

Das hand­haben die Versicherer unterschiedlich. Passiert ein Unfall, berechnen sie in der Regel den Beitrag neu, unter Einbeziehung des tatsäch­lichen Fahrers und rück­wirkend ab dem laufenden Versicherungs­jahr. Einige nehmen zusätzlich eine Vertrags­strafe, oft in Höhe eines Jahres­beitrags. Das gilt jedoch nicht in einem Notfall. Jochen Oesterle, Sprecher der ADAC-Auto­versicherung: „Wem auf der Auto­bahn schlecht wird, der darf seinen Beifahrer die Strecke nach Hause fahren lassen.“ Finanztest hat sich dem Thema ausführ­lich gewidmet: Wenn der Fahrer nicht eingetragen ist.

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Kann ich für einzelne Tage oder Fahrten einen anderen Fahrer zusätzlich anmelden?

Das akzeptieren viele Versicherer, teils gegen Aufpreis. Fragen Sie Ihren Versicherer. Viele erlauben eine gelegentliche Mitnutzung. Oft reicht ein Anruf oder eine E-Mail. Manchmal ist ein „Zusatz­fahrer“ kostenfrei viermal im Jahr erlaubt oder einmal im Jahr für zwei Wochen. Manche Auto­versicherer bieten ihren Kunden auch die Möglich­keit, kurz­fristig und mobil im Internet Zusatz­schutz für einen Fahrer zu buchen und online zu bezahlen. Das kostet für 24 Stunden meist zwischen 1,72 Euro und 6,99 Euro. Je nach Kfz-Versicherer heißen die Angebote Dritt­fahrer­schutz, Fahrerplus, Fahrer­kreis­erweiterung, Xtra-Fahrer­schutz oder Zusatz­fahrer­schutz. Eine weitere Lösung bieten die Bayerische und Friday: Auch wenn man nicht mit der eigenen Auto­versicherung bei ihnen Kunde ist, kann man online einen Zusatz­fahrer für 24 Stunden oder länger versichern. Dann fährt der neue Fahrer ganz legal. Schutz vom Versicherer Bayerische ist auch über das Onlineportal Appsichern.de erhältlich. Friday bietet online verschiedene Pakete an, auch Voll­kasko­schutz für ab 23-Jährige. Finanztest hat sich dem Thema ausführ­lich gewidmet: Wenn der Fahrer nicht eingetragen ist.

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Ist die „Mallorca-Police“ für Mietwagen im Urlaub sinn­voll?

Ja, die „Mallorca-Police“ ist ein Zusatz in der Haft­pflicht­versi­cherung des eigenen Pkw hier in Deutsch­land. Damit erhöht der eigene Versicherer die Deckung für den im Ausland geliehenen Wagen bis zu der Deckungs­summe, die auch für den Pkw hier­zulande gilt. Die entsprechende Klausel steht oft unter „Führen eines gemieteten Pkw im Ausland“ im Versicherungs­vertrag.

EU-Länder. Inner­halb der Europäischen Union ist die Klausel nicht so wichtig. Da wurden die Mindest­deckungs­sum­men für die Haft­pflicht in den vergange­nen Jahren größ­tenteils auf ein ausrei­chend hohes Niveau angeglichen. Damit sind Mietwagenfahrer inner­halb der EU gut geschützt. Das gilt aber nicht für alle europäischen Länder außer­halb der EU.

Außer­halb der EU. Die gesetzlichen Mindest­deckungs­summen sind in Ländern wie Bosnien, Mazedonien, Serbien oder der Türkei sehr nied­rig. Für diese Länder ist eine Mietwagen-Klausel im Vertrag wichtig.

Außer­halb Europas. Die Mallorca-Police gilt nur inner­halb Europas, nicht also in typischen Reiseländern wie Thai­land, der Dominika­nischen Republik oder in den Vereinigten Staaten. In den USA ­lie­gen die Mindest­summen für die Haft­pflicht­versicherung in vielen Bundes­staa­ten nur bei rund 30 000 Euro. Das ist viel zu wenig. In diesen Ländern ist ein Zusatz­schutz ratsam, der die Deckungs­summen erhöht. Es gibt aber kaum Versicherer, die so etwas anbieten. Eine Möglich­keit ist die „Traveller Police“ des ADAC.

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