FAQ Auto­kinder­sitze Special

Bis zu welchem Alter brauchen Kinder einen speziellen Sitz? Sollen die Kleinen besser in Fahrt­richtung oder rück­wärts­gewandt sitzen? Und was bedeuten eigentlich die Bezeichnungen i-Size und Isofix? Was gibt es bei gebrauchten Sitzen zu beachten? Unsere FAQ beant­worten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Auto­kinder­sitze. Damit Sie Ihren Nach­wuchs sicher durch die ersten Lebens­jahre kutschieren.

Den Kinder­sitz kaufen

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Bis zu welchem Alter brauchen Kinder im Auto einen speziellen Kinder­sitz?

Kinder, die jünger als zwölf Jahre und kleiner als 150 Zenti­meter sind, dürfen im Auto nur in einem Kinder­rück­halte­system mitfahren.* Die Kinder­sitze müssen alters­gerecht und geprüft sein. So schreibt es das Gesetz vor. In der Regel benötigen Sie mindestens zwei Kinder­sitze: Anfangs empfiehlt sich für Neugeborene eine Babyschale. Spätestens wenn der Kopf des Kindes über den Rand der Babyschale heraus­ragt, ist es Zeit für einen Wechsel auf einen größeren Sitz.

Tipp: Egal, ob ihr Kind gerade geboren wurde oder schon in die Schule geht: Unser Produktfinder Autokindersitze zeigt für jede Größe die richtigen Modelle. Insgesamt enthält unsere Daten­bank Test­ergeb­nisse für 419 Kinder­sitze – von sehr gut bis mangelhaft.

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Die Anbieter teilen ihre Sitzegrößen in Norm­gruppen wie etwa i-Size ein. Woran kann ich mich da orientieren?

Sitze nach der Norm ECE R 44 sind nach dem Körpergewicht der Kinder unterteilt – von der Geburt bis maximal 36 Kilogramm. Sitze nach der i-Size-Norm ECE R 129 sind nach der Körpergröße unterteilt – von der Geburt bis maximal 105 Zenti­meter. Leichter zu merken ist das Alter der Kinder. Wir haben daher die Norm­gruppen dem laut Statistik entsprechende Alter zuge­ordnet und in einer übersichtlichen Grafik dargestellt. Danach sind die Kinder­sitze in unserem Produktfinder sortiert. Das erleichtert die Suche. Trotzdem gilt: Da sich Kinder in ihrem Wachs­tum nicht nach Normen richten, sollten Sie Ihr Kind unbe­dingt zum Kauf mitnehmen und Probe sitzen lassen.

Tipp: Test­ergeb­nisse für 419 Kinder­sitze unterschiedlicher Größen zeigt unser Produktfinder Autokindersitze.

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Gibt es gute Sitze, die das Kind die gesamte Kindheit über nutzen kann?

In unseren Tests haben wir noch keinen Sitz gefunden, der das Kind von der Geburt bis zum zwölften Lebens­jahr gut schützen kann. Der einzige Sitz auf dem deutschen Markt, der dies verspricht, ist der Graco Mile­stone. Er soll mit dem Kind mitwachsen (Gruppe 0+/I/II/lll). Das klingt verlockend. In unserem Test mussten wir jedoch fest­stellen: Der Universalsitz schützt das Kind nur ausreichend beim Frontalcrash. Es empfiehlt sich also, mindestens zwei Sitze nach­einander anzu­schaffen: für Neugeborene zunächst eine Babyschale und ein größerer Sitz, wenn das Kind heraus­gewachsen ist.

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Wo kaufe ich einen Auto­kinder­sitz am besten?

Suchen Sie sich Ihr Wunsch­modell aus unserer Test­daten­bank aus. Klicken Sie auch auf die Webseite des Anbieters. Dort finden Sie Dekore sowie Listen mit passenden Auto­modellen für die Kinder­sitze. Danach heißt es: Ausprobieren ist Pflicht. Beim Fachhändler geht das. Passt das Kind in den Sitz? Passt der Sitz in Ihr Fahr­zeug? Kommen Sie mit der Befestigung des Sitzes im Auto klar? Lassen Sie Ihr Kind Probe sitzen. Bauen Sie den Sitz unbe­dingt ins eigene Auto ein. Dabei fallen ganz schnell Probleme auf, wie zu kurze Gurte oder fehlender Einbauplatz.

Tipp: Test­ergeb­nisse für insgesamt 419 Kinder­sitze zeigt unser Produktfinder Autokindersitze.

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Kann man bedenkenlos gebrauchte Kinder­sitze zum Beispiel vom Flohmarkt kaufen?

Verwenden Sie gebrauchte Auto­kinder­sitze nur, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen. Achten Sie darauf, dass alle Gurte und Polster und – ganz wichtig – die Gebrauchs­anleitung vorhanden sind. Ansonsten sollten Sie keine Kinder­sitze aus zweiter Hand kaufen. Es könnte sein, dass es sich um ein Modell handelt, das bereits einen Unfall über­stehen musste. Nach einem Unfall sind Auto­indersitze Schrott. Selbst wenn sie äußerlich unver­sehrt sind. Haarrisse im Material können den Sitz unsicher machen.

Den Sitz im Auto befestigen

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Kinder­sitze werden mit einer Isofix-Halterung oder mit dem Auto­gurt befestigt. Was ist besser?

Die Isofix-Befestigung – häufig zu erkennen am Wort i-Size oder an der Silbe Fix im Namen des Sitzes – ist oft die einfachere Variante. Mit wenigen Hand­griffen wird der Sitz auf der Rück­bank installiert. Kinder­sitze mit dem Auto­gurt auf der Rück­bank zu befestigen, ist häufig umständlicher und aufwendiger. Wenn Sie Isofix-Halterungen im Auto haben, sollten Sie die nach Möglich­keit für den Kinder­sitz nutzen. Isofix-Sitze gelten als besonders sicher beim Front­aufprall. Sie sind fest mit der Karosserie verankert. Alle neuen Pkws ab November 2014, aber auch viele ältere haben diese genormte Verbindung. Universal-Kinder­sitze dagegen werden nur mit dem Drei­punkt-Auto­gurt befestigt. Vorteil: Sie passen in praktisch jedes Fahr­zeug, das Sicher­heits­gurte hat. Oldtimer zum Beispiel. Seit den 1970er Jahren haben Autos serien­mäßig Sicher­heits­gurte. Mit ihnen werden Babyschalen oder Kinder­sitze befestigt, indem der Gurt um den Kinder­sitz herum­geführt wird – Gurtführungen halten den Fahr­zeuggurt in Position. Allerdings ist in manchen Fahr­zeugen der Gurt dafür zu kurz. Deshalb: Vor dem Kauf ausprobieren, ob der Sitz ins Auto passt. Unser Überblick zu Isofix- und Autogurtbefestigungen mit Fotos zeigt, worauf Sie sonst noch bei der Wahl der Systeme achten müssen.

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Manche Sitze verfügen über einen Stützfuß. Wofür ist das gut?

Mit einem Stützfuß am Fahr­zeugboden lassen sich einige Kinder­sitze zusätzlich abstützen. Der Stützfuß verhindert, dass der Kinder­sitz bei einem Aufprall nach vorne kippt. So ist Ihr Kind noch besser geschützt. Vor allem bei Babys mindert es das Verletzungs­risiko zusätzlich, da Sitz und Kind bei einem Unfall besser in Position gehalten werden. Achten Sie darauf, dass der Stützfuß nicht auf ein Staufach trifft. Solche Staufächer im Fahr­zeugboden gibt es häufiger in Vans. Die Abdeckungen der Staufächer sind meist weniger stabil als der Fahr­zeugboden und stützen den Kinder­sitz nicht genügend ab. Fragen Sie beim Auto­hersteller nach.

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Was ist ein Top Tether?

Einige Isofix-Kinder­sitze haben einen Haltegurt oben am Kinder­sitz – den Top Tether. Das ist eine Alternative zum Stützfuß. Nutzen Sie Top Tether, wenn Fahr­zeug und Kinder­sitz dafür ausgelegt sind. Vor allem bei Babys mindert es das Verletzungs­risiko zusätzlich, da Sitz und Kind bei einem Unfall besser in Position gehalten werden. Verbinden Sie Top Tether mit dem dafür vorgesehenen Anker­punkt im Fahr­zeug. Der befindet sich auf der Hutablage oder im Kofferraum. Verwenden Sie nur Ösen, die mit dem Anker­symbol für Top Tether gekenn­zeichnet sind. Keine normalen Gepäck­ösen.

Die Kinder sicher trans­portieren

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Sollten Kinder besser in Fahrt­richtung oder rück­wärts­gewandt sitzen?

Um das Verletzungs­risiko zu minimieren, sollten Kinder so lange wie möglich rück­wärts­gewandt fahren, mindestens bis sie laufen können. Der Grund: Bei Säuglingen und Klein­kindern ist die Hals­muskulatur schwach ausgeprägt. Sitzen sie entgegen der Fahrt­richtung, werden Kopf und Oberkörper synchron abge­bremst. Das schützt den sensiblen Nacken vor ruck­artigen Bewegungen. Erst ab etwa 15 Monate können Kinder ihren Kopf selbst stützen und das Verletzungs­risiko sinkt. Optimal sind i-Size-Sitze, die den rück­wärts­gerichteten Trans­port bis zu einer Körpergröße von 105 Zenti­metern erlauben, also bis etwa vier Jahre. Allerdings sind die Beine der Kleinen meist schon im Alter von etwa zwei­einhalb Jahren zu lang, um bequem rück­wärts­gewandt zu sitzen.

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Was ist beim Airbag zu beachten?

Schalten Sie den Beifahrer-Airbag ab, wenn Sie auf dem Vordersitz einen rück­wärts­gerichteten Kinder­sitz montieren. Der Airbag könnte das Kind erschlagen. Schalten Sie den Beifahrer-Airbag sofort wieder an, wenn Sie den rück­wärts­gerichteten Kinder­sitz entfernen. Lassen Sie den Airbag ange­schaltet, wenn Sie einen Kinder­sitz in Fahrt­richtung verwenden. Schieben Sie den Beifahrersitz in diesem Fall möglichst weit nach hinten, damit der Airbag das Kind zwar auffängt, nicht aber mit voller Wucht trifft. Weitere Tipps zur Sicherheit finden Sie in unserem Über­blick. Dort zeigen wir auch anhand von Fotos, worauf Sie beim Anschnallen der Kinder achten müssen, damit der Nach­wuchs sicher ankommt.

*) Korrigiert am 26.10.2017.

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