Extra-Spar­preis-Tickets der Deutschen Bahn Schnelltest

Die Deutsche Bahn wirbt mit „1 Million Spar­preis-Tickets extra“ bis Ende Januar. Haben Bahn­kunden tatsäch­lich Chancen, für 29 Euro quer durch Deutsch­land zu reisen? test.de hat stich­proben­artig mehr als 3 600 Reise­verbindungen über­prüft.

Endlich wieder plan­mäßig – mit Extra-Tickets

Die Deutsche Bahn hat nach eigener Aussage an diesem Montag eine Million zusätzliche Spar­preis-Tickets „ab 29 Euro“ in ihr Buchungs­system gestellt. Damit will sie sich für die Geduld der Bahn­kunden bedanken: Über­schwemmungen hatten auf der wichtigen West-Ost-Verbindung zwischen Berlin und Hannover für Umleitungen und Verspätungen gesorgt. Das hatte Auswirkungen auf einen großen Teil des deutschen Bahn­verkehrs. Seit Montag fahren die Züge wieder plan­mäßig. Für welche Stre­cken es wie viele Extra-Tickets gibt, verrät die Bahn nicht. Nur so viel: Angebots­schwer­punkt sind die Linien von Frank­furt am Main und Köln über Hannover nach Berlin und zurück.

Tatsäch­lich viele Schnäpp­chen

Die Bahn will auch nicht sagen, wie viele ihrer Extra-Spar­preis-Tickets zum güns­tigsten Preis von 29 Euro zu haben sind. test.de hat exemplarisch nachgeprüft: Am 6. November über­prüften die Tester mehr als 3 600 Reise­verbindungen auf zehn Stre­cken an 21 Reis­etagen. Erfreuliches Ergebnis: Die Ausbeute für die kommenden Wochen und den Januar ist relativ gut. An den untersuchten Werk­tagen (Montage und Donners­tage) bot die Bahn bei deutlich mehr als der Hälfte der über­prüften Zugverbindungen die 29-Euro-Tickets an. An einem Sonn­abend (7. Dezember) lag die Trefferquote sogar bei über 90 Prozent.

Tipp: Wie wär’s mit einer spontanen Reise in den nächsten Wochen? Wenn Sie das Angebot der Bahn nutzen wollen, buchen Sie möglichst schnell. Die güns­tigen Spar­preis-Kontingente sind begrenzt und vor allem an beliebten Reis­etagen schnell vergriffen.

Auf ins lange Wochen­ende nach Berlin

Exemplarisch haben die Tester Reisen nach Berlin untersucht – von Hannover, Bremen, Köln, Frank­furt am Main und Freiburg. Zum Beispiel für das Wochen­ende 22. / 23. / 24. November sowie das Nikolaus-Wochen­ende (6. / 7. / 8. Dezember): Besonders Reisenden aus Hannover bot die Bahn bei über der Hälfte der Verbindungen die preisgüns­tigsten Tickets an – auch an den beliebten Reis­etagen Freitag und Sonn­tag. Auf längeren Stre­cken, besonders von Freiburg aus, sieht es schlechter aus. Hier waren an diesen Haupt­reis­etagen nur wenige Fahrten zum Preis von 29 Euro möglich, mitunter waren gar keine erhältlich.

Tipp: Versuchen Sie bei Ihrer Reiseplanung die teuren Freitage und Sonn­tage zu umgehen. Ein langes Wochen­ende hilft sparen: Wer von Donners­tag bis Montag Zeit hat, fährt meist billiger.

Weih­nachten: Die Bahn verschenkt nichts

Ernüchternd ist das Rechercheer­gebnis für Weihnachts- und Silvesterreisen. Rund um die Feiertage sind 29-Euro-Tickets Mangelware. Für viele Züge bietet die Bahn zwar Spar­preise, aber für deutlich mehr Geld. So waren für die Berlin-Fahrten ab Frank­furt oft 60 bis 90 Euro fällig. Die Preise für die Rück­fahrt lagen ähnlich. Am ehesten waren noch Billig-Tickets für die kurze Strecke Hannover-Berlin zu bekommen.

Tipp: Wenn schon teuer reisen, dann möglichst mit Komfort. Prüfen Sie für Ihre Reisewünsche, ob auch billige Spar­preis-Tickets für die erste Wagenklasse erhältlich sind. Rund um die Fest­tage, wenn wenige Geschäfts­reisende unterwegs sind, steigen hier die Chancen: Sparpreise der Deutschen Bahn: Erstklassig zum Schnäppchenpreis

Die Sache mit dem Haken

test.de hat bei diesem Schnell­test den Spar­preisfinder auf der DB-Homepage genutzt. Der gibt einen guten Über­blick – wenn die Kunden ihn richtig bedienen. Beispiel: Für die Weihnachts­reise am 21.12. von Hannover nach Berlin entdeckte der Spar­preisfinder zunächst nur eine einzige ICE-Verbindung zum Preis von 29 Euro. Schuld an dem dürftigen Fund war die Voreinstellung „schnelle Verbindungen bevor­zugen“. Als die Tester den Haken wegklickten, kamen fünf zusätzliche 29-Euro-Angebote zum Vorschein. Diese Reisen dauern nur rund eine Viertel­stunde länger.

Tipp: Entfernen Sie in den Voreinstel­lungen den Haken „schnelle Verbindungen bevor­zugen“. So werden auch Züge ange­zeigt, die möglicher­weise kaum lang­samer das Ziel erreichen.

Spar­preis – was ist das?

Für die Spar­preise gelten ganz spezielle Konditionen Infos auf bahn.de: Man muss zumindest für einen Teil der Reise einen Fern­zug (ICE, IC, EC) nutzen. Es besteht Zugbindung. Bahn­kunden können die Tickets bereits drei Monate im Voraus kaufen. Sie sind erhältlich, solange der Vorrat reicht. Mit persönlicher Beratung am Schalter kostet das Angebot 5 Euro mehr. BahnCard 25-Inhaber erhalten zusätzlich 25 Prozent Rabatt.

Fazit: Jetzt planen

Den besten Freund, die Oma oder die Nichte besuchen – jetzt lassen sich viele Reisen preis­wert realisieren. Der Schnell­test zeigt: Die Bahn bietet tatsäch­lich viele Spar­preis-Tickets an. Oft sogar zum güns­tigen Preis von 29 Euro. Die größten Chancen bieten sich in den nächsten Wochen sowie im Januar. Güns­tigster Reisetag ist der Sonn­abend, aber auch an gewöhnlichen Werk­tagen finden sich viele Schnäpp­chen. Rund um die Feiertage ist das Angebot hingegen begrenzt. Nutzen Sie den Spar­preisfinder für die Suche – aber ohne Haken.

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