Expertenchat: Digitales Fernsehen Meldung

Große Flachfernseher brauchen digitale Signale. Nur so zeigen sie gute Bilder. Digitale Signale gibt es über Kabel, Satellit, Internet und Antenne. Was ist besser? Die Antworten im Chat von den test-Experten Peter Knaak und Stephan Scherfenberg.

Auf Digital umsteigen

Moderator: Gleich die Frage an unsere Experten: Können wir starten?

Peter Knaak und Stephan Scherfenberg: Ja!

Mary: Ich verfüge zur Zeit über Analogfernsehen (Einkabeltechnik) und Digital Video Broadcasting Terrestrial (DVB-T). Was muss beim Umstieg auf Digital – möglichst nicht zu aufwendig – (drei Teilnehmer) berücksichtigt werden? Auch Radioempfang soll noch möglich sein!

Peter Knaak: Ist das Kabelnetz fertig ausgebaut, liegt das digitale Signal bereits an.

Stephan Scherfenberg: Ein Sendersuchlauf findet es heraus.

Peter Knaak: Nur die privaten Sender setzen eine Empfangsbox für Digitalfernsehen voraus.

Joe: Wann kann ich High Definition-TV (HDTV) über DVB-T empfangen?

Peter Knaak: Das fragen wir uns auch, aber kommen wird es wohl. Ein paar Jahre werden schon noch vergehen.

Aufnehmen mit integrierter Festplatte

Moderator: Stellvertretend für viele weitere Fragen, diese hier:

Klaus: Videorekorder-Funktion: Kann man digitale HD-Signale aufnehmen? Wenn ja, wie geht das?

Peter Knaak: Man kann, am besten mit einer in den Fernseher integrierten Festplatte. Unverschlüsselte HD-Programme lassen sich auch mit einer HD-Recorderbox aufzeichnen.

Stephan Scherfenberg: Die Verschlüsselten sind eingeschränkt aufzeichbar.

Digtal: Ich möchte meine Schüssel digitalisieren. Muss ich dann auch einen neuen Fernsehempfänger mit Zusatzgeräten haben? Wenn ja, welche?

Peter Knaak: Ideal ist es, wenn der digitale Satellitenempfänger gleich im Fernseher steckt, dann reicht ein Digital-Empfangskopf (LNB). Ansonsten ist ein digitaler Satelliten-Receiver erforderlich.

Wenn die Sendetechnik umgestellt wird

Isegrm: Ich habe ein Full HD tauglichen Fernseher mit Kabeltuner, bringt mir eine Satelliten-Schüssel etwas? Zur Zeit empfange ich DVB-T.

Peter Knaak: Die Frage ist, steckt ein HD-Satelliten-Tuner im Fernseher? Dann ja, ansonsten mit Box.

Moderator: Eine gerade hereingekommene Live-Frage:

Joe: Zu HDTV über DVB-T: technisch wäre das doch heute bereits möglich, oder?

Peter Knaak: Richtig, die Sendetechnik müsste umgestellt werden, sie gibt es aber schon. Und alte DVB-T Boxen müssten ausgetauscht werden, das kommt den Kunden teuer. Es ist keine technische sondern eine rundfunkpolitische Entscheidung.

Roadrunner: Können Sie die massiven Nachteile eines im TV integrierten Tuners erläutern?

Peter Knaak: Ich kenne keine massiven Nachteile eines integrierten Tuners.

Nassi: Es ist technisch möglich neben dem Vorspulverbot bei aufgenommenen Sendungen, auch ein Umschaltverbot bei Werbung auszusprechen. Wäre es rechtlich haltbar, wenn das HD+/CI+ Konsortium dies einführen würde? Dadurch würde der Zuschauer ja komplett entmündigt und bevormundet.

Peter Knaak: Mit der Etablierung von CI+ sind diese und weitere Einschränkungen ja bereits Alltag.

Cato: Meine Analog- und unverschlüsselten Digitalsender kann ich in guter Qualität empfangen, bei verschlüsselten Digitalsendern kommt es dagegen immer wieder zu Klötzchenbildung und Bildausfällen. Kann dies an einem zu langen Koax-Kabel liegen (ich nutze ein 5 Meter-Kabel)?

Peter Knaak: An der Bandbreite liegt es nicht, hier könnte eher ein Problem mit dem Entschlüsselungsmodul vorliegen. Eine Ferndiagnose ist da aber schwer möglich.

Bezahlfernsehen wird vorbereitet

KAM: Warum werden digitale Sender im Kabel verschlüsselt, zum Beispiel SAT1, RTL DMAX? Kann ich etwas dagegen tun oder ist hier die Politik gefragt?

Peter Knaak: Es geht nicht um Qualität, sondern darum zukünftige Bezahlmodelle vorzubereiten, den Zuschauer überhaupt an Bezahlfernsehen zu gewöhnen.

Stephan Scherfenberg: Wenn Sie die Entschlüsselungsbox erst einmal zu Hause stehen haben, ist der Schritt zum echten Pay-TV nur noch ein kleiner.

Moderator: Die Chatterinnen und Chatter hatten auch vorab schon die Gelegenheit, Fragen zu stellen und über die Fragen anderer Nutzer abzustimmen. Diese hat besonders viele Stimmen erhalten:

HD-Fan: Kabel Deutschland (KDG) will per CI+ die normalen CI-Module wie AlphaCrypt von Mascom abschalten. Ist das rechtens?

Peter Knaak: Das dürfen Sie.

Stephan Scherfenberg: Aber es ist trotzdem verbraucherunfreundlich. Alle, die ein Modul haben, ärgern sich, dass sie es nicht mehr einsetzen können.

Rotstiftstra: Mit alternativen CAMs (z. B. Unicam oder Diablo CAM 2 Prof.) und offizieller, gültiger HD+ Smartcard, soll man ohne die geringsten Probleme die HD+ Sendungen exakt mit demselben Komfort wie die Öffentlich-Rechtlichen behandeln können. Ist dem so?

Peter Knaak: Habe ich noch nicht probiert. Es ist auch nicht das Geschäftsmodell der privaten Fernsehsender und mit Stolpersteinen ist zu rechnen.

Private Sender verschlüsseln und limitieren

Conrad: Wird man HD-Sendungen in naher Zukunft ebenso bequem mitschneiden können, wie analoge Programme bisher?

Peter Knaak: Die der Öffentlich-Rechtlichen auf jeden Fall, es wird immer ein Problem sein, sie weiter zu geben (auf DVD oder wie auch immer).

Stephan Scherfenberg: Bei den Privaten ist die Sendung verschlüsselt und limitiert, man weiß nicht, wie lange man die Filme noch ansehen kann. Es ist intransparent, welche Restriktion raufgelegt wird. Analoge Aufzeichnung über SCART geht jedoch immer.

Amaibaum: Könnten die Herren (zum Beispiel Kabel Deutschland) auch entscheiden ARD, ZDF und so weiter zu verschlüsseln?

Peter Knaak: Nein, das ist nicht absehbar.

Stephan Scherfenberg: Es ist im Rundfunkstaatsvertrag geregelt, der müsste geändert werden.

DUBBEL: ARD und ZDF werben mit (Full?) HD-Sendungen. Full HD hat meines Wissens eine Auflösung von ungefähr 2 Millionen Pixel (1920 mal 1080). ARD und ZDF in HD senden aber nur 1920 mal 720 Pixel. So mein Wissensstand. Wenn das stimmt, ist das eine Mogelpackung! Wieso dürfen dann ARD und ZDF mit „HD“ ungestraft werben?

Peter Knaak: HD ist kein geschützter Begriff, und den Qualitätsunterschied macht eher die Aufbereitung des Materials als die schiere Pixelzahl aus. Übrigens schwenkt auch die ARD auf die hohe Auflösung mit Halbbildern, statt der halben Auflösung mit Vollbildern um.

Unitymedia verlangt für jede Karte eine Gebühr

Pauline: Bei Unitymedia muss man für jede „Empfangskarte“ drei Euro monatlich bezahlen. Ist es richtig, dass man für jeden Fernseher, jedes Radio und jeden Videorecorder einen eigene DVB-C-Decoder mit eigener Freischaltkarte benötigt, um „digital“ zu sein? Auf eine Familie mit zum Beispiel drei Kindern addiert sich das schnell auf jährlich 400 Euro für den BASIC-Anschluss, die Anschaffung der Decoder noch nicht mitgerechnet. Gibt es für Familien günstigere Alternativen?

Stephan Scherfenberg: Ja das stimmt. Er ist der einzige Anbieter aus unserem Test, der für jede Karte eine extra Gebühr nimmt.

Peter Knaak: Die Alternativen wären DVB-T und Satellitenempfang, das reicht ja meistens auch für den Zweitfernseher.

Moderator: Zum aktuellen Test:

Charly: Wieso ignoriert die Stiftung Warentest Sky? Da kann ich doch jetzt schon zehn HD-Programme in bester Qualität weitestgehend unabhängig von der Empfangsart erhalten!

Stephan Scherfenberg: Wir haben sie nicht ignoriert. Diese Infos findet jeder in der Tabelle im Artikel.

Für digitalen Anschluss sind Bedingungen unfreundlich

Bluesi: Ich habe einen Kabelanschluss bei Kabel Deutschland mit analogem TV-Anschluss. Derzeit kann ich monatlich kündigen. Muss ich einen neuen Vertrag (mit schlechteren Kündigungsbedingungen /12 Monate) abschließen, wenn ich auf digitalen TV-Empfang umsteigen möchte? Oder geht das auch, in dem der bisherige Vertrag weiterläuft?

Peter Knaak: Die Öffentlich-Rechtlichen sind auch jetzt schon ohne Vertragsänderung zu empfangen.

Stephan Scherfenberg: Wenn Sie ein gut ausgebautes Kabelnetz haben! Für einen digitalen Anschluss müssen Sie die unfreundlicheren Vertragsbedingungen akzeptieren, zum Beispiel mit längeren Kündigungsfristen oder aufpreispflichtige Programmpakete.

Will Hamburg: Warum lassen die Kabelnetzbetreiber nur durch sie „zertifizierte“ Decoder beziehungsweise Geräte zu??

Peter Knaak: Das ist nicht kundenfreundlich, aber das ist ihr Geschäftsmodell.

Stephan Scherfenberg: So setzen sie ihr Geschäftsmodell durch.

Hans6331: Bezüglich: „Analoge Aufzeichnung über SCART geht jedoch immer.“ Es gibt doch den klassischen Makrovision-Kopierschutz etwa bei vielen Pay-TV-Programmen. Wird der jetzt abgeschaltet?

Peter Knaak: Der ist meines Wissens in den HD-Programmen nicht mehr drin.

„Entertain“ ist nicht wohnzimmertauglich

Nerd: Wie ist denn der Stand beim praktischen Einsatz von IPTV in HD-Qalität. Theoretisch funktioniert es ja schon eine ganze Weile, ist es mittlerweile auch eine stabil laufende Alternative?

Peter Knaak: Ich habe „Entertain“ zu Hause und finde es immer noch nicht wohnzimmertauglich. Die Box aktualisiert zu unmöglichen Zeiten, gelegentliche Ausfälle müssen erst durch Firmware-Updates ausgebügelt werden, das ist eher wie Computerei als wie Fernsehen.

Stephan Scherfenberg: Im Test hatten sie allerdings mit sehr guter Bildqualität abgeschnitten.

Peter Knaak: Stimmt!

Stephan Scherfenberg: Es setzt allerdings voraus, dass Sie in einem Ballungsgebiet wohnen, wo Sie eine sehr schnelle Internetverbindung mit 25 MBit / Sekunde bekommen.

Datenschutz ist Vertrauensfrage

HD-FAN: Wer garantiert mir Datenschutz bei IPTV und HbbTV (neuer Videotext mit Rückkanal)? Wenn ich Sender umschalte, will ich das zu Hause und nicht auf dem Server, wo jeder weiß, was, wann, wo ich was geschaut habe.

Peter Knaak: Das ist eine generelle Vertrauensfrage, die wir hier nicht beantworten können.

Stephan Scherfenberg: Im Test wurde uns versichert, dass die Daten sicher seien.

Peter Knaak: Ich habe bisher noch keine Auswirkungen im Werbeverhalten wie Briefkastenwerbung et cetera bemerkt.

Amaibaum: Kann man IPTV per WLAN oder PowerLine LAN ohne Probleme streamen? Oder was braucht man damit das gut läuft?

Peter Knaak: Es soll gehen, die bisherigen Versuche waren von schlechter Bildqualität geprägt. Man braucht Geduld, bis die Technik ausgereift ist :-)

AstraLBody: Zur Frage des IPTV-Streaming über PowerLAN: Ich selbst nutze PowerLAN und muss sagen, dass die Bandbreite sehr schwankend ankommt, je nachdem wie viele andere Geräte sich im Stromschaltkreis befinden. Das könnte bei HD-Streaming sehr störend sein.

Peter Knaak: Das ist auch genau meine Erfahrung. Es hängt von vielen Zufällen ab.

Claus: Kann man heutiges Kabelfernsehen durch ein „Einkabelsystem“ ersetzen? Das Haus (Baujahr 1975) hat 24 Einheiten und auf vier Antennenkabel aufgeteilt.

Peter Knaak: Das geht meines Wissens nicht. Fragen Sie am besten den Antennenbauer.

Mit HDTV sieht man den Fußball besser

Maulwurf: Warum sind alle von HDTV begeistert, obwohl kaum natives Sendematerial rausgeht?

Stephan Scherfenberg: Bei Sportsendungen gibt es natives Sendematerial, da sieht man den Unterschied, man kann den Fußball übers Feld fliegen sehen und die Spielernummern erkennen.

Peter Knaak: Auch hochgerechnetes Material (Upscaling) sieht deutlich besser aus als Standardmaterial, das kann jeder an seinem Flachbildfernseher mit einem Blu-ray Player und normaler DVD im Vergleich zum normalen DVD-Player sehen.

PaulaXXX: Ich möchte von Kabel Deutschland auf Internetfernsehen (Entertain Comfort) wechseln. Ist der technische Aufwand sehr hoch (die Fernseher stehen in drei verschiedenen Etagen)?

Peter Knaak: Ja, es bedeutet, zum Vertrag drei Boxen zu ordern und in jedes Zimmer Netzwerkkabel zu legen.

Bei Alice weiß keiner, ob er HDTV bekommt

Jürgen: Was ist denn von den Angeboten der „Telefonanbieter“ zu halten, wie zum Beispiel O2, Alice oder T-Home?

Stephan Scherfenberg: Bei Alice hatten wir das Problem im Test, dass keine genaue Bandbreite garantiert wurde, der Kunde hat seine Box bestellt und angeschlossen und kein HDTV bekommen. Bei Alice hat man tatsächlich das Problem, dass man nicht weiß, ob man auch wirklich HDTV bekommt. Zum Thema Aufzeichnungen: Man sollte sich bei IPTV grundsätzlich bewusst sein, dass Aufnahmen nur solange vorhanden sind, wie man Kunde ist. IPTV benötigt immer eine aktive Internetverbindung zu Hause. Wenn Sie nicht mehr Kunde sind, können Sie auch Aufzeichnungen nicht mehr sehen. Die Box zum Nachbarn zu nehmen geht auch nicht.

Klaus: Seit der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 habe ich bei Unitymedia eine HD-Box und empfange einige wenige Sender in HDTV. Allerdings werden manche Sendungen (zum Beispiel Rosamunde Pilcher am Sonntagabend) auf dem Breitbildschirm mit großen schwarzen Balken am rechten und linken Bildrand dargestellt. Über die diversen Einstellmenüs am Fernseher und der HD-Box lässt sich dies nicht beseitigen. Mit dem „normalen“ Digitalreceiver, den ich ebenfalls noch benutzen kann, tritt dieser Fehler nicht auf. Gibt es hierfür eine Erklärung?

Peter Knaak: Da bin ich ratlos, irgendeine Einstellung sollte das bildschirmfüllend hinbekommen. Da kann ich leider keinen weiteren Tipp geben.

Kalle: Eine Nachfrage zum Aufnehmen von IPTV: Lässt sich der Stream nicht mitschneiden und auf der Festplatte speichern?

Peter Knaak: Nur in der Festplatte der Box. Die Öffentlich-Rechtlichen übertragen allerdings ein ganz offenes IPTV Signal im Internet, das mit jedem Computer mit entsprechender Software (VLC Media Player) zu sehen und mit weiterer Software auch aufzunehmen ist.

Fernsehen mit Gängelfunktionen

Nassi: Glauben sie das HD+ und CI+ mit ihren Gängelfunktionen sich am Markt durchsetzen werden? Oder sich immer stärker ein Parallelmarkt mit alternativen Geräten wie Linuxreceiver an Bedeutung gewinnen wird?

Peter Knaak: Ich hoffe, dass die Kundenverweigerung das Geschäftsmodell kippt, bin aber skeptisch.

Stephan Scherfenberg: Letztendlich sind die Kunden auch gezwungen das Modell anzunehmen, man hat große Fernseher und möchte Qualität.

W. Becker: Warum gibt es beim digitalen Fernsehen kein Video Programming System (VPS) und ShowView mehr? Ein technischer Rückschritt.

Peter Knaak: Das ist eine kundenunfreundliche Sparmaßnahme.

HD-FAN: Wieso geht es weg von übergeordneten Standards hin zu „Klein-Klein“ Lösungen? Anstatt einen gemeinsamen Standard zu machen, wollen wenige Hersteller CI+ als Quasi-Standard durchsetzen. Oder viele Kabelanbieter haben eigene Receiver, die man nehmen muss, aber nach regionalem Umzug beim neuen Anbieter nicht nutzbar sind. Wenn es freie Lizenzen vom Bund für Anbieter gibt, wieso lässt sich der Bund das gefallen, dass der Markt so abgeschottet wird?

Peter Knaak: Das ist eine politische Entscheidung. Die Privaten hoffen auf englische Verhältnisse, wo es kaum frei empfangbare und fast ausschließlich Pay-Programme gibt.

Gute Satellitenempfänger

Georg: Welchen digitalen Satellitenempfänger – ohne Festplatte – empfehlen Sie?

Stephan Scherfenberg: Da können wir Kathrein UFS 904sw und Technisat Technistar S1 empfehlen. Sie finden weitere Informationen im test 9/2010.

Waltraud: Wir haben Satellit und möchten uns endlich einen neuen Flachbild-TV zulegen. Auf was muss man dabei genau achten?

Peter Knaak: HD-taugliche Satellitenreceiver sollten drin stecken.

Stephan Scherfenberg: Und dass ihre Schüssel ein Digital-LNB hat. Das ist allerdings seit zehn Jahren Standard.

GS: Ich beabsichtige den Kauf eines DVD-Recorders mit DVB-C Tuner und CI Plus Schacht. Benötige ich unbedingt ein CI Plus-Modul oder funktioniert auch ein normales CI-Modul im Schacht?

Peter Knaak: CI+ ist für private HD-Sender unverzichtbar.

Stephan Scherfenberg: Was man dann aufzeichnen kann, liegt in der Entscheidung des privaten Fernsehsenders.

Qualitätsunterschiede sind im Test nicht aufgefallen

Bilbo: Die Qualität von HDTV im Kabel ist deutlich schlechter als beim Satellitenempfang. Stehen bei den Kabelbetreibern Verbesserungen in Aussicht oder wird dies auch künftig an den begrenzten Übertragungskapazitäten scheitern?

Stephan Scherfenberg: Im Test konnten wir das nicht nachvollziehen. Probleme könnte allenfalls eine marode Hausverkabelung bereiten. Wir haben mit optimalen Haushalten getestet.

Stiftung: Gibt es in absehbarer Zeit auch einen HD-fähigen Festplattenrecorder, der bezahlbar ist?

Peter Knaak: Ja, es gibt jetzt schon zwei oder drei, die wir allerdings noch nicht im Test haben.

Markus: Wie viele Jahrzehnte wird es dauern, bis DVB-T in einer zufriedenstellenden Qualität in Bezug auf Versorgung und eingespeister Programme auch außerhalb des Zentrums einer Millionenmetropole angeboten wird?

Peter Knaak: Es ist kein flächendeckender Ausbau geplant, und die Empfangsqualität hängt immer von der Antenne ab. Mit der guten alten Hausantenne fährt man am besten. Wer immer auf Satellitenempfang umstellen kann, sollte das tun. Qualität, Programmangebot und Preis sind unschlagbar.

Auf digitalen Satellitenempfang umstellen

Moderator: Stellvertretend für viele weitere Fragen, diese:

StefanLüthje: Ich beabsichtige für mein Reihenhaus (Baujahr 1995) den Umstieg von Kabelfernsehen auf digitalen Satellitenempfang. Kann ich das Satellitensignal unproblematisch in meine Hausverkabelung einspeisen? Welche Technik benötigt man, um mehrere Fernseher parallel zu betreiben? Ich habe gehört, dass die Antennensteckdosen getauscht werden müssen. Stimmt das?

Peter Knaak: Die Details kann nur der Antennenfachmann entscheiden, der die Qualität der bisherigen Verkabelung beurteilt, auf jeden Fall sind Satellitenanlagen für mehrere Empfänger finanziell aufwendiger als eine Einzelanlage.

Wolfgang.stichel: Ich habe einen Kabelanschluss in einer Mietwohnung, weiß aber nicht, wer mein Kabelanbieter ist. Unser Vermieter weiß es auch nicht. Wie kriege ich den Anbieter heraus?

Peter Knaak: In der Nebenkostenabrechnung sollte schon auftauchen, wer das Geld für den Kabelanschluss bekommt.

Soloma55: Wenn wir die Betriebsanleitung unseres neuen LCD-TV richtig verstanden haben, kann man an der Antennenbuchse und den zwei Scart-Eingängen nur ein analoges TV-Signal einspeisen, oder? Bei unserer Gemeinschaftsanlage soll jetzt auch ein Digitalsignal an der üblichen Wand-Antennenbuchse verfügbar sein. Dann müssen wir doch sicher den High Definition Multimedia Interface (HDMI)-Eingang benutzen. Gibt es Kabel Koax auf HDMI?

Peter Knaak: Nein, es ist nicht eine Kabelfrage, sondern eine Signalfrage, das muss von einem Digitaltuner aufbereitet werden. Im Fernseher oder in einer Set-Up-Box und die wird per HDMI angeschlossen.

Wenn Signalstärke nicht reicht

Rainer: Wie kann ich die Signalstärke von DVB-C messen, ob es für den Empfang am Fernseher reicht? Wir haben einen Kabelanschluss von Kabel Deutschland in der Mietwohnung und wir haben einen LCD-Fernseher, aber ich bekommen keine digitalen Sender rein. Beim automatischen Sendererkennen für DVB-C erkennt er zwar circa 50 Programme Fernsehen und Audio, aber wenn man diese dann ansehen will, kommt immer eine Meldung „Signal zu schwach“. Analoges Fernsehen geht problemlos. Auch bei meinem Notebook mit einem USB-Stick für DVB-T und DVB-C bekommen ich nur Empfang beim DVB-T, bei DVB-C ist tote Hose. An wen muss ich mich mit dem Problem wenden? An meinen Vermieter oder an Kabel Deutschland? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Mit freundlichen Grüßen Rainer aus München

Peter Knaak: Wenn der Antennenanschluss im Mietvertrag enthalten ist, ist der Vermieter der Ansprechpartner, ansonsten die Kabel-Gesellschaft.

Maulwurf: Werden unsere Tuner (auch im LCD) mit Einführung von DVB-T2 zu Schrott?

Peter Knaak: Ältere ja, doch viele neue Fernsehgeräte, die ja auch beispielsweise in Frankreich verkauft werden, sind schon HD-tauglich.

Das Stichwort ist: HD-tauglicher DVB-T-Tuner.

Wolle: Wir haben Kabelanschluss und einen 42“ Plasmafernseher. Ich habe einen Digitalreceiver angeschlossen und das Bild ist nicht viel besser geworden. Muss ich ein HDMI Gerät kaufen? Es gibt doch einen Leistungswert der gesendet werden muss. Wie hoch soll der sein? Am Anschluss wurde er schon gemessen. Ist in Ordnung. Sind vielleicht die Zuleitungen schlecht?

Peter Knaak: Das Problem ist ganz klar der HDMI-Anschluss, nur über den kommt auch die hohe Signalqualität ins Fernsehgerät.

AstraLBody: Zur Frage mehrerer parallel betriebener Fernsehgeräte: Ich empfehle da einen sogenannten Multi-Switch. So einen nutze ich auch und hab an meiner Satelliten-Anlage die Möglichkeit, darüber acht Fernseher unabhängig voneinander zu betreiben. Dafür braucht man auch kein Durchschleifen et cetera, wie bei manchen Receivern vorhanden.

Peter Knaak: Das meinte ich damit, dass eine Satelliten-Anlage für mehrere Empfänger etwas aufwendiger ist, das ist eben nicht das Minimalpaket aus dem Baumarkt.

Receiver ohne Garantie, dass er funktioniert

MardiGras: Mir wurde zu einem „nicht zertifizierten“ Receiver für Sky und HD+ geraten, was ist denn damit gemeint?

Stephan Scherfenberg: Auch nicht-zertifizierte laufen, aber es gibt keine Funktionsgarantie.

Peter Knaak: Dafür sind sie meist komfortabler und auch recht preiswert.

Hans6331: Zum DVB-T2-Tuner-Schrott: Also reicht ein HD-tauglicher DVB-T-Empfänger für den Empfang von DVB-T2? Wieso dann der Aufschrei, das gibt es doch schon lange!

Peter Knaak: Aber längst nicht in allen Fernsehgeräten, die bisher verkauft wurden, und auf gar keinen Fall in DVB-T-Setup-Boxen.

Moderator: Die leider letzte Frage für heute lautet:

Birgit: Vorgestern ist mein guter alter Röhrenfernseher kaputtgegangen. Ich habe leider nur einen analogen Kabelanschluss. Was empfehlen Sie mir?

Peter Knaak: Einen Flachbildfernseher, der im analogen Kabel ein gutes Bild bringt, das gibt es tatsächlich. Passende Modelle zeigt der Produktfinder.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat mit Peter Knaak und Stephan Scherfenberg. Das Chatteam dankt allen Chatterinnen und Chattern für die vielen Fragen und entschuldigt sich bei den Fragestellern, deren Beiträge wir aus Zeitgründen leider nicht beantworten konnten. Ein ganz besonderer Dank gilt natürlich unseren Experten für die Antworten. Wir wünschen allen Beteiligten noch einen schönen Tag! Das Transkript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de noch einmal nachlesen.

Test: Digitales Fernsehen

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