Existenzgründung Meldung

Überbrückungsgeld oder den Zuschuss zur ­Ich-AG bekommt der Gründer geschenkt.

Arbeitslose Gründer werden gefördert, doch ständig ändert sich etwas. Finanztest beantwortet die wichtigsten Fragen.

Kann ich Überbrückungsgeld ­aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus beantragen?

Ja, wenn Ihnen bereits die Kündigung vorliegt. Noch vor Ende des Arbeitsverhältnisses können Sie Ihr Geschäftskonzept prüfen lassen und bei der Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) Förderung beantragen. Schließt die Selbstständigkeit nahtlos an den alten Job an, werden Sie ohne Einschränkung gefördert. Haben Sie aber selbst ohne wichtigen Grund gekündigt und machen sich nicht sofort selbstständig, kann auch hier die Sperrfrist greifen, die für das Arbeitslosengeld gilt. In der Regel sind dies zwölf Wochen. Anders liegt der Fall bei der Ich-AG: Hier muss der Gründer Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder -hilfe bezogen haben oder an einer ABM oder Strukturanpassungsmaßnahme teilgenommen haben.

Werde ich auch bei einer zweiten Gründung gefördert, wenn die erste schief gegangen ist?

Ja. Bisher waren mehrere aufeinander folgende Förderungen möglich, sofern der erneute Antrag auf einem neuen Geschäftskonzept beruhte. 2004 soll eine zeitliche Einschränkung dazukommen. Die Hartz-III-Reform sieht vor, dass zwischen den beiden Gründungen mindestens 24 Monate liegen sollen. Ausnahmen soll es geben, wenn das Scheitern der ersten Gründung zum Beispiel auf eine Krankheit oder einen Unfall zurückzuführen ist.

Gibt es die Förderungen nur bis zu einem bestimmten Alter?

Ja. Künftig sollen nur noch Gründer bis zum 65. Lebensjahr Anspruch darauf haben.

Kann die Behörde mir die Förderung verweigern?

Nein, wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen. Nach Hartz III soll jetzt auch das Überbrückungsgeld eine Pflichtleistung werden.

Darf ich als geförderter Selbstständiger Angestellte beschäftigen?

Ja. Bezieher von Überbrückungsgeld durften dies schon immer. Ich-AG-Gründer durften bei Einführung dieser Förderung 2003 zunächst nur Familienangehörige beschäftigen. Seit August 2003 können sie aber auch familienfremde Mitarbeiter anstellen.

An wen kann ich mich als Frau wenden, um Kapital für eine Existenzgründung zu bekommen?

Auf Bundesebene gibt es keine speziellen Kredite für Gründerinnen. Die KfW-Mittelstandsbank hat aber Frauen zur bevorzugten Zielgruppe ihres Startgelds erklärt. Mit diesem Darlehen kann man Gründungen mit einem Kapitalbedarf bis zu 50  000 Euro finanzieren. Die Bank informiert unter der Hotline 0 180 1/24 11 24. Kredite speziell für Gründerinnen geben mehrere Länder, darunter Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. NRW unterstützt Unternehmerinnen, die auf Bundesebene keinen Kreditgeber gefunden haben, mit bis zu 25 000 Euro. Auskunft geben Landeswirtschaftsministerien und Frauenberatungsstellen.

Welche Zuschüsse und Darlehen kann ich kombinieren?

Das hängt grundsätzlich von Ihrer finanziellen Situation ab. Die KfW-Mittelstandsbank zum Beispiel, die die maßgeblichen Förderkredite vergibt, lässt Kombinationen ihrer Darlehen zu. Nur die auf Kleingründungen zugeschnittenen Startgeld- und Mikrodarlehen kann man nicht mit anderen Mittelstandsbank-Produkten kombinieren.

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