Wegen Kapitalanlagebetrugs hat das Landgericht Göttingen Klaus Barde zu einer Geldstrafe von knapp 5 000 Euro verurteilt. Barde war früher Chefredakteur der Zeitschrift „Mein Geld“ und Geschäftsführer der Göttinger WiRe GmbH und Vorstand der WiRe Zeitschriften- und Medien AG.

Der 52-jährige Barde hatte Anfang 1994 nichts dagegen unternommen, als die zu diesem Zeitpunkt finanziell stark angeschlagene WiRe-Gruppe in einem Emissionsprospekt mit falschen Angaben um stille Teilhaber warb. Der Konzern hatte sich damals neues Kapital beschaffen wollen.

Nach Ansicht des Gerichts wurden die Anleger über die Kapitallage des Unternehmens getäuscht. Dem Angeklagten sei dies spätestens im März 1994 bekannt gewesen. Trotzdem habe er nichts gegen die weitere Verbreitung des Prospekts unternommen. Erst einige Wochen später verwies ein Begleitschreiben darauf, dass das Unternehmen die versprochene Garantiesumme erst noch erwirtschaften musste. Für mindestens 14 Anleger, die bereits Anteile im Gesamtwert von über 250 000 Mark gezeichnet hatten, kam der Hinweis zu spät.

Weitere Hunderte von Anlegern verloren mit Beteiligungen an WiRe-Firmen viel Geld.

Finanztest hatte Anleger bereits 1995 vor der drohenden Überschuldung der Gesellschaft gewarnt. Die WiRe Medien AG klagte gegen die Stiftung Warentest als Herausgeberin von ­Finanztest. Zwar verlor WiRe vor Gericht, sammelte aber weiter Geld ein. Dann kam der Konkurs für die GmbH. 1999 standen auch die Beteiligungen der WiRe AG auf null.

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