Osteuropäische Euroländer: Wo Sparen geholfen hat

Litauen ist erst seit 2015 Euro-Mitglied, aber schon prominent – dank seiner Präsidentin Dalia Grybauskaite, die laut­stark für Reformen und Schulden­abbau eintritt. Selbst ging sie mit gutem Beispiel voran. 2009 brach in Litauen die Wirt­schaft um 14,8 Prozent ein. Das Haus­halts­defizit stieg auf mehr als 9 Prozent des Brutto­inlands­produkts (BIP). Erlaubt sind 3 Prozent. Litauen sparte drastisch und kürzte Renten und Löhne radikal. Heute liegt das Wachs­tum bei 3 Prozent. Das Defizit ist auf 1,4 Prozent gesunken.

Wie in Litauen brach auch in Estland und Lett­land das Wachs­tum infolge der Finanz­krise um mehr als 14 Prozent ein. Trotzdem behielten die baltischen Staaten ihre Staats­verschuldung im Griff. Sie beträgt in Litauen und Lett­land, das 2014 den Euro einführte, rund 40 Prozent des BIP. Estland, seit 2011 dabei, hat sogar nur Schulden in Höhe von 10 Prozent des BIP.

Dagegen ist der Schulden­berg von Slowenien, Euro-Mitglied seit 2007, im Jahr 2014 auf 80 Prozent des BIP angewachsen. Das Haus­halts­defizit haben die Slowenen jedoch von 14,9 auf 4,9 Prozent zurück­geführt. Die Wirt­schaft ist erst­mals nach zwei Rezessions­jahren wieder gewachsen. Die Slowakei ist seit 2009 dabei und steht vergleichs­weise gut da. Seit 2010 wächst die Wirt­schaft stabil. Die Schulden liegen konstant bei 50 Prozent des BIP. Auch die Slowaken haben ihr Haus­halts­defizit, das 2009 und 2010 noch mehr als 7 Prozent betrug, auf unter 3 Prozent gedrückt.

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