Die Nach­richten aus dem Euroraum sind schlecht: Die Börse ächzt, Griechen­land steigt möglicher­weise aus dem Euro aus, spa­nische Banken finden immer mehr faule Kredite in Ihren Beständen und Spanien und Italien müssen für ihre Anleihen hohe Zinsen zahlen. Anderer­seits: In Deutsch­land, den Nieder­landen oder auch Österreich fallen die Anleihezinsen auf Rekord­tiefs. test.de hat alle Geld­anlageformen auf ihre Krisen­festig­keit gecheckt.

Check: Tages­geld und Fest­geld

Die Krise der spanischen Banken verunsichert vor allem Anleger, die Geld bei der deutschen Sant­ander Bank, der Sant­ander Consumer Bank oder der Sant­ander Direkt­bank angelegt oder geparkt haben. Alle drei Institute sind aber in der deutschen Einlagensicherung. Wer sein Geld auf mehrere dieser Banken verteilt hat, sollte beachten, dass die gesetzliche Entschädigungs­grenze von 100 000 Euro für alle drei zusammen gilt. Im Pleitefall dieser Banken würde allerdings zusätzlich der Einlagensicherungs­fonds des Bundes­verbands deutscher Banken einspringen.

Tipp: Lesen Sie mehr über die Funk­tions­weise der Einlagensicherung in Deutschland und der EU. Die aktuellen Top-Angebote für Fest­geld, Tages­geld und Spar­briefe finden Sie in den Produktfindern.

Check: Rentenfonds

Die Renditen von Bundes­anleihen sind so nied­rig wie nie zuvor. Das bedeutet Höchst­kurse für ältere Anleihen, die auch in Euro-Rentenfonds stecken. Anleger, die solche Fonds schon lange besitzen, können sich freuen: Rentenfonds Euro haben im vergangenen Jahr zwischen 8 und 10 Prozent Plus gemacht (Stichtag 30. April 2012). Für Bestands­anleger wie für Neukäufer gilt jedoch, dass im Falle steigender Zinsen erhebliche Kurs­verluste drohen. Besonders betroffen wären dann Fonds, die Anleihen mit langen Rest­lauf­zeiten bündeln, zum Beispiel der Indexfonds „iShares eb.rexx Government Germany 5.5 - 10.5“ (Isin DE0006289499). Dieser Fonds investiert nur in Anleihen, die noch mindestens fünf­einhalb Jahre bis längs­tens zehn­einhalb Jahre laufen. Weil lang laufende Bundes­anleihen im vergangenen Jahr aufgrund der hohen Nach­frage nach sicheren Papieren hohe Kurs­gewinne erzielt haben, hat der Fonds ein Plus von sage und schreibe 15 Prozent gemacht. Das ist für einen Rentenfonds enorm viel. Fallen die Kurse wieder, weil die Zinsen steigen, geht es aber genau so rapide in die andere Richtung. Anleger sollten solche Fonds zurzeit deshalb besser meiden. Wenig empfindlich auf Zins­anstiege reagieren Fonds, die in Anleihen mit kurzen Lauf­zeiten investieren.

Tipp: Für Anleger, die ihr Geld länger liegen lassen können, empfehlen wir Fonds, die Anleihen verschiedener Lauf­zeiten mischen. Ihre Rendite­chancen sind höher als die von Fonds mit kurz­laufenden Anleihen, gleich­zeitig liegen ihre Risiken unter Lang­läuferfonds. Im Produktfinder Investmentfonds finden Sie die besten Rentenfonds Euro.

Check: Euro

Viele Menschen fürchten, dass nach einem möglichen Ausstiegs Griechen­lands aus der Gemein­schafts­währung der Euro auseinander­bricht und sie dann Geld verlieren. Tatsäch­lich: Seit sich die Schuldenkrise wieder zugespitzt hat, ist der Euro gegen­über dem Dollar stark gefallen. Rund 16 Prozent sind es über das vergangene Jahr, rund 8 Prozent allein seit Anfang März. Von seinem Tief im Jahr 2000 ist der Euro allerdings noch weit entfernt. Damals lag der Kurs bei 0,83 Dollar je Euro. Sein Hoch markierte der Euro bei einem Kurs von 1,59 Dollar je Euro. Zurzeit steht der Euro bei 1,23 Dollar je Euro. Zwar ist auch das Interesse am Schweizer Franken wieder gestiegen, doch der Kurs liegt nahezu unver­ändert bei 1,20 Franken je Euro, was an Markt­eingriffen der Schweizer National­bank liegt. Anleger, die Geld in Aktienfonds Welt und damit zum Beispiel in amerikanischen Aktien stecken haben, profitieren von der momentanen Euro-Schwäche. Der starke Dollar beschert ihnen Zusatz­erträge. Das gilt auch für andere Wert­papiere, die auf eine fremde Währung lauten.

Tipp: Es hat keinen Sinn, sein Geld aus dem Euro in „Sicherheit“ zu bringen. Zum einen ist das Geld hier in Deutsch­land keineswegs unsicher, auch dann nicht, wenn der Euro tatsäch­lich auseinander­brechen würde – was zum jetzigen Zeit­punkt wirk­lich reine Spekulation ist. Zum anderen sind Anlagen in anderen Währungen immer riskant. Wechsel­kurse schwanken und unterliegen politischen Risiken. Als Beimischung in ein bereits breit gestreutes Depot ist gegen Währungs­anlagen aber nichts einzuwenden. Im Finanztest-Special „Flucht in andere Währungen“ erfahren Sie mehr über die Chancen und Risiken verschiedener Währungs­investments, ange­fangen von Fremdwährungskonten über Geldmarkt- bis hin zu Rentenfonds.

Check: Riester-Bank­sparpläne

Die Umlaufrendite als Maßstab öffent­licher Anleihen liegt nur noch bei etwa 1 Prozent. Einige Riester-Bank­sparpläne, die an die Umlaufrendite gekoppelt sind, könnten sich bei der Verzinsung demnächst der Null­marke nähern. Neuabschlüsse für solche Sparpläne sind auf dem Niveau nicht sinn­voll. Bestehende Verträge zu kündigen, lohnt sich aber allenfalls bei einer Rest­lauf­zeit von deutlich über zehn Jahren.

Tipp: Weitere Informationen zur Riester-Rente finden Sie auf der Themenseite Riester-Rente.

Check: Aktienfonds

Die europäischen Börsen leiden unter der unsicheren Lage in den südeuropäischen Euro-Staaten. Der Dax ist seit seinem Hoch Mitte März um fast 15 Prozent gefallen – von über 7 100 Punkten auf gerade noch 6 000 Punkte. Er liegt damit wieder ungefähr auf dem Niveau von Anfang des Jahres 2012. In Italien und Spanien sieht es noch viel schlimmer aus. Der italienische Index FTSE MIB hat binnen eines Jahres fast 40 Prozent seines Wertes verloren, der spanische Ibex 35 hat etwas mehr als 40 Prozent einge­büßt. Zurzeit laufen die amerikanischen Börsen besser. Der Dow Jones liegt bei knapp 12 500 Punkten und damit ungefähr so hoch wie vor einem Jahr. Anleger, die Aktienfonds haben, sollten allerdings nicht über­stürzt auf kurz­fristige Entwick­lungen an den Märkten reagieren. Einige Anleger über­legen schon, ihr Geld ganz aus den entwickelten Märkten abzu­ziehen und es in Schwellenländerfonds zu investieren. Viele Anleger meiden Aktien nach den schlechten Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre jedoch völlig. Das ist nach­voll­zieh­bar – aber im Sinne einer gut gestreuten Geld­anlage unver­nünftig. Aktien und Aktienfonds sind zwar nicht sicher, können sich aber durch­aus lohnen. Ihre Rendite­chancen sind höher als die von Zins­anlagen. Als Sach­werte bieten Aktien Schutz vor Inflation. Und Dividenden­ausschüttungen liefern regel­mäßige Erträge.

Tipp: Wichtig ist, dass Sie nur Geld in Aktien und Aktienfonds anlegen, das Sie längere Zeit entbehren können. Sie sollten Ihr Geld auf Papiere aus verschiedenen Ländern und Regionen verteilen. Als Basis­investment empfehlen wir Ihnen vor allem Aktienfonds Welt. Schwellenländer sollten Sie wegen ihrer erhöhten Risiken nur beimischen. Im Produktfinder Investmentfonds finden Sie die besten Aktienfonds.

Check: Renten­versicherungen

Der im Vertrag fixierte Garan­tiezins (aktuell beträgt er 1,75 Prozent) ist Anlegern sicher. Allerdings müssen sie damit rechnen, dass die zusätzliche Über­schuss­beteiligung sehr gering ist oder gar wegfällt. Wegen der hohen Kosten zu Vertrags­beginn ist es aber selten sinn­voll, einen Vertrag aufzulösen.

Tipp: Wenn Sie eine fonds­gebundene Versicherung besparen, prüfen Sie die Auswahl Ihrer Fonds.

Check: Gold

Der Gold­preis liegt zurzeit bei rund 1 550 Dollar (rund 1 260 Euro) und ist damit deutlich von seinem Hoch im August 2011 entfernt. Damals zahlten Anleger 1 909 Dollar je Unze. Der Gold-Hype ging einher mit einem krassen Einbruch der Aktienmärkte aufgrund der Schuldenkrise in den USA. Gold gilt als eines der besten Mittel gegen Inflation. Zwischen den Jahren 1980 und 2000, als die Inflations­raten normal bis deutlich erhöht waren, hat Gold allerdings keine Schutz­wirkung entfaltet, sondern hat sogar versagt. Anleger sollten sich also nicht darauf verlassen, dass sie eine künftige Geld­entwertung mit Gold ausgleichen können. Zurzeit liegt die Inflations­rate in Deutsch­land bei 1,9 Prozent, Tendenz leicht fallend.

Tipp: Gold ist seit jeher beliebt als Krisenwährung und Inflations­schutz. Eine sichere Geld­anlage ist Gold jedoch nicht. Mischen Sie das Edel­metall Ihrem Vermögen deshalb nur in kleinen Dosen bei. Beachten Sie die verschiedenen Risiken der Goldanlagemöglichkeiten.

Check: Immobilien

Das Interesse an Immobilien ist nach wie vor groß. Immobilien sind in vielen Regionen Deutschlands erschwing­lich und nach wie vor gibt es äußerst güns­tige Kredite. Immobilien versprechen Sicherheit in unruhigen Zeiten und Schutz des Vermögens vor Inflation. Mit dem eigenen Haus wollen viele Anleger ihr Geld in Sicherheit bringen. Risiken blenden sie dabei gerne aus. Ob sich ein Immobilienkauf als kluge Entscheidung entpuppt, hängt entscheidend von der Lage und Qualität ab. Selbst eine attraktive Immobilie taugt nur dann zur Kapitalsicherung, wenn der Käufer sie zu einem fairen Preis bekommen hat.

Tipp: Damit Ihre Immobilien­anlage erfolg­reich wird, informieren Sie sich ausführ­lich über Risiken und Fallstricke. Tests und Tipps zur Immobilien­finanzierung finden sie auf unserer Themenseite Immobilienfinanzierung.

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