Euro-Gruppe Meldung

Die Lügen von Baron Münchhausen waren wenigstens amüsant. Die ­Geschichten, die der Knothe­-Vorstand Kunden erzählt, sind nur ärgerlich.

Die Knothe AG, eine Firma der Würzburger Euro-Gruppe, muss einer Anlegerin die Beträge zurückerstatten, die diese für Anteile als atypisch stille Gesellschafterin gezahlt hatte. Das hat das Amtsgericht Oranienburg entschieden (Az. 26 C 384/02). Die Anlegerin hatte sich verpflichtet, rund 20 000 Euro zu investieren, und hoffte auf Renditen bis zu 10 Prozent.

Ihre Anzahlung bekommt sie nun zurück. Denn zum Zeitpunkt des Geschäfts gab es die Knothe AG noch gar nicht. Im Handelsregister gab es keinen Eintrag. Trotzdem tat man bei Knothe so, als sei man lange im Geschäft.

Vor Gericht führte das zur handfesten Blamage von Knothe-Vorstand Jürgen Spilker. Der hatte der Anlegerin in einem Schreiben vollmundig erklärt, seine Firma hätte das Euro-Center in Würzburg mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro errichtet.

Doch das stimmte gar nicht. Vor Gericht eierte man dann rum: Das Schreiben sei das Versehen einer Sekretärin gewesen. Dumm nur, dass die Anlegerin noch einen Brief von Spilker hatte, in dem er sich erneut mit dem EuroCenter brüstete. Das Gericht wertete das als Anlegertäuschung.

Die Schummeleien passen ins Bild. Vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist die Knothe AG wegen verbotener Telefonwerbung verklagt worden. Auch Finanztest ist die Euro-Gruppe schon durch miese Vertriebsmethoden bekannt. Vermittler hatten Kunden den schlechten Rat gegeben, für Anlagen in Euro-Firmen ihre Lebensversicherung zu kündigen.

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