Das Kammergericht Berlin hat den Widerruf einer Anlegerin für eine 30 Jahre dauernde Beteiligung an der Ibeka AG, einem Unternehmen der Euro-Gruppe in Würzburg, für rechtens erklärt (Az. 14 U 79/02, Revision nicht zugelassen). Die Frau könne den Vertrag nach dem bis 2000 geltenden Haustürwiderrufsgesetz auch zwei Jahre nach Vertragsschluss noch widerrufen, da beide Parteien den Vertrag noch nicht vollständig erfüllt hätten, urteilten die Richter.

Die Frau, die insgesamt rund 78 000 Mark in Raten in eine stille Beteiligung der Ibeka-AG einzahlen sollte, braucht nun nicht mehr zu zahlen.

Die Gesellschaft muss der Anlegerin aber ihre bisher eingezahlten rund 8 500 Mark nicht zurückzahlen. Als atypisch stille Beteiligte ist die Frau Mitunternehmerin der Ibeka AG geworden und an Gewinn und Verlust der Gesellschaft beteiligt. Ihr Geld fließt deshalb in das Auseinandersetzungsguthaben der Gesellschaft. Dieses fällt erfahrungsgemäß sehr gering aus.

Im Urteil kritisierte das Gericht vor allem die Praxis der Firma, Anlegern zur Kündigung ihrer Lebensversicherung zu raten, um den Rückkaufswert in die riskante Beteili­gung zu stecken, erklärte der Berliner Anwalt Rolf Dilger.

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