Etwa 40 000 Anleger, die sich mit Einmalbeträgen oder monatlichen Ratenzahlungen langjährig an Unternehmen der Euro-Gruppe in Würzburg beteiligt haben, müssen um ihr Geld fürchten. Das Unternehmen aus Würzburg soll in Liquiditätsschwierigkeiten stecken. Das berichteten ehemalige Vertriebsmitarbeiter gegenüber Finanztest. Der Finanzvertrieb der Euro-Gruppe, die AVB Allgemeine Vermögensberatungs GmbH, hat ihre Tätigkeit bereits eingestellt. Das Unternehmen beantragte am 16. November 2005 beim Amtsgericht Würzburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Finanztest warnt bereits seit Jahren vor der AVB und den zur Euro-Gruppe gehörenden Beteiligungsgesellschaften Goj, Ibeka, Lenz, Schober, Schuster-Schreiber, Knothe, Pierenz und Bialek sowie deren Folgegesellschaften. Alle Unternehmen stehen auf der Finanztest-Warnliste Geldanlageangebote.

Suche nach Käufern

Das Unternehmen hat die Gelder der Anleger vor allem in zwei Würzburger Immobilien investiert. Derzeit soll das Unternehmen versuchen, eine der Immobilien - einen Hotelturm - zu verkaufen, um einen Antrag auf Zwangsversteigerung durch einen Gläubiger zuvor zu kommen. Auch das Euro-Center - ebenfalls in Würzburg - steckt nach einem bislang unbestätigten Bericht der Main Post in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Hotelturm und Euro-Center wurden mit Anlegergeldern finanziert. Finanzberater der AVB hatten für die Euro-Fonds geworben und überredeten Anleger vielfach mit unseriösen Mitteln zu den riskanten Unternehmensbeteiligungen. Die Berater versprachen attraktive Renditen und warben mit Steuervorteilen.

Arglose Anleger überredet

Finanztest hatte bereits ausführlich über die Machenschaften der Euro-Gruppe berichtet. Die zur der Gruppe gehörenden Gesellschaften werden von Jürgen Spilker beherrscht. Spilker war auch für die unseriösen Vertriebsmethoden der AVB verantwortlich. Unter anderem überredeten Mitarbeiter der AVB arglose Anleger, ihre Lebensversicherungen und Bausparverträge vorzeitig zu kündigen. Mit den frei werdenden Mitteln sollten sie Beteiligungen der Euro-Gruppe erwerben. Die Vermittler verschwiegen, dass die vorzeitige Kündigung solcher Verträge regelmäßig mit Verlusten verbunden ist. Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen war von Jürgen Spilker nicht zu bekommen. Auf eine am 2. Dezember 2005 gestellte Anfrage von Finanztest antwortete er nicht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 136 Nutzer finden das hilfreich.