Volker Scharmann, gerichtsbekannter Anlagehai, ist am 14. Mai 2001 in Wien in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft in Wien ermittelt gegen Scharmann wegen des Verdachts des schweren Betrugs, teilte Staatsanwalt Helmut Kellner mit.

Hintergrund der neuerlichen Verhaftung von Scharmann sind auch die dubiosen Aktiengeschäfte im Zusammenhang mit dem von Scharmann initiierten Euro-American-Lotto. Über die in Amsterdam ansässige Firma European Enterprises Consultants C. V. (EEC) wurden seit Jahren immer wieder Aktionäre geworben. Mit dem Geld der Aktionäre sollte die "erste privatwirtschaftliche Euro-Lottogesellschaft ohne Staatsbeteiligung" geschaffen werden. Doch dazu kam es nie. Trotzdem gelang es Scharmann nach Berichten von Geschädigten immer wieder, neue Anleger von seiner Idee zu begeistern und ihnen Geld abzunehmen. Sogar dem Aufsichtsrat seiner Firma konnte er Jahr für Jahr weismachen, dass die für rund 200.000 Mark gekaufte Lottomaschine nun schon bald in Reno in Nevada (USA) gestartet werde. Zwischenzeitlich gehen die Schäden der Anleger in die Millionen. Scharmann kümmert das allerdings nicht. Noch aus dem Gefängnis in Amsterdam wandte er sich in einem Schreiben an die Aufsichtsratsmitglieder und forderte sie auf, ihren Pflichten nachzukommen. Dazu sollten sie einen Kredit aufnehmen, um die in Finanzschwierigkeiten steckende EEC zu retten. Außerdem forderte er sie auf, seine Kosten für Wohnung und Anwälte zu übernehmen. Das seien sie ihm angesichts seiner Leistungen für die Firma schuldig.

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