So haben wir getestet

Im Test

Wir haben sowohl Aktienfonds Welt als auch Aktienfonds Schwellenländer getestet.

Nach­haltige Aktienfonds Welt. Wir haben die Anbieter aller 128 Aktienfonds Welt ange­schrieben, die wir in unserem Dauer­test als nach­haltig nach eigenen Angaben führen. Für 72 dieser Fonds konnten wir eine Nach­haltig­keits­bewertung erstellen. Die Tabelle in unserem PDF zeigt alle 26 aktiv gemanagten Fonds, für die es zusätzlich zur Nach­haltig­keits­bewertung auch noch eine Finanztest-Bewertung gibt, sowie alle 14 von uns bewerteten Indexfonds/ETF.

Nach­haltige Aktienfonds Schwellenländer. Wir haben die Anbieter von 34 Aktienfonds Schwellenländer ange­schrieben, die wir in unserer Daten­bank als nach­haltig nach eigenen Angaben führen. Für elf Fonds konnten wir eine Nach­haltig­keits­bewertung erstellen. Die Tabelle in unserem PDF zeigt die beiden aktiv gemanagten Fonds, für die es zusätzlich zur Nach­haltig­keits­bewertung auch noch eine Finanztest-Bewertung gibt, sowie alle fünf von uns bewerteten Indexfonds/ETF.

Finanztest-Bewertung

Wir messen den Anla­geerfolg der Fonds anhand des Chance-Risiko-Verhält­nisses. Die monatlich aktualisierten Ergeb­nisse veröffent­lichen wir in unserer großen Fondsdatenbank. Dort erfahren Sie auch, wie die Finanztest-Bewertung des Chance-Risiko-Profils im Detail funk­tioniert.

Finanztest-Nach­haltig­keits­bewertung

Die Finanztest-Nach­haltig­keits­bewertung bezieht sich auf den gesamten Auswahl­prozess der Fonds. Die Bewertung der Ausschluss­kriterien macht 50 Prozent der Gesamt­note aus. In die anderen 50 Prozent fließen weitere Auswahl­kriterien ein, etwa welche Auswahls­trategien der Fondsanbieter verfolgt, wie streng er bei der Auswahl der Aktien vorgeht oder ob er einen unabhängigen Nach­haltig­keits­beirat einsetzt (siehe unten). Engagement und Trans­parenz fließen nicht in die Nach­haltig­keits­bewertung ein. Wir bewerten sie separat.

Ausschluss­kriterien im Detail

Zu den 29 Ausschluss­kriterien, die in unsere Bewertung einfließen, gehören:

  • Fossile Energie: Förderung und Verstromung von Kohle und Öl sowie Verwertung von Ölsand und Fracking.
  • Atom­kraft: Produktion von Kern­komponenten, Abbau von Uran, Betrieb von Atom­kraft­werken.
  • Umwelt­zerstörung: Ernste, wieder­holte Umwelt­schäden, gentech­nisch veränderte Organismen in der Land­wirt­schaft.
  • Kontroverse Waffen: Anti-Personen-Minen, Streumunition, Uranmunition, Massen­vernichtungs­waffen.
  • Konventionelle Waffen: Kriegs­waffen, Militärgüter, Hand­feuerwaffen.
  • Korruption: Korruption, Steuer­vermeidung, Geld­wäsche.
  • Menschen- und Arbeits­rechte: Ernste und wieder­holte Menschen­rechts­verletzungen, Verstöße gegen Arbeits­rechte wie Kinder- und Zwangs­arbeit, Verletzung von Gewerk­schafts­rechten.

Weitere Ausschluss­kriterien, die wir abge­fragt und bewertet haben, sind:

  • Alkohol
  • Glücks­spiel
  • Massentierhaltung
  • Pornografie
  • Produktion von lang­lebigen organischen Schad­stoffen
  • Produktion von Palmöl
  • Tabak
  • Tier­versuche.

Um die volle Punkt­zahl zu erreichen, durfte ein Fonds nur in Unternehmen investieren, die höchs­tens 5 Prozent ihres Umsatzes mit Geschäften machen, die gegen die Ausschluss­kriterien des Fonds verstoßen, bis zur Grenze von 10 Prozent gab es die halbe Punkt­zahl. Ausnahmen sind geächtete Waffen, Ölsände und Fracking sowie Produktion von Tabak und Pornografie. Hier lagen unsere Grenzen bei 0 und 5 Prozent. Bei Umwelt­zerstörung, Korruption, Arbeits- und Menschen­rechten kam es auf ernste und wieder­holte Verstöße an.

Weitere Auswahl­kriterien

Die andere Hälfte der Gesamt­note für die Finanztest-Nach­haltig­keits­bewertung setzt sich aus weiteren Auswahl­kriterien zusammen, zum Beispiel der Strenge der Auswahl. Je mehr Aktien im Auswahl­prozess aussortiert werden, desto besser. Ein Ausschluss­grad von mehr als 75 Prozent ist hoch, mehr als 50 Prozent mittel, darunter gering. Zudem bewerten wir, ob es einen Nach­haltig­keits­beirat mit unabhängigen Experten gibt.

nein heißt, es gibt keinen solchen Beirat,
jaheißt, es gibt einen Beirat und dieser hat ein Mitspracherecht bei Fest­legung der Nach­haltig­keits­kriterien und Titel­auswahl,
eingeschränkt heißt, dass der Beirat keine oder wenig Mitspracherechte hat.

Zudem bewerten wir die Auswahls­trategien. Hierzu gehören Best-in-Class (Auswahl der Besten einer Branche), Best-of-all-Classes (Auswahl der branchen­unabhängig Besten), die absolute Selektion(Auswahl von Titeln, die ein bestimmtes Rating erreichen) und die Themen­auswahl.

Auswahls­trategien im Detail

Beim Best-in-Class-Ansatz wählen Fonds­gesell­schaften aus jeder Branche die Besten aus – die Unternehmen also, die jeweils am nach­haltigsten sind. Vorteil: Das Portfolio ist breit gestreut. Nachteil: So landen auch Ölkonzerne im Portfolio, was vielen grünen Anlegern nicht gefällt. Oft wird der Best-in-Class-Ansatz mit Ausschluss­kriterien verknüpft.

Bei der Best-of-all-Classes-Strategie wählen die Anbieter die nach­haltigsten Unternehmen über alle Branchen hinweg aus. Legen sie die Mess­latte hoch genug, haben Unternehmen aus schmutzigen Branchen keine Chance. Explizite Ausschluss­kriterien kann es trotzdem geben. Die Vorgehens­weise ist strenger als der Best-in-Class-Ansatz, das Portfolio ist weniger breit gestreut, weil auch ohne Ausschluss­kriterien weniger Branchen im Portfolio vertreten sind.

Während beim Best-in-Class- und Best-of-all-Classes-Ansatz die Unternehmen jeweils relativ zueinander bewertet werden, bekommen bei der absoluten Selektion sprich:der Auswahl der mess­bar besten Unternehmen – nur die Unternehmen eine Chance, die bestimmte nach­haltige Mindest­stan­dards erfüllen. Gemessen wird der Mindest­stan­dard zum Beispiel anhand von Ratings oder Scores. Wie nach­haltig der Fonds ist, hängt von der Strenge der Kriterien ab. Diese Auswahl­methode wird oft mit Best-in-Class kombiniert.

Bei der Themen­auswahl definieren die Fonds Themen, zum Beispiel „globale Heraus­forderungen“, „Trans­formations­themen“ oder Branchen wie „Erneuer­bare Energien“ oder „Energieeffizienz“ und wählen die passenden Unternehmen aus. In der Praxis wird der Themen­ansatz oft mit einer der anderen Strategien kombiniert. Auch Ausschluss­kriterien kommen zum Einsatz.

Engagement

Auch das Engagement in Sachen Nach­haltig­keit haben wir bewertet. Damit ist gemeint, ob der Fondsanbieter auf den Haupt­versamm­lungen der Unternehmen, an denen er beteiligt ist, seine Stimm­rechte ausübt und ob er direkt mit den Unternehmen kommuniziert. Unsere Bewertung fiel umso besser aus, je mehr die Fondsanbieter die Firmen bei ihrem Engagement begleiten. Wir erwarteten von den Fondsanbietern, dass sie Konsequenzen ziehen und ihre Aktien verkaufen, wenn der Engagement-Prozess scheitert und ein Unternehmen bestimmte Miss­stände nicht abstellt. Außerdem bewerteten wir, wie gut die Anbieter über ihre Engagement-Strategie informieren.

Trans­parenz

Hier bewerteten wir, wie oft der Anbieter das Portfolio im Internet veröffent­licht, ob er offenlegt, welche Aktien er aus Nach­haltig­keits­gründen verkauft hat, ob er seinen Nach­haltig­keits­ansatz erläutert und regel­mäßig darüber berichtet.

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TestEthisch-ökologische Fonds und ETF23.10.2020
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